Mag. Chris­tian Zeitz über das tota­li­täre Corona-Zwangsmaßnahmenregime

Mag. Christian Zeitz

Ich möchte Ihnen/Dir die Wieder­gabe einer gedank­li­chen Ausein­an­der­set­zung mit der Corona Despotie zumit­teln, in der ich mich bemüht habe, einige Schlüs­se­l­ar­gu­mente gegen das Zwangs­maß­nah­men­re­gime analy­tisch und program­ma­tisch auszuführen.

Die Debatte um das tota­li­täre Corona-Zwangs­maß­nah­men­re­gime wird gele­gent­lich etwas persön­lich. Von einem Geist­li­chen habe ich eine Zusen­dung bekommen, deren Beant­wor­tung ich für eine grund­sätz­liche Begriffs­be­stim­mung und Analyse der Schlüs­se­l­ar­gu­mente genutzt habe. Da es dabei um immer wieder­keh­rende Grund­satz­fragen geht, möchte ich Ihnen/Dir diese Ausein­an­der­set­zung nach­ste­hend kopieren.

Pfarrer an mich:

Sehr geehrter Herr Zeitz,
das ist ja erstaun­lich, was Sie da u.a. von einem dikta­to­ri­schen Druck eines Corona-Regimes und einem gleich­ge­schal­tetem Medi­en­sektor schreiben. Ich kann das über­haupt nicht nachvollziehen.

Nachdem ich als Pfarrer schon vier Corona-Tote beer­digen musste, die alle noch einige schöne Jahre hätten haben können, bin ich froh, dass unsere Regie­rung wenigs­tens eini­ger­maßen mit ange­messen erschei­nende Maßnahmen trifft, auch wenn Wissen­schaftler vor einer zweiten Welle in der kalten Jahres­zeit gewarnt hatten und die Politik tragi­scher­weise zu zaghaft war.
Ein geseg­netes 2021 und Einsicht auch ohne trau­rige Corona-Fälle in Ihrer Umge­bung wünscht Ihnen

[…]

Meine Antwort:

Hoch­wür­diger Herr Pfarrer!

Danke für den Wunsch nach Einsicht in der Corona-Frage. Ich werde versu­chen, mich dieses Wunsches in den folgenden Zeilen als würdig zu erweisen. Nachdem ich das ein biss­chen syste­ma­ti­scher machen möchte, während ich doch auch mit vielen Verpflich­tungen belegt bin, ersuche ich um Nach­sicht für die etwas verspä­tete Reaktion.

Vor einigen Tagen starb ein rund 60jähriger Nachbar meiner Schwie­ger­el­tern. Er hatte Prosta­ta­krebs. Seit sieben Jahren. Er konnte sich die Behand­lung nicht leisten, all die Jahre, in denen man ihn noch recht einfach hätte heilen können. Einer von mehreren Fällen ähnli­cher Art, die wir persön­lich kennen. Es gibt aber­tau­sende ähnlich gela­gerte Fälle in der Stadt, in der die Familie meiner Frau lebt. Wenn ich einer engen Verwandten nicht seiner­zeit mehrere Krebs-OPs privat gezahlt hätte, wäre sie vor paar Jahren gestorben, meine Schwie­ger­mutter wäre aus ähnli­chen Gründen verkrüppelt.

Ach ja, übri­gens, ich spreche nicht von Liberia oder Sierra Leone … sondern von der Ukraine, etwas mehr als 1000km von hier entfernt.

Warum erzähle ich Ihnen das? Weil ganz offen­kundig ist, dass die Folgen der Corona-Politik schnur­stacks in ein Gemein­wesen führen, in dem der Luxus einer staat­li­chen Bereit­stel­lung der funda­men­talsten Gesund­heits­ver­sor­gung ganz schnell verschwinden wird. Jeder, der die Basis­daten unserer Volks­wirt­schaft, das Ausmaß des Steu­er­aus­falls, den Zustand der mone­tären Aggre­gate auf der euro­päi­schen Ebene und die derzeit statt­fin­dende Zerstö­rung der Real­wirt­schaft auch nur annä­hernd kennt, weiß, dass die Arro­ganz des „Leben Rettens um jeden Preis“ ganz schnell zu einer brutalen Bruch­lan­dung führen wird.

Und dann werden alle, die so gutmensch­lich mit dem Totschlag­ar­gu­ment der mora­li­schen Über­le­gen­heit daher­kommen, ein paar Fragen aus dem Reper­toire der allge­meinen Hand­lungs­ethik gestellt bekommen: Zählt ein Leben heute mehr als ein oder mehrere Leben über­morgen? Zählt das Leben des einen mehr als die Frei­heit des anderen (zumal, wenn Frei­heit die Voraus­set­zung für Erwerbs­fä­hig­keit ist)? Zählt die Frei­heit des Schutz­be­dürf­tigen (weil Vulnerablen), der seine Wohnung verlassen will, obwohl es für ihn ein Risiko sein kann, mehr als die Frei­heit des Starken, der für die Schwa­chen sorgen muß, und der daher selbst frei sein will und muß? Ist es daher sicher, dass man alle einsperren und distan­zieren muß und darf, nur weil einige nicht zu Hause bleiben wollen, die das Risiko einer Anste­ckung fürchten?

Getrauen Sie sich, Hoch­würden, diese Fragen und eine Reihe ähnli­cher Fragen auf der Basis einer Christ­li­chen Ethik zu beant­worten? Und glauben Sie, dass es wirk­lich ausge­macht ist, dass dann als Antwort die Begründ­bar­keit eines Systems der kollek­tiven Gleich­schal­tung unter despo­ti­schem staat­li­chen Zwang herauskommt?

In meinem Bekann­ten­kreis haben u.a. eine 99 1/2‑jährige, ein 85jähriger, der 3 Herz­in­farkte und 2 Bypass-OPs hatte, eine multi­mor­bide (Herz­in­suf­fi­zienz, Wasser in den Füßen, Lungen­in­farkt vor paar Monaten) 84jährige, die vor Weih­nachten als unheilbar und mori­bund aus dem Spital zum Sterben nach Haus geschickt wurde, Corona problemlos über­standen. (Ich bluffe nicht, bei Bedarf kann ich die Namen nennen.) Zahl­lose Pati­enten hatten über­haupt nur drei Tage Hals­kratzen und leichten Schnupfen, Und ja, ohne Zweifel, es gibt schwere Verläufe, auch bei Jungen, und gele­gent­lich sterben Menschen daran (Bleiben wir bei den Zahlen: Die Rela­tion: 5% der Getes­teten sind positiv (Achtung: mani­pu­la­ti­ver­weise werden die Massen­tests in Öster­reich nicht in die Grund­quan­tität aufge­nommen, was die Kenn­größe natür­lich deut­lich erhöht), davon, also von diesen 5%, kommen 3% ins Spital, davon wiederum 2% auf die Inten­siv­sta­tion (also 0,03 der Posi­tiven = also 0,0015% der Getesteten) ).

Ich baga­tel­li­siere über­haupt nicht. Ich würde sagen, dass es eine leichte Grippe ist, an der – aus welche  Gründen auch immer – trotzdem mehr Personen sterben als an einer normalen Grippe. Warum das so ist, wissen wir nicht. Die schein­bare Regel­lo­sig­keit der verschie­denen Verläufe (die aller­dings nur im statis­ti­schen Margi­nal­be­reich auftritt) wird von Befür­wor­tern des Regimes gerne instru­men­ta­li­siert, um die Angst vor der Unge­wiss­heit in pani­sche Unter­wür­fig­keit gegen­über der vermeint­lich schick­sal­haften Unver­meid­bar­keit des tota­litär verwal­teten Ausnah­me­zu­standes über­zu­führen. Ist das nicht bezeich­nend und entlar­vend? Keine Frage, dass uns über das „Phänomen Corona“ insge­samt in einigen wesent­li­chen Punkten substan­ti­elle Kenn­nisse abgehen. Aber das betrifft nicht nur uns als Nicht-Ärzte, sondern genauso die „Experten“, von denen viele einander wider­spre­chen und viele nichts anderes betreiben als eine bestellte Bezahl-Propa­ganda und Angst­mache im Auftrag der Regie­rung. Zentral ist aber: Ist es wirk­lich ausge­macht, dass das syste­mi­sche Nicht-Wissen in einer Gesell­schaft auto­ma­tisch den Ausschlag zugunsten einer tota­litär verwal­teten Sicher­heits-Präfe­renz ergibt bzw. ergeben muß? Wird es in anderen Berei­chen auch akzep­tiert, dass syste­mi­sches Nicht-Wissen auto­ma­tisch zu einer erzwun­genen Präfe­renz zugunsten einer despo­tisch durch­ge­setzten kollek­tiven Risiko-Vermei­dung führt? In der Migra­ti­ons­po­litik? Im Umgang mit dem Islam in Europa? In der Geld­po­litik? In all diesen Punkten setzt die Regie­rung die Bevöl­ke­rung doch drama­ti­schen Sicher­heits­ri­siken aus, ohne mit der Wimper zu zucken. Wieso plötz­lich pater­na­lis­ti­scher Sicher­heits­zwang unter dem Einfluss eines tatsäch­li­chen oder vermeint­li­chen Gesund­heits­ri­sikos? „Weil´s da um Menschen­leben geht“, ist zwar die gebets­müh­len­artig prokla­mierte, aber offenbar die falsche Antwort, denn um Menschen­leben geht´s fast bei jeder (zumal jeder poli­ti­schen) Entschei­dung – unmit­telbar oder mittelbar, kurz­fristig oder lang­fristig, direkt wahr­nehmbar oder als mittel­bare Folge auf der Zeitachse.

Die „Anma­ßung von Wissen“ (Hayek) ist immer ein untrüg­li­ches Zeichen für plan­wirt­schaft­lich-sozia­lis­ti­schen Tota­li­ta­rismus. Seiner opera­tiven Umset­zung geht immer die Durch­set­zung nicht offen­ge­legter, schein­barer kollek­tiver Wert­ur­teile voraus. Und da kommen wir jetzt langsam zum Wesens­kern des Problems. Diesen erschließen wir nicht durch ein biss­chen pseu­do­em­pi­ri­sches Herum­ge­rate, getürkte (oder auch rich­tige) Statis­tiken und will­kür­lich heraus­ge­grif­fenen „Exper­ten­mei­nungen“. Der Wesens­kern des grund­satz­po­li­ti­schen Problems besteht nämlich darin, dass meine persön­liche Einschät­zung aus der Sicht eines demo­kra­ti­schen Gemein­we­sens im Hinblick auf gemein­wohl­re­le­vante Entschei­dungen genauso belanglos ist wie Ihre oder auch dieje­nige des Kollek­tiv­or­gans der Regie­rung. Im Gegen­satz zu Sklaven-Staaten hat die Regie­rung nämlich nicht die Aufgabe, im Namen ihrer Unter­tanen Wert­ur­teile zu treffen (so wie dies Eltern für ihre Kinder tun und tun müssen), sondern nur eine den Wert­ur­teilen der Bürger entspre­chende Mittel­ver­wen­dung bei der Hervor­brin­gung kollek­tiver Güter sicher­zu­stellen. Das ist frei­lich zunächst nur eine theo­re­ti­sche Fest­stel­lung, denn die diver­genten Wert­ur­teile der Bürger im Hinblick auf gemein­same Entschei­dungen über kollek­tive Güter sind ja gerade das Problem des Gemein­we­sens insge­samt, was ja in der Corona-Krise klar zum Ausdruck kommt. Jeder Einzelne tritt einer Entschei­dung unter Unsi­cher­heit mit einer sehr persön­li­chen Risi­ko­prä­fe­renz­rate gegen­über und trifft dann seine Wahl. Das tut jeder von uns im Alltag ständig, und es funk­tio­niert ohne Probleme, weil er nur für sich entscheidet. Dass er dabei auch externe Effekte für andere Mitglieder der Gesell­schaft produ­ziert, ist alltäg­lich und nicht spek­ta­kulär. Welche (tatsäch­li­chen oder mögli­chen) externen Effekte dabei gesell­schaft­lich hinge­nommen werden und welche nicht, wird durch die bürger­li­chen „Regeln einer Gesell­schaft freier Menschen“ (Hayek) defi­niert. Diese ergeben sich wiederum aufgrund der Einbet­tung der bürger­li­chen und straf­recht­li­chen Gesetze in die tradierte gesell­schaft­lich-kultu­relle Normalität.

Das nämlich – die Akzep­tanz der gesell­schaft­lich-kultu­rellen Norma­lität – ist die unaus­ge­spro­chene bzw. unter­schla­gene Zentral­ka­te­gorie des gegen­ständ­li­chen Problems und damit das Beur­tei­lungs­kri­te­rium der Corona-Krise und ihrer poli­ti­schen Bewäl­ti­gung. In einer Gesell­schaft freier Menschen ist es Bestand­teil der gesell­schaft­lich-kultu­rellen Norma­lität, dass jeder Freie über den Umgang mit einem neu auftre­tenden Problem selbst und für sich entscheidet. Auf diese wert­ur­teils­lose Fest­stel­lung mit dem Reflex zu antworten, dies sei egois­tisch und unso­li­da­risch, ist ein untrüg­li­ches Zeichen von Dumm­heit und Bildungs­lo­sig­keit. Denn das Ordnungs­prinzip, nach dem jeder zunächst selbst für seine Ange­le­gen­heiten zuständig ist, stellt nicht nur ein Grund­prinzip des klas­si­schen Libe­ra­lismus, sondern auch der Katho­li­schen Sozi­al­lehre dar. Beide dieser Ordnungs­kon­zepte erkennen aber an, dass es Probleme geben kann, ange­sichts derer sich die Gemein­schaft für eine kollek­tive Problem­lö­sungs­stra­tegie entscheidet. Da diese aber notwen­di­ger­weise stets mit Zwang und damit mit poten­ti­eller staat­li­cher Gewalt­an­wen­dung einher geht, besteht die Notwen­dig­keit, mit dem Problem des erfor­der­liche Zwanges in jeder staat­li­chen Gemein­schaft adäquat, d.h. sehr behutsam und geset­zes­treu, also in engen Grenzen und nur im Rahmen der Beach­tung der Verfas­sung, umzugehen.

Der demo­kra­ti­sche Rechts­staat hat für dieses Problem zwei Antworten, nämlich eben die demo­kra­ti­sche und die rechts­staat­liche. Die demo­kra­ti­sche Antwort lautet: Es bedarf eines expli­ziten Mandats für die Durch­set­zung staat­li­chen Zwangs – z.B. in Form eines Mehr­heits­be­schlusses. Die rechts­staat­liche ist kompli­zierter: Es bedarf der Defi­ni­tion eines verfas­sungs­recht­lich Option zur Durch­set­zung von Zwang, wobei auch hier die eben­falls verfas­sungs­recht­lich veran­kerte Grund- und Frei­heits­rechte als unver­letz­lich akzep­tiert zu werden haben. Soweit es in der Anwen­dung der Normen zu Inter­pre­ta­ti­ons­un­si­cher­heiten bzw. ‑problemen kommt, gibt es nur eine Größe, die als mate­ri­elle Refe­renz der formellen Rechts­staat­lich­keit dient bzw. dienen kann, und das ist die gesell­schaft­lich bzw. kultu­relle Norma­lität, auf die oben bereits verwiesen wurde.

Die Regie­rung hat – im Rahmen des bestehenden Verfas­sungs­rechtes und der Akzep­tanz der Grund­rechte – Gesetze zu voll­ziehen und Mandate umzu­setzen, die sie von der Bevöl­ke­rung erhalten hat – sonst gar nichts. Wenn die Regie­rung zur Einsicht gelangt, dass die Lösung eines neuen Problems den Rahmen der bestehenden Regeln auf system­re­le­vante Weise über­schreitet, weil dabei die tradierte Norma­lität – und damit der ulti­ma­tive Maßstab allen poli­ti­schen Tuns – verletzt wird, ist sie verpflichtet, sich mit einem expli­ziten plebis­zi­tären Mandat (also z.B. mit einer Volks­ab­stim­mung) einen erwei­terten Hand­lungs­auf­trag zu beschaffen. Alles andere ist ein Putsch gegen die eigene Bevöl­ke­rung. Und genau diesen haben die Regie­rungen der meisten Staaten mit ihrer Corona-Politik in den letzten Monaten vollzogen.

Die Adap­tion des Hirn­ge­spinsts eines „Neuen Normal“ ist nicht nur Ausdruck des patho­lo­gi­schen Menschen­hasses einer global agie­renden Kaste selbst­er­nannter Herren­men­schen, sondern der defi­ni­tive Inbe­griff des zentralen Denk­mus­ters jeder Art von Faschismus. Faschismus ist immer die Besei­ti­gung der tradi­tio­nellen Norma­lität durch eine selbst­er­nannten Exper­ten­klasse mit dem Ziel der groß­tech­nisch orga­ni­sierten Errich­tung einer neuen Norma­lität. Dabei wird die Lösung gesell­schaft­lich rele­vanter Probleme sozu­sagen als auto­ma­ti­sches Neben­pro­dukt der Ordnung dieser neuen Norma­lität vorge­stellt. Faschismus ist stets poli­ti­scher Kollek­ti­vismus, da die herr­schenden Tech­no­kraten und ihre poli­ti­schen Voll­zugs­or­gane für sich das Recht in Anspruch nehmen, verbind­liche Konstruk­tions- und Ablauf­pläne für das gesamte Gesell­schafts­kol­lektiv durch­zu­setzen, so, als wäre dieses eine Art Maschine, die nur richtig bedient werden müßte, um zur Zufrie­den­heit aller zu funk­tio­nieren. Es liegt in der Natur des Faschismus, dass er die Lösung der behaup­teten Groß-Probleme nur als Vorwand für die Errich­tung einer zentral gesteu­erten Gesell­schafts­ma­schine betreibt, in der die Frei­heit als bloßer Stör­faktor der gesell­schafts­tech­ni­schen Perfek­tion besei­tigt werden muß.

Dass  im Corona-Faschismus die Erzeu­gung des „Neuen Normal“ nicht Mittel oder bloße Voraus­set­zung einer effi­zi­enten Virus­be­kämp­fung, sondern der eigent­liche Opera­ti­ons­zweck ist, ergibt sich zwin­gend aus der völlig offen­kun­digen und tatsäch­li­chen Wirkungs­lo­sig­keit des Corona-Regimes unter dessen Einfluss sich das Ausmaß der behaup­teten Pandemie Schritt für Schritt verschlim­mert und nicht etwa mini­miert hat. Während die Maßnahmen in einem Zeit­raum von nunmehr bald einem Jahr immer restrik­tiver und tota­li­tärer wurden, stiegen die angeb­li­chen Infek­ti­ons­zahlen unauf­haltsam an ohne dass dies zu über­trie­benem Befremden der Herr­schafts­un­ter­wor­fenen und deren medialer Erzieher geführt hätte. Dass dies ausschließ­lich einer Abfolge fauler Kompro­misse der Regie­rung mit der angeb­lich aggres­siven Oppo­si­tion „egois­ti­scher“, „unso­li­da­ri­scher“ und „verschwö­re­ri­scher“ Corona-Dissi­denten zu „verdanken“ sei, ist natür­lich nichts mehr als ein billiger, wenn­gleich relativ profes­sio­neller Propa­gan­datrick; hätte die Regie­rung doch zu jeder Zeit die formale und fakti­sche Macht besessen, kurz­fristig nahezu alle belie­bigen (auch wirkungs­vollen) Maßnahmen durch­zu­setzen, da es, beson­ders zu Anfang der Krise keine wie immer gear­tete real­po­li­tisch rele­vante und orga­ni­sierte Corona-Oppo­si­tion gab. Der Selbst­zweck der Durch­set­zung des faschis­ti­schen Regimes eines „Neuen Normal“ ist daher evident, denn an dieses, an das „Neue Normal“ also, und nicht etwa an eine kurz­fris­tige effi­zi­ente Krisen­po­litik, muß die Bevöl­ke­rung durch stän­dige Stei­ge­rung der Erhal­tungs­dosis gewöhnt werden.

Die sattsam bekannten Maßnahmen sind im Hinblick auf das Virus­ge­schehen marginal rele­vant bis wirkungslos. (Oder weiß man erst nach zehn Monaten, dass die FFP2-Maske effek­tiver ist als die blau­grüne Gesichts­windel?) Aber das ist aus der Sicht des Corona-Regimes ohne Belang. Denn das eigent­lich Ziel des „Neuen Normal“ ist nur mit der nach­hal­tigen Zerschla­gung jedes Wider­standes zu verwirk­li­chen. Dies ist am effi­zi­en­testen durch den andau­ernden Psycho­terror erreichbar, im Zuge dessen rele­vante Teile der Bevöl­ke­rung durch die Anwen­dung gezielter Ernied­ri­gungs­ri­tuale gebro­chen werden. Maske, Abstand, Haus­ar­rest, „Social Distancing“, „Tran­cing“, d.h. Über­wa­chung bis ins Kleinste, Frei­heits­entzug jeder Art, Zerstö­rung der ökono­mi­schen Basis des Alltags­le­bens, Verbot und Verächt­lich­ma­chung alles dessen, was Freude und Spaß bereitet, Regle­men­tie­rung des gottes­dienst­li­chen Gemein­schafts­han­delns usw., sind zutiefst wider­na­tür­lich und menschen­feind­lich, weil sie dem Wesen des Menschen als soziales und selbst­be­stimmtes Gottes­ge­schöpf die Basis entziehen. Die Demü­ti­gung einer unter Straf­an­dro­hung verfügten Durch­set­zung dieser Wider­na­tür­lich­keiten ist daher ein Verbre­chen gegen die Mensch­lich­keit und damit eine Kriegs­er­klä­rung gegen das Leben selbst.

Es ist beson­ders perfide zu behaupten, dass diese menschen­feind­liche Anma­ßung dem „Schutz des Lebens“ dienen soll. Dies gilt umso mehr, als die Durch­set­zung des „Neuen Normal“ ganz offen an die Notwen­dig­keit einer „Großen Trans­for­ma­tion“, d.h. eines welt­weiten „Great Reset“ gebunden wird, denn mit der global­so­zia­lis­ti­schen Reset-Taste werden alle Bindungen des Menschen an seine tradi­tio­nelle kultu­relle Herkunft und damit ein großer Teil seine Iden­tität gelöscht.

Die Behaup­tung, dass ein apodik­ti­scher und und auto­ri­tärer poli­ti­scher „Schutz des Lebens“ gedeckt und geboten sei, weil es ein in der Verfas­sung garan­tiertes „Recht auf Leben“ geben würde, das alle anderen Grund­rechte zumin­dest zeit­weilig dero­gieren, d.h. außer Kraft setzen würde, ist eine der vielen Unwahr­heiten in der Propa­ganda-Schlacht des Corona-Regimes gegen die eigene Bevöl­ke­rung. Dass es – im natio­nalen wie im inter­na­tio­nalen Recht – kein „Recht auf Leben“, d.h. keinen subjek­tiven Rechts­an­spruch auf die aktive Erhal­tung eines durch Krank­heit, Alter und natür­li­chen Tod bedrohten konkreten Menschen­le­bens gibt und geben kann, ergibt sich zwangs­läufig aus der opera­tiven Unbe­stimmt­heit eines solchen Anspruchs und der poten­ti­ellen Unbe­grenzt­heit der zur Erfül­lung dieses Anspru­ches erfor­der­li­chen Ressourcen. In diesen Sinne wird auch – nach herr­schender Lehre und Praxis – die einzige in natio­nalem oder inter­na­tio­nalem Recht ausge­führte Norm eines „Rechts auf Leben“, nämlich der Artikel II der Euro­päi­schen Menschen­rechts­kon­ven­tion, gelesen, der ausschließ­lich auf das Verbot der Todes­strafe bezogen wird. Eine Inter­pre­ta­tion als subjek­tives Recht gegen­über dem Staat würde nämlich bedeuten, dass ein mori­bunder 100jähriger den Staat erfolg­reich auf unbe­grenzte Ressourcen zur Verlän­ge­rung seines Lebens um eine Woche verklagen könnte.

Weil es ein „Recht auf Leben“ im Sinne eines unbe­dingten staat­li­chen Schutzes vor Krank­heit nicht gibt und geben kann, ist auch der (bedau­er­li­cher­weise auch von manchen Verfas­sungs­ju­risten grund­la­genlos getä­tigte) Hinweis auf einen angeb­li­chen Grund­satz der „Verhält­nis­mä­ßig­keit“, z.B. zwischen Frei­heit einer­seits und Sicherheit/Gesundheit ande­rer­seits, blanker Unfug. Die Anma­ßung, eine solche Verhält­nis­mä­ßig­keit herstellen zu können, ist nämlich nur mit den Mitteln eines will­kür­li­chen und tota­li­tären Maßnah­men­staates umzu­setzen. Aber genau das ist es, worauf das heutige Corona-Regime hinaus­läuft, was oben gezeigt wurde.

Im Gegen­satz zu einem amor­phen „Recht auf Leben“ im Sinne eines unbe­grenz­baren Tätig­wer­dens des Staates zur Verhin­de­rung von Krank­heit und natür­li­chem Tod gibt es sehr wohl ein „Recht auf den Schutz des Lebens“, das mit den Prin­zi­pien des Rechts­staates nicht nur vereinbar ist, sondern sogar seine vornehmste Pflicht und damit sein eigent­li­ches Funda­ment darstellt. Es handelt sich dabei um den Schutz jedes Menschen vor den Hand­lungen anderer, die den Tod inten­dieren oder bewußt in Kauf nehmen. Dies ist die Sphäre des Straf­rechts und des Gewalt­mo­no­pols des Staates. Jeder Staat, der den „Schutz des Lebens“ in diesem Sinn nicht oder nicht voll­ständig garan­tiert, hat das Recht der Einfor­de­rung der Loya­lität seiner Staats­bürger voll­ständig oder zumin­dest teil­weise verwirkt. Wir kommen nicht umhin, an dieser Stelle auf den „Schutz des unge­bo­renen Lebens“ zu verweisen, dessen Verwei­ge­rung Papst Johannes Paul II zu Recht als „blutende Wunde“ bezeich­nete. Und ja, es ist geboten, den Bezug dieser Frage mit der Praxis des Wütens des aktu­ellen Corona-Regimes herzu­stellen. Überaus bemer­kens­wert ist nämlich, dass alle dieje­nigen, denen der „Schutz des Lebens vor dem Corona-Virus“ zur Begrün­dung jeder auch noch so grund­rech­te­be­sei­ti­genden Maßnahme dient, über­haupt kein Problem damit haben, den Massen­mord im Mutter­laib kommen­tarlos hinzu­nehmen. Insbe­son­dere ist davon auszu­gehen, dass die Zahl der dies­be­züg­li­chen jähr­li­chen Kinds­tö­tungen ein mehr­fa­ches der „mit oder an Corona“ Verstor­benen ausmacht, sodass sich die Anma­ßung der Herr­schafts­elite, es würde ihr um den „Schutz des Lebens“ gehen, deut­lich relativiert.

Nachdem Sie, hoch­wür­diger Herr Pfarrer, sich so vehe­ment für den „Schutz des Lebens“ durch Corona-Zwangs­maß­nahmen einsetzen, halte ich es für legitim und notwendig, Sie zu fragen, was Sie persön­lich in den letzten Jahren für den Schutz des Unge­bo­renen Lebens getan haben. Ich will Ihnen da gar nichts abspre­chen, daher frag ich Sie ja. Beim „Marsch für die Familie“ oder beim „Marsch fürs Leben“ habe ich Sie bis jetzt nicht wahr­ge­nommen. Aber viel­leicht ist Ihr dies­be­züg­li­cher Einsatz ja meiner Aufmerk­sam­keit entgangen?

Das Thema führt mich zur Frage der gene­rellen Haltung der Kirchen­ob­rig­keit gegen­über der Corona-Proble­matik. Neben all den staat­li­chen Pres­sionen, Schi­kanen, Ernied­ri­gungen und flächen­de­ckenden Zerstö­rungs­vor­gängen die Kultur und das Gemein­schafts­leben betref­fend, schmerzt die Situa­tion (inner­halb) der Kirche sowie der Umgang seitens der Verant­wort­li­chen auf den unter­schied­li­chen Hier­ar­chie­ebnen nämlich beson­ders. Offenbar haben die Hinter­männer unserer Dikta­toren auch die zu erwar­tenden Reak­ti­ons­muster der unter Druck gera­tenen Pries­ter­schaft eifrig studiert. Sie können sich darauf verlassen, dass ihr Herr­schafts­an­spruch nicht durch orga­ni­sierte Empö­rung aus diesem Bereich gestört wird. Ganz im Gegen­teil ist die aktu­elle, grund­lose Über­erfül­lung der „Corona-Regeln“ im Zuge des kirch­li­chen Reli­gi­ons­voll­zugs gera­dezu lächer­lich und die pene­trante Öffent­lich­keits­geil­heit, mit der sich einige hoch­wür­dige und hoch­wür­digste Herren als Werbe­tes­ti­mo­nial für die unbe­streitbar höchst risi­ko­reiche Corona-Impfung, die noch dazu keinen wie immer gear­teten Infek­ti­ons­schutz für Dritte bietet, mehr als peinlich.

Obwohl die Logik der Unter­wer­fung rational erfassbar ist, ist es doch emotional sehr schwer verkraftbar, dass der Dienst am Höchsten so selten zu mehr Selbst­be­wusst­sein gegen­über der staat­li­chen Obrig­keit und prak­tisch nie zur Einfor­de­rung des Primats des gemein­schaft­li­chen Glau­bens­voll­zuges gegen­über irgend­wel­chen (gewill­kürten) Zwangs­akten der profanen Auto­rität führt.

Das Recht auf Leben wurde von der Kirche nie als ein Recht auf ewiges Leben im irdi­schen Sinn verstanden. Und auch im jensei­tigen Sinn zielt es wohl nicht auf einen Rechts­an­spruch, sondern auf ein Geschenk Gottes.

Im Dies­seits hingegen ist das Recht auf Leben mit dem Recht auf Norma­lität iden­tisch. Beson­ders im christ­li­chen Sinn. Denn Gott will für uns das „Leben in Fülle“ (Joh 10/10), und darunter versteht er sicher nicht das „Neue Normal“ einer Gesell­schaft narko­ti­sierter Sklaven, sondern den voll­wer­tigen und selbst­ver­ant­wor­teten Lebens­vollzug in einer christ­lich funda­men­tierten Kulturgemeinschaft.

Ich hoffe, hoch­wür­diger Herr Pfarrer, dass ich Ihrem Wunsch nach Einsicht und Weis­heit zumin­dest eini­ger­maßen entspro­chen habe. Da ich doch einen verlän­gerten Abend mit dem Versuch verbracht habe, Ihrem Anspruch gerecht zu werden, werde ich mir erlauben, meine Antwort als offenen Brief für die Adres­saten meines Vertei­lers zu verwerten. Und da ich etwas weniger arro­gant bin als Sie, werde ich darauf verzichten, Ihren Namen in diesem Zusam­men­hang anzuführen.

Mit besten Grüßen

Gelobt sei Jesus Christus

Chris­tian Zeitz


Mag. Chris­tian Zeitz
Wissen­schaft­li­cher Direktor
Institut für ange­wandte Poli­ti­sche Ökonomie
institutfuerangewandtepolitischeoekonomie.bimashofer.eu


PS. Ich bitte Sie/Dich sehr herz­lich, das außer­or­dent­lich wich­tige „Volks­be­gehren für Impf-Frei­heit“ zu unter­zeichnen. Die Eintra­gungs­woche läuft gerade jetzt, vom 18. bis 25. Jänner.

Pres­se­kon­fe­renz zu diesem Thema: youtu.be/2kCfebdnb20

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