Visegrád‑4: Wachstum immer noch stärker als Westeuropa

Die V4-Regierungschefs · Foto: Facebook (Viktor Orbán)

Die Coro­na­virus-Pandemie und die von fast allen euro­päi­schen Regie­rungen verhängten Gesund­heits­be­schrän­kungen haben die Wirt­schaft schwer geschä­digt und vor allem die kleinen und mitt­leren Unter­nehmen getroffen – während die Giganten Rekord­ge­winne erzielten – und die Länder Mittel­eu­ropas sind keine Ausnahme. Dennoch bleiben die Wachs­tums­aus­sichten in den Ländern der Visegrád-Gruppe trotz der Pandemie deut­lich besser als in anderen euro­päi­schen Ländern.

Über­schuss in der Handelsbilanz

So verfügen diese Länder (Ungarn, Polen, Slowakei und Tsche­chien) über eine wirt­schaft­liche Dynamik, die dazu geführt hat, dass sich ihre Exporte zwischen 2000 und 2020 fast verzehn­facht haben: Mit 64 Millionen Einwoh­nern reprä­sen­tiert diese Region 0,8 % der Welt­be­völ­ke­rung, aber 1,2 % des welt­weiten BIP und vor allem 3,3 % des Welt­han­dels, während die Handels­bi­lanz jedes dieser vier Länder einen Über­schuss aufweist, wobei Polen und Tsche­chien für 2020 sogar Rekord­werte in diesem Bereich verzeichnen.

Unver­meid­bare Wirtschaftspartner

Dreißig Jahre nach dem Fall des Kommu­nismus sind die Länder Mittel­eu­ropas zu wich­tigen Wirt­schafts­part­nern West­eu­ropas, insbe­son­dere Deutsch­lands, geworden. So rangieren Polen und Tsche­chien bei den deut­schen Importen an fünfter bzw. siebter Stelle – natür­lich hinter Frank­reich, den USA, den Nieder­landen und China, aber deut­lich vor Russ­land und der Türkei.

Die polni­sche und tsche­chi­sche Wirt­schaft profi­tiert beson­ders davon, nicht in der Euro­zone zu sein, so dass ihre Währungen Schocks leichter absor­bieren können, sei es die Krise von 2007, die Euro­krise oder jetzt die Kovid-Krise, wie die Tatsache zeigt, dass sich das Wachstum der slowa­ki­schen Exporte im Vergleich zu den anderen V4-Ländern seit der Einfüh­rung des Euro im Jahr 2009 verlang­samt hat.

Stabi­lität der Wirtschaftsindikatoren

Schließ­lich zeugen auch die anderen V4-Indi­ka­toren von dieser guten wirt­schaft­li­chen Gesund­heit: Ungarns Staats­ver­schul­dung macht im Jahr 2020 nur 70% des BIP aus, vergli­chen mit einem Durch­schnitt von 88% in der Euro­päi­schen Union und 95% allein in der Euro­zone. Die Infla­tion bleibt in der V4 insge­samt stabil bei etwa 3 %, und auch die Arbeits­lo­sig­keit bleibt recht niedrig (3 % in Polen und der Tsche­chi­schen Repu­blik und 4,5 % in Ungarn).

Quelle: Visegrád Post


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