Visegrád‑4: die wich­tigsten Nach­richten vom 22. bis 28. Februar

Visegrád-4 · Foto: Visegrád Post

Ungarn

  • Am Sonntag, den 28. Februar, demons­trierten fast 5.000 Menschen auf dem Buda­pester Helden­platz auf den Aufruf von Doktor Gődény, einem gelernten Apotheker und Anführer der Anti-Covid-Bewe­gung. Die Demons­tra­tion mit dem Titel „Lasst uns unser Leben zurück­for­dern“ dauerte weniger als eine Stunde, da die Demons­tra­tionen derzeit verboten sind und die Polizei die Demons­tranten ruhig ausein­ander trieb. Ein paar Dutzend Schecks und ein paar Bußgelder wurden verteilt, aber es gab keine Verhaf­tungen oder Gewaltanwendung.
  • Die unga­ri­sche Regie­rung hat ange­kün­digt, dass in den unga­ri­schen Impf­be­schei­ni­gungen nicht mehr ange­geben wird, welcher Coovid-Impf­stoff dem Träger einge­impft wurde.
  • Ewa Ernst-Dziedzić, eine öster­rei­chi­sche Umwelt­ab­ge­ord­nete polni­scher Herkunft und Spre­cherin ihrer Partei für soge­nannte „LGBTQ-Rechte“, orga­ni­sierte am Montag, den 22. Februar, Demons­tra­tionen vor polni­schen und unga­ri­schen Kultur­in­sti­tuten in Wien, um gegen die soge­nannte „homo­phobe“ Politik der Regie­rungen dieser beiden Länder zu protes­tieren. An den Demons­tra­tionen nahm – neben etwa zehn Personen – auch die Kultur­staats­se­kre­tärin der öster­rei­chi­schen Regie­rung, Ulrike Lunacek (Grüne), teil, die sich offen als lesbisch bekennt.
  • In einem Gerichts­ver­fahren, das 2016 nach einer Demons­tra­tion vor der polni­schen Botschaft in Buda­pest einge­leitet wurde, bei der einer der Orga­ni­sa­toren der Demons­tra­tion als katho­li­scher Bischof verkleidet auftrat, entschied das unga­ri­sche Verfas­sungs­ge­richt, dass die Art und Weise der Demons­tra­tion in der Tat eine Belei­di­gung für Katho­liken darstellte und bestä­tigte die gegen die Demons­tranten verhängte Geld­strafe von 600.000 Forint (1.600 €).
  • Der stell­ver­tre­tende Direktor der Anti-Covid-Koor­di­na­ti­ons­gruppe in Ungarn, Róbert Kiss, berich­tete am Montag, den 22. Februar, dass am vergan­genen Wochen­ende in Ungarn 1.600 Personen wegen Verstößen gegen die Ausgangs­sperre, Sperr­gesten und das Verbot öffent­li­cher Versamm­lungen mit Bußgel­dern belegt wurden. Bei seiner Pres­se­kon­fe­renz am Mitt­woch, dem 24. Februar, sagte Kiss, dass am Vortag 397 Personen aus den glei­chen Gründen mit einer Geld­strafe belegt worden seien.
  • Am Montag, den 22. Februar, hat das unga­ri­sche Parla­ment mit 133 zu 55 Stimmen bei einer Enthal­tung die Verlän­ge­rung des Ausnah­me­zu­stands um 90 Tage zur Bekämp­fung der Coro­na­virus-Epidemie beschlossen.
  • Die Behörden im Komitat Klein­ku­ma­nien (Südun­garn) kündigten Ende Januar an, den Ausbau der Donau zu geneh­migen, damit Schiffe mit einem Tief­gang von 25 Dezi­me­tern und einer Lade­ka­pa­zität von 1 300 bis 1 600 Tonnen die Donau befahren können. Diese Arbeit wird zu 85 % aus dem Euro­päi­schen Vernet­zungs­fonds (EFC) für die Planung des Ausbaus des Trans­eu­ro­päi­schen Verkehrs­netzes (TEN‑T) finan­ziert. Nach Meinung vieler Fach­leute und Umwelt­schützer könnte diese Forde­rung aus Brüssel kata­stro­phale Folgen für die Fauna und Flora der Donau haben.
  • Die unga­ri­sche Fami­li­en­mi­nis­terin Katalin Novák kündigte am Mitt­woch (24. Februar) an, dass Eltern mit mindes­tens drei Kindern und einem Job nun von der Zahlung von Schul- und Krip­pen­ge­bühren befreit werden sollen – eine monat­liche Entlas­tung für Fami­lien zwischen 10.000 und 17.000 Forint (27–47 Euro).
  • Laut einer von Medián durch­ge­führten und am Donnerstag, den 25. Februar, veröf­fent­lichten Umfrage wäre der umwelt­be­wusste Bürger­meister von Buda­pest, Gergely Karác­sony, der beste Oppo­si­ti­ons­kan­didat, um bei den Parla­ments­wahlen 2022 gegen Viktor Orbán anzu­treten, so 39% der Befragten. Herr Karác­sony liegt vor Péter Jakab, dem Vorsit­zenden von Jobbik (32%), Klára Dobrev, der Ehefrau des ehema­ligen Minis­ter­prä­si­denten Ferenc Gyurcsány (25%) und Péter Márki-Zay, dem Bürger­meister von Hódme­ző­vá­sá­r­hely (22%).
  • Nach den vom unga­ri­schen statis­ti­schen Zentralamt (KSH) veröf­fent­lichten Zahlen hat sich der Rück­gang der unga­ri­schen Bevöl­ke­rung mit einem Rück­gang der Geburten um 9,8 % und einem Anstieg der Ster­be­fälle um 9,6 % zwischen Januar 2021 und Januar 2020 stark beschleunigt.
  • Nach Ansicht des Gene­ral­an­walts des Euro­päi­schen Gerichts­hofs, des grie­chi­schen Rechts­an­walts Atha­na­sios Rantos, würde die Krimi­na­li­sie­rung der Hilfe für Asyl­su­chende, wie sie in den im Juni 2018 verab­schie­deten unga­ri­schen „Stop Soros“-Gesetzen vorge­sehen ist, gegen das Recht der Euro­päi­schen Union verstoßen.
  • In einem im Internet kursie­renden Video griff die für Werte und Trans­pa­renz zustän­dige Vize­prä­si­dentin der Euro­päi­schen Kommis­sion, die Tsche­chin Věra Jourová, erneut Ungarn an: „Für mich ist die Situa­tion in Ungarn am beun­ru­hi­gendsten. Ich habe es schon mehr­mals in diplo­ma­ti­scher und weniger diplo­ma­ti­scher Sprache gesagt. Ich glaube immer noch, dass es eine unge­sunde Demo­kratie ist“, sagte sie und äußerte sogar Zweifel an den Ergeb­nissen der unga­ri­schen Wahlen. Wir müssen die Situa­tion als Ganzes beur­teilen, die Situa­tion der Justiz, der Medien, der NGOs, der Bildung“, sagte sie. Wenn sich ungüns­tige Prozesse in einem Mitglied­staat summieren, wird die Demo­kratie ernst­haft darunter leiden, und wir erwarten von allen Ländern, dass sie sich an demo­kra­ti­sche Prin­zi­pien halten“, fuhr sie fort. Der unga­ri­sche Staats­se­kretär Zoltán Kovács reagierte auf Twitter wie folgt: „Vera Jourová, Vize­prä­si­dentin der Euro­päi­schen Kommis­sion, hat wieder einmal die unga­ri­sche Demo­kratie verun­glimpft, Ungarn und das unga­ri­sche Volk belei­digt – sie hat auch den Ruf der Kommis­sion beschmutzt und bewiesen, dass sie für ihre Aufgabe unge­eignet ist“.
  • Die Leiterin der epide­mio­lo­gi­schen Abtei­lung des Natio­nalen Zentrums für Volks­ge­sund­heit (NNK), Ágnes Galgóczi, sagte am Freitag im Fern­seh­sender Hír TV, dass Einkaufs­zen­tren und Schulen für zwei Wochen geschlossen werden sollten: „Das Wich­tigste ist, die Zahl der Kontakte zwischen Menschen zu redu­zieren. Das Wich­tigste ist, die Anzahl der Kontakte zwischen den Menschen zu redu­zieren. Die Öffnungs­zeiten der Geschäfte könnten mögli­cher­weise einge­schränkt werden […], so dass nur noch lebens­wich­tige Lebens­mit­tel­ge­schäfte, Apotheken, Banken und Post­ämter geöffnet sind“.
  • Das Zentrale Statis­tikamt (CSO) berich­tete am Freitag, den 26. Februar, dass die Gesamt­zahl der Beschäf­tigten in Ungarn im Januar 2021 im Vergleich zum Dezember 2020 um 97.000 und im Vergleich zum Januar 2020 um 55.000 gesunken ist.
  • Der fran­zö­si­sche Auto­mo­bil­her­steller PSA hat am Freitag, den 26. Februar, die Verla­ge­rung der Produk­tion seiner EP3-Benzin­mo­toren vom Werk Douvrin (Pas-de-Calais) in das Opel-Werk in Szent­gott­hárd (Komitat Vas, West­un­garn) angekündigt.
  • Starker Anstieg der Zahl der Eheschlie­ßungen zwischen 2010 und 2020.

Polen

  • Laut einer Umfrage des Kantar-Insti­tuts im Auftrag des Hohen Flücht­lings­kom­mis­sars der Vereinten Nationen (UNHCR), die am Montag, den 22. Februar, veröf­fent­licht wurde, wären 62% der Polen dafür, dass ihr Land Flücht­linge aufnimmt, und 63% sind der Meinung, dass diese Flücht­linge „die Arbeits­kraft des Landes erhöhen könnten, was in einer alternden Gesell­schaft nütz­lich wäre“, während 19% und 24% die gegen­tei­lige Meinung vertreten würden. Diese Flüchtlings-„Aufnahmequote“ lag Anfang 2015, kurz vor der letzten großen Migra­ti­ons­krise, bei 58 % und war 2017 durch die Massen­an­künfte von Migranten in Deutsch­land und Schweden entlang der inzwi­schen berühmten „Balkan­route“ auf 29 % gesunken. Polen erhält fast ausschließ­lich Zuwan­derer aus der Ukraine und Weißrussland.
  • Das ameri­ka­ni­sche Magazin TIME hat den polni­schen LGBT-Akti­visten Bart Staszewski am Montag, 22. Februar, unter die „100 Emer­ging Leaders“ des Jahres 2021 gewählt. Herr Staszewski war insbe­son­dere der Orga­ni­sator des soge­nannten „Gleich­heits­mar­sches“ in der Stadt Lublin (Ostpolen) im Jahr 2018. „Während LGBT-Rechte zuneh­mend von polni­schen Rechten ange­griffen werden, wird Bart Staszewski zu einem Symbol des Wider­stands“, so das Magazin. Zu den anderen „100 aufstre­benden Führungs­per­sön­lich­keiten“ gehören die in Bosnien-Alba­nien gebo­rene briti­sche LGBT-Sängerin und Akti­vistin Dua Lipa, die finni­sche Premier­mi­nis­terin Sanna Marin und die weiß­rus­si­sche Oppo­si­tio­nelle Svet­lana Tikhanovskaya.
  • Polen hat am Dienstag, den 23. Februar, beschlossen, dieje­nigen, die auf seinem Terri­to­rium ankommen und gegen das Coro­na­virus geimpft wurden, von der vorge­schrie­benen 10-tägigen Quaran­täne auszunehmen.
  • Laut einer Umfrage, die von United Surveys für Dziennik Gazeta Prawna durch­ge­führt und am Mitt­woch, den 24. Februar, veröf­fent­licht wurde, würden 73% der Polen nicht mit russi­schen (Sputnik V) oder chine­si­schen (Sino­pharm) Impf­stoffen geimpft werden wollen, sondern würden west­liche Impf­stoffe bevor­zugen. „Die Polen vertrauen diesen Produkten aufgrund ihrer Herkunft nicht: Die Chinesen werden mit billiger Produk­tion asso­zi­iert, während Russ­land aufgrund des früheren Regimes eben­falls schlechte Asso­zia­tionen hervor­ruft“, erklärt Marcin Duma von United Surveys.
  • In einem Tele­fon­ge­spräch am Dienstag, den 23. Februar, verein­barten der polni­sche Außen­mi­nister Zbigniew Rau und US-Außen­mi­nister Antony Blinken, die Part­ner­schaft zwischen ihren beiden Ländern zu stärken und sich gegen die russi­sche Gaspipe­line Nord Stream 2 zu stellen. „Wir haben zur Kenntnis genommen, dass Präsi­dent Biden in einem Gespräch mit Präsi­dent Putin deut­lich gemacht hat, dass die Verei­nigten Staaten stark auf russi­sche Aktionen reagieren werden, die den Verei­nigten Staaten oder ihren Verbün­deten schaden“, heißt es in einer Erklä­rung des polni­schen Außenministeriums.
  • In der Nacht zum Montag, 22. und 23. Februar, setzten Unbe­kannte ein Auto der polni­schen Botschaft im Berliner Bezirk Char­lot­ten­burg-Wilmers­dorf in Brand. „In Berlin brennen häufig Autos, aber nicht in diesem Bezirk. Es ist daher schwierig, dies als einen gewöhn­li­chen Fall zu sehen“, erklärte Cezary Gmyz, lokaler Korre­spon­dent des öffent­lich-recht­li­chen polni­schen Fern­seh­sen­ders TVP, auf Twitter. „In der polni­schen Botschaft in Berlin gab es viele Demons­tra­tionen linker Gruppen – gegen das Urteil des Verfas­sungs­ge­richts oder gegen die Ergeb­nisse der polni­schen Wahlen. Die linken Kreise sind hier sehr stark und es ist nicht auszu­schließen, dass es sich bei den Tätern um Personen handelt, die mit ihnen verbunden sind“.
  • Der neue US-Botschafter in Polen, Bix Aliu, kündigte am Dienstag, den 23. Februar, an, dass die Verei­nigten Staaten Polen mit Panzer­ab­wehr­len­kra­keten vom Typ Javelin belie­fern werden. Die Ameri­kaner und Polen fahren fort, unsere gemein­samen Vertei­di­gungs­fä­hig­keiten zu stärken“, sagte er. Javelin ist der nächste Schritt. Ich bin stolz, dass Polen bald unser 19. Verbün­deter mit dem Javelin-System sein wird“, schrieb er auf Twitter.
  • Die polni­schen Gesund­heits­be­hörden verschärften ab Mitt­woch, den 24. Februar, die Anti-Covid-Maßnahmen in der Woiwod­schaft Ermland-Masuren (Nord­ost­polen) und verboten das Tragen von Visieren, Kopf­tü­chern und anderen Tüchern anstelle von Gesichts­masken. Polen hat außerdem beschlossen, eine obli­ga­to­ri­sche Quaran­täne für Menschen einzu­führen, die aus der Tsche­chi­schen Repu­blik und der Slowakei kommen.
  • Die polni­sche Post hat beschlossen, drei Brief­marken heraus­zu­geben, die dem 90. Jahrestag der Erschei­nungen Jesu an die polni­sche Mysti­kerin, die heilige Faus­tina Kowalska (1905–1938), gewidmet sind, die im Jahr 2000 von Papst Johannes Paul II. heilig­ge­spro­chen wurde.
  • Die Natio­nale Orga­ni­sa­tion der polni­schen Wälder hat beschlossen, Stell­plätze zur Verfü­gung zu stellen, auf denen das so genannte „Wildnis“-Camping nun erlaubt ist.
  • Der Abge­ord­nete Janusz Korwin-Mikke (Konfe­der­acja) bat den Marschall (Spre­cher) des Sejm, die Pflicht für Abge­ord­nete, im Parla­ment Masken zu tragen, aufzu­heben. „Ich habe mit Erstaunen fest­ge­stellt, dass recht intel­li­gente Abge­ord­nete manchmal nicht in der Lage sind, zu verstehen, was ihnen gesagt wird. Es stellt sich heraus, dass es nicht ihre Schuld ist“, sagte er und erklärte, dass dies auf das Tragen der Maske zurück­zu­führen sei.
  • Der Spre­cher der polni­schen Regie­rung, Piotr Müller, bestä­tigte am Donnerstag, den 25. Februar, dass die Regie­rung den Gesetz­ent­wurf zur Rati­fi­zie­rung des Wieder­auf­bau­fonds der Euro­päi­schen Union noch nicht geneh­migt hat. Diese Verzö­ge­rung soll auf den Wider­stand der Partei Soli­darna Polska zurück­zu­führen sein.
  • Während einer Debatte im Euro­päi­schen Parla­ment am Mitt­woch, 24. Februar, spra­chen einige Abge­ord­nete von „Verstößen gegen das Recht auf Abtrei­bung“ und „Verlet­zungen der Rechts­staat­lich­keit in Polen“. Marta Lempart, die Muse des soge­nannten „Frau­en­streiks“ (Strajk Kobiet), sagte den Abge­ord­neten, dass „die polni­sche Regie­rung ihre Bürger wie Feinde behan­delt. … Ich bitte nicht um Erklä­rungen, ich bitte um Taten! „Der polni­sche Abge­ord­nete Patryk Jaki (PiS) antwor­tete wie folgt: „Meine Damen und Herren, Sie spre­chen oft von Rechts­staat­lich­keit. Denken Sie daran, dass Rechts­staat­lich­keit vor allem bedeutet, inner­halb der Grenzen des Gesetzes zu handeln und das Gesetz zu respek­tieren […] das EP hat kein Recht, sich mit der Frage der Verfüg­bar­keit von Abtrei­bung in den Mitglied­staaten der Euro­päi­schen Union zu befassen […] Sie sagen, dass Geschlecht und Abtrei­bung in den Verträgen veran­kert sind. Wo sind sie? …] Sie spre­chen von einem Verbot der Abtrei­bung in Polen, obwohl Sie genau wissen, dass es immer noch zwei Gründe für eine Abtrei­bung gibt, und über den dritten wird der Arzt entscheiden. Lügen Sie deshalb nicht über das Abtreibungsverbot“.
  • Nach den am Freitag, den 26. Februar, vom briti­schen Innen­mi­nis­te­rium veröf­fent­lichten Infor­ma­tionen haben 911.240 polni­sche Staats­bürger einen Antrag auf einen dauer­haften Aufent­halts­status in Groß­bri­tan­nien gestellt, der es ihnen ermög­licht, ihre infolge des Brexit erwor­benen Rechte zu behalten. Unter den Bürgern der Euro­päi­schen Union sind es vor allem Polen und Rumänen, die von diesem Status profitieren.
  • Der Varso Tower, der höchste Wolken­kratzer in der Euro­päi­schen Union.

Slowakei

  • Der slowa­ki­sche Land­wirt­schafts­mi­nister Ján Mičovský kündigte am Dienstag, 23. Februar, eine „Umver­tei­lungs­zah­lung“ an, mit der ein Teil der Agrar­sub­ven­tionen der Euro­päi­schen Union von Groß- auf Klein­bauern umver­teilt werden soll. Die Land­wirte erhalten 50 € pro Hektar Land, ein Zuschuss, der auf insge­samt 1400 € begrenzt ist.
  • Die slowa­ki­sche Rechts­ver­tei­di­gerin Mária Patakyová sagte am Freitag, den 26. Februar, dass die Quaran­täne ganzer Roma-Gemein­schaften eine diskri­mi­nie­rende Maßnahme sei. „Ich habe erst­mals während der ersten Welle der Pandemie auf dieses Problem aufmerksam gemacht. …] Diese Art der Abrie­ge­lung ist im Dorf Sačurov schon mehr­mals vorge­kommen“, sagte sie.
  • Im Zusam­men­hang mit der derzeit in der Slowakei statt­fin­denden Volks­zäh­lung rief der Staats­se­kretär für die Bezie­hungen zu den unga­ri­schen Gemein­schaften im Ausland, Árpád János Potápi, die Ungarn in der Slowakei zur Vorsicht bei der Angabe ihrer ethni­schen Zuge­hö­rig­keit auf. „Für uns stellt sich heute die Frage, ob wir wollen, dass die Ungarn in der Slowakei eine Zukunft für ihre Gemein­schaft haben. Wenn wir wollen, dass unsere Kinder und Enkel­kinder auf Unga­risch studieren können, dass sie in diesem Land aufwachsen und ihr Leben als Ungarn leben können“, sagte er.
  • Nach vorläu­figen Zahlen, die das slowa­ki­sche Statis­tikamt am 16. Februar veröf­fent­lichte, sank das BIP des Landes im vierten Quartal 2020 im Vergleich zum vierten Quartal 2019 um 2,7%, wies aber immer noch einen leichten Anstieg von 0,2% im Vergleich zum dritten Quartal 2020 auf. „Trotz der zweiten Welle der Covid-19-Pandemie, die die Bevöl­ke­rung härter getroffen hat als die erste, hat sich die slowa­ki­sche Wirt­schaft ziem­lich gut entwi­ckelt und die Leis­tung einiger Bran­chen war über­ra­schend“, sagte das Statistikamt.
  • Die Slowakei wird auch den russi­schen Impf­stoff Sputnik V beschaffen.
  • Ein am Mitt­woch von der Regie­rung ange­nom­mener Gesetz­ent­wurf würde das Verhältnis der Slowakei zur doppelten Staats­bür­ger­schaft ändern. Bisher führte der Erwerb einer anderen Staats­bür­ger­schaft theo­re­tisch zum Verlust der slowa­ki­schen Staats­bür­ger­schaft. Dies wäre nicht mehr der Fall.

Tsche­chi­sche Republik

  • Das tsche­chi­sche Unter­nehmen Škoda Trans­por­ta­tion gab am Montag, 22. Februar, bekannt, dass es einen Auftrag im Wert von drei Milli­arden Kronen (115.000 Euro) für die Liefe­rung von 24 ForCity Plus-Stra­ßen­bahnen an die deut­schen Städte Frank­furt an der Oder, Bran­den­burg und Cottbus (Land Bran­den­burg) erhalten hat. Das tsche­chi­sche Unter­nehmen hat bereits die Städte Chem­nitz (Sachsen), Mann­heim, Heidel­berg und Ludwigs­hafen (Baden-Würt­tem­berg) sowie die ehema­lige Bundes­haupt­stadt Bonn (Nord­rhein-West­falen) mit Stra­ßen­bahnen ausgestattet.
  • Der tsche­chi­sche Außen­mi­nister Tomáš Petříček kündigte am Dienstag, 23. Februar, an, dass die Tsche­chi­sche Repu­blik vor dem Gerichtshof der Euro­päi­schen Union Klage gegen Polen wegen der Erwei­te­rung des Braun­koh­le­ta­ge­baus Turów in Boga­tynia in Nieder­schle­sien, 20 km nörd­lich der tsche­chi­schen Stadt Liberec, erheben wird. Benach­barte tsche­chi­sche und deut­sche Grenz­ge­meinden klagen über schwere Umwelt­schäden, die durch diese Mine verur­sacht werden.
  • Die israe­li­sche Regie­rung teilte am Mitt­woch, den 24. Februar, mit, dass sie der Tsche­chi­schen Repu­blik 5.000 Dosen des Covid-Impf­stoffs von Moderna ange­boten habe, weil sie beschlossen habe, ein diplo­ma­ti­sches Büro in Jeru­salem zu eröffnen. Der tsche­chi­sche Außen­mi­nister Tomáš Petříček bestä­tigte dies und erklärte, dass die tsche­chi­sche Botschaft in Israel dennoch in Tel Aviv bleiben werde.
  • Der tsche­chi­sche Gesund­heits­mi­nister Jan Blatný kündigte am Dienstag eine Verschär­fung der Anti-Covid-Maßnahmen an und machte das Tragen der FFP2-Maske oder sogar zweier chir­ur­gi­scher Masken über­ein­ander zur Pflicht.
  • Der Leiter der Abtei­lung für Asyl- und Migra­ti­ons­po­litik des tsche­chi­schen Innen­mi­nis­te­riums, Tomáš Urubek, forderte am Freitag, den 26. Februar, eine bessere Präven­tion unkon­trol­lier­barer Migra­ti­ons­ströme, Hilfe für Migranten in ihren Herkunfts­re­gionen und eine inten­si­vere Zusam­men­ar­beit mit Ländern außer­halb der Euro­päi­schen Union. „Das Ziel, mit dem wir die Verhand­lungen beginnen, ist die Schaf­fung eines modernen Migra­ti­ons­sys­tems […], das durch mehrere Eigen­schaften defi­niert ist – effi­zient, funk­tional, in normalen Situa­tionen durch­führbar und gleich­zeitig für Notfälle vorbe­reitet“, erklärte er.
  • Als direktes Opfer der Anti-Covid-Gesund­heits­maß­nahmen gab Czech Airlines am Donnerstag, den 25. Januar, bekannt, dass sie alle 430 Mitar­beiter, die sie noch beschäf­tigt, entlassen wird. Die natio­nale tsche­chi­sche Flug­ge­sell­schaft wurde nach dem Ersten Welt­krieg im Jahr 1923 gegründet.

Quelle: Visegrád Post


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