Tsche­chen wollen Schutz vor Migra­tion: Umfrage

Mehr als drei Viertel der tsche­chi­schen Befragten halten Schutz vor Migra­tion für wichtig

Von Tereza Jindrová

Laut einer Umfrage der Agentur STEM halten die meisten Tsche­chen den Schutz vor Migra­tion für wichtig, nur 14,1 Prozent der Befragten sind anderer Meinung. Statt Asyl zu gewähren, befür­wortet die Mehr­heit der Befragten jedoch die Unter­stüt­zung von Flücht­lingen bei der Rück­kehr in ihr Herkunftsland.

„Das Thema Migra­tion erweist sich einmal mehr als ein großes Problem für ganz Europa. Es wird nicht nur über einen Migra­tions- und Asyl­pakt inner­halb der EU verhan­delt, sondern auch über Migra­tion im Zusam­men­hang mit der Situa­tion in Litauen und dem Abzug der west­li­chen Truppen aus Afgha­ni­stan“, so die Analysten der Agentur STEM.

Insge­samt sind 84 Prozent der Befragten gegen die Gewäh­rung von Asyl für zumin­dest einige Migranten. Dies gilt vor allem für die zweit­äl­teste Alters­gruppe, in der 74 Prozent die Idee des Asyls voll­ständig ablehnen und weitere 18,1 Prozent sie zumin­dest teil­weise ablehnen. Die meisten Befragten, die einer neuen Heimat für Flücht­linge in der Euro­päi­schen Union zustimmen würden, finden sich in der jüngsten Alters­gruppe der 18- bis 29-Jährigen: 32 Prozent von ihnen sind für die Gewäh­rung von Asyl.

„Seit 2015 ist die Migra­tion eines der wich­tigsten Themen für die tsche­chi­sche Öffent­lich­keit geblieben. Es ist nicht das wich­tigste, aber es gehört zu den fünf wich­tigsten Themen“, sagt Nikola Hořejš, einer der Autoren der Studie.

Darüber hinaus ist die Abnei­gung gegen die Bean­tra­gung einer Aufent­halts­ge­neh­mi­gung in allen Gruppen unab­hängig vom Bildungs­hin­ter­grund vorherrschend.

Dagegen über­wiegen die posi­tiven Reak­tionen auf die Frage, ob alle betei­ligten Staaten an der Rück­kehr der Flücht­linge in ihr Herkunfts­land betei­ligt werden sollten. Die älteste Genera­tion würde eine solche Lösung am meisten begrüßen, während die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen die geringste Unter­stüt­zung zeigt. Der Unter­schied zwischen den beiden Kate­go­rien betrug jedoch nur weniger als 6 Prozent.

Je nach Bildungs­stand der Befragten gab es keine allzu großen Meinungs­un­ter­schiede. Aller­dings stimmten Personen mit Hoch­schul­bil­dung am häufigsten gegen die Rückführung.

Inter­es­sant ist die Haltung der tsche­chi­schen Öffent­lich­keit gegen­über auslän­di­schen Arbeit­neh­mern aus der Ukraine oder anderen osteu­ro­päi­schen Ländern. Etwa die Hälfte der Befragten sieht in ihnen einen Gewinn für die Tsche­chi­sche Repu­blik. Die meisten dieser Befragten, nämlich 66,4 %, gehören der Kate­gorie der über 60-Jährigen an. Die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen und die Befragten ohne Schul­ab­schluss sehen in der Zuwan­de­rung von Osteu­ro­päern ein Problem.

„Was die Bedro­hung durch die Migra­tion angeht, so ist sie für die Tsche­chen wesent­lich mit dem isla­mi­schen Funda­men­ta­lismus verbunden, der sie mehr beun­ru­higt als die Asyl­be­werber selbst“, erklärte Hořejš.

Inter­es­sant ist auch die Einstel­lung, die die Einwohner der Tsche­chi­schen Repu­blik derzeit zum Schutz vor Migra­tion an sich haben. Mehr als drei Viertel der Befragten halten dies für wichtig. In der Gruppe der über 60-Jährigen stimmen 94 Prozent dem Schutz vor Migra­tion zu. In der Gruppe der Hoch­schul­ab­sol­venten zwischen 30 und 40 Jahren wird das Thema dagegen als unwichtig angesehen.

Quelle: SEZNAMZPRAVY.CZ

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