Was in der Schweiz und anderswo berichtet wurde – 06.10.2022

Im Inter­net­radio mitge­hört und mitge­schrieben von Wilhelm Tell
 

Baltikum – Das Baltikum ist in einer eigenen Infla­tions-Sphäre. 24.2 % in Estland, 22.4 % in Lett­land, 22.5 % in Litauen: Nirgends in Europa ist die Infla­tion so hoch wie im Baltikum. Das war schon vor dem Krieg in der Ukraine so. Höhere Kosten für russi­sches Gas und Lebens­mittel aus der Ukraine fallen in diesen Ländern deut­lich stärker ins Gewicht. Experten weisen auf einen weiteren Effekt hin, wonach die Arbeits- und Finanz­märkte im Baltikum verhält­nis­mässig gut durch die Pandemie gekommen sind und die Löhne danach stark, um bis zu 10 Prozent, gestiegen sind. Das treibt die Infla­tion an. SRF.ch

Belarus – Eine wach­sende Zahl von Russen wählt das benach­barte Weiss­russ­land für ihren nächsten Urlaub, um Zugang zu west­li­chen Waren und Finanz­dienst­leis­tungen zu erhalten, die zu Hause aufgrund der gegen Moskau verhängten Sank­tionen wegen der Inva­sion der Ukraine nicht mehr verfügbar sind. Im Gegen­satz zu Russ­land bleiben die meisten auslän­di­schen Einzel­händler und grossen Zahlungs­un­ter­nehmen im ehema­ligen sowje­ti­schen Weiss­russ­land präsent, das oft als „letzte Diktatur in Europa“ bezeichnet wird. „Marken wie H&M, Bershka und Pull & Bear haben Russ­land verlassen, aber wir [die nach Weiss­russ­land reisen] können sich von Kopf bis Fuss in sie kleiden“, sagte Yelena Shiti­kova, eine Führungs­kraft des Reise­büros Family Travel für die Region Arch­an­gelsk, das Touren nach Weiss­russ­land anbietet. „Alles dort funk­tio­niert, es gibt keine Sank­tionen“, fügte sie hinzu. Mit mehreren tägli­chen Flügen und Zügen zwischen Moskau und Minsk ist Weiss­russ­land zu einem immer belieb­teren Ziel für Russen geworden, die west­liche Waren kaufen oder ein Bank­konto eröffnen möchten, das Visa- oder Master­Card-Debit­karten ausstellt, die in Russ­land nicht mehr erhält­lich sind. Die Buchungen von Reisen nach Weiss­russ­land sind um mehr als 60 % gestiegen. RBI.by

Bosnien – Im Rennen um die drei­köp­fige Präsi­dent­schaft bei der Wahl in Bosnien und Herze­go­wina haben natio­na­lis­ti­sche Kandi­daten erst­mals offenbar herbe Verluste erlitten. So setzte sich nach Angaben der Wahl­be­hörde bei den bosnia­ki­schen Vertre­tern der als proeu­ro­pä­isch geltende Denis Beci­rovic mit 56 Prozent der Stimmen gegen Bakir Izet­be­govic durch, den lang­jäh­rigen Chef der grössten bosni­schen Partei SDA. Im Rennen um den kroa­ti­schen Sitz sicherte sich den Teil­ergeb­nissen zufolge der Reformer Zeljko Komsic eine vierte Amts­zeit. Der für seinen Sepa­ra­tismus und Natio­na­lismus bekannte Milorad Dodik sicherte sich unter­dessen wohl erneut das Präsi­den­tenamt in der Repu­blika Srpska. Nach Auszäh­lung von rund 80 Prozent der Wahl­zettel ging Dodik laut Wahl­kom­mis­sion mit 48,8 Prozent der Stimmen in Führung. Oppo­si­ti­ons­kan­di­datin Jelena Trivic kam diesen Angaben zufolge auf rund 43 Prozent. Die Abstim­mung war so komplex wie das Land selbst. Auf der Ebene der gesamt­staat­li­chen Insti­tu­tionen bestimmten die Wähle­rinnen und Wähler vor dem Hinter­grund wach­sender ethni­scher Konflikte die zwei Kammern des zentralen Parla­ments sowie die drei­köp­fige Präsi­dent­schaft. Das in einen serbi­schen und einen kroa­tisch-bosnia­ki­schen Teil­staat geteilte Land mit einer Zentral­re­gie­rung wählte auf drei Ebenen: Neben der gesamt­staat­li­chen Ebene wurden in der Repu­blika Srpska, dem serbi­schen Landes­teil, die regio­nalen Abge­ord­neten sowie der Präsi­dent und seine zwei Stell­ver­treter gewählt. Beob­achter gehen davon aus, dass Dodik wieder Präsi­dent der Repu­blika Srpska wird. Der 63-Jährige hatte dieses Amt bereits zweimal inne. In der bosnia­kisch-kroa­ti­schen Föde­ra­tion fand die Wahl für ein Zwei­kam­mer­par­la­ment statt, das dann einen Präsi­denten und zwei Vize­prä­si­denten bestimmen wird. Die Wähle­rinnen und Wähler entscheiden auch über die Mitglieder der Versamm­lungen der zehn Kantone, aus denen die Föde­ra­tion besteht. Auf gesamt­staat­li­cher Ebene besteht die Präsi­dent­schaft aus einem Kroaten, einem Bosniaken und einem Serben, die sich alle acht Monate im Vorsitz abwech­seln. Die Zentral­re­gie­rung ist für das Militär, das Justiz­system, die Steu­er­po­litik, den Aussen­handel und die Diplo­matie zuständig. Die Teil­staaten haben ihre eigenen Polizei‑, Bildungs- und Gesund­heits­sys­teme. Das komplexe und wenig funk­ti­ons­fä­hige poli­ti­sche System in dem Balkan-Staat ging aus dem Dayton-Abkommen von 1995 hervor, mit dem der Bürger­krieg der 90er Jahre mit 100.000 Toten beendet worden war. Seit 1995 ernennt der UNO-Sicher­heitsrat einen Hohen Reprä­sen­tanten, der die Umset­zung des Frie­dens­ab­kom­mens über­wacht. Derzeit hat der Deut­sche Chris­tian Schmidt das Amt inne. Der Gesandte ist formal befugt, in die Gesetz­ge­bung einzu­greifen und gewählte Poli­tiker abzu­setzen. Die neuen Mass­nahmen würden darauf abzielen, „die Funk­ti­ons­fä­hig­keit der Föde­ra­tion von Bosnien und Herze­go­wina zu verbes­sern und die recht­zei­tige Umset­zung der Ergeb­nisse der Wahlen vom Oktober 2022 zu gewähr­leisten“, hiess es in einer Erklä­rung von Schmidt. ORF.at

Brasi­lien – Am 30. Oktober kommt es bei der Präsi­den­ten­wahl in Brasi­lien zu einem zweiten Wahl­gang. Keiner der Kandi­daten hat mehr als 50 Prozent der Stimmen erreicht. Nach Auszäh­lung fast aller Stimmen hat der linke Ex-Präsi­dent Luiz Inacio Lula da Silva 48 Prozent erhalten. Der amtie­rende rechte Präsi­dent Jair Bolso­naro 43 Prozent. Neben dem Staats­prä­si­denten werden in Brasi­lien auch Abge­ord­nete, Sena­toren und Gouver­neure gewählt. SRF.ch

Bulga­rien  – Bei den Parla­ments­wahlen in Bulga­rien ist die bürger­liche Oppo­si­ti­ons­partei GERB mit rund 25.4 Prozent der Stimmen stärkste Partei geworden. Auf Platz zwei landete mit knapp 20 Prozent die regie­rende libe­rale PP («Wir führen den Wandel fort») des im Juni gestürzten Regie­rungs­chefs Kiril Petkow. Die drei Parteien der regie­renden Koali­tion verloren ihre Mehr­heit. Damit ist unklar, welche Parteien gemeinsam eine neue Regie­rung bilden könnten. Gemäss amtli­chen Zwischen­er­geb­nissen und Prognosen mehrerer Meinungs­for­schungs­in­sti­tute hat die prowest­liche bürger­liche Oppo­si­ti­ons­partei GERB des lang­jäh­rigen Minis­ter­prä­si­denten Boiko Borissow die vorge­zo­gene Parla­ments­wahl gewonnen. Borissow war im April 2021 nach Korrup­ti­ons­vor­würfen abge­wählt worden. Etwas mehr als 20 Prozent erreichte die regie­rende libe­rale PP («Wir führen den Wandel fort») von Ex-Regie­rungs­chef Kiril Petkow. Sie liegt damit auf Platz zwei. Die drei Parteien in Petkows früherer Koali­ti­ons­re­gie­rung aus PP, Sozia­listen und dem konser­vativ-liberal-grünen Bündnis DB kämen demnach zusammen auf rund 38 Prozent. Ins Parla­ment könnten zwischen sechs und acht Parteien einziehen. Unter ihnen ist erneut auch die prorus­si­sche und natio­na­lis­ti­sche Wasrasch­dane («Wieder­ge­burt»), die mit rund elf Prozent der Stimmen rechnen kann. Vor den Wahlen waren mögliche Bünd­nisse ausge­schlossen worden und mehrere Parteien warfen einander vor, korrupt zu sein. Es war bereits die vierte Parla­ments­wahl seit rund einein­halb Jahren im ärmsten EU-Land. Die Wahl­be­tei­li­gung war tief. Die amtli­chen Ergeb­nisse werden erst in den kommenden Tagen erwartet. Vor der Wahl hatte die PP eine Koali­tion mit Boris­sows GERB ausge­schlossen. Sie warf Borissow und seiner Partei Korrup­tion vor. Unter dem Motto «Lasst uns unsere Arbeit abschliessen» will die PP den Kampf gegen die Korrup­tion weiter fort­setzen. Sie versprach auch, die Infla­tion zu zügeln, einem Nato- und EU-Kurs zu folgen und 2024 den Euro einzu­führen. SRF.ch

China – China hat gegen den Besuch einer deut­schen Bundes­tags-Dele­ga­tion in Taiwan protes­tiert und damit gedroht, „notwen­dige Mass­nahmen“ zu ergreifen. Die Parla­men­ta­rier wollen sich ein Bild über die Lage machen. CGTN.cn

Deutsch­land – Angst vor höheren Ener­gie­preisen. Die Strom­preise für deut­sche Haus­halte dürften weiter steigen, das legt eine Analyse mehrerer Vergleichs­por­tale nahe. Die teure Energie sorgt schon jetzt für hitzige Debatten, dabei haben die Preis­stei­ge­rungen – seit 2019 ist der Börsen­preis für Energie um 1000 Prozent gestiegen – noch gar nicht voll durch­ge­schlagen. Wegen lang­fris­tiger Verträge mit den Versor­gern. Vergan­gene Woche hat Kanzler Scholz nun ein neues, 200 Milli­arden Euro schweres Hilfs­paket für Unter­nehmen und Verbrau­cher präsen­tiert. Schon davor hat er hat im Kampf gegen stei­gende Preise vieles probiert: das 9‑Euro-Ticket, Tankra­batt, Mehr­wert­steu­er­sen­kung beim Gas. Dennoch weist das Land im September mit 10.9 Prozent die zweit­höchste Infla­tion unserer Nach­bar­länder aus. SRF.ch

Frank­reich – Frank­reich schafft es am besten – vorerst. Präsi­dent Macron hat den grössten Infla­ti­ons­treiber, die stei­genden Ener­gie­preise, früh bekämpft, bereits im Herbst 2021. An fran­zö­si­schen Zapf­säulen ist der Sprit mit 30 Cent pro Liter subven­tio­niert, Gas- und Strom­preise sind gede­ckelt. Bislang geht die Rech­nung auf: Die Infla­tion ist im September mit 6.2 Prozent gegen­über dem Vorjah­res­monat so tief wie in keinem anderen Euro-Land. Aller­dings bergen die Mass­nahmen Risiken, denn es ist völlig offen, wie hoch die Rech­nung für Ener­gie­ver­sorger und Staat am Ende ausfallen wird. Frank­reich hat aber noch einen Trumpf: Es bezieht den Strom haupt­säch­lich aus eigenen Atom­kraft­werken und ist viel weniger von (russi­schem) Gas abhängig. SRF.ch

Gross­bri­tan­nien – Liz Truss krebst nun doch zurück: Nach heftiger Kritik an ihren Wirt­schafts­plänen hat die briti­sche Regie­rung eine massive Kehrt­wende voll­zogen. Finanz­mi­nister Kwasi Kwarteng kündigte am Montag­morgen in Birmingham an, den Spit­zen­steu­er­satz von 45 Prozent für Topver­diener doch nicht zu strei­chen. SRF.ch

Indo­ne­sien – 37 Kinder waren unter den mindes­tens 125 Menschen, die am Wochen­ende nach einem Fuss­ball-Spiel in Ostjava getötet wurden. Die Kata­strophe am Samstag in einer Klein­stadt hat das Problem ins Rampen­licht gerückt. RRI.id

Iran – Auslöser der Demons­tra­tionen ist der Tod der 22-jährigen Mahsa Amini vor gut zwei Wochen. Die Sitten­po­lizei hatte sie wegen ihres angeb­lich «unis­la­mi­schen Outfits» fest­ge­nommen. Was mit Amini danach geschah, ist unklar. Die Frau fiel ins Koma und starb am 16. September in einem Kran­ken­haus. In der irani­schen Haupt­stadt Teheran sind Sicher­heits­kräfte mit Gewalt gegen protes­tie­rende Studen­tinnen und Studenten vorge­gangen. Staat­liche Medien bestä­tigen die Proteste an einer der renom­mier­testen Univer­si­täten Irans. Videos zeigen Menschen, die vor Sicher­heits­kräften fliehen. Teile des Campus seien abge­rie­gelt und Studie­rende fest­ge­nommen worden, melden Oppo­si­ti­ons­quellen. Seit zwei Wochen kommt es täglich in mehreren irani­schen Städten zu Protesten gegen die Regie­rung. In der Nacht zu Montag riegelten örtli­chen Medi­en­be­richten zufolge Poli­zisten und Milizen den Campus der renom­mierten Scharif-Univer­sität nach Protesten ab. Auch mehrere Profes­soren der Elite-Univer­sität sollen nach Angaben des irani­schen Nach­rich­ten­por­tals «Emtedad» verprü­gelt worden sein. SRF.ch

Italien – Sonder­fall bei den Löhnen. Seit drei Jahr­zehnten sind die Löhne in Italien kaum mehr gestiegen. Im Hinblick auf die hohe Infla­tion (9.5 Prozent im September) könnte man argu­men­tieren, dass die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale somit minimal ist. Und das ist gut. Die stagnie­renden Löhne haben aber eine Kehr­seite: Millionen Italie­ne­rinnen und Italiener leben in Armut und sind auf Hilfe des Staates ange­wiesen. Italien gibt, gemessen am Brut­to­in­land­pro­dukt, im Kampf gegen stei­gende Ener­gie­preise so viel Geld aus wie nur wenige andere euro­päi­sche Länder: Tankra­batt, Prämien für klamme Haus­halte, Infla­ti­ons­aus­gleich bei Renten. Die neue Regie­rungs­chefin Meloni hat Hoff­nungen auf weitere grosse Staats­hilfen indes bereits gedämpft. Selbst wenn sie weitere Schulden machen wollte: Die Staats­ver­schul­dung ist in Italien schon jetzt exor­bi­tant hoch, die Finanz­märkte goutieren keine weitere Verschuldung.
● Venedig verkommt zum Disney­land. In Vene­digs Altstadt leben weniger als 50’000 Menschen. 1945 waren es 175’000. Ist das der Anfang vom Ende für Venedig? Je mehr Touristen nach Venedig kommen, umso grösser ist die Nach­frage nach Unter­künften und Lokalen. Hote­liers und Restau­rant­be­sit­ze­rinnen zahlen immer höhere Preise für neuen Wohn- und Nutz­raum. Einhei­mi­schen werden so hohe Preise für ihre Wohnungen geboten, dass sich viele dazu verführen lassen, sie zu verkaufen. Dazu kommt, dass immer mehr Vene­zianer wegziehen und aus ihren Apart­ments lukra­tive Feri­en­woh­nungen machen. Mit Touristen verdient man schliess­lich viel mehr als mit normalen Mietern. Die Folgen sind drama­tisch: Die Stadt entvöl­kert sich und wird zuneh­mend zu einer histo­ri­schen Kulisse für Touris­ten­massen, die durch­schnitt­lich nur zwei Tage in der Stadt bleiben. SRF.ch

Lett­land – Bei der Parla­ments­wahl in Lett­land liegt die libe­ral­kon­ser­va­tive Partei Jauna Vieno­tiba (Neue Einig­keit) von Regie­rungs­chef Kris­janis Karins vorn. Sie hat 18.9 Prozent der Stimmen erhalten. Laut der Wahl­kom­mis­sion wurde zweit­stärkste Kraft das oppo­si­tio­nelle Bündnis der Bauern und Grünen mit 12.7 Prozent. Das neu gebil­dete Wahl­bündnis Verei­nigte Liste erreicht 11.0 Prozent. SRF.ch

Öster­reich – Öster­reich probiert es mit der Strom­preis­bremse. Mit 11%  hat Öster­reich die höchste Infla­tion unserer Nach­bar­länder. Ab Dezember soll die Strom­preis­bremse wirken und den durch­schnitt­li­chen Haus­halt um 500 Euro pro Jahr entlasten. Bereits in Kraft ist ein Geflecht aus Gutscheinen und Ausgleichs­zah­lungen, das laut Kriti­kern jedoch nicht wirk­lich bei jenen ankommt, die Hilfe brau­chen. Die Regie­rung ist in der Selbst­be­ur­tei­lung weniger kritisch: Finanz­mi­nister Magnus Brunner pries im Sommer das öster­rei­chi­sche Infla­ti­ons­paket als das Grösste in Europa. Tatsäch­lich liegt es, gemessen am prozen­tualen Anteil am Brut­to­in­land­pro­dukt, im euro­päi­schen Mittel­feld. Aller­dings: Hohe Staats­aus­gaben sind im Kampf gegen die Infla­tion nicht per se sinn­voll. Sie können im Gegen­teil zum Problem werden, wenn sie die Nach­frage der Haus­halte – und damit die Infla­tion – weiter ankur­beln. SRF.ch

Polen – Der polni­sche Aussen­mi­nister Rau hat nach ARD-Infor­ma­tionen eine diplo­ma­ti­sche Note an das Auswär­tige Amt unter­zeichnet. Darin werden 1,3 Billionen Euro Repa­ra­ti­ons­zah­lungen von Deutsch­land gefor­dert – für die Schäden im Zweiten Welt­krieg und die Folgen der deut­schen Besat­zung. RBB.de

Schweden – Mit dem Medizin-Preis star­tete der Nobel­preis-Reigen. Am Dienstag und Mitt­woch werden die Träger des Physik- und des Chemie-Preises benannt. Am Donnerstag und Freitag folgen die Bekannt­gaben für den Lite­ratur- und den Frie­dens­no­bel­preis. Die Reihe endet am folgenden Montag, 10. Oktober, mit dem von der schwe­di­schen Reichs­bank gestif­teten soge­nannten Wirt­schafts-Nobel­preis. Die feier­liche Vergabe aller Auszeich­nungen findet tradi­ti­ons­ge­mäss am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstif­ters Alfred Nobel. Bereits am vergan­genen Donnerstag waren die Träger der dies­jäh­rigen Alter­na­tiven Nobel­preise von der Right Live­li­hood Stif­tung bekannt­ge­geben worden. Der Nobel­preis für Medizin geht in diesem Jahr an den Schweden Svante Pääbo (67) für seine Erkennt­nisse zur mensch­li­chen Evolu­tion. Das teilte das Karo­linska-Institut am Montag in Stock­holm mit. Pääbo ist Direktor und wissen­schaft­li­ches Mitglied am Max-Planck-Institut für Evolu­tio­näre Anthro­po­logie. Er sequen­zierte unter anderem als erster Forscher das Nean­der­taler-Genom. Die bedeu­tendste Auszeich­nung für Medi­ziner ist in diesem Jahr mit zehn Millionen schwe­di­schen Kronen (rund 920’000 Euro) dotiert. Seit 1901 haben 224 Menschen den Medizin-Nobel­preis erhalten, darunter 12 Frauen. Der erste ging an den deut­schen Bakte­rio­logen Emil Adolf von Behring für die Entde­ckung einer Therapie gegen Diph­therie. 1995 erhielt als erste und bislang einzige deut­sche Frau Chris­tiane Nüss­lein-Volhard diese Auszeich­nung. Im vergan­genen Jahr bekamen David Julius (USA) und der im Libanon gebo­rene Forscher Ardem Pata­pou­tian den Preis. Die beiden haben Zell­re­zep­toren entdeckt, über die Menschen Tempe­ra­turen und Berüh­rungen wahr­nehmen. Der Nobel­preis ist eine seit 1901 jähr­lich verge­bene Auszeich­nung, die der schwe­di­sche Indus­tri­elle Alfred Nobel (1833–1896) gestiftet hat. SRF.ch

Schweiz – der starke Franken hilft. Die Infla­tion ist in der Schweiz im September auf 3.3 Prozent geklet­tert, wie das Bundesamt für Statistik heute meldet. Dass sie nicht höher ist, ist unter anderem dem starken Franken zu verdanken: Dank seiner Kauf­kraft können wir verhält­nis­mässig günstig impor­tieren – das dämpft die Infla­tion. In der Euro­zone ist die Infla­tion deut­lich höher, so hoch wie noch nie: Im September stiegen die Preise gegen­über dem Vorjah­res­monat um 10 Prozent. Es ist der stärkste Anstieg seit Einfüh­rung des Euro im Jahr 1999. Aller­dings sind die Unter­schiede in Europa riesig (siehe Karte), das Spek­trum reicht von 6.2 Prozent in Frank­reich bis deut­lich über 20 Prozent im Baltikum. Ein Blick auf unsere Nach­bar­länder und die unter­schied­li­chen Versuche der Regie­rungen, die Infla­tion zu bekämpfen.
● Verborgen hinter dicken Türen und hohen Zäunen und von Video­ka­meras über­wacht, liegt der Campus der Novartis mitten im Basler St. Johann-Quar­tier. Der Stadt­teil liegt direkt am Rhein und glänzt mit prägenden archi­tek­to­ni­schen Perlen, Läden und Restau­rants, von denen die Basle­rinnen und Basler bisher nichts hatten. Die meisten kennen den Campus nur von Bildern, einige wenige konnten durch Bekannt­schaften mit Novartis-Ange­stellten schon einmal durch die Strassen schlen­dern. Für den Gross­teil der Bevöl­ke­rung ist dieser Stadt­teil jedoch ein unbe­kannter Ort. Dies ändert sich ab Oktober: Ab dann ist das Firmen­ge­lände tags­über öffent­lich zugäng­lich. Dies sei ein grosser Schritt für die Firma, sagt Novartis-Spre­cherin Nelly Riggen­bach. Lange habe man Angst vor Indus­trie­spio­nage gehabt, doch mit der Digi­ta­li­sie­rung habe sich das verän­dert: «Die Idee, dass man mit Zäunen Daten schützen kann, die musste die Firma in den letzten Jahren beer­digen.» Das Image einer «verbo­tenen Stadt» wolle der Konzern mit der Öffnung ablegen, der Bevöl­ke­rung Einblicke in die Forschung von Novartis ermög­li­chen. «Wenn wir wollen, dass die Gesell­schaft versteht, was wir machen und warum das wichtig ist, dann ist der Schritt der Öffnung nichts als logisch», ist Riggen­bach über­zeugt. Jahr­zehn­te­lang herrschte bei der Novartis eine Art Abschot­tungs­po­litik. Wer das Gelände betreten wollte, konnte dies nur mit einer Einla­dung: Pass oder ID wurden am Empfang streng kontrol­liert. «Dieses Proze­dere wird den Leuten künftig erspart, seit Oktober kann man einfach auf den Campus spazieren», sagt Riggen­bach. Die schritt­weise Öffnung des Campus setzte im Früh­jahr 2022 ein, als der Phar­ma­riese ein Begeg­nungs­zen­trum eröff­nete. 20 Millionen Franken kostete der Pavillon, in welchem Quar­tier­be­woh­nende und Forschende in einem Café und einem Ausstel­lungs­raum aufein­an­der­treffen sollen. Wir haben nichts zu verbergen und möchten mehr Austausch mit der Bevöl­ke­rung. Ziel des Zentrums sei es, Trans­pa­renz zu schaffen, sagte Novartis-Verwal­tungs­rats­prä­si­dent Jörg Rein­hardt kurz vor der Eröff­nung des Pavil­lons gegen­über Radio SRF: «Eine so grosse Firma hat eine Verpflich­tung, zu doku­men­tieren, was sie tut. Wir haben nichts zu verbergen und möchten mehr Austausch mit der Bevöl­ke­rung.» Auf die Eröff­nung des Pavil­lons folgt nun also die Öffnung des ganzen Areals. Es ist jedoch eine mit Einschrän­kungen. Ähnlich wie bei einem Museum gelten auf dem Firmen­ge­lände strikte Öffnungs­zeiten und Regeln. Rauchen und Trinken ist auf dem Novartis-Campus verboten, lautes Musik­hören ist eben­falls nicht erlaubt. Über die bevor­ste­hende Öffnung infor­miert der Konzern nur sehr zurück­hal­tend. Die Novartis hängte den Entscheid nicht an die grosse Glocke. Mit Angst vor Vandalen oder Tier­schüt­zern hänge das jedoch nicht zusammen, betont Riggen­bach. Stör­ak­tionen Links­ra­di­kaler, wie bei der Eröff­nung des Pavil­lons im Früh­jahr, erwarte man keine.
● Infla­tion in der Schweiz geht im September leicht zurück
● Die vom Bundesrat erlas­sene Vorschrift, dass Wohnungen im Krisen­fall nur noch auf maximal 19 Grad geheizt werden dürfen, kolli­diert mit einem Urteil des Bundes­ge­richts, wonach Wohnungen mindes­tens 20 Grad warm sein sollten. SRF.ch

Südtirol – Nach den Ereig­nissen des Bozner Blut­sonn­tags vom April 1921 orga­ni­sierten die Faschisten im Oktober 1922 den Marsch auf Bozen, Der Marsch auf Bozen vom 1. bis 2. Oktober 1922 war eine gewalt­tä­tige poli­ti­sche Aktion italie­ni­scher Faschisten, die gegen die deut­sche Volks­gruppe in Südtirol gerichtet war. Eine direkte Folge des Marsches auf Bozen war die rechts­wid­rige Abset­zung von Julius Pera­thoner, des letzten deut­schen Bürger­meis­ters der damals noch mehr­heit­lich deutsch­spra­chigen Stadt Bozen, sowie des italie­ni­schen Zivil­kom­mis­sars Luigi Credaro. Mit dem „Marsch auf Bozen“ wurde die demo­kra­ti­sche Selbst­ver­wal­tung der Stadt Bozens besei­tigt. Erst nach 1945 wurden wieder demo­kra­ti­sche Gemein­de­rats­wahlen durch­ge­führt. Am 2. Oktober 2012 erin­nerte die Stadt Bozen erst­mals mit einer offi­zi­ellen Gedenk­feier an diese Ereig­nisse. Die 100 Jahre Veran­stal­tung wurde vom Vertreter der faschis­ti­schen Fratelli d’Italia kriti­siert. RAI.it

Ukraine – Präsi­dent Selenski verkün­dete, dass Liman in der Region Donezk voll­ständig zurück­er­obert wurde. Die russi­schen Truppen hatten das winzige Dorf aufge­geben. Damit beginnt die Rück­erobe­rung von Lugansk, Donezk, Cherson und Sapo­rischja durch die ukrai­ni­sche Armee. Zum Schluss fällt dann auch Putin. RUI.ua

Ungarn – Nach zwei­mo­na­tiger Pause gab Minis­ter­prä­si­dent Viktor Orbán am Frei­tag­morgen sein übli­ches Inter­view im Kossuth-Radio. Poli­ti­sche Entschei­dungen und fehl­ge­lei­tete Sank­tionen Brüs­sels hätten zu den hohen Energie- und Lebens­mit­tel­preisen in Europa geführt. Ungarn habe genug Gas, aber 2023 werde noch schwie­riger als dieses Jahr. Brüssel belog die Bürger Europas. Es wurde verspro­chen, dass sich die Sank­tionen nicht auf die Ener­gie­preise auswirken und den Krieg in der Ukraine schnell beenden würden. „Wir sind wütend, denn wir wurden betrogen“, sagte Orbán weiter. Seiner Ansicht nach wird der Krieg noch lange dauern, die Ener­gie­preise infolge der Sank­tionen hoch bleiben, so dass sich die „Speku­lanten die Hände reiben“. Die Speku­lanten – ange­fangen bei George Soros sowie den Aktio­nären grosser Ener­gie­un­ter­nehmen – verdienen zusätz­liche Milli­arden. Die Ener­gie­preise seien nicht durch wirt­schaft­liche Faktoren, sondern durch poli­ti­sche Entschei­dungen in Brüssel in die Höhe getrieben worden, sagte er. Orbán betonte, dass die unga­ri­sche Wirt­schaft die Auswir­kungen vier­ein­halb bis fünf Monate lang nicht spüren würde, sollte das Gas ab morgen früh nicht in Ungarn ankommen, „weil wir Vorräte ange­legt haben“.
● Der öster­rei­chi­sche Bundes­kanzler Karl Nehammer (ÖVP), der serbi­sche Präsi­dent Alek­sandar Vucic und der unga­ri­sche Regie­rungs­chef Viktor Orban treffen einander heute in Buda­pest ange­sichts stei­gender Flücht­lings­zahlen zu einem Gipfel über Migra­tion. KR.hu



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1 Kommentar

  1. Weiß­russ­land: Inter­es­sant, das was vor 40 Jahren der Plat­tensee für die Deut­schen beider­seits der Demar­ka­ti­ons­linie war könnte sich hier wiederholen.

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