Szekler­land: Angst vor Provokationen

Es wird heute eine ungarische Gedenkfeier und eine rumänische Feier zum Trianon-Jubiläum geben · Bildquelle: Magyar Nemzet

Von István Pataky (Târgu Mures, deutsch Neumarkt am Mieresch, unga­risch Marosvásárhely)
 
Trau­ernde Ungarn und feiernde Rumänen werden am Freitag, 4. Juni, dem Jahrestag der Trianon-Entschei­dung, in Sfântu Gheorghe (deutsch Sankt Georgen, unga­risch Sepsis­zent­györgy) auf die Straße gehen.
 
Obwohl bei beiden Veran­stal­tungen keine großen Menschen­mengen erwartet werden, befürchtet die Szekler-Stadt Provokationen.

Der Szekler Natio­nalrat wird wieder die Gedenk­feier auf dem Haupt­platz von Szpsis­zent­györgy orga­ni­sieren, einer Stadt.die zu fast achtzig Prozent aus Ungarn besteht. Eben­falls zum x‑ten Mal orga­ni­siert die rumä­ni­sche rechts­ex­treme Orga­ni­sa­tion Calea Neam­ului („Die Straße der Nation“) eine Kund­ge­bung im Zentrum des sieben­bür­gi­schen Land­kreises. Ihr Spre­cher Mihail Târnă­veanu verspricht, dass die Kund­ge­bung zahl­rei­cher und besser orga­ni­siert sein wird als im letzten Jahr, als nur etwa 100 Menschen kamen. Auf seiner Social-Media-Seite erklärte der anti-unga­ri­sche Orga­ni­sator, warum sie sich in Sfântu Gheorghe versam­meln und nicht zum Beispiel in Brăila in Südrumänien.

- Einfach deshalb, weil in Brăila niemand die terri­to­riale Auto­nomie will, niemand den Frie­dens­ver­trag von Trianon in Frage stellt, während in den Komi­taten Covasna und Harg­hita unzäh­lige Stimmen, Vereine, Parteien, Bürger­meister, Rats­vor­sit­zende, Leiter von Insti­tu­tionen sich nicht an die Entschei­dung von Trianon gewöhnen können und glauben, dass dies eine große Unge­rech­tig­keit gegen­über der unga­ri­schen Nation ist.

- argu­men­tiert Târnăveanu.

Der Euro­pa­ab­ge­ord­nete József Kulcsár-Terza forderte die Einwohner von Sfântu Gheorghe auf, nicht auf die Provo­ka­tion der extre­mis­ti­schen Rumänen einzu­gehen. Der Unga­ri­sche Verband Sieben­bür­gens schickte eine Erklä­rung an Bürger­meister Árpád Antal, in der er ihn auffor­derte, die Geneh­mi­gung für die Nutzung des öffent­li­chen Raums nicht zu erteilen und die Veran­stal­tung zu verhin­dern, da der rumä­ni­sche Verband eine offen anti-unga­ri­sche Demons­tra­tion in Sfântu Gheorghe orga­ni­siert, die als Kultur­ver­an­stal­tung getarnt ist. Der Bürger­meister sagte der sieben­bür­gi­schen Tages­zei­tung Krónika:

Diese Veran­stal­tungen sind nicht genehmigungs‑, sondern anzei­ge­pflichtig, so dass das Bürger­meis­teramt sie nicht verbieten kann.

Im Mai letzten Jahres hat das rumä­ni­sche Parla­ment mit großer Mehr­heit, bei Ableh­nung der Unga­ri­schen Demo­kra­ti­schen Allianz Rumä­niens und Enthal­tung der Allianz „Rettet Rumä­nien“ und mit Unter­stüt­zung aller anderen Parteien, ein von den Sozi­al­de­mo­kraten initi­iertes Gesetz verab­schiedet, wonach Rumä­nien jedes Jahr des Vertrags von Trianon gedenken wird.

Quelle: Magyar Nemzet


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