Ungarn: Rezen­sion zum Arte-Beitrag „Hallo, Diktator“

Über ihn saß das Arte-Tribunal zu Gericht: Ministerpräsident Viktor Orbán. Screenshot aus dem besprochenen Beitrag.

Ein bolsche­wis­ti­scher Propa­ganda-Trick der Brüs­seler Eliten

Von Irén Rab *

Die Präsen­ta­ti­ons­me­thode ist der alte bolsche­wis­ti­sche Trick. Zunächst als Theorem eine spek­ta­ku­läre Tatsa­chen­fest­stel­lung, ein Stück­chen Realität, das dann nach dem Zweck des Konzepts geformt wird…

„Eine Schein­de­mo­kratie, eine ausge­höhlte, gefes­selte Demo­kratie, eine Verhöh­nung der Demo­kratie, ein Demo­kra­tie­theater”, tönt es in der Ouver­türe des mehr­stim­migen EU-Chors. Die Chor­mit­glieder sind bekannte, abge­half­terte oder gerade erst aufstre­bende euro­päi­sche Parla­men­ta­rier. Das Stück trägt den viel­sa­genden Titel „Hallo, Diktator!”.

Das Thema des Arte-Films ist die unga­ri­sche Rechts­staat­lich­keit, die Haupt­figur ist der unga­ri­sche Minis­ter­prä­si­dent. Alle reden über ihn, alles dreht sich um ihn, er ist zugleich der Konflikt, die Kompli­ka­tion und die Lösung. Im Stück tritt auch der verei­nigte unga­ri­sche Oppo­si­ti­ons­chor auf – die selben altbe­kannten Buda­pester Gesichter sowie einige in ihrer Exis­tenz bedrohte Orga­ni­sa­tionen, die die verblie­benen Krümel der Demo­kratie zu bewa­chen glauben.

Die Erzähl­struktur der Geschichte ist wirk­lich modern, der Regis­seur sortiert und bewertet die wich­tigen Momente im Leben des Prot­ago­nisten. Wir können verfolgen, wie der radi­kale Revo­lu­tionär Viktor Orbán in die Politik eintritt und zum Abtrün­nigen wird, der seine libe­ralen Werte verrät, um sich dann nach der Macht­er­grei­fung Schritt für Schritt „mit seiner ganzen Bande in echte Verbre­cher” zu verwan­deln. Die wohl­wol­lende EU schaut dem ganzen Treiben nur hilflos zu, sie ist nicht darauf vorbe­reitet gewesen. Es besteht die Gefahr, dass das Modell Orbán Schule macht und andere seinem Beispiel folgen.

Ausge­wo­gen­heit à la Arte: Beim Anti-Orbán-Tribunal bekamen 22 Ankläger das Wort und nur ein einziger Vertei­diger. Grafik zusam­men­ge­stellt aus Screen­shots der bespro­chenen Sendung.

Die Drama­turgie arbeitet mit wech­selnden Zeit­ebenen. Durch das Laby­rinth der Infor­ma­tionen führt der neu gefun­dene Heils­bringer der euro­päi­schen Grünen, der Deut­sche Daniel Freund. Er kommen­tiert viele Szenen des Flickwerks.

Ein lupen­reiner Propagandafilm

Arte, ein euro­päi­scher Kultur­sender in deutsch-fran­zö­si­scher Hand, über­raschte seine eigent­lich etwas Besseres gewöhnten Zuschauer zur Weih­nachts­zeit mit diesem an einen Doku­men­tar­film erin­nernden Mach­werk. Entgegen der übli­chen Praxis kann der Film nicht nur sieben Tage nach Ausstrah­lung, sondern gleich ganze drei Monate lang in der send­er­ei­genen Video­thek ange­schaut werden. Am 2. Februar wurde er bei Arte zur besten Sende­zeit noch einmal ausge­strahlt. Es handelt sich um einen deut­schen Propa­gan­da­film, der dem Vorbild Goebbels’scher Streifen folgt.

Die Auftrag­geber sitzen in Brüssel. Im Hinter­grund stehen Vertreter der progres­siven Sektion des Euro­päi­schen Parla­ments, die unab­hängig von Frak­tions- oder Parteib­in­dung, alle­samt unisono für den Rechts­staats­me­cha­nismus eintreten.

Andert­halb Stunden Film, nur um Ungarn, seine nach den Regeln der Demo­kratie recht­mäßig gewählte Regie­rung und die unga­ri­sche Politik zu diskre­di­tieren. Der Film legt nahe, dass es in der unga­ri­schen Welt weder Demo­kratie noch Werte gibt.

Nur Viktor Orbán gibt es überall, er ist der Ursprung von allem, und solange er in Ungarn die Politik defi­niert, sind angeb­lich die unga­ri­schen sowie die gemein­samen euro­päi­schen Werte bedroht. Im Geiste der Ausge­wo­gen­heit erhielt auch ein offi­zi­eller Vertreter der Regie­rungs­seite die Gele­gen­heit, seinen Stand­punkt darzu­legen – von den andert­halb Stunden erhielt Regie­rungs­spre­cher Zoltán Kovács ganze andert­halb Minuten.

Mehr braucht man auch nicht, meint die unga­ri­sche Oppo­si­tion, der Film sei schließ­lich nicht für die Ungarn, sondern für die Euro­päer. Norma­ler­weise besteht die Aufgabe eines Doku­men­tar­films darin, Fakten zu ergründen – in diesem Fall geht es aller­dings um die Enthül­lung alter­na­tiver Fakten, gewürzt mit urbanen Legenden. Wenn jemand aber statt mit realen Fakten mit Vorur­teilen arbeitet, dann dient das ganz klar Propagandazwecken.

Dank der poli­ti­schen Parolen ist die Einstu­fung von Orbán als Diktator schon von Anfang an vorge­geben. Die Aufgabe des Films ist es nur noch, diese Gewiss­heit mit Verlaut­ba­rungen zu recht­fer­tigen und zu untermauern.

Der Chor der Brüsseliten

Schauen wir uns doch – ohne Anspruch auf Voll­stän­dig­keit – nur mal die „Brüs­s­eliten“ an, die zu Wort kommen: Da wäre Martin Schulz, der zugunsten der erhofften Kanz­ler­schaft in Deutsch­land von seinem Posten als EU-Parla­ments­­prä­si­dent zurück­ge­treten war. Er hat es nicht nur nicht zum Kanzler geschafft, sondern auch seine Partei, die SPD, die schon bessere Tage gesehen hatte, in ein histo­ri­sches Tief geführt. Dennoch ist er ihr Vorbeter geblieben.

Dann wären da noch der Altkom­mu­nist Assel­born aus dem Zwerg­staat Luxem­burg, ein ewiger Verfechter euro­päi­scher Werte, so wie Viviane Reding. Assel­born zufolge sollte Ungarn einfach von den euro­päi­schen Entschei­dungs­pro­zessen ausge­schlossen werden, und Reding hat auch nach zehn Jahren nicht den Geist der neuen unga­ri­schen Verfas­sung verstanden.

Bis heute macht auch Manfred Weber Orbán für seinen geschei­terten Versuch verant­wort­lich, Kommis­si­ons­prä­si­dent zu werden. Solange er lebt, wird er ihm das nicht verzeihen können. Nun drängt er die Euro­päi­sche Volks­partei so weit nach links, wie sie es gerade noch aushält.

Die sozia­lis­ti­sche Parla­ments­vi­ze­prä­si­dentin der EU, Kata­rina Barley, sorgt sich am meisten um die Rechts­staat­lich­keit. Sie sagt, es gebe keine andere Geschichte, keine andere Kultur in Osteu­ropa. Grund­werte, so Barley, seien univer­sell. Kompro­misse, findet sie – „das geht bei Werten nicht!“

Barley faselte schon vor einigen Monaten vom Aushun­gern der Ungarn und Polen, und vor zwei Jahren, als sie noch deut­sche Justiz­mi­nis­terin war, behaup­tete sie, die Bürger der ehema­ligen DDR seien nicht reif genug für die Demokratie.

Auch das Gebrüll, Pardon, die Stel­lung­nahme des vom Roten zum Grünen gewan­delten Danny (Cohn-Bendit) durfte nicht fehlen, der 2011 für die unga­ri­sche Medi­en­frei­heit trom­melte. In andert­halb Stunden passt schon einiges hinein.

Das Euro­päi­sche Parla­ment suchte mona­te­lang nach einer Lösung, wie der Rechts­staats­me­cha­nismus irgendwie doch noch nach­träg­lich in das euro­päi­sche Gipfel­ab­kommen vom Sommer hin­eingequetscht werden könnte. Damit Orbán ja kein Geld bekommt, sondern das EU-Geld nur dorthin fließt, wo es hin muss! Natür­lich befürch­teten sie ein unga­ri­sches Veto, welches das gesamte Verfahren lahm­legen würde.

Was den Parla­men­ta­riern jedoch am meisten weh tut, ist, dass sie nicht hinter die Kulissen blicken können. Die Tagungen des Euro­päi­schen Rates sind geheim, es sickert nichts durch, und es ist nicht bekannt, welches Land welchen Stand­punkt vertritt. Es sei ein System­fehler, dass man trotz aller Bemü­hungen Artikel 7 nicht durch­setzen könne, klagt Freund. Diese Befug­nisse müssten dem obersten Gremium entzogen werden. Denn solange die Staats- und Minis­ter­prä­si­denten der Natio­nal­staaten über die wich­tigsten Fragen entscheiden, seien alle Bemü­hungen der Mitglieder, die sich für die Demo­kratie einsetzen, vergeblich.

Der unga­ri­sche Oppositionschor

Daniel Freund reiste letzten Herbst im Auftrag des EU-Parla­ments nach Buda­pest, um Muni­tion gegen Orbán zu sammeln. Er traf sich mit den Oppo­si­ti­ons­kräften, welche die Rolle der Haupt­in­for­manten in den Sargentini‑, Jourová- und sons­tigen Berichten über Ungarn spielen. Er war bei Klub­rádió, der Wochen­zei­tung Magyar Hang, der CEU, im Reich von Gábor Iványi, im Büro des Ober­bür­ger­meis­ters (das ist eine Neue­rung) und im Büro von Trans­pa­rency International.

Er besuchte auch Felcsút, um das Haus von Lőrinc Mészáros zu besich­tigen und die euro­pa­weit bekannte Schmal­spurbahn zu besteigen. Auf seiner Reise wurde er vom einsamen Parla­men­ta­rier Ákos Hadházy begleitet, dem unga­ri­schen Helden des Kampfes gegen die Korruption.

Sie mögen Hadházy im Westen, weil er in ihren Augen ein echter Unab­hän­giger ist. Sie wissen nicht, unter welchen Umständen er aus der als grüne Partei bekannten LMP geflogen ist. Er ist für sie ein wirk­lich glaub­wür­diger Mann, der weiß, dass Orbán seine Macht mit EU-Geldern ausbaut. Das Geld der deut­schen Steu­er­zahler fließe über EU-Projekte zunächst an den Klempner (Anm.: gemeint ist der Orbán-Vertraute Lőrinc Mészáros), der die Sache dann so lange mani­pu­liere, bis das Geld endlich gewa­schen beim Schwie­ger­sohn des Minis­ter­prä­si­denten oder dessen Vater, kurzum, bei der Familie Orbán lande.

Nur Bálint Magyar, der ewige Libe­rale, konnte das noch toppen. Ihm zufolge besteht heute der einzige Unter­schied zwischen Ungarn und den zentral­asia­ti­schen Mafia­staaten darin, dass hier die Olig­ar­chen nicht mit Öl und Gas, sondern mit EU-Geldern gemästet werden.

Diese Art der Meinungs­mache ist ein alter, wohl bekannter propa­gan­dis­ti­scher Trick. Zunächst wird als Ausgangs­these eine spek­ta­ku­läre Tatsa­chen­be­haup­tung aufge­stellt, ein Stück­chen Wahr­heit geboten, das dann je nach Konzep­tion verformt, verbogen, verän­dert, vertuscht oder wider­legt werden kann. Falsche Argu­mente vermi­schen sich mit Elementen der Realität, die endgül­tige Schluss­fol­ge­rung ist, was auch immer genehm ist, in diesem Fall: Orbán schränkt die Frei­heit ein, verletzt euro­päi­sche Werte und baut eine Diktatur auf.

„Überall herr­sche verdeckte Angst“

Betrachten wir die Frage der Pres­se­frei­heit als Beispiel: Die Film­crew besucht die Redak­tion von Magyar Hang. Dort erzählt ihnen der Chef­re­dak­teur, dass Orbán am Tag nach den Wahlen 2018 hinter den Kulissen für die Schlie­ßung der altehr­wür­digen Tages­zei­tung Magyar Nemzet gesorgt habe und dort etwa 100 Jour­na­listen entlassen ließ. Ich erin­nere mich noch, dass auch die deut­sche Presse die dama­ligen Gescheh­nisse so interpretierte.

Damals wie heute erwähnten sie nicht, dass die Zeitung im Besitz von Lajos Simicska war, der nach dem berühmten G‑Day 2015, getrieben vom Orbán-Hass, die rechts­ra­di­kale Partei Jobbik in eine regie­rungs­fä­hige Oppo­si­ti­ons­kraft verwan­deln wollte. Der Plan schei­terte und Simicska machte enttäuscht seine Nach­rich­ten­por­tale dicht. Nicht nur die Magyar Nemzet, sondern auch die Heti Válasz, HírTV und Lánchíd Rádió ereilte dieses Schicksal. Das alles Orbán zuzu­schreiben, ist einfach eine Lüge.

Das Nach­fol­ge­blatt Magyar Hang kämpft um sein Über­leben, sie bekommen keine Anzei­gen­auf­träge von der Regie­rung (warum auch?). Abon­nenten gebe es keine, weil die Menschen auf dem Land Angst hätten, eine unab­hän­gige Zeitung zu bestellen, so wie die Drucke­reien Angst hätten, die Zeitung zu drucken. Überall herr­sche verdeckte Angst. Deshalb müssten sie das Blatt in der Slowakei drucken lassen, und nicht etwa weil dort zufällig die Druck­kosten wesent­lich güns­tiger sind.

Der Besuch in der Redak­tion ermög­licht es Freund, über das Medi­en­ge­setz, die Abschaf­fung der unab­hän­gigen Presse und die Verei­ni­gung der Zeitungen und Zeit­schriften in einer Stif­tung zu dozieren. Er vergisst dabei zu erwähnen, dass es im großen Deutsch­land auch Medi­en­im­pe­rien gibt und dass einige wenige Stif­tungen den fünft­größten Medi­en­markt der Welt in ihren Händen halten, und dass sie auch Markt­an­teile in Ungarn besitzen, wenn auch nicht mehr so große, wie sie sich unmit­telbar nach der Wende besorgt hatten.

Seit den 1930ern ist in Europa keine Uni mehr wegge­jagt worden

Der Besuch in der CEU ist eben­falls eine Analyse wert. Laut Rektor Michael Igna­tieff vertritt die Univer­sität keine Ideo­logie. Seit 25 Jahren sei sie in Buda­pest tätig und nun durch eine will­kür­liche büro­kra­ti­sche Richt­linie gezwungen, Buda­pest zu verlassen. Die CEU habe versucht, die juris­ti­schen Anfor­de­rungen zu erfüllen, aber sie hätte sich mit Orbán einigen müssen und Orbán habe den Vertrag nicht unter­schreiben wollen. Sie erhielt ein Ulti­matum und habe dann angeb­lich Buda­pest inner­halb weniger Tage verlassen müssen.

Seit den 1930er Jahren sei es in Europa nicht mehr vorge­kommen, dass eine Univer­sität irgendwo wegge­jagt wurde! Der Umzug selbst habe 200 Millionen Euro gekostet, aber nicht das tue dem Rektor weh. Was ihm wirk­lich weh tue, sei die Verlet­zung der allge­meinen akade­mi­schen Frei­heit. Und siehe da, die Orbán-Auto­kratie schränkt, so scheint es, noch weitere Univer­si­täten ein: Hier wird gleich auf das Beispiel der seit Monaten für ihre Auto­nomie kämp­fenden Schau­spiel­uni­ver­sität verwiesen.

Auch hier jongliert der Film mit einigen Körn­chen Wahr­heit, und verschweigt gezielt andere. So zum Beispiel, dass die CEU zwei Campusse hat, einen in Wien und noch immer einen in Pest, in der Nádor utca.

Nach diesem Schema ist der gesamte Film aufge­baut. Als wahrer Maso­chist habe ich ihn mir zweimal ange­schaut, um einige inter­es­sante Erkennt­nisse zu gewinnen. Der Film wettert gegen Orbáns Politik und versucht, euro­päi­sche Bürger zu mani­pu­lieren. Orbán sei das schwarze Schaf, das die euro­päi­sche Soli­da­rität igno­riert, euro­päi­sche Werte in Frage stellt und verhin­dert, dass die Coro­na­hilfen recht­zeitig zu den in Not gera­tenen Ländern kommen. Er halte Europa in Schach, notfalls so lange, bis Merkel und Deutsch­land am Ende nach­geben. Er stört die Brüs­seler, und sie geben es auch noch zu: Orbán sei selbst­be­wusst, er weiche nie Diskus­sionen aus, er vertrete seinen Stand­punkt bis zum Äußersten. Er unter­grabe die Euro­päi­sche Union in einer Weise, die niemals gegen die Regeln verstößt.

Orbán vertritt ein anderes Modell der Politik, weil er mit offenen Karten spielt und nicht herum­eiert. Das Gefähr­lichste ist für sie jedoch, dass sich ein ganzes Land in den Händen dieses Mannes befindet.

Was passiert, wenn ihn noch mehr unter­stützen würden, wie schon jetzt die Polen oder die Visegrád-Länder? Was würde dann passieren?

„Auf dem EU-Gipfel tanzen bereits 26 Länder nach Orbáns Pfeife. Man könnte fast beein­druckt sein“, sagt Daniel Freund. „Aber es ist einfach nur zum Fürchten!”

Deswegen ist dieser Film gemacht worden. Und ich fürchte, es wird noch mehr davon geben. Orbán steht den poli­ti­schen Kräften, welche sich nach den Verei­nigten Staaten von Europa sehnen, im Weg. Und sie haben derzeit die Mehr­heit in Europa.

Aus dem Unga­ri­schen von Andrea Martin.

Der hier wieder­ge­ge­bene Meinungs­bei­trag erschien am 3. Februar auf dem Online-Portal der konser­va­tiven Tages­zei­tung Magyar Hírlap. Über­set­zungen erschienen in deut­scher Sprache zuerst bei der Buda­pester Zeitung sowie in spani­scher Sprache bei El Correo de España – beide Medien sind Koope­ra­ti­ons­partner in der EUROPÄISCHEN MEDIENKOOPERATION.


*) Irén Rab ist promo­vierte Kultur­his­to­ri­kerin und studierte unga­ri­sche Philo­logie, Biblio­the­k­wis­sen­schaft und Geschichte sowie Euro­pa­stu­dien an unga­ri­schen Univer­si­täten. 2003–2014 war sie als Dozentin für Hunga­ro­logie an der Univer­sität Göttingen tätig. Bis  2017 lebte sie in Deutsch­land. Seit ihrer Heim­kehr nach Buda­pest beschäf­tigt sie sich weiterhin mit wissen­schaft­li­chen Forschungen und publi­ziert in verschie­denen Zeitungen in Ungarn zum Themen­be­reich Gesell­schafts­po­litik. Sie postet auf ihrem Blog Ungarn-Real regel­mäßig Pro-Ungarn-Artikel aus dem konser­va­tiven Lager.


10 Kommentare

  1. Wir gehen nicht in eine orw.llsche Zukunft – wir sind meines Erach­tens bereits mittendrin.

    Ich wünsche Herrn Orban alles Gute, Kraft, Durch­hal­te­ver­mögen und dass sich ihm und seinen Gleich­ge­sinnten immer mehr R.gierungen anschließen.

    Guckt Euch mal das hier an und den darin genannten Film von 1976, den ich vor vielen Jahren im TV gesehen habe. – Ich wusste den Titel nicht mehr, jetzt habe ich ihn mir gekauft, denn im Prinzip wollen sie genau das für die, die sie (noch) nicht umbr.ngen wollen – und die meisten, die sie für „nutz­lose Esser“ halten wollen sie meines Erach­tens über den Jordan schicken:

    www.wochenblick.at/flucht-aus-dem-21-jahrhundert-wenn-science-fiction-realitaet-wird/

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    • Absolut @Ishtar!

      Bei den Syste­ma­depten hat sich diese Erkenntnis lange noch nicht durch­ge­setzt. Im Lager der „Nütz­li­chen Idioten“ titu­liert man die Verhält­nisse noch als „Demo­kratie“ – neulich gerade auf YT gelesen oder bezeichnet dieses „Gebilde“ als Recht­staat in dem Meinungs­frei­heit herrscht.

      Kein Witz, auch gelesen! Der Honk hatte dann – ernst­haft – noch nach­ge­schoben, dass man „frei“ sei, die „Meinung der Mehr­heit“ eben­falls zu vertreten! Ein Schenkelklopfer! 

      Nun „herrscht“ jedwede Frei­heit nicht und Frei­heit ist IMMER die Meinung der Anders­den­kenden, aber solche State­ments zeigen deut­lich, mit WEM wir es heute zu tun haben! 

      „Eine Schein­de­mo­kratie, eine ausge­höhlte, gefes­selte Demo­kratie, eine Verhöh­nung der Demo­kratie, ein Demo­kra­tie­theater”, und solcherlei Äuße­rungen entspringen den bolsche­wis­tisch verpeilten Hirnen, die sich ihre Macht­lo­sig­keit im Brüs­seler Moloch gera­dezu fürst­lich auf Kosten der Euro­päer – im Endef­fekt vom Norden – vergolden lassen.

      Solchen Gestalten – nebst ihren Propa­ganda-Herolden in den Medien, möchte man ihre wider­wär­tigen und verrä­te­ri­schen Ansichten, mit Holz aus dem Gesicht massieren!

      Da fehlen einem die Worte!

      Das ist „gelebte Kakisto­kratie“, auch wenn das Wort „Kack­okratie“ irgendwie besser – passender – klingen würde. Gerade in Brüssel lässt sich es eine „Kaste der Schlech­testen“, abge­half­terter – „geparkter“ – Demo­kra­tie­sur­ro­gate, beson­ders gut gehen, in den natio­nalen – völlig über­flüs­sigen – Parla­menten natür­lich auch. 

      Etwas „Ochlok­ratie“ ist natür­lich auch dabei, der Mob – z.B. die AntiFa – ist ja eben­falls dabei!

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  2. In Wahr­heit ist es Merkel, die ihr Land wieder auf soge­nannte Sonder­wege geführt hat, ener­gie­po­li­tisch, finanz­po­li­tisch, einwan­de­rungs­po­li­tisch, iden­ti­täts­po­li­tisch, auf Wege, die niemand in Europa gutheißt (außer Herrn Macron, der deut­sches Geld begehrt, sie aber nicht mitzu­be­schreiten gedenkt). In Wahr­heit ist es Merkel, die gemeinsam mit einigen globa­lis­ti­schen Träu­mern resp. Hasar­deuren einer plane­ta­ri­schen Migra­tion die Schleusen öffnen, sie völker­recht­lich fest­zurren und die euro­päi­schen Nationen in der wich­tigsten aller Fragen, nämlich wen sie in ihner Mitte aufnehmen, entmün­digen will, bei latenter Straf­an­dro­hung gegen alle, die daran Kritik üben. In Wahr­heit ist es Merkel, die vieles aufs Spiel setzt, was diesen Erdteil lebens­wert macht. Da sie histo­risch unge­bildet ist, kann sie nicht verstehen, wie einzig­artig und unwahr­schein­lich die west­liche Zivi­li­sa­tion ist, auf welch zerbrech­li­chen Funda­menten sie steht, welche enormen Anstren­gungen nötig waren, um die sitt­lich-kultu­rellen und mentalen Ressourcen zu bilden, von denen diese Zivi­li­sa­tion lebt und nach deren Verzehr sie womög­lich niemals wieder­kehren wird.

    Auf den dazu notwen­digen Film werden wir wohl noch lange warten müßen.…

    • Es ist nicht nur M.erkel – es ist das gesamte buch­stäb­lich l.nke P.rteienkartell meines Erachtens.

      H.beck als K.nzler oder H.freiter oder Göhr.ng-Eckart und Konsorten würde ich für noch schl.mmer halten, auch wenn man sich das kaum noch vorstellen kann, aber das ist so.

      Ansonsten kann ich nur sagen, was ich seit Jahren sage: A.D w.hlen.

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    • Hundert­tau­send? Aus dem Hause „Bundeslanzler*Inninnenamt“ konnte man im vergan­genen Jahr noch vernehmen, dass wir mit Corona vor der größten Heraus­for­de­rung seit dem 2WK stehen.

      Millionen Tote wurden kolpor­tiert, die aller­dings ausge­blieben sind. Dafür enthält man uns – ange­sichts der „drama­ti­schen“ Umstände – Menschen­rechte vor, hebet Gesetze aus und sperrt uns ein! Ob dann aller­dings 64.960 bisher – angeb­lich – Verstor­bene = 0,07809 % (gerundet: 0,08 %) der Bevöl­ke­rung, ein ange­mes­sener Grund für die Machen­schuften – die Schi­kanen – sind, darf wohl mehr als bezwei­felt werden! (Quelle: RKI, Stand: 14.02.2021, 09.00 Uhr [online])  

      Ich hatte mich denn auch im Vergan­genen Jahr – ange­sichts der bedroh­li­chen Lage – als „Leichen­sammler“ verdingen wollen, um die „Leichen­berge“ – die ja farben­reich ausge­malt wurden – wegzu­räumen. Dazu schrieb ich an die Bundes­re­GIE­Rung und wollte mich frei­willig melden, um auch zu zeigen, dass Gemein­nüt­zig­keit eine enorm wich­tige Ange­le­gen­heit wird/ist. Mein Schreiben an die „Erha­bene“ wurde aller­dings bisher nicht beant­wortet! Viel­leicht ist es ja „verschütt“ gegangen? 

      „Gin Claude Juncker“ – das „demo­kra­ti­sche Urge­stein aus Brüssel“ – war ja quasi ein „Garant“ für demo­kra­ti­sche Verhält­nisse. In „Raute­nu­schi von den Leychen“ hat man jeden­falls eine „würdige“ Nach­fol­gerin gefunden, die mit ihrer „Quali­fi­ka­tion“ dem Gin Claude in Nichts nachsteht.

      Was hatte doch gleich der Profi­schnorrer aus der – O‑Ton – „Brüs­seler Repu­blik“ 1999 im „Spiegel“ geschrieben – das Video über Ihn sollte ja längst bekannt sein – „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“ 

      Ganz exakt so, verhielt es sich auch mit den „Lissa­boner Verträgen“, deren Inhalt nicht einmal die euro­päi­schen Abge­ord­neten kannten, die darüber abzu­stimmen hatten. Die normalen – also nicht „gott­glei­chen“ – Menschen in den Natio­nal­staaten schon mal gar nicht!

      Das Mitein­ander der Völker ist wichtig, das Verständnis fürein­ander eben­falls, unwichtig – sogar hinder­lich – ist dagegen der Moloch „Brüssel“. Nicht nur in dieser Hinsicht benö­tigen wir drin­gend einen Neuanfang!

  3. Orbán bitte halte durch, die EU bricht bald zusammen und € gleich mit.
    Der Film Hallo, Diktator wurde von „Disznoktol“ erstellt und geför­dert, sie gehören in dem Stall, wo solche gezüchtet werden.
    Aber jetzt wird es gegen Putin alles gehen und jeden Tag, nachdem Trump gesiegt hat.
    Was ist das eine Welt und in S‑A. stehen heute Leute der Partei MLPD und werben Kunden,
    so weit sind wir gekommen.

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  4. Bei meinem Studium von E. DREWER­MANNs „Struk­turen des Bösen“ fand ich in Band 2 auf S. 212 ein Zitat der unga­ri­schen Psycho­ana­ly­ti­kerin Alice BÁLINT, der Ehefrau von Michael BÁLINT, eines der wirk­mäch­ti­gesten Nach­folger von S. FREUD:

    „In jeder Kinder­stube können wir beob­achten, daß das kleine Kind auf die Frage, wer diese oder jene verbo­tene Tat begangen hat, antwortet, daß nicht es, sondern irgend ein anderer, schlimmer Jemand der Schul­dige gewesen sei. Dieser Jemand erhält oft einen Namen und wird ein stän­diger Gast des Kinder­zim­mers. Viele meinen, dies sei nichts anderes denn eine Lüge, das Kind wolle eben aus Furcht vor der Strafe sein Vergehen leugnen. Es ist aber etwas in der Form dieses Leug­nens, das uns zu denken gibt. Das Kind leugnet nicht das Vergehen, sondern nur, daß es der Täter gewesen sei. Den Teil seiner Seele, der ihm durch Drohungen oder nur durch bloße Verbote der Erzieher unan­ge­nehm geworden ist, versucht das Kind als ein außer ihm stehendes, fremdes Etwas zu betrachten. Mit der größten Bereit­wil­lig­keit ist das Kind dabei, diesen schlimmen anderen vereint mit den Erwach­senen zu verspotten, zu prügeln oder auch zu vernichten. Natür­lich hören wir zuweilen auch, daß dieser gewisse andere sehr stark und schlau ist, so daß man mit ihm nicht so leicht fertig werden kann. Wenn wir bei solcher Gele­gen­heit dem Kinde klar­zu­ma­chen versu­chen, daß wir ja wissen, daß dieser schlimme andere es selbst sei, dann hat das gute Einver­ständnis ein Ende, und es kommt zu hefti­gemn Protest­äu­ße­rungen. … Es (sc. das Kind, d. V.) versucht sich mittels Proji­zie­rung des störenden Ich-Teiles zu entle­digen.“ (A. Bálint: Psycho­ana­lyse der frühen Lebens­jahre, 100)

    Kommt Dir in diesem Text nicht manches bekannt vor?

    Mich erin­nert es erstens daran, daß mein Sohn, wenn er etwas ausge­fressen hatte, gerne sagte: „Das war Frede­rick!“ (Frede­rick war sein liebstes Plüsch­tier, ein Mäuserich).

    Und zwei­tens paßt die Argu­men­ta­tion bestens darauf, wie mit noto­ri­scher Dreis­tig­keit die „Guten“ heut­zu­tage all das, was sie selber an Üblem anstreben oder bereits ange­richtet haben, den Konser­va­tiven unter­stellen: Beschrän­kung der Meinungs­frei­heit, Diffa­mie­rung Anders­den­kender, Einschrän­kung der Wissen­schafts­frei­heit, tota­li­täre Absichten, Reali­täts­ver­leug­nung etc. Der „Frede­rick“ der deut­schen Main­stream-Poli­tiker und ‑Jouna­listen sind also vor allem im Ausland Viktor Orbán und im Inland die AfD.

    Den psychi­schen Mecha­nismus bei dieser Stra­tegie nennt man als Psycho­ana­ly­tiker Projek­tion oder auch Proji­zie­rung. Er kommt bei kleinen Kindern, wie A. BÁLINT ausführt, als normales Phänomen vor. Bei Erwach­senen ist es immer ein patho­lo­gi­sches Zeichen, nämlich das einer Regres­sion, die maligne ist, weil dadurch (anders als bei reiferen Abwehr­formen wie z.B. der Verdrän­gung oder der Isolie­rung vom Affekt) der Reali­täts­bezug verlo­ren­geht. Unsere selbst­er­nannten Progres­siven sind also tatsäch­lich tief regre­diert! Und sie können in dieser patho­lo­gi­schen Verfas­sung umso besser verharren, je mehr andere Menschen sie damit anste­cken. Der poli­tisch-mediale Komplex ist also verrückt geworden – in D und in der übrigen west­li­chen Welt. Und es fällt diesen Kranken nicht auf, weil ja in ihren Augen alle Wohl­mei­nenden genauso ticken!

  5. Wenn ich an die Unga­ri­sche Verfas­sung und den Präsi­denten Viktor Orbán denke, könnte ich gelb vor Neid werden.
    In Ungarn wird rechte, rich­tige Politik für die Bürger und damit für das Land gemacht.

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