Ungarn: Alle demo­gra­fi­schen Indi­ka­toren verbes­serten sich im Jahr 2020

Von Gontran Paume

Ungarn hat seine vorläu­fige Bevöl­ke­rungs­bi­lanz für die ersten 11 Monate des Jahres 2020 veröf­fent­licht. Die gute Über­ra­schung ist der starke Anstieg der Gebur­ten­rate, die sich nach 3 aufein­an­der­fol­genden Jahren des Rück­gangs (-1,4% pro Jahr von 2017 bis einschließ­lich 2019) aufgrund der Stagna­tion des Ferti­li­täts­index auf einem unzu­rei­chenden Niveau (1,49 Kinder pro Frau) befand. Wenn der Dezember dem Trend der ersten 11 Monate folgt, wird es 2020 in Ungarn 92.700 Lebend­ge­burten gegeben haben, ein Anstieg von 3,9 % im Vergleich zu 2019 (89.193) und eine Zahl, die nur gering­fügig nied­riger ist als 2016 (93.063) und höher als 2010 (90.335), dem Jahr, in dem Viktor Orbán nach seiner ersten Regie­rung von 1998 bis 2002 wieder an die Macht kam. Es wird erwartet, dass die Frucht­bar­keits­rate bei 1,55 liegt, was sie in die Nähe des euro­päi­schen Durch­schnitts bringen würde (zwischen 1,5 und 1,6 in den letzten Jahren). Bis 2011 war sie auf 1,23 gesunken und gehörte zu diesem Zeit­punkt zu den nied­rigsten in Europa und der Welt.

Vor allem die Zahl der Eheschlie­ßungen hat in Ungarn in den letzten 10 Jahren sehr stark zuge­nommen, da sich die Zahl der Eheschlie­ßungen zwischen 2010 und 2019 fast verdop­pelt hat und von 35.520 auf 65.268 gestiegen ist (+83,75% in 9 Jahren). Von 2018 auf 2019 ist sie um 28,4 % gestiegen (50.828 Eheschlie­ßungen im Jahr 2018). In den ersten 11 Monaten des Jahres 2020 beträgt der Anstieg noch 3,1 % gegen­über dem glei­chen Zeit­raum (63.994 gegen­über 62.048). Es ist anzu­merken, dass es in den letzten Jahren viele Regu­la­ri­sie­rungs-Ehen gegeben hat. Die Heirats­rate liegt bei 7,2 pro 1000 Einwohner in den ersten 11 Monaten des Jahres 2020 und ist damit mehr als dreimal so hoch wie in der fran­zö­si­schen Metro­pole im glei­chen Zeit­raum (2,1, vorläu­fige Zahl für 2020, das ist der zweit­nied­rigste Wert, seit es Jahres­sta­tis­tiken gibt, d.h. seit 1801). Am schlimmsten war es 1915 in Frank­reich, mitten im Ersten Welt­krieg! Ungarns Heirats­rate ist jetzt näher an den Raten afri­ka­ni­scher Länder als an den euro­päi­schen Raten!

Die Sterb­lich­keit stieg bedingt durch das Coro­na­virus. Die Zahl der Todes­fälle in den ersten 11 Monaten des Jahres 2020 beträgt 122.302, das sind 3,1 % mehr als im glei­chen Zeit­raum 2019 (118.393). Die Zahl der Todes­fälle zwischen 2010 und 2019 war immerhin um 0,7 % gesunken (von 130.456 auf 129.603).

Schließ­lich sinkt die Zahl der Schwan­ger­schafts­ab­brüche aus denselben Gründen, die die Ferti­lität in die Höhe treiben: Wirt­schafts­wachstum, finan­zi­elle Hilfen für Fami­li­en­woh­nungen, lang­fristig garan­tierte Steu­er­sen­kungen und Erhö­hungen der Fami­li­en­bei­hilfe. Kurzum, eine Politik, die in die Zukunft inves­tiert, statt einer tödli­chen und zaghaften Politik wie in vielen west­eu­ro­päi­schen Ländern. Nach einem Rück­gang von 40.449 auf 25.783 zwischen 2010 und 2019 (-36,3 %) ist der Trend in den ersten 10 Monaten des Jahres 2020 im Vergleich zum glei­chen Zeit­raum 2019 weiterhin rück­läufig (-7,7 %).

Es müssen jedoch noch viele Anstren­gungen unter­nommen werden, da der Ferti­li­täts­index deut­lich unter der Erneue­rungs­schwelle (2,1 Kinder pro Frau) bleibt, und dies in einem schwie­rigen Kontext, nämlich der Einschrän­kung des inter­na­tio­nalen Handels. Die restrik­tiven Covid-Maßnahmen sind in Ungarn etwas weniger streng als anderswo. Die Ausgangs­sperre gilt von 20 Uhr bis 5 Uhr morgens und die Maske ist nur in Städten mit mehr als 10.000 Einwoh­nern Pflicht, die sich dafür entscheiden, sie zu tragen. Bars, Restau­rants und Akti­vi­täten, bei denen Menschen zusam­men­kommen (Theater, Sport­hallen, Kinos, Museen, Biblio­theken usw.), sind geschlossen, außer natür­lich die Geschäfte und Betriebe, die um 19 Uhr schließen müssen.

Quelle: MPI


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