Über die Legende vom Sahara-Staub

Bild: WetterOnline WInterzauber einmal anders, "Saharastaub" legt sich über große Teile Europas

In den euro­päi­schen Medien ist dieser Tage wieder einmal der mitt­ler­weile in regel­mä­ßigen Abständen auftre­tende Sahara-Staub zum Thema gemacht worden.

Dies geht sogar so weit, dass man sich in der Alpen­re­pu­blik per Main­stream darüber amüsiert und daran erfreut. Fand man es doch am 15.3. im Früh­stücks­fern­sehen von Puls 4 etwa sehr erhei­ternd, Sprüche auf Autos schreiben zu können. Im ORF Staats­sender ergötzte man sich beim Wetter­be­richt an der Schön­heit braun über­zo­gener Skipisten und „wunderbar“ rot gefärbter Sonnenuntergänge.

Phänomen erst seit gut 15 Jahren zu beobachten

Für die Älteren unter uns gibt es aus der Kind­heit wohl keinerlei Erin­ne­rung an mehr­mals pro Jahr auftre­tende Sahara-Staub Ereig­nisse. Dies wird mit Sicher­heit dieser Tage von staat­li­cher sowie meteo­ro­lo­gi­scher Seite ganz und gar dem Klima­wandel zuge­schrieben werden. Eine genauere Recherche zum Thema eröff­nete inter­es­sante Aspekte.

Der Schwe­be­staub, der aus Afrika z.B. nach Spanien gelangt, enthält aufgrund der Indus­tria­li­sie­rung des Maghreb auch Spuren von chemi­schen Schad­stoffen, darunter radio­ak­tive Isotope. Zwei wissen­schaft­liche Teams aus Spanien und Frank­reich haben dieses Phänomen untersucht.

Was für Alge­rien, Marokko und Tune­sien fort­schrei­tende, vor allem wirt­schaft­liche Entwick­lung bedeutet, heißt für Spanien, dass die Bevöl­ke­rung jedes Mal, wenn die staat­liche meteo­ro­lo­gi­sche Agentur (AEMET) vor dem Eindringen von Saha­rastaub warnt, mehr schäd­liche Luft einatmet, als den Menschen bewusst ist.

Dies sind zwar (noch) keine besorg­nis­er­re­genden Mengen, aber sie wurden von Wissen­schaft­lern in zwei verschie­denen Studien gemessen. In einer Studie des CSIC, die sich auf die Kana­ri­schen Inseln konzen­trierte, und in einer anderen fran­zö­si­schen Studie, die das Vorhan­den­sein eines radio­ak­tiven Isotops im schlam­migen Regen über Gesamt-Spanien fest­stellen konnte.

Radio­ak­tives Isotop in Sahara-Staub nachgewiesen

Der Biologe und Strah­len­schutz­ex­perte Pierre Barbey, Professor an der Univer­sität Caen (Frank­reich) und wissen­schaft­li­cher Berater des Vereins Acro, hat fest­ge­stellt, dass die in Spanien so häufig auftre­tenden Schlamm­la­winen das radio­ak­tive Isotop Cäsium-137 enthalten können.

Der Mittel­meer­raum ist eines der am stärksten von diesem Phänomen betrof­fenen Gebiete, das durch das Zusam­men­treffen von Regen und Staub­wolken aus der Sahara entsteht.

Nach Angaben von AEMET tritt dieses Phänomen auf der Insel Menorca an mindes­tens 14 Tagen im Jahr auf. In Melilla beträgt die Mess­zahl 12. Auf den Kana­ri­schen Inseln sind Calima-Intru­sionen zwar viel häufiger als auf dem Fest­land, gehen aber in der Regel nicht mit Nieder­schlägen einher, so dass sie „nur“ 2 bis 3 Mal pro Jahr auftreten.

Dieses gefähr­liche radio­ak­tive Isotop, das in der Natur nicht spontan vorkommt, stammt nach Angaben des Forschers der Univer­sität Caen von den fran­zö­si­schen Atom­tests, die in den 1960er Jahren in Südal­ge­rien durch­ge­führt wurden.

Die geschätzte Konzen­tra­tion danach betrug 80.000 Becquerel pro Quadrat­ki­lo­meter. Nach Ansicht des Biologen sind diese Mengen „zu gering“, um schäd­liche Auswir­kungen auf die mensch­liche Gesund­heit befürchten zu lassen.

Dies sagt jedoch viel darüber aus, wie das Fort­be­stehen der radio­ak­tiven Verseu­chung und die weitaus schwer­wie­gen­deren Folgen, unter denen die Bevöl­ke­rung der Saha­ra­re­gion, in der die Atom­tests durch­ge­führt wurden, gelitten haben musste und mögli­cher­weise immer noch leidet.

Gift­stoffe auch im „Urlauber-Para­dies“ Kana­ri­schen Inseln

Von Afrika aus werden diese Gift­stoffe auch auf die Kana­ri­schen Inseln „trans­por­tiert“. Das spani­sche Wissen­schafts­team hat seiner­seits die Calima auf den Kana­ri­schen Inseln unter­sucht. Unter Calima versteht man eine bestimmte Wetter­lage mit Ostwind auf den Kana­ri­schen und den Kapver­di­schen Inseln, die verein­facht als „Sand­wind aus Afrika“ beschrieben werden kann und den Saha­rastau­ber­eig­nissen in Europa entspricht.

Eine Forscher­gruppe unter der Leitung von Sergio Rodrí­guez, einem Experten für Atmo­sphä­ren­wis­sen­schaften vom Spani­schen Natio­nalen Forschungsrat (CSIC), hat fest­ge­stellt, dass die Zusam­men­set­zung des Schwe­be­staubs je nach Wind­rich­tung, in diesem Fall in Rich­tung der Kana­ri­schen Inseln, mehr oder weniger giftige Stoffe enthalten kann. Im Einzelnen werden in der Unter­su­chung vier „Herkunfts­be­zeich­nungen“ für das Calima, das sich auf unseren Konti­nent zube­wegt, genannt.

Zusam­men­set­zung des Staubes schockiert

In den Fällen jedoch (und hier legt Rodrí­guez den Schwer­punkt) in denen der stau­bige Wind auf Partikel trifft, die von der indus­tri­ellen Tätig­keit von Wärme­kraft­werken, in denen Kohle verbrannt wird, oder von Ölraf­fi­ne­rien in Tune­sien, Alge­rien oder Marokko stammen, wird die Zusam­men­set­zung bedenklich.

Wenn der Dunst aus einer der wich­tigsten Indus­trien Nord­afrikas stammt, enthält er Spuren von Brom, Chrom, Nickel, Zink und Zirko­nium. „Chrom und Nickel sind als gesund­heits­schäd­lich bekannt“, erklärt Rodriguez.

Damit der afri­ka­ni­sche Wind diese Schad­stoffe trans­por­tieren kann, muss er durch eine der sechs auf nord­afri­ka­ni­schem Boden ange­sie­delten Indus­trien strömen. Diese sind haupt­säch­lich in Alge­rien, rund um Algier, ange­sie­delt. Aus dieser Region wird vor allem Zink und Brom freigesetzt.

Seit der Entde­ckung des Erdöls in der Region im Jahr 1956 hat sie ein stetiges Wachstum erlebt, und alle großen Erdöl­ge­sell­schaften haben sich dort nieder­ge­lassen. Von dieser Region geht die höchste Konzen­tra­tion an Schad­stoffen aus, die sich schließ­lich mit den Staub­par­ti­keln vermi­schen und die Kana­ri­schen Inseln erreichen.

Aus der Kohle­indus­trie Marokkos stammt ein hoher Anteil von anthro­po­gener Kohlendioxidbelastung.

Die mannig­fal­tigen „Geschenke“ des „Schwarzen“ Kontinents

Diese Unter­su­chung macht deut­lich, dass die Indus­tria­li­sie­rung Nord­afrikas Auswir­kungen auf das gesamte Umfeld hat, auch auf die angren­zenden Länder.

Luft­staub ist nach Meer­salz das zweit­häu­figste Aerosol in der Atmo­sphäre, und die nord­afri­ka­ni­schen Länder sind für 50–70 % seiner welt­weiten Emis­sionen verantwortlich.

Das Haupt­merkmal von Staub in der Luft ist, dass er in der Lage ist, alle Partikel zu trans­por­tieren, die sich ihm in den Weg stellen, seien es Verun­rei­ni­gungen oder Mikroorganismen.

Auf diese Weise gelangen sie in verschie­dene Teile Europas, wenn diese mit dem Menschen in Berüh­rung kommen, können sie sowohl die Atem­wege wie auch das Herz beein­träch­tigen, was zu Gesund­heits­schäden führen kann.

Wir können also klar erkennen, dass uns die „post-kolo­niale“ Proble­matik nicht ausschließ­lich „kultu­relle“ Berei­che­rung in Form von Zuwan­de­rung beschert. Nichts desto trotz, Europas Main­stream ergötzt sich in unwis­sender und unin­for­mierter Manier am schönen Abendrot.


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21 Kommentare

    • Ich bin jenseits der 60 und in Deutsch­land gab es bis diese Mär aufkam, keinen Sahara-Staub. 

      Das ist m. E. gesprühtes Zeug. – Wer will den glauben, dass von der Sahara bis hierher der Wind den Sahara-Sand weht und selbst wenn, dann hätte der nicht diese selt­same Farbe – Wo soll den in der Sahara STAUB herkommen. Dort gibt’s Sand, aber keinen Staub. – ich habe Staub in meiner Wohnung, den ich regel­mäßig saugen muss, aber den gab’s auch schon in meiner Kind­heit, aber nicht draußen auf der Straße und in der Landschaft.

      Dann habense wohl schon früher in der Schweiz mit den vielen netten Obelisken das Zeug ausgesprüht. 

      Dann müsste ja umge­kehrt der Fein­staub von hier mit dem Wind ja auch in die Sahara geweht werden können – ist auch nicht der Fall.

      Das ist ein weiterer Quatsch um die Leute kirre zu machen und abzuzocken. 

      Meines Erach­tens.

  1. Zeolith-Klin­op­ti­lo­lith soll ja Cäsium 134 und 137 ausleiten können.
    Ausserdem alle Metall­ver­bin­dungen, sowie Queck­silber usw.
    Siehe Doktor­ar­beit Prof. Dr. Karl Hecht im Netz ! Natür­lich will die Pharma nicht, dass so ein Natur­pulver die Runde macht und deshalb gibts auch viele Desin­for­ma­tionen im Netz.
    Fakt ist aber, dass es sehr effektiv ist.
    Hier gibts Shops, wo man eine gute Qualität bekommt:
    www.Zeolith-Bentonit-Versand.de
    www.Naturwaren-Handel.de
    www.Zeolithwelt.de

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    • Zeolith bindet Schwer­me­talle und leitet sie aus. Bei einer Auslei­tungskur, die auch das Zeug aus dem Gehirn holt, reicht Zeolith alleine nicht. Dazu muss die Blut­hirn­schranke durch­bro­chen werden. Guckt mal nach der Klinger-Auslei­tung – meine Empfehlung.

  2. @doci
    viel­leicht sollte man sich einmal die Mühe machen und den link dazu lesen.….mit dem Verstehen is das so ne Sache.…..

    • Nix Neues – Ostwärts von Ruhr­pott, Ober­schle­sien und anderen Indus­trie­re­vieren kamen früher die euro­päi­schen Nach­barn in den Genuß stau­biger Grüße.

      Heut­zu­tage bekommt Frank­reich ihren alten Kern­waf­fen­testrest wieder zurück – und prak­ti­scher­weise fühlen sich dann auch die Neubürger aus dem Süden gleich doppelt wie zuhause.

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    • Genauso wie aus Amerika!
      Wie sagte jüngst der Führer einer Wein­wan­de­rung im säch­si­schen Kötschen­broda im Zusam­men­hang mit dem Wein­schäd­ling Reblaus:

      Zitat:“…die Reblaus wurde einst aus Amerika nach Deutsch­land einge­schleppt. Damit hat sich wiedermal bestä­tigt, dass alles Böse und Schlechte von den Ameri­ka­nern kam und noch immer kommt…“ Zitatende. 

      Weiterer Kommentar erüb­rigt sich.

  3. Irrtum!

    Ich beziehe mich auf Rom und Film „Das falsche Gewicht“

    de.wikipedia.org/wiki/Das_falsche_Gewicht_(Film)

    Das falsche Gewicht ist ein Film von Bern­hard Wicki aus dem Jahr 1971 basie­rend auf dem Roman „Das falsche Gewicht. Die Geschichte eines Eich­meis­ters“ (1937) von Joseph Roth. Darin geht es um den Eich­meister Anselm Eiben­schütz, dessen Aufgabe darin besteht, die Gewichte auf den Märkten in einem kleinen verdreckten Grenz­dorf Gali­ziens zu kontrol­lieren. Wegen seiner pedan­ti­schen Manier, mit welcher er diese Aufgabe ausführt, wird er von vielen gehasst.

    Hier wird bereits im Roman beschrieben und im Film gezeigt, wie es vor 1914 Blut vom Himmel regnet!

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    • Ein super Film. Vor Allem, als der Lehr­ling oder Unter­ge­bene seine Frau schwän­gert und dann irgendwo in die hinterste Ecke des K&K‑Reiches versetzt wird. Auch das alte jüdi­sche Ehepaar, das da Handel mit Lebens­mit­teln betreibt, die nicht ganz einwand­frei sind. Weil, „Mendel muss so viel lernen“, Thora und Talmud. Trotzdem sind die bettel­armen Bewohner soli­da­risch und kaufen etwas.
      Eiben­schütz bezeichnet den Mendel als „Gerechten“ vor dem Poli­zisten. „Das hättens nicht tun müssen“, als dieser die Butter voller Mäusekot konfisziert..

      • Ein Hoch auf den Kultur­träger! Der Kommentar geht runter wie Öl! Derar­tige geballte Wucht an Bildung kann man dem aktu­ellen Dumm­ling nicht mehr zumuten. Ein Jammer ist das!

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