Vergel­tung? In Buda­pest wurde die Pro-Black-Lives-Matter-Statue abgerissen

Budapester BLM-Statue · Foto: Centro Machiavelli

Von Marcell Dengi

Ungarn hat eine reiche Geschichte des Abrei­ßens von Statuen, die mit poli­ti­scher Ideo­logie verbunden sind.

Wenige Stunden nach ihrer Aufstel­lung war die der Black-Lives-Matter-Bewe­gung gewid­mete Statue in der Stadt Buda­pest bereits dreimal beschä­digt worden. Zuerst deckte die poli­ti­sche Bewe­gung Mi Hazank sie mit einer Barri­kade ab; ein paar Stunden später bewarfen Unbe­kannte sie mit weißer Farbe; und schließ­lich rissen drei Mitglieder einer extre­mis­ti­schen Bewe­gung sie gänz­lich ab. Schließ­lich schlugen drei Mitglieder einer extre­mis­ti­schen Bewe­gung sie nieder. Deren Anführer ging zu einem Poli­zisten an der nahen Kreu­zung und stellte sich.

Es war im vergan­genen August, als die Bezirks­re­gie­rung von Feren­cváros eine Ausschrei­bung für zeit­ge­nös­si­sche Kunst­werke veröf­fent­lichte. Die vorge­schla­genen Arbeiten wurden von einer unab­hän­gigen Jury bewertet. Es dauerte nicht lange, bis die inter­na­tio­nalen Medien die gewählte Statue feierten und konser­va­tive Akti­visten sie verdammten. Das Werk zeigte eine in Regen­bo­gen­farben gemalte Frei­heits­statue, die mit erho­bener, geballter Faust kniet – eine klare Anspie­lung auf die BLM-Bewegung.

Bereits im Januar berich­tete der briti­sche Guar­dian, dass die Statue in der Partei von Viktor Orbán starke Ableh­nung hervor­ge­rufen hatte. Noch am Tag der Aufstel­lung der Skulptur auf dem Ferenc-Platz sagte der rechte Kolum­nist Zsolt Bayer, er wolle sie am nächsten Tag abfreißen. Er hatte jedoch keine Zeit, seine Ankün­di­gung durch­zu­führen, weil ihm die oben erwähnten radi­kalen Akti­visten zuvor­ge­kommen waren. Die Mi-Hazank-Bewe­gung verdeckte die Statue mit einer Barri­kade, die von einem Kreuz über­ragt wurde, weil, wie ihre Vertreter erklärten, „die Statue gegen alle euro­päi­schen, christ­li­chen, weißen und hete­ro­se­xu­ellen Werte verstößt“. In ihren Augen war es eine Provo­ka­tion gegen die konser­va­tive Bewe­gung. Die anschlie­ßende Zerstö­rung der Statue durch Rechts­ex­tre­misten war ihre Art zu sagen, dass sie genug von einer bestimmten Ideo­logie haben.

Gergely Gulyás, Minister des Minis­ter­prä­si­den­ten­büros, nannte BLM in einer Pres­se­kon­fe­renz eine im Wesent­li­chen rassis­ti­sche Bewe­gung, die die Gleich­be­rech­ti­gung von Schwarzen und Weißen nicht aner­kennt. Folg­lich sollten nicht dieje­nigen, die die Statue kriti­sieren, als rassis­tisch betrachtet werden, sondern dieje­nigen, die beschlossen haben, sie zu errichten.

Tamás Deutsch, Euro­pa­ab­ge­ord­neter des Fidesz, der im vergan­genen Juli von Euro­news inter­viewt wurde, kriti­sierte die neuen EU-Posi­tionen, die er als an der Grenze zum Rassismus stehend ansah, und äußerte sich auch zur BLM-Bewe­gung in den USA und Groß­bri­tan­nien. Er sagte, es sei töricht, die Reden von Poli­ti­kern von vor 100, 200 oder 300 Jahren nach den Krite­rien der „libe­ralen“ Ortho­doxie des 21. Jahr­hun­derts zu beur­teilen. Diese Bewe­gung erin­nerte ihn an die Art und Weise, wie kommu­nis­ti­sche Dikta­turen Kultur­po­litik betrieben: Auslö­schen der Vergan­gen­heit, Abreißen von Statuen, selek­tives Umschreiben der Geschichte, um ihren eigenen Inter­essen zu dienen. Erschre­ckend und schäd­lich ist für Deutsch, dass solche Verhal­tens­weisen im 21. Jahr­hun­dert wieder auftau­chen: eine Neuauf­lage der maois­ti­schen „Kulturrevolutions“-Kampagne gegen das kultu­relle Erbe der Welt.

Marcell Dengi
MCC Visi­ting Fellow am Centro Studi Machia­velli. Student der Inter­na­tio­nalen Wirt­schaft an der Buda­pester Univer­sität für Tech­no­logie und Wirt­schaft und an der School of Econo­mics im Mathias Corvinus Collegium.

 


Dieser Beitrag erschien zuerst bei CENTRO MACHIAVELLI, unserem Partner in der EUROPÄISCHEN MEDIENKOOPERATION.


9 Kommentare

  1. Hier in Deutsch­land sollte man für Frauen und Kinder ein Warn­schild vor dem schwarzen Mann aufstellen. So oft wie die hier in Hannover die Hosen runter­lassen, um sich öffent­lich einen abzu­rub­beln, ist es ein große Gefahr für Anstand, Sitte und Hygiene.
    Von wegen die sind uns gleich.….Das werden die niemals!

    25
    • Gott sei Dank lebe ich in einem Kuhkaff auf dem platten Land, da muß ich mir solche Wider­wär­tig­keiten nicht ansehen … das ist ekel­haft. Diese Wilden werden bestimmt nicht von unserem Freund und Helfer einkas­siert. Noch so eine “kultu­relle Berei­che­rung“, die uns die IM beschert hat. Die sollte man mal in IMs Garten aussetzen. Ob sie das wohl als berei­chernd empfindet?

      24
  2. Ungarn war Vorreiter bei der Öffnung der „Eisernen Vorhangs“ und ich wünsche mir, daß das Land Vorreiter sein soll beim Einsturz dieses wider­sin­nigen Konstrukts „EU“.

    28
  3. Gut gemacht! So eine Abscheu­lich­keit braucht niemand! Sollen die „Künstler“ sich diesen brech­reiz-erre­genden Müll in ihrem Wohn­zimmer aufstellen, und nicht normale Menschen mit ihren künst­le­ri­schen Auswürfen belästigen.

    123
    1

Schreibe einen Kommentar zu Monika Ebner Antwort abbrechen

Please enter your comment!
Please enter your name here