Ungarn: Dämpfer für das Oppo­si­ti­ons­bündnis der Orbán-Gegner

Viktor Orbán · Foto: Vivien Cher Benko / Glas Koncila

Unga­ri­sches Oppo­si­ti­ons­bündnis gegen Orbán verlor in den letzten Monaten massiv an Zuspruch

UNGARN – Der eher links­ste­hende unga­ri­sche Online-Nach­rich­ten­dienst 444 veröf­fent­licht unlängst das Ergebnis einer Meinungs­be­fra­gung, die eine ziem­liche Enttäu­schung für das vor einigen Monaten geschmie­dete Oppo­si­ti­ons­bündnis unter Führung von Péter Márki-Zay darstellt. Es ist die erste Umfrage, seit sich sieben oppo­si­tio­nelle Gruppen – von den Post­kom­mu­nisten bis zur früher patrio­tisch einge­stellten Jobbik – auf ein gemein­sames Antreten bei der nächsten Parla­ments­wahl im April 2022 geei­nigt haben.

444 titelt seinen Beitrag mit ‚Hetek óta vitat­koznak a kampány színein, miközben a Fidesz egyre csak erős­ödik‘ (dt.: ’sie streiten seit Wochen über die Farben der Kampagne, während Fidesz an Stärke gewinnt‘) und schreibt (gerafft und sinngemäß):

„Am Mitt­woch (15. Dezember) erhielten die Führer der Oppo­si­ti­ons­par­teien die jüngste, noch nicht veröf­fent­lichte Meinungs­um­frage, die von der neuen oppo­si­tio­nellen Wahl­kampf­zen­trale in Auftrag gegeben wurde. Die Zahlen sind ernüch­ternd: Fidesz-KDNP bekommt bei der Sonn­tags­frage 46 %, für die Liste der Oppo­si­ti­ons­ko­ali­tion würden nur 32 % der Wähler stimmen. Darüber hinaus geben 5 % der Mi hazánk mozgalom (dt. Bewe­gung für unser Land; rechte Abspal­tung der Jobbik, welche die ursprüng­lich patrio­ti­sche Rich­tung weiterhin beibe­hält) sowie weitere 4 % der Juxpartei Magyar Kétfarkú Kutya Párt (dt. Unga­ri­sche Partei des zwei­schwän­zigen Hundes) den Vorzug. Schließ­lich geben 12 % der Befragten an, sie würde entweder gar nicht wählen gehen oder wollen ihre Präfe­renz nicht preis­geben. 52 % der Befragten wünschen, dass die derzei­tige Regie­rung bleibt, und nur 43 % würden einen Regie­rungs­wechsel bevorzugen.“

Das Portal 444 sieht hinter diesem Desaster die seit Mitte Oktober konsta­tierte Untä­tig­keit der Oppo­si­ti­ons­par­teien, die der Fidesz ausge­nutzt habe, um wieder in die Offen­sive zu gehen.

Was Wunder: Während Viktor Orbán die Inter­essen des Landes und seiner Bewohner wahr­nimmt, verzet­telt sich das Bündnis der Oppo­si­tion in einer Unzahl interner Debatten, Bildung von Arbeits­gruppen sowie in der Ausar­bei­tung von Kommunikationsplänen.
444 schreibt dazu:

„Der Entschei­dungs­pro­zess ist in der Regel eher umständ­lich. In den letzten Wochen haben eine Reihe von Ausschüssen und Arbeits­gruppen ihre Arbeit aufge­nommen, von denen einige 20 Stunden pro Woche zusam­men­ge­treten sind, aber diese prak­ti­schen Entschei­dungen bleiben oft stecken, da Dele­gierte aller Parteien ein Veto­recht haben.“

Es scheint, als habe die Oppo­si­tion seit Mitte Oktober durch ihre rein nach innen gerich­tete Energie an Schwung verloren. Das ist auch zu erwarten gewesen, weil Ferenc Gyurcsány, dessen Ehefrau Klára Dobrev die Vorwahl die Vorwahl gegen den Konser­va­tiven Péter Márki-Fay verloren hat, höchst unzu­frieden ist und außerdem mit der eben­falls zum Anti-Orbán-Bündnis gehö­renden Momentum-Bewe­gung (prak­tisch nur in Buda­pest exis­tent, von vermö­genden Handels­trei­benden unter­stützt und in der haupt­städ­ti­schen Schwu­len­szene gut vernetzt), aber auch mit der winzigen Dialog-Grup­pie­rung des Buda­pester Ober­bür­ger­meis­ters Gergely Karác­sony im Streit liegt.

Beson­ders bitter für die sieben Parteien, die Fidesz im April 2022 besiegen wollen: Noch im Oktober erhoben mehrere Meinungs­for­schungs­in­sti­tute, wonach Fidesz-KDNP und das Bündnis der Oppo­si­tion faktisch gleichauf liegen, tenden­ziell mit einem leichten Vorsprung für die Opposition.

Wie die renom­mierte deutsch­spra­chige „Buda­pester Zeitung“ am 20. Dezember vermeldet, verliert Péter Márki-Zay seit seiner Wahl zum Spit­zen­kan­di­daten der Oppo­si­tion deut­lich an Popu­la­rität. Dies geht aus der aktu­ellen Erhe­bung der Száz­advég-Stif­tung hervor. Im Oktober, nach der zweiten Runde der Vorwahl der Oppo­si­ti­ons­par­teien, beur­teilten 42 % der Befragten Márki-Zay positiv, 47% negativ. Im Dezember war das Urteil: 36 % positiv und bereits 56 % negativ. Márki-Zay wird ausschließ­lich in Buda­pest über­wie­gend positiv bewertet (mit 49 %), auf dem Lande hingegen sehen ihn 61 % (!) als negativ. Die Umfrage von Száz­advég ergibt, dass ihn 44% der Wähler unter 40 Jahren mögen, vergli­chen mit nur 30% der über 40-Jährigen. Bei den Rent­nern, die stets zuver­lässig an die Wahl­urne schreiten, ist der Oppo­si­ti­ons­kan­didat sehr unbe­liebt, nur 24% halten ihn für einen guten Kandi­daten, 66% lehnen ihn ab.

Márki-Zay ist eine Art tickende Zeit­bombe, die viele Wähler­gruppen vor den Kopf stößt. Die Fidesz-Wähler bezeichnet er als Pilze, die im Dunkeln gehalten und mit Mist gefüt­tert werden. Zudem stößt er viele mit seiner Forde­rung nach Strei­chung des Mindest­lohns vor den Kopf, verletzt damit vor allem Niedrigverdiener.

Die Erhe­bungen von Száz­advég zeigen, dass die Regie­rungs­par­teien Fidesz und KDNP (Christ­de­mo­kraten) in den meisten Alters­gruppen eine starke Posi­tion haben. Demge­gen­über zieht Márki-Zay die Oppo­si­tion nach unten, anstatt sie zu beflügeln.
Fazit: Fidesz wurde im Vergleich zur Zeit der Vorwahl der Oppo­si­tion deut­lich gestärkt.
GETTR und ELEKTROSMOG




5 Kommentare

  1. Wer nicht Orban wählt ist dumm:
    ‑nied­rigste Strom- und Gaspreise in der EU (für 20 Jahre sicher)
    ‑wenig Steuer, Einkom­mens­steuer nur die Hälfte, als bei uns
    ‑kosten­lose Renten­fahrten im ÖV
    ‑13. Rente
    ‑Kinder in Ferien auch kostenlos ÖV fahren können
    ‑Gold­re­serven erhöht
    ‑Solar­strom steuerfrei.
    Außerdem, wenn die EU die Kredite nicht blockieren würde, würden weniger Armen dort leben müssen.

  2. „52 % der Befragten wünschen, dass die derzei­tige Regie­rung bleibt, und nur 43 % würden einen Regie­rungs­wechsel bevorzugen.“
    Das ist ja erschütternd.
    Obwohl also die Fidesz bei den wich­tigsten Themen, die Europa zu vernichten drohen, alles richtig macht, wollen trotzdem 43% den Wechsel und die Irren der Oppo­si­tion an den Schalt­stellen der Macht wissen- ergo auch die Sozen und Grünen und weitere Tollwütige?
    Schlechte Aussichten für Ungarn.

  3. Wir fahren seit fast 30 Jahren nach Ungarn und haben in den letzten Jahren fest­ge­stellt, dass es den Ungarn dank Orban von Jahr zu Jahr besser geht, umge­kehrt zu uns Deut­schen. Früher sah man fast keine Ungarn in Restau­rants und wenn dann wurde nur ein Gläs­chen Wein getrunken und wieder weg. Heut­zu­tage lassen sie es sich gut gehen genau wie wir, was wir sehr begrüßt haben. Vor ein paar Jahren sah man auch noch Trabant, Wart­burg und Ladas auf den Straßen, jetzt fast nur noch hoch­wer­tige Fahr­zeuge wie Mercedes, BMW u.a. Also die Ungarn sollten sich wirk­lich über­legen, wem sie nächstes Jahr wählen. Nicht solche Gestalten, die von Soros und Konsorten ausge­halten werden, wie in Deutsch­land. Wenn auch manche noch hadern, weil z.B. bei Schulen oder im medi­zi­ni­schen noch einiges im Argen liegt, aber alles kann man eben nicht auf einmal haben. Nach und nach wird das dann schon.

  4. Unter Fidesz und Orban kann es nur noch besser werden, käme dagegen die Oppo­si­tion an die Macht, wäre es aus mit dem schönen Ungarn und wir es würde zu den glei­chen Miss­ständen kommen wie in Deutsch­land und Österreich.

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  5. Schauen wir mal. Bis April fließt noch viel Wasser die Donau runter.
    Hoffen wir daß sich Stand­haf­tig­keit lohnt und Frank­reich dem folgt.

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