Warum das derzei­tige Banken­system für Konten­in­haber hoch­ris­kant ist

Warteschlange in Athen vor einem Geldautomaten 2015 – nur mehr € 60,-- pro Tag durften behoben werden. Auch im Euroland Zypern passierte Ähnliches.

Seit es Banken gibt, gibt es auch Bank­pleiten! Die aktu­elle Pleite der Commer­zi­al­bank Matters­burg im öster­rei­chi­schen Bundes­land Burgen­land ist somit kein Einzel­fall und wird ganz sicher auch nicht die letzte Bank­pleite sein.

Banken sind das finan­zi­elle Rück­grat jeder modernen Volks­wirt­schaft. Folg­lich wirken sich Bank­pleiten oder Betrü­ge­reien von Banken immer für eine gesamte Volks­wirt­schaft kata­stro­phal aus.

Bank­krisen gibt es, seit dem es Banken gibt:

Wiki­pedia schreibt zu diesem Thema:

„Banken­krisen waren stets Teil einer natio­nalen oder inter­na­tio­nalen Wirt­schafts­krise; sie haben sie ausge­löst oder waren eine Folge anderer Krisen­ur­sa­chen. Eine der ersten Banken­krisen war ersicht­lich die – durch Speku­la­ti­ons­blasen in London und Paris ausge­löste – Berner Banken­krise von 1720. Es folgten ausschließ­lich Banken­krisen, die Teil einer natio­nalen oder gar inter­na­tio­nalen Wirt­schafts­krise waren wie die Wirt­schafts­krise vom Mai 1837, Wirt­schafts­krise vom August 1857, die Welt­wirt­schafts­krise vom Oktober 1929, die Deut­sche Banken­krise vom Juni 1931, die Savings-and-Loan-Krise in den USA ab März 1985, die Schwe­di­sche Banken­krise von 1990 oder die welt­weite Finanz­krise ab August 2007. Auch neuere Staats­krisen waren von Banken­krisen begleitet wie die Asien­krise ab März 1997. In der Folge kam es ab Mai 1998 zur Russ­land­krise, die Argen­ti­nien-Krise begann ab Januar 1999. In der Euro­zone verur­sachten nicht nur sehr hohe Staats­schulden ab April 2010 die PIIGS-Krise, in der sich die Grie­chen­land­krise als die bisher desas­trö­seste entpuppte. Der PIIGS-Krise folgte die Euro­krise, die zahl­reiche Banken­ret­tungen erfor­der­lich machte.“

Lösungs­an­sätze gab es schon in der Vergangenheit!

Diese Bank­krisen führten schon in der Vergan­gen­heit immer wieder dazu, dass das Banken­system über­dacht wurde. Beispiels­weise wurde in den USA nach der, die Welt­wirt­schafts­krise von 1929 auslö­sende Banken­krise, die Banken neu struk­tu­riert. Es wurde per Gesetz die Banken in Geschäfts­banken und Invest­ment­banken geglie­dert (Trenn­ban­ken­system, Glass-Stea­gall Act).

Der Sinn dieser Auftei­lung war der, die hoch­ris­kanten Speku­la­ti­ons­ge­schäfte von den Geschäfts­banken fern­zu­halten, deren Aufgabe die Versor­gung der Wirt­schaft mit Geld ist. Die Pleite einer Invest­ment­bank hätte somit keinen Einfluss auf die Geschäfts­banken und die Realwirtschaft.

Im Zuge der „Libe­ra­li­sie­rung“ wurde dieses an sich vernünf­tige System in den USA von Barack Obama wieder aufge­hoben. Offen­sicht­lich muss ein System welches keine Wert­schöp­fung produ­ziert, wo Milli­arden Einla­ge­gelder hin und herge­schoben werden können, mit Duldung oder auf Weisung von ganz oben aufrecht­erhalten werden. Beim Wetten mit fremdem Geld (z.B. Termin­ge­schäfte oder Leer­ver­käufe) werden die Gewinne priva­ti­siert und die Verluste viel­fach sozia­li­siert. So einfach geht das.

Der bargeld­lose Zahlungs­ver­kehr ist ein neues Geschäfts­feld der Banken!

In den letzten Jahr­zehnten haben die Banken, neben dem tradi­tio­nellen Kredit­ge­schäft und der Speku­la­tion ein weiteres Geschäfts­feld über­nommen, von dem jeder einzelne Bürger betroffen ist: den bargeld­losen Zahlungsverkehr.

Heut­zu­tage ist jeder einzelne Bürger gezwungen ein Giro­konto zu besitzen. Jegliche Einnahmen eines Bürgers (Gehalt, Pension, Einnahmen aus einer Geschäfts­tä­tig­keit) haben über ein Giro­konto zu laufen. Barein­nahmen bzw. Barge­schäfte sind nur noch in Ausnah­me­fällen erlaubt und erfor­dern eine Registrierkasse.

Das „Geld­wä­sche­ge­setz verbietet de-facto die Verwen­dung von Bargeld!

Diese Rege­lung wurde noch durch das Geld­wä­sche­ge­setz von 2008 (z.B.: in Deutsch­land bzw. in Öster­reich) verschärft. Diese Gesetze beruhen auf einer EU-Richtlinie.

In der Praxis ist das Geld­wä­sche­ge­setz ein gut getarntes Bargeld­ver­bots­ge­setz. Es verbietet de facto die bargeld­lose Einbrin­gung von mehr als 15.000 Euro in irgendein Rechts­ge­schäft. Es müsste ein Nach­weis über den recht­mä­ßigen Erwerb dieser Geld­summe erbracht werden, was aber in der Praxis unmög­lich ist, da als Beweis weder eine weiter zurück­lie­gende Barab­he­bung von einem Giro- oder Spar­konto, noch ein Einkom­mens­be­scheid aner­kannt wird. Ein konkretes Beispiel dazu liegt unserer Redak­tion vor. Man kann also weder einen größeren Mittel­klas­se­wagen und schon gar nicht eine Immo­bilie in bar bezahlen. Selbiges gilt natür­lich für Unter­nehmen, die irgend­welche größere Inves­ti­tionen tätigen wollen.

Geld­wä­sche­ge­setz ist ein Bargeldverbotsgesetz!

Das „Geld­wä­sche­ge­setz“ zwingt somit jeden Bürger oder Insti­tu­tion sein/ihr Geld auf irgend­einer Bank zu belassen was der eigent­liche Zweck dieses Gesetzes ist. Es ist die Voraus­set­zung dafür, dass man sogar Minus­zinsen einheben kann, weil entnom­menes Bargeld nicht wieder in den Geld­kreis­lauf zurück­ge­schleust werden kann.

Der Bürger soll sein Geld nicht mehr schützen können!

Zu mögli­chen Minus­zinsen kommt jetzt noch das Verlust­ri­siko dazu, das jeder Konto­be­sitzer trägt.

Zwar gibt es in Öster­reich eine Einla­gen­si­che­rung bis 100.000 Euro, jedoch hat aus gege­benen Anlass RBI (Raiff­eisen Inter­na­tional) bereits vorge­schlagen für Verluste einen Selbst­be­halt einzuführen!

Für Unter­nehmen sind die 100 000 Euro Einla­ge­si­che­rung ohnehin ein Witz. Will das Unter­nehmen in guten Zeiten für Schlech­tere oder für Neuin­ves­ti­tionen sparen, kommen wohl weit mehr als 100.000 Euro zusammen. Eine Bank­pleite kann somit durch das Geld­wä­sche­ge­setz zu Unter­neh­mens­pleiten führen, da es einem Unter­nehmen unmög­lich ist sein Geld in Form von Bargeld in einem Safe zu parken!

Die Lösung: Ein neuer Bankentyp!

Eine Lösung dieses unak­zep­ta­blen Zustandes könnte so aussehen, dass das Konzept des Trenn­ban­ken­sys­tems um einen weiteren Bankentyp erwei­tert wird:

Eine Art Giro­bank, deren ausschließ­liche Aufgabe die Abwick­lung bargeld­loser Trans­ak­tionen ist!

So eine Bank würde nur aus einem leis­tungs­fä­higen Server bestehen. Konto­er­öff­nungen erfolgen nur über das Internet auto­ma­ti­siert. Bargeld­ver­kehr gibt es keinen. Es werden ledig­lich Banko­mat­karten an die Kunden vergeben. Für Notfälle bzw. Probleme wäre eine Hotline notwendig. Viel­leicht könnte man einige Anlauf­stellen, beispiels­weise nach dem Vorbild der Part­ner­schafts­be­treibe von Western Union schaffen, um kleiner Beträge ins rasch ins Ausland über­weisen zu können.

Die Orga­ni­sa­tion einer derar­tigen Bank wäre extrem schlank. Die Kosten dieser Orga­ni­sa­tion müssten über die Konto­ge­bühren herein­ge­bracht werden, die ja bei normalen Banken vor allem für Geschäfts­konten auch beacht­lich sind.

Obwohl eine derar­tige Bank selbst kein Risiko verur­sacht, kann sie durch die Pleite einer anderen Bank in Mitlei­den­schaft gezogen werden, da sie bei der Plei­te­bank ein Trans­fer­konto unter­hält. Dieses Risiko wäre jedoch am besten von der Bundes­bank (D)/Nationalbank (Ö) zu tragen. Aus diesem Grund könnte auch eine derar­tige Giro­bank direkt von der Bundesbank/Nationalbank betrieben werden, deren Exis­tenz­be­rech­ti­gung durch das Vorhan­den­sein der über­ge­ord­neten EZB sowieso frag­lich ist.

Der Staat soll die Kosten für die Über­wa­chung der Bürger selbst tragen!

Begründen kann man eine derar­tige Konstruk­tion auch durch die Geset­zes­lage, die jeden Bürger ein Giro­konto aufzwingt. Der Staat will offenbar den gesamten Zahlungs­ver­kehr über­wa­chen können. Die Kosten dafür kann aber nicht einzelnen Bürgern oder Insti­tu­tionen ange­lastet werden, die sich mit einem Total­ver­lust ihres Gutha­bens im Falle einer Banken­pleite noch dazu abfinden sollen!

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