Was in der Schweiz und anderswo berichtet wurde 08.12.2021

Telldenkmal mit Bronzestatue von Richard Kissling und Hintergrundbild von Hans Sandreuter in Altdorf (Kanton Uri, Schweiz) · Foto: Хрюша / Wikimedia CC 3.0

Im Inter­net­radio mitge­hört und mitge­schrieben von Wilhelm Tell

Brasi­lien Rio de Janeiro sagt wegen der Corona-Pandemie erneut die berühmte Silves­ter­party am Strand von Copa­ca­bana ab. SRF.ch

China Die Tennis­welt ist in Aufruhr: In China und Hong­kong werden vorerst keine Turniere der Frauen mehr durch­ge­führt. Das hat der Welt­ver­band der Tennis­spie­le­rinnen WTA entschieden. Dem Verband könnten damit hunderte Millionen Dollar Einnahmen entgehen, denn China ist einer der wich­tigsten Märkte für das Frau­en­tennis. Die WTA begründet diesen Entscheid damit, dass die Situa­tion um die chine­si­sche Spie­lerin Peng Shuai nach wie vor unklar sei. Man habe Zweifel daran, dass sie frei und sicher sei. Die Women’s Tennis Asso­cia­tion (WTA) ist die Verei­ni­gung der profes­sio­nellen Tennis­spie­le­rinnen. Sie ist somit das Gegen­stück zur Asso­cia­tion of Tennis Profes­sio­nals (ATP) der Herren. Über WTA und ATP steht die Inter­na­tional Tennis Fede­ra­tion (ITF), die die Spiel­re­geln fest­legt. SRF.ch Corona-Regeln in Sport­sta­dien. 3G in der Schweiz, Geis­ter­spiel in Holland, Full House in England. SRF.ch

Deutsch­land Wer nicht voll­ständig geimpft oder genesen ist und nach Deutsch­land einreisen will, muss künftig für zehn Tage in Quarantäne.
Der Große Zapfen­streich gehört in Deutsch­land zum Abschied eines jeden Kanz­lers, bei der abtre­tenden Kanz­lerin Merkel (67) ist es natür­lich nicht anders. Wie ihre Vorgänger durfte auch sie sich für diese hohe ehrwür­dige Mili­tär­ze­re­monie drei Musik­stücke wünschen. Gespielt wurden diese am Donners­tag­abend (2.12.) von der Mili­tär­musik. Zwei große Musi­ke­rinnen – aus West und Ost – hat sich die mäch­tigste Frau der Welt ausge­sucht. Hilde­gard Knef (auch Hilde­garde Neff, 1925–2002), die in jungen Jahren einst im Krieg durch die bren­nenden Straßen Berlins rannte, erin­nerte sich später an ihren gigan­ti­schen Hit «Für mich soll’s rote Rosen regnen» von 1968. Ihre Film­kar­riere begann sie als Comik­zeich­nerin in den 1940ern. Bei ihrem Zapfen­streich setzt Angela Merkel aus dem ostdeut­schen Bran­den­burg noch auf eine zweite Diva: Nina Hagen (*1955). 1974 aller­dings noch nicht ganz so schrill, wie später. Das Stück ‹Du hast den Farb­film vergessen› spielt auf der Hiddensee, die in der DDR eher den Partei­bonzen vorbe­halten war. Das Lied thema­ti­siert implizit die Mangel­wirt­schaft in der DDR. Farb­film war damals kaum zu kriegen.» Wenn die Mili­tär­musik die Merkel’sche Selek­tion zum Besten gab, dann wurde jede Zuckung der lang­jäh­rigen Kanz­lerin beob­achtet, so, wie vor 16 Jahren bei ihrem Vorgänger Schröder – der sich mit Frank Sinatra selbst­be­weih­räu­cherte. Wie anders zeigt sich da Angela Merkel mit Hilde­gard Knef, Nina Hagen – und «Grosser Gott, wir loben dich».SRF.ch
Komplett-Lock­down wird bereits ange­dacht. SWR.de

EU Die Euro­päi­sche Union kennt Sank­ti­ons­re­geln für Staaten, die gegen Prin­zi­pien verstossen; etwa dem Grund­satz nicht Folge leisten wollen, dass natio­nale Justiz­sys­teme unab­hängig von poli­ti­scher Einfluss­nahme zu orga­ni­sieren sind; oder dass euro­päi­sches Recht über natio­nalem Recht steht. Gegen die EU-Mitglieds­staaten Polen und Ungarn laufen Artikel 7 Verfahren. Diese Verfahren können gar nicht in Sank­tionen münden, weil solche im Rat der Mitglieds­länder einstimmig beschlossen werden müssen. Weil Polen Ungarn deckt und Ungarn Polen, kommen Sank­tionen gar nie zur Abstim­mung. SRF.ch
Schwere Vorwürfe gegen Öster­reichs EU-Kommissar Johannes Hahn (64) erhebt die fran­zö­si­sche Zeitung „Libé­ra­tion“: Hahn soll sich von Lobby­isten zu Jagd­aus­flügen und teuren Essen einladen haben lassen, ohne das zu melden. Hahn bestreitet die Vorwürfe. Er nahm demnach Ende 2015 an einer Jagd­ge­sell­schaft teil, die von der belgi­schen Lobby der Land­be­sitzer (ELO) bezahlt wurde.
2022 Jahr der Jugend. ORF.at

Frank­reich Die Rüstungs­in­dus­trie macht gute Abschlüsse in den Emiraten. Frank­reich unter­hält dort einzige Mili­tär­base. Die Basis der «Répu­bli­cains» hat Valérie Pécresse (54) mit 60 Prozent der Stimmen zur Kandi­datin erkoren. Die Präsi­dentin der Region Île-de-France wird im nächsten Jahr als erste Frau die tradi­ti­ons­rei­chen Konser­va­tiven bei einer Präsi­den­ten­wahl 2022 vertreten. Aber die 40 Prozent für ihren Konkur­renten Eric Ciotti (56) müssen der Partei­lei­tung zu denken geben. Ciotti, der am rechten Flügel der Partei poli­ti­siert, hat die partei­in­terne Kandi­da­ten­wahl zwar verloren, aber das Resultat hat ihn gestärkt. Nun dürfte er program­ma­tisch Konzes­sionen fordern: Vorrang für fran­zö­si­sche und EU-Bürger auf dem Arbeits­markt, bei Sozi­al­leis­tungen und sozialem Wohnen. Diese Vorschläge Ciottis könnten auch aus den Wahl­pro­grammen von Marine Le Pen oder Eric Zemmour stammen.SRF.ch

Indo­ne­sien Beim Ausbruch des Vulkans Semeru auf Java gab es Tote und Verletzte. SRF.ch

Kroa­tien Ein Bericht des Euro­pa­rats doku­men­tiert Gewalt an der Grenze. Recher­chen haben brutale Push­backs durch maskierte Sonder­ein­heiten aufge­zeigt. Die kroa­ti­sche Regie­rung spricht von Falsch­mel­dungen. SRF.ch

Libanon In der Not sind Liba­nesen erfin­de­risch. Weil sich immer weniger Benzin leisten können, helfen sie sich mit einem privaten ÖV. SRF.ch

Libyen Die Wahl des Präsi­denten ist für den 24.12 geplant. Es ist aller­dings unklar, ob die Wahl über­haupt statt­finden kann. Sie ist Teil eines Fahr­plans der UNO, mit dem der lang­jäh­rige Bürger­krieg beendet werden soll. SRF-Ausland­re­dak­torin Vero­nika Meier hält fest: «Es gibt heftigen Streit um die Wahl­ge­setze. Es ist auch nicht klar, wie die Macht des Präsi­denten ausge­staltet sein soll.» Dafür gebe es keine Basis. Weiter gebe es auch Sicher­heits­pro­bleme. «Auch wurden bereits Wahl­zettel von bewaff­neten Milizen geklaut.» Saif al-Islam Gaddafi darf kandi­dieren: Erst wurde er von der Wahl­kom­mis­sion ausge­schlossen. Nun hat ein Gericht für ihn entschieden SRF.ch

Malaysia Ein briti­scher Luft­fahrt­in­ge­nieur behauptet, eines der grössten Luft­fahr­t­rätsel aller Zeiten gelüftet zu haben: die letzte Ruhe­stätte des Malaysia-Airlines-Fluges 370. Richard Godfrey, ein Grün­dungs­mit­glied der nicht­staat­li­chen unab­hän­gigen MH370-Gruppe, sagte am 1.12., dass die neue Kartie­rungs­tech­no­logie die Absturz­stelle des Passa­gier­flug­zeugs 2000 km west­lich von Perth im südli­chen Indi­schen Ozean loka­li­siert habe. BBC.uk

Nieder­lande Der über­wie­gend aus Holz bestehende Haupt­sitz der Triodos­bank in Drie­bergen hat den Natio­nalen Holz­bau­preis 2021 gewonnen. Die Böden, Decken und Trep­pen­häuser im Gebäude sind komplett aus Holz. Selbst Häuser mit 20 Stock­werken aus Holz sind keine Ausnahme mehr. Demnächst wird das höchste Haus aus Holz fertig – mit 86 m Höhe. Es gibt bei Massiv­holz keine Brand­ge­fahr. NPO.nl

Öster­reich Der bishe­rige Innen­mi­nister Karl Nehammer (49) wird neuer öster­rei­chi­scher Bundes­kanzler und Chef der ÖVP. Der Vorstand der ÖVP habe ihn einstimmig zum neuen Partei­ob­mann gewählt, gab Nehammer am 3.12. an einer Medi­en­kon­fe­renz bekannt. Nehammer folgt damit auf Alex­ander Schal­len­berg und Sebas­tian Kurz, die ihre Ämter als Kanzler, bezie­hungs­weise als ÖVP-Chef zur Verfü­gung gestellt hatten. Nehammer ist ehema­liger Berufs­soldat im Rang eines Leut­nants und lang­jäh­riger Partei­funk­tionär. Er steht unter anderem für eine harte Haltung gegen ille­gale Migra­tion und gegen radi­kale isla­mis­ti­sche Strö­mungen. Eines seiner Haupt­pro­jekte als Innen­mi­nister war der Umbau des Verfas­sungs­schutzes, der in den vergan­genen Jahren mehr­fach in die Kritik geraten war und auch im Vorfeld des Terror­an­schlags vom 2. 11.2020 Mängel offen­barte. Zu den zentralen Grund­werten seiner Politik würden Verant­wor­tung, Soli­da­rität und Frei­heit zählen, sagte Nehammer in einer ersten Stel­lung­nahme. «Fürein­ander da sein, fürein­ander einstehen, aufein­ander aufpassen», das gelte gerade in der Corona-Pandemie. Er gehörte nach Einschät­zung von Experten zwar zum erwei­terten, aber nicht zum allerengsten Vertrau­ten­kreis von Kurz. «Er verfügt im Gegen­satz zu Kurz auch über intakte Verbin­dungen zu den Sozi­al­de­mo­kraten», sagte der Poli­to­loge Thomas Hofer. Auch das Verhältnis zum grünen Koali­ti­ons­partner sei trotz einiger Reibe­reien trag­fähig. Bundes­prä­si­dent Alex­ander Van der Bellen muss Nehammer formell noch als Kanzler verei­digen. Seine Rolle als Partei­chef muss noch von einem Parteitag bestä­tigt werden. Der Rückzug von Kurz hatte einen perso­nellen Domi­no­ef­fekt ausge­löst. So hatte auch Finanz­mi­nister Gernot Blümel (40), ein enger Kurz-Vertrauter, seinen Rückzug aus der Politik verkündet und auch der Unter­richts­mi­nister Heinz Fass­mann (66). OPEC Plus stei­gert Ölför­de­rung um 400‘000 Barrel täglich. Zigtausende von Menschen sind am 4.12. durch Wien marschiert, um gegen die Einschrän­kungen des öffent­li­chen Lebens zu protes­tieren, mit denen die Coro­na­virus-Pandemie einge­dämmt werden soll. Rund 1’200 Poli­zei­be­amte waren im Einsatz für die verstreuten Proteste, die in einen Marsch auf dem Ring in der Wiener Innen­stadt münden sollten. Die Menschen trugen Schilder mit der Aufschrift: «Ich entscheide selbst», «Make Austria Great Again», «Wir sind das Volk» und «Neuwahlen» – eine Anspie­lung auf die poli­ti­schen Turbu­lenzen, die inner­halb von zwei Monaten drei Bundes­kanzler hervor­ge­bracht haben. Ange­sichts der täglich anstei­genden Infek­ti­ons­zahlen hat die öster­rei­chi­sche Regie­rung im vergan­genen Monat als erstes Land in West­eu­ropa erneut einen Lock­down verhängt und ange­kün­digt, dass ab Februar Impfungen obli­ga­to­risch sein werden. Es drohen Strafen von 2‘500 Euro. SRF.ch

Saudi­ara­bien Frank­reichs Präsi­dent Emma­nuel Macron hat in Saudi-Arabien Kron­prinz Mohammed bin Salman getroffen. Es geht um ein Mega-Waffen­ge­schäft. Bin Salman empfing Macron in einem Palast in der Stadt Dschidda. Macron ist der erste west­liche Staats­chef, der seit dem Mord am saudi­schen Jour­na­listen Jamāl ʾAḥmad Ḵāšuqjī vor 3 Jahren nach Saudi-Arabien gereist ist. SRF.ch

Schweden. Der russi­sche Aussen­mi­nister Lawrow hat sich am 2.12. unter klarem Auftrag des Kremls mit seinem US-ameri­ka­ni­schen Amts­kol­legen Blinken in Stock­holm getroffen. Für Russ­lands Regie­rung unge­wöhn­lich trans­pa­rent, gab Wladimir Putin am Mitt­woch im Vorfeld öffent­lich bekannt, welche Forde­rung Moskau an Washington stellt. Der Kreml wolle eine schrift­liche Zusi­che­rung, dass die Ukraine nicht der Nato beitrete. Damit hätte er persön­lich klar­ge­stellt, weswegen er in den vergan­genen Wochen wieder vermehrt Mili­tär­fahr­zeuge, Waffen und Soldaten in das Grenz­ge­biet zur Ukraine auffahren hat lassen. SRF.ch

Schweiz. Der Bundesrat reagiert auf die stei­genden Corona-Zahlen und beschliesst einen Strauss an Mass­nahmen. Die Verschär­fungen im Inland treten am 6.12. in Kraft und gelten bis vorerst am 24. Januar. Die neuen Einrei­se­be­stim­mungen treten bereits am 4.12. in Kraft. Auswei­tung der Masken­pflicht, Sitz­pflicht in Restau­rants, Kontakt­daten bei Sport­trai­nings, Möglich­keit zur Anwen­dung von 2G, Einrei­sende brau­chen PCR-Test.
Die Inten­siv­sta­tionen füllen sich wieder. Die Schwei­ze­ri­sche Akademie der Medi­zi­ni­schen Wissen­schaften warnt denn auch wieder davor, dass die Pandemie zu einer kriti­schen Auslas­tung der Inten­siv­sta­tionen führe und nicht-dring­liche Eingriffe verschoben werden müssen. Die Situa­tion werde auch daher verschärft, dass nicht alle zerti­fi­zierten Betten betrieben werden können – wegen Perso­nal­mangel. Die Kapa­zi­täten in den Spitä­lern können nicht voll ausge­schöpft oder ausge­baut werden, weil das Personal fehlt. Die Neure­kru­tie­rungen konnten bisher nur die Abgänge ersetzen. Man habe alle Register gezogen, sagen Spitäler und Kantone. Der Schweizer Berufs­ver­band der Pfle­ge­fach­per­sonen (SBK) fordert, dass die rund 10’000 Personen, die aus dem Beruf ausge­stiegen seien, mit ange­mes­senen finan­zi­ellen Ange­boten zu einer Rück­kehr moti­viert werden müssten. Und das bestehende Pfle­ge­per­sonal müsse mit einer Sofort­zu­lage von 1‘000 Franken pro Monat eine finan­zi­elle Aner­ken­nung erhalten.
Wer Back­waren bestellen will, wird im Internet fündig: Sarahs Schoggi-Chuchi, Nancys Nasch­werk, Manu­faktur Chez Karin. Es gibt schier endlos viele Ange­bote – meist von Frauen. Viele von ihnen sind gelernte Bäcke­rinnen, Kondi­to­rinnen, die ihre Anstel­lung in einer Bäckerei aufge­geben haben und nun aus der eigenen Back­stube, von zu Hause aus backen.
Ein Auto­lenker fährt seine Frau zum Covid-Test und steigt selbst kurz aus. Das wird teuer. «Dürfen die mich schon nach so kurzer Zeit büssen?», fragt sich ein Hörer des SRF-Maga­zins «Espresso». Er hatte seine Frau nach Walli­sellen (ZH) zu einem Covid-Test­center chauf­fiert. Er sei dann noch kurz ausge­stiegen, aber nach zwei bis drei Minuten wieder wegge­fahren. Schon bald flat­tert ihm eine happige Rech­nung ins Haus: 70 Franken soll er der privaten Park­platz-Kontroll­firma Zibsec überweisen.
Schweizer Tourismus. Omikron verun­si­chert: Stor­nie­rungen von Winter­fe­rien nehmen zu. Es ist eine weitere verpasste Chance für die WTO (Welt­han­dels­or­ga­ni­sa­tion). Denn wenn die 164 Mitglieds­länder sich bei der Minis­ter­kon­fe­renz in Genf auf ein globales Handels­ab­kommen hätten einigen können, dann hätte die WTO nach langer Zeit wieder einmal demons­trieren können, dass sie hand­lungs­fähig ist. Vor allem bei zwei aktu­ellen Themen wäre eine Eini­gung sehr erwünscht gewesen: beim Abbau schäd­li­cher Fischerei-Subven­tionen und dem Streit um die tempo­räre Frei­gabe von Covid-19-Tests, Impf­stoffen und Medi­ka­menten. Daraus wird nichts. Es wäre zu kurz gegriffen, die Schuld daran allein dem allzu aktiven Coro­na­virus zu geben. Die atem­be­rau­bende Geschwin­dig­keit, mit der die hoch­ran­gige WTO-Minis­ter­kon­fe­renz abge­sagt wurde, deutet eher darauf hin, dass die neue Covid-Muta­tion aus Südafrika eine will­kom­mene Ausrede gelie­fert hat, um das Genfer Treffen kurzer­hand von der Agenda zu strei­chen. Die Aussichten auf eine Eini­gung waren gering.
Nachdem das WEF in Davos in diesem Jahr pande­mie­be­dingt nicht statt­fand, sollte es im kommenden Januar wieder durch­ge­führt werden – zumin­dest der Haupt­teil davon. Denn das für den Normal­bürger zugäng­liche Open Forum findet nicht statt. Seit der Pandemie gingen bei diversen Mitar­bei­tenden des Forums vermehrt Mord­dro­hungen ein.
Impfzwang in der Schweiz rechtswidrig.
Genschere bald erlaubt.
Killer­ro­boter gelten als die dritte Revo­lu­tion der Kriegs­füh­rung, nach der Erfin­dung des Schwarz­pul­vers und jener der Atom­bombe. Killer­ro­boter werden daher zuneh­mend als akute Bedro­hung wahr­ge­nommen. Für UNO-Gene­ral­se­kretär Antonio Guterres sind Maschinen, die selber entscheiden können, ob sie töten oder nicht, «poli­tisch inak­zep­tabel. Viele Befür­worter – USA, Russ­land, China, Israel – bezeichnen Killer­ro­boter als «mensch­li­cher», weil sie präziser seien als menschen­ge­steu­erte und weil Programme nüch­terner entscheiden würden. Zudem verlange das Völker­recht nicht, dass bei Fehlern ein Mensch haftbar gemacht werden könne. Deshalb sind die Erwar­tungen in die neuer­li­chen Gespräche in Genf bescheiden, zumal sich viele Länder ducken. Die meisten euro­päi­schen Staaten wollen es sich nicht mit ihrem Nato-Partner USA verderben und nehmen deshalb keine Gegen­po­si­tion zu Washington ein. Die Schweiz versteht sich wegen der Genfer Konven­tionen als Hüterin des huma­ni­tären Völker­rechts und möchte klare Regeln, lehnt aber ein Killer­ro­boter-Verbot ab.
Nachdem Samich­laus letztes Jahr keine Haus­be­suche machen konnte, ist er in diesem Jahr wieder unter­wegs. SRF.ch

Serbien Ganz Serbien demons­triert gegen Land­wirt­schafts­ent­eig­nung in 5 Tagen zu Gunsten von austra­lisch-briti­schem Lithi­um­abbau. ORF.at

Südafrika Allein im Gross­raum um die Haupt­stadt Pretoria habe es in den vergan­genen zwei Wochen rund 100 Hospi­ta­li­sie­rungen von Kindern unter fünf Jahren gegeben. SRF.ch

Türkei Seit zwei Jahren müsste die Türkei Osman Kavala (64) frei­lassen. So entschied der Euro­päi­sche Gerichtshof für Menschen­recht EGMR in Strass­s­burg. Doch die türki­sche Führung weigert sich. Der Euro­parat leitet ein Straf­ver­fahren gegen die Türkei ein. Ein Raus­wurf aus dem Euro­parat könnte folgen. Osman Kavala und mehr als 50 weiteren Ange­klagten wird in einem Prozess ein Umsturz­ver­such im Zusam­men­hang mit den regie­rungs­kri­ti­schen Gezi-Protesten in Istanbul 2013 vorge­worfen. Kavala wird zudem der «poli­ti­schen und mili­tä­ri­schen Spio­nage» im Zusam­men­hang mit dem Putsch­ver­such von 2016 beschul­digt. Er wurde 2017 verhaftet. SRF.ch

Ukraine Das Land versinkt im Müll. Die Müll­de­ponie Nr. 5 in der Nähe von Kiew ist eine der grössten. Sie hätte 2018 geschlossen werden sollen, doch eine neue Anlage wurde nie gebaut – der Müll stapelt sich weiter. Neben über 6‘000 offi­zi­ellen Depo­nien gibt es gemäss Schät­zungen der Regie­rung weitere 33’000 ille­gale. Gleich­zeitig gibt es nur eine Müll­ver­bren­nungs­an­lage. In einem Land mit >40 Mio Einwoh­nern. So landen Millionen Tonnen Abfall auf Depo­nien. Das ist gesund­heits­schäd­lich und ein Problem für das welt­weite Klima. Initia­tiven privater Personen für mehr Recy­cling schaffen zumin­dest im Kleinen ein Bewusst­sein für das grosse Problem. SRF.ch

USA Kommt landes­weites Abtrei­bungs­verbot? Kann es sein, dass Frauen bald eine unge­wollte Schwan­ger­schaft austragen müssen? Es scheint so. In einer Anhö­rung zu einem Fall in Missis­sippi stellten die sechs Konser­va­tiven im neun­köp­figen höchsten Rich­ter­gre­mium das Präze­denz-Urteil «Roe versus Wade» schwer infrage. Es sprach 1973 den Frauen in den USA das Verfas­sungs­recht zu, Schwan­ger­schaften abzu­bre­chen. Tatsäch­lich geht das US-Abtrei­bungs­recht viel weiter als in den meisten Ländern. In der Schweiz gilt eine Fris­ten­re­ge­lung bis zur 12. Schwan­ger­schafts­woche. Abtrei­bungen sind in USA erlaubt bis zur Über­le­bens­fä­hig­keit des Fötus, derzeit etwa bei 24 Schwan­ger­schafts­wo­chen. Die Rege­lung liess die Anti-Abtrei­bungs­be­we­gung erstarken. Mit «Pro-Life»-Inhalten konnte die repu­bli­ka­ni­sche Partei die Christ­lich-Konser­va­tiven mobi­li­sieren. Auf der anderen Seite entstand eine «Pro-Choice»-Bewegung mit Abtrei­bungs-Kliniken und einfluss­rei­chen Lobby-Gruppen.
Im Hinblick auf ein mögli­ches Ende der Inter­na­tio­nalen Raum­sta­tion ISS hat die US-Raum­fahrt­be­hörde Nasa drei Unter­nehmen mit der Entwick­lung neuer Raum­sta­tionen beauf­tragt. Darunter ist auch die Firma Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos, die 130 Millionen Dollar erhalte, wie die Nasa mitteilte. «Wir arbeiten mit US-Firmen zusammen, um Raum­fahrt-Desti­na­tionen zu entwi­ckeln, die Menschen besu­chen, und wo sie leben und arbeiten können», sagte Nasa-Chef Bill Nelson. Neben Bezos‘ Blue Origin erhalten zwei weitere Firmen Aufträge: die Firma Nanoracks aus Texas erhält 160 Millionen Dollar und Northrop Grumman aus Virginia 125.6 Millionen Dollar, teilte die Nasa mit. Blue Origin hatte erst vor wenigen Wochen mitge­teilt, an einer eigenen Raum­sta­tion namens «Orbital Reef» zu arbeiten – gemeinsam mit mehreren Part­nern, darunter beispiels­weise Boeing. Die bislang grösste und lang­le­bigste Raum­sta­tion ist die von der Nasa gemeinsam mit zahl­rei­chen Partner-Behörden aus aller Welt betrie­bene ISS, die seit 2000 dauer­haft von wech­selnden Astro­nauten bewohnt wird. Bis wann diese noch in Betrieb bleibt, ist noch nicht endgültig geklärt. Eine offi­zi­elle Entschei­dung zum Weiter­be­trieb nach 2024 steht noch aus. Auch Russ­land will eine eigene Raum­sta­tion bauen.
Die US-Regie­rung will einen Milli­ar­den­deal des US-Grafik­kar­ten­spe­zia­listen Nvidia um den Chip­de­si­gner Arm verhin­dern. Die Technik von Arm steckt in prak­tisch allen Smart­phones. Die Handels­be­hörde FTC klagt nun gegen den Kauf. Die geplante Über­nahme könne Inno­va­tionen bremsen, begrün­dete die FTC ihr recht­li­ches Einschreiten. SRF.ch

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