VOX, eine Fehl­kal­ku­la­tion mit Rückwärtsgang

Von FRANCISCO TORRES | Ange­sichts der Umfragen, der tradi­tio­nellen Unter­schät­zung der Wahl­be­tei­li­gung, des Präze­denz­falls Kasti­lien-León, Macarena Olona… glaubten der VOX-Gene­ral­stab und seine Wahl­kampf­be­rater, dass sie nur die Zeit verstrei­chen lassen müssten. Im Grunde genommen, um keine Fehler zu machen.
 

Nach den Ergeb­nissen in Kasti­lien-León haben die Wahlen in Anda­lu­sien jedoch einen zusätz­li­chen Wert aufgrund der Situa­tion, des Gewichts, das diese Wahlen bereits haben, der Heraus­for­de­rungen für die Linke und der Verhal­tens­muster, die auf 75 % der Provinzen im Vorfeld der Parla­ments­wahlen extra­po­liert werden können.

Das Problem von VOX bei der Fest­le­gung seiner Kampa­gnen und seiner Stra­tegie besteht darin, dass es nach wie vor in den zwei Gesich­tern von Janus gefangen ist. Ihre derzei­tige Stra­tegie beschränkt sich darauf, Zugang zu den PP-Regie­rungen in den auto­nomen Regionen zu erhalten, um sie für die nächsten Parla­ments­wahlen akzep­tabel und normal zu machen.

VOX will jetzt keine Konfron­ta­tion mit der PP eingehen, viel­leicht weil ein Teil der Partei weiterhin einen ehrfürch­tigen Respekt vor der PP hat, oder weil sie sich von dem übli­chen Diskurs der „guten Leute von rechts“ mitreißen lassen, der sie bedingt. So scheut sie beispiels­weise eine direkte oder indi­rekte Konfron­ta­tion mit Madrid und ist damit zufrieden, so zu bleiben, wie sie ist, aber Ayuso wird keine Koali­ti­ons­re­gie­rung bilden, die sie nicht braucht, wie die Umfragen voraussagen.

VOX hofft, dass sich in Anda­lu­sien der Schritt von Castilla-León mit einem so „pastel­ligen“ Kandi­daten wie Moreno Bonilla wieder­holen wird, ohne die PP verär­gern zu müssen. Sie glaubten, dass der „Olona-Effekt“ (ein kluger Schachzug, denn VOX fehlt es vieler­orts an einem starken Kader) ausrei­chen würde, um die stille Mobi­li­sie­rung anzu­kur­beln, aber mit Olona und seinen furcht­erre­genden und über­zeu­genden Worten. Es gäbe also keinen Grund für eine massive Kampagne, auch nicht für ein langes Wochen­ende, denn nach dem Klischee von Mitte-Rechts fahren die Leute für ein „Wochen­ende“ weg. Ande­rer­seits darf nicht vergessen werden, dass die Mobi­li­sie­rungs­kam­pa­gnen die Stärke von VOX sind.

In Anbe­tracht dessen, was man gesehen hat, könnte man sagen, dass das „Team“ von allen mögli­chen Wegen den schlech­testen gewählt hat, weil es dachte, dass alles getan wurde und dass das Wachstum, das erzielt werden sollte, auf jeden Fall jedes Ergebnis abde­cken würde. Aber…

Am 9. Juni kam es zu einem Eklat im „Gene­ral­stab“, insbe­son­dere nach den Fehlern in der inzwi­schen berühmten, in ganz Spanien im Fern­sehen über­tra­genen Sech­ser­gruppe. Das Janus-Syndrom hat VOX einge­holt, unter anderem, weil es in Anda­lu­sien keine objek­tive Möglich­keit gibt, dass die Linke regie­rungs­fähig ist, auch nicht mit Hilfe von Dr. Fran­ken­stein. Dies verwäs­sert den Anti-Links-Effekt in einem Duell, das eigent­lich zwischen der PP und VOX ausge­tragen wird; denn die Aufgabe, die Linken zu elimi­nieren, wird nicht von der PP, sondern von VOX übernommen.

In der PP sind sich zuerst Casado und dann Feijóo des Schwach­punkts von VOX, der Zuge­hö­rig­keit zu Janus, sehr wohl bewusst, und deshalb besteht das von Genua gesetzte Ziel darin, mehr Abge­ord­nete als die gesamte Linke zusammen zu bekommen und VOX in die Seile zu zwingen, damit sie einer Minder­heits­re­gie­rung Platz machen. Dann geht es darum, Gesetz für Gesetz zu verein­baren, wobei es einfa­cher wäre, die Unter­stüt­zung der PSOE zu bekommen, wie es im natio­nalen Parla­ment mit der Unter­stüt­zung geschieht, die Sánchez‘ Gesetze rettet.

Das ist es, was VOX nicht richtig zu lesen wusste und was sein Kampa­gnen- und Kommu­ni­ka­ti­ons­team nicht vorbe­reitet hat. Jenseits von Tagträumen steht fest, dass VOX in den Umfragen nicht über die 16/18%-Höchstgrenze hinaus­kommt, was zwar beein­dru­ckend, aber nicht ausrei­chend ist, um für die anda­lu­si­sche Regie­rung entschei­dend zu sein. VOX hat vergessen, dass die Punkte, die ihm fehlen oder die er behalten muss, im Wahl­kampf gewonnen oder erhalten werden. Sie hatte den Vorteil, dass alle anderen die Medi­en­kam­pagne suchten, fast für sich selbst, und dass die PP sich für die Feijóo-Taktik entschied… und ich weiß nicht, ob sie den großen medialen Nach­teil schätzten, in den sie sich aufgrund der Entschei­dung, Moreno Bonilla ohne Brüche zu unter­stützen, aus vielen Berei­chen begeben würden. Ich denke, sie haben die Lücken, die ihre Konkur­renten im ersten Teil der Kampagne hinter­lassen haben, nicht genutzt. Sie haben dies getan, obwohl sie einen hoch­qua­li­fi­zierten Kandi­daten hatten.

Nach dem, was wir gelesen haben, scheinen sie sich zu beeilen, um die Situa­tion zu berei­nigen, so dass es möglich ist, dass sie in großer Eile in Anda­lu­sien landen und die Kampagne wieder­holen werden.

Viel­leicht sind sie der Meinung, dass VOX zwischen 15 und 20 % der Stimmen hat, was zu viel ist. 5 %, die von der Fähig­keit abhängen, unent­schlos­sene Wähler zu mobi­li­sieren und zu gewinnen, die sich mögli­cher­weise der Stimme enthalten werden, die gemäß ihrer Nischen­taktik starke Vorschläge brau­chen, die sie an die Wahl­urnen bringen, und Macarena Olona, um Macarena Olona zu sein.

Es geht nicht um Sein oder Nicht­sein, aber es ist ähnlich, denn es ist nicht dasselbe, einen Vize­prä­si­denten mit poli­ti­schem Gewicht zu haben – nicht wie in Kasti­lien-León -, wie keinen zu haben. Vor allem, weil das Gewicht von Janus sie daran hindert, eine Oppo­si­tion zur PP zu sein, wenn sie auf diese Rolle verwiesen werden und sich somit selbst neutralisieren.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei EL CORREO DE ESPANA, unserem Partner in der EUROPÄISCHEN MEDIENKOOPERATION.



Bitte unter­stützen Sie unseren Kampf für Frei­heit und Bürgerrechte.
Für jede Spende (PayPal oder Bank­über­wei­sung) ab € 10.- erhalten Sie als Danke­schön auf Wunsch ein Dutzend Aufkleber „CORONA-DIKTATUR? NEIN DANKE“ porto­frei und gratis! Details hier.




2 Kommentare

  1. „VOX hat vergessen, dass die Punkte, die ihm fehlen oder die er behalten muss, im Wahl­kampf gewonnen oder erhalten werden.“

    Tja, warum kommt mir das nur so bekannt vor.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein