Tage natio­naler Bewährung

Edito­rial aus Deut­scher Geschichte Heft 02/2021
Gast­bei­trag von Dr. Gert Sudholt, Heraus­geber DG

Als ob eine Kata­strophe, mit der sich die Verant­wort­li­chen schon seit 15 Monaten herum­schlagen nicht schon genug wäre, traf in der zweiten Juli­hälfte der Wetter­sturz in Nord­rhein-West­falen und Rhein­land-Pfalz die dort Lebenden wie ein Blitz. Um die 180 Tote wurden bislang gezählt, das hat zwar nicht pande­mi­sche Ausmaße, die Tragik und die daraus erwach­senen Probleme sind dennoch unüber­schaubar und die mate­ri­ellen Schäden gehen in die Milliarden.

Am 21. Juli beschloss die Regie­rung eine Sofort­hilfe in drei­stel­liger Millio­nen­höhe, die aber gemessen am Ausmaß der entstan­denen Schäden und der Zahl der Betrof­fenen nicht einmal der berühmte „Tropfen auf dem heißen Stein“ sind. In Bayern will die Regie­rung noch­mals 50 Millionen drauf­legen. Dort ist das Berch­tes­ga­dener Land schwer betroffen worden. Ein Land­kreis, der vor wenigen Monaten noch ein Corona-Hotspot war und wirt­schaft­lich in erheb­liche Schwie­rig­keiten geriet.

Die neuer­liche Flut­ka­ta­strophe ist frei­lich nichts Unge­wöhn­li­ches. Markie­rungen an Gebäuden dieser Gegend erin­nern an hohe Wasser­stände, von denen die Bewohner früher heim­ge­sucht wurden.

Ältere erin­nern sich noch daran, dass in den 1960er Jahren Hamburg über­flutet wurde. Der ener­gi­sche Einsatz des dama­ligen Innen­se­na­tors und späteren Bundes­kanz­lers Helmut Schmidt verhin­derte Schlim­meres. Er scheute sich nicht, die damals noch hand­lungs­fä­hige Bundes­wehr im Kata­stro­phen­ge­biet einzu­setzen. Der ehema­lige Wehr­machts­of­fi­zier hatte keine Angst, grenz­wertig, aber erfolg­reich zu handeln.

Wenige Jahre später wurde Bayern von Hoch­was­ser­massen mit Toten heim­ge­sucht. Die Kata­stro­phen an Elbe und Oder sind unver­gessen. Hier waren es wieder die Menschen, die beherzt zugriffen und mit ihrer Hände Arbeit, Schlamm, Geröll und Hausrat wegschafften. Man erin­nert sich an den dama­ligen Bundes­kanzler Gerhard Schröder, der in Gummi­stie­feln und „hemds­är­melig“ an den Brenn­punkten des Gesche­hens stand und Anwei­sungen gab. Der Mann zeigte Führungs­qua­li­täten und gewann die Bundestagswahl.

An solchen Bildern mangelt es bei den dies­jäh­rigen Hoch­was­ser­ka­ta­stro­phen. Die Poli­tiker fehlten an den Brenn­punkten. Sie insze­nierten lieber drama­ti­sche Auftritte. So ließ sich der Kanz­ler­kan­didat der Union, Armin Laschet, in einem eigens dafür herge­rich­teten Feuer­wehr­stütz­punkt vor einer Film­lein­wand in blitz­sauberen Gummi­stie­feln und Regen­jacke, filmen und erweckte so den Eindruck von Besorgnis und selbst­losem Handeln. Erwähnt sei auch der unsäg­liche SPDPo­li­tiker Helge Lindt, der vor der Kamera in unbe­schmutzter Alltags­klei­dung mit einem für ihn viel zu schweren Sand­sack posierte. Bauun­ter­nehmer und Bauern stellten ihre Arbeits­kraft    und ihre Technik zur Verfü­gung, um selbstlos zu helfen. Sie waren auf sich selbst gestellt. Es gab keine Toilet­ten­häus­chen; es fehlte an Instand­set­zungs­stütz­punkten für beim Einsatz zu Schaden gekom­mene Technik. Es gab keine von staat­li­cher Seite organ­sierten Verpfle­gungs­punkte. Alles wurde durch eigene, private Initia­tiven bewäl­tigt. Viele der Helfer waren durch Schlaf­lo­sig­keit und Über­an­stren­gung an die Grenzen ihrer Leis­tungs­fä­hig­keit ange­langt. Ihnen Allen gebührt großer Dank und Anerkennung.

Die etablierten Poli­tiker jedoch stol­zierten auf bereits aufge­räumten Wegen umher und posierten vor den Kameras der Systemm­edien. Man darf nicht vergessen, in zwei Monaten ist Bundestagswahl.

Unter­nehmer, die schweres Gerät und das dazu­ge­hö­rige Personal tage­gelang kostenlos für Aufräu­mungs­ar­beiten zur Verfü­gung stellten, wurden nach Hause geschickt, als sie sagten, von nun an müsse der Staat bezahlen. Auf eigene Kosten könne man nicht weiter Hilfe­stel­lung leisten. Statt Wohn­con­tainer für die durch die Flut obdachlos gewor­denen Bewohner aufzu­stellen, was damals in kürzester Zeit im Rahmen der sog. Flücht­lings­krise geschah, wurde ein Impfbus in  die Krisen­re­gion geschickt. Man befürchtet dort die Entste­hung eines neuen Corona Hotspots. Poli­tik­dar­steller wie der Gesund­heits­mi­nister Spahn und der SPD-Experte Karl Lauter­bach sahen hier ihre große Stunde schlagen. Statt Coro­na­impf­dosen wäre es sinn­voller gewesen, Teta­nus­impf­stoff für die Betrof­fenen und die Helfer bereit zu halten.

Polizei war auch reich­lich vor Ort. Sie sahen ihre Aufgabe nicht darin, den Opfern zu helfen. Viel­mehr wurde nach Quer­den­kern und anderen nicht System­reve­l­anten sowie Rechten gefahndet. Außerdem wurde die Masken­pflicht über­prüft. Als ob es nicht Wich­ti­geres gegeben hätte.

Als sich dann die Staats­oberen an ihrer Spitze Bundes­prä­si­dent Frank-Walter Stein­meier, die Kanz­lerin und andere hoch­ran­gige Hono­ra­tioren für den Auftritt im Fern­sehen vorbe­rei­teten, wurde das Volk, das sich Antworten auf die anste­henden Fragen und ermu­ti­gende Worte erhoffte, weggeschickt.

Die Reprä­sen­tanten des Staates begnügten sich mit schalem Wort­ge­klingel und leeren Wort­hülse. Die Unfä­hig­keit und das Unver­mögen spra­chen Bände. Niemand konnte hoffen, dass irgend­je­mand dieser Herr­schaften eine Schaufel oder einen Sand­sack auch nur in die Hände nahm. Das Zupa­cken liegt ihnen offenbar nicht. Taten statt Worte waren das Gebot der Stunde. Es muss sogar etwas Lustiges gesagt worden sein, denn ein Poli­tiker der sich im Hinter­grund aufhielt, musste herz­lich lachen.

Hier zeigte sich deut­lich die Miss­ach­tung der Regie­renden, die sie für das Volk empfinden. Vieles ist durch diese schreck­liche Kata­strophe offenbar geworden. So zum Beispiel das totale Versagen der Verant­wort­li­chen sowie der durch sie reprä­sen­tierten Parteien. Sofort wurde das Schlag­wort »Klima­wandel« ins Spiel gebracht.

Klima und Wetter wurden in einen Topf geworfen und aus wahl­tak­ti­schen Gründen verein­nahmt. Die Natur ist dem lang­samen aber stetigen Klima­wandel unter­worfen, ebenso dem wech­sel­haften Wetter, das uner­war­tete Kata­stro­phen in allen Teilen des Erdballs in Form von Tornados, Eis und Schnee, Stürmen sowie Regen­fällen und Dürre­pe­ri­oden hervor­ruft. Das eine gilt es vom Anderen zu trennen.

Der Mensch in seiner Kurz­sich­tig­keit miss­achtet jedoch die Natur und hat Hoch­was­ser­ge­fahren begüns­tigt. Zum einen wurden schon im letzten Jahr­hun­dert Ströme wie der Rhein begra­digt, ebenso weitere Flüsse. Die Bebauung jeder freien Fläche, das Beto­nieren großer Räume für Gewerbe und Privat­häuser sowie die Verle­gung von Wasser­läufen unter die Erdober­fläche und die Abhol­zung von Wäldern (Stich­wort »Hamba­cher Forst«); das alles rächt sich jetzt. Die Folgen dieses Handelns sind schwer­wie­gend, das müssen wir jetzt schmerz­lich erkennen. Nun erfährt man, dass die vielen Opfer dieser Kata­strophe und die großen Schäden hätten vermiedet werden können, wenn rech­te­zeitig schon Tage zuvor auf die Wetter­war­nungen reagiert und die Bevöl­ke­rung gewarnt worden wäre. Die entspre­chenden Hinweise erreichten zwar die zustän­digen Behörden, wurden aber nicht für voll genommen und daher nicht weiter geleitet.

Ein nicht­funk­tio­nie­rendes Warn­system tat hier ein Übriges. Jedes Jahr werden soge­nannte Warn­tage veran­staltet, an denen die Warn­sys­teme über­prüft werden sollen. Im September letzten Jahres fand wieder ein Warntag statt. Damals wurden bereits die großen Mängel und Lücken in diesem System offen­kundig. Es wurde jedoch nichts getan, um diese Mängel zu beheben. Die Natur präsen­tierte jetzt die Quit­tung für diese Versäumnisse.

Die jüngsten Natur­ka­ta­stro­phen werden sicher Folgen für die Ergeb­nisse der Bundes­tags­wahl im September haben. Das hoch­pein­liche Lachen des Kanz­ler­kan­di­daten Laschet hinter dem Rücken von Bundes­prä­si­dent Stein­meier wird die Union erneut in ein Stim­mungs­tief reißen.

Bei all dem Nega­tiven dieser Tage, zeigte sich, dass unser Volk in Stunden der Bewäh­rung zusam­men­steht. Man könnte Seiten damit füllen, wie schnell aus der Not eine große Soli­dar­ge­mein­schaft erwuchs. Der Kanzler des Zweiten Deut­schen Reiches, Otto von Bismarck, sagte einst: »Wenn die Deut­schen sich einig sind, schlagen sie sogar den Teufel aus der Hölle.« Es wurde nicht gehüpft, wie die wohl­ha­bende Klima­göre Luisa Neubauer und ihre Klima­kids es in Berlin getan haben. In den Kata­stro­phen­ge­bieten jedoch wurde tatkräftig ange­fasst und gehan­delt. Den Klima­kin­dern der Neubauer aber sei gesagt : »Denkt mal nach, ob es nicht effek­tiver gewesen wäre, wenn ihr euch Gummi­stiefel ange­zogen in die Busse gestiegen wäret und vor Ort zuge­packt hättet. Ihr hättet prak­ti­sche Erfah­rungen sammeln können.«

Wenn die Trümmer dieser Kata­strophe weit­ge­hend besei­tigt sind, wenn Platz und Zeit für Trauer und Hinter­fragen gekommen ist, dann ist die Stunde der Abrech­nung gekommen. Es müssen parla­men­ta­ri­sche Unter­su­chungs­aus­schüsse einge­setzt werden, die das Versagen und die Unfä­hig­keit der Verant­wort­li­chen auf allen Ebenen offen­legen und es muss über Jene gerichtet werden, die in den Kata­stro­phen­tagen völlig versagt haben.

Über­blickt man in der Rück­schau die drama­ti­schen Kata­stro­phen­tage der zweiten Juli­hälfte, wird der kriti­sche Bobachter an Shake­speare erin­nert, der seinen Hamlet sagen lässt:

»Ist dies schon Wahn­sinn, so hat es doch Methode.«
Hamlet nach William Shakespeare

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2 Kommentare

  1. Der Wetter­be­richt der satel­li­ten­ge­stützten Wetter­for­schungs-Insti­tu­tion (Esa oder ähnlich), hat 4–5 Tage VOR dem Ereignis die Bedro­hung des Ahrn­tales und der betrof­fenen Region in der Pfalz präzise voraus­ge­sagt, mit Land­karte und der Bezeich­nung der am meisten gefähr­deten Gebiete. Und die Aller­wer­testen der Bu-Regie­rung haben sogar die detail­lierten Daten dazu angefordert.
    Die Damen und Herren Entscheider hätten Talsperren ablassen, Straßen sperren, Camping­plätze räumen, alle Autos auf Anhöhen abstellen lassen, die Bewohner gefähr­deter Häuser evaku­ieren, Hilfs­dienste bereits ortsnah bereit­stellen können. Ein bißchen Sire­nen­si­gnal kann das alles bei weitem nicht ersetzen.

    sciencefiles.org/?s=Klima+Sonnenzyklus&orderby=relevance&order=DESC&post_type=post%2Cpage%2Cattachment%2Cyada_wiki

  2. Die eigent­liche Kata­strophe spielt sich in den Köpfen der verstörten und entwurzelten
    Menschen ab. Das Klima wird von der Sonne beein­flusst und es gibt keine krankmachenden
    Viren, alles Wahn­witz eines sata­ni­schen Zeitgeistes.
    Quinta essentia, die Wahr­heit macht euch frei, wacht endlich auf, besinnt euch, ihr seid
    gott­gleiche Geschöpfe und keine Labor-Ratten!

    KHK Baum­gart

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