Was in der Schweiz und anderswo berichtet wurde 11.04.2022

Telldenkmal mit Bronzestatue von Richard Kissling und Hintergrundbild von Hans Sandreuter in Altdorf (Kanton Uri, Schweiz) · Foto: Хрюша / Wikimedia CC 3.0

Im Inter­net­radio mitge­hört und mitge­schrieben von Wilhelm Tell
 

Arktis –  Die globale Plas­tik­flut hat inzwi­schen auch alle Bereiche des Nord­pols erreicht, wie eine aktu­elle Studie des Bremer­ha­vener Alfred-Wegener-Insti­tuts zeigt. Den Forschern zufolge finden sich hohe Konzen­tra­tionen von Mikro­plastik im Wasser, an unbe­wohnten Stränden und in Eis und Schnee. Ein Gross­teil des Abfalls stammt aus der Fischerei. Etwa 19 bis 23 Millionen Tonnen Plas­tik­müll landen pro Jahr in den Gewäs­sern der Welt, das entspricht fast 2 LKW-Ladun­gen/min., wie das AWI mitteilte. Weil Plastik beson­ders stabil sei, reichere es sich in den Ozeanen an und zerfalle mit der Zeit in immer klei­nere Teile. SRF.ch

Aser­bai­dschan ‑Schu­scha wird 2023 zur Kultur­haupt­stadt der türkisch­spra­chigen Welt. Die Stadt hat ein reiches kultu­relles und histo­ri­sches Erbe und wurde während des Berg-Kara­bach-Krieges zurück­er­obert. Jetzt wurde es zur neuen Kultur­haupt­stadt der türkisch­spra­chigen Welt gewählt. Şuşa (Շուշի) wurde 1752 von Panah Ali Khan gegründet und war die Haupt­stadt des Khanats Kara­bach. Als befes­tigte Stadt war sie zu dieser Zeit ein wich­tiger stra­te­gi­scher Punkt zwischen dem Russi­schen Reich und Persien. Im 19. Jahr­hun­dert war es ein wich­tiges kultu­relles Zentrum für die lokale aser­bai­dscha­ni­sche und arme­ni­sche Bevöl­ke­rung. Die Stadt war bekannt für ihre vielen Dichter, Schrift­steller und vor allem Musiker wie Sänger und Mugham-Spieler und Musik­formen wie Ashiq und Kobuz. In den Jahren zwischen der Herr­schaft des Zaren­reichs und der Sowjet­union und während der Kriege von 1988 – 1994 und 2020 war die Stadt ein Zank­apfel zwischen Arme­niern und Aser­bai­dscha­nern. Deshalb wird es auch das „Jeru­salem“ des Südkau­kasus genannt. 1920 wurden die Arme­nier Opfer eines Massa­kers in Şuşa.. TRT.tr

China – US-Präsi­dent Joe Biden (79) machte klar als er sein Amt im Jänner 2021 antrat, dass er die USA neu gegen China posi­tio­nieren würde. In seiner ersten Rede vor dem Congress warnte er, dass die USA im Wett­be­werb mit China stehen um das 21. Jahr­hun­dert zu gewinnen. Vertei­di­gungs­mi­nister Lloyd Austin (68) bezeich­nete China als Amerikas einzige Bedro­hung. das einzige Land, dass über die wirt­schaft­lich-tech­no­lo­gi­sche Macht verfügt, um die US geführte Ordnung zu gefährden. Dazu: The United States vs. China: The Quest for Global Economic Leadership by C Fred Berg­sten, Polity €31, 384 pages, ISBN: 978–1‑5095–4735‑7; Getting China Wrong by Aaron Fried­berg 范亚伦, Polity €31, 246 pages, ISBN-13:9781509545124. VOA.us

Costa Rica – Der ehema­lige Finanz­mi­nister Rodrigo Chaves (61) von der Sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Fort­schritts­partei führt die zweite Runde der Präsi­dent­schafts­wahlen am 3.4. mit 52,89% der Stimmen an. SRF.ch

Deutsch­land – Die Ermittler sagten am 5.April, dass sie die deut­schen Server für Hydra, einen russi­schen Darknet-Markt­platz, der zum Verkauf von Drogen, gefälschten Doku­menten, abge­fan­genen Daten und anderen ille­galen digi­talen Diensten verwendet wurde, abge­schaltet hatten. Sie beschlag­nahmten auch Bitcoin im Wert von 23 Millionen Euro. Gegen Unbe­kannt werde auch wegen „gewerb­li­chen Betrei­bens krimi­neller Handels­platt­formen im Internet“ ermit­telt, die unter anderem Betäu­bungs­mittel verkauften, teilte die Bundes­po­lizei in einer Mittei­lung mit. Nach Angaben der Staats­an­walt­schaft hatte Hydra rund 19‘000 regis­trierte Anbieter und 17 Millionen Kunden­konten. Die Platt­form erzielte 2020 einen Umsatz von mindes­tens 1,23 Milli­arden Euro. Die Zeit­schrift CPO für Cyber­si­cher­heit berich­tete, dass Hydra von 2018 bis 2020 ein erstaun­li­ches Wachstum von 634 % verzeich­nete und 75 % der ille­galen Online-Trans­ak­tionen ausmachte. Es hat auch „hoch­ka­rä­tige Cyber­kri­mi­nelle, einschliess­lich der DarkSide-Bande, die für den Ransom­ware-Angriff Colo­nial Pipe­line verant­wort­lich ist“, in den USA ange­zogen. Im vergan­genen Jahr hat eine von Deutsch­land geführte Poli­zei­spitze den berüch­tigten Darknet-Markt­platz Dark­Market mit fast 500.000 Benut­zern und mehr als 2‘400 Anbie­tern welt­weit lahm­ge­legt. DW.de
●Die meisten Schutz­mass­nahmen sind seit dem 2. April ganz wegge­fallen. Mit einem 3G-Zerti­fikat muss belegt werden, dass man entweder geimpft, genesen oder getestet ist. Alltags­be­schrän­kungen: In öffent­li­chen Verkehrs­mit­teln – im Fern­ver­kehr und in Flug­zeugen – müssen weiterhin Masken getragen werden. SRF.ch

El Salvador – Ange­sichts einer Welle der Gewalt greifen die Sicher­heits­kräfte hart gegen mutmass­liche Mitglieder mäch­tiger Banden in dem mittel­ame­ri­ka­ni­schen Land durch. Präsi­dent Nayib Bukele (40), versi­cherte am 4.4., dass mehr als 6‘000 Banden­mit­glieder in neun Tagen von einem Ausnah­me­re­gime fest­ge­nommen worden seien, das auf eine Mord­welle Ende März reagiert. Mit diesen 6‘000 neuen Insassen und den rund 16‘000 bereits inhaf­tierten Banden­mit­glie­dern hat das kleine mittel­ame­ri­ka­ni­sche Land 22‘000 Mitglieder dieser krimi­nellen Grup­pie­rungen in Gefäng­nissen. Präsi­dent Nayib Bukele begrüsste die Verhaf­tungen und warnte Gang­mit­glieder am 4.4. während einer Zere­monie in der Mili­tär­schule. RFI.fr

Frank­reich – Für Geimpfte gelten keine Auflagen. Es gilt eine Masken­pflicht in öffent­li­chen Verkehrs­mit­teln. SRF.ch

Grie­chen­land – Das Land begleicht vorzeitig Schulden beim IWF. Das Land hat seine gesamten Schulden beim Inter­na­tio­nalen Währungs­fonds zwei Jahre früher als geplant zurückgezahlt.
●Masken­pflicht im ÖV. SRF.ch

Israel – Der plötz­liche Mehr­heits­ver­lust von Premier­mi­nister Bennett wegen eines Oster­sauer­teig­brot­streits führt zum Rück­tritt einer Abge­ord­neten und einer Regie­rungs­krise in der Achter­ko­ali­tion. Der Abgang von Idit Silman עִידִּית סִילְמָן (41) erhöht die Wahr­schein­lich­keit einer Parla­ments­neu­wahl weniger als ein Jahr nach Amts­an­tritt der Regie­rung. Die Regie­rung von Premier­mi­nister Naftali Bennett (50) נַפְתָּלִי בֶּנֶט hatte eine Ein-Sitz-Mehr­heit. Silman, die als Koali­ti­ons­vor­sit­zende für Bennetts Yamina-Partei gedient hatte, kündigte am 6.4. an, dass sie die Einheits­re­gie­rung nicht weiter unter­stützen werde, und forderte die Bildung einer rechten Regie­rung ohne Wahlen. SRF.ch

Italien – Vor der Einreise ist eine Online-Anmel­dung (app.euplf.eu/#/) erfor­der­lich. Nach dem Ende des Notstandes am 31. März müssen in Hotels, im Aussen­be­reich von Restau­rants oder Bars sowie in Geschäften keine 3G-Nach­weise mehr vorge­zeigt werden. Nur noch in gastro­no­mi­schen Innen­räumen gilt die 3G-Regel. In Frei­zeit­ein­rich­tungen wie Kinos, Thea­tern oder Disko­theken besteht die 2G-Regel fort. Es besteht eine allge­meine Masken­pflicht in Innen­räumen. Im öffent­li­chen Verkehr, bei Kultur­ver­an­stal­tungen und Sport­events müssen FFP2-Masken getragen werden. SRF.ch

NATO – Vor 73 Jahren, am 4. April 1949, grün­deten 12 Staaten die North Atlantic Treaty Orga­niz­a­tion (NATO). Heute umfasst es nach acht Erwei­te­rungs­runden 30 Länder. Die von US-Präsi­dent Harry Truman im März 1947 verkün­dete Doktrin der „Eindäm­mung der UdssR“ war eine der Voraus­set­zungen für die Grün­dung der NATO (der Orga­ni­sa­tion des Nord­at­lan­tik­ver­trags). Die NATO wurde durch den Nord­at­lan­tik­ver­trag gegründet, der am 4. April 1949 in Washington von den Aussen­mi­nis­tern von 12 Ländern (Belgien, Kanada, Däne­mark, Frank­reich, Island, Italien, Luxem­burg, den Nieder­landen, Norwegen, Portugal, dem Verei­nigten König­reich und den USA) unter­zeichnet wurde, „um Stabi­lität und Wohl­ergehen im Nord­at­lan­tik­ge­biet zu fördern“. Der Vertrag trat am 24. August 1949 in Kraft. Die ersten neuen Mitglieder, Grie­chen­land und die Türkei, traten am 18. Februar 1952 der Orga­ni­sa­tion des Nord­at­lan­tik­ver­trags bei. West­deutsch­land wurde am 6. Mai 1955 NATO-Mitglied (nach der Wieder­ver­ei­ni­gung Deutsch­lands, das Militär). Bündnis umfasste am 3. Oktober 1990 das Gebiet der ehema­ligen DDR). Am 30. Mai 1982 trat Spanien der NATO bei. Infol­ge­dessen wuchs die Zahl der Mitglieds­staaten des Bünd­nisses auf 16. Anfang der 1990er Jahre begann das Mili­tär­bündnis aufgrund des Endes des Kalten Krieges und nach dem Zerfall der Sowjet­union, verschie­dene Mecha­nismen für Konsul­ta­tionen mit der Sowjet­union zu schaffen Mitglieds­staaten des Warschauer Vertrages (1955–1991). So wurde 1991 der Nord­at­lan­ti­sche Koope­ra­ti­onsrat gegründet (1997 wurde er vom Euro-Atlan­ti­schen Part­ner­schaftsrat abge­löst). 1994 verab­schie­dete die NATO das Programm „Part­ner­schaft für den Frieden“ (PfP), das darauf abzielt, eine umfas­sende Inter­ak­tion zwischen dem Bündnis und Nicht-NATO-Staaten zu entwi­ckeln. 1995 veröf­fent­lichte das Mili­tär­bündnis eine Studie, in der behauptet wurde, dass in den neuen Bedin­gungen für die NATO-Erwei­te­rung „eine einzig­ar­tige Gele­gen­heit“ bestehe, „eine verbes­serte Sicher­heits­ar­chi­tektur im gesamten euro-atlan­ti­schen Raum aufzu­bauen“. Der NATO-Gipfel in Madrid im Juli 1997 lud Ungarn, Polen und die Tsche­chi­sche Repu­blik ein, dem Bündnis beizu­treten. Danach wurden andere Länder des ehema­ligen kommu­nis­ti­schen Blocks einge­laden, der NATO beizu­treten. Seit Ende der 1990er Jahre sind 14 Länder der NATO beigetreten: Ungarn, Polen und die Tsche­chi­sche Repu­blik im Jahr 1999, Bulga­rien, Estland, Lett­land, Litauen, Rumä­nien, die Slowakei und Slowe­nien 2004, Alba­nien und Kroa­tien 2009, Monte­negro 2017 und Nord­ma­ze­do­nien 2020. Damit umfasst die NATO heute 30 Mitglieds­staaten. Die Staats- und Regie­rungs­chefs der Nato-Mitglied­staaten kündigten auf ihrem Buka­rest-Gipfel im April 2008 an, dass die Ukraine und Geor­gien „Mitglieder der Nato werden“. Am 12. Mai 2015 veröf­fent­lichte die Stän­dige Vertre­tung Russ­lands bei der NATO eine Analyse der Bezie­hungen Russ­lands zum Mili­tär­bündnis mit dem Titel „Russ­land-NATO: Mythen und Fakten“. Die Studie stellte fest, dass sich die NATO entgegen münd­li­chen Zusagen, die west­liche Führer, insbe­son­dere Bundes­kanzler Helmut Kohl und Aussen­mi­nister Hans Diet­rich-Genscher, dem sowje­ti­schen Führer Michail Gorbat­schow 1990 während der Gespräche über die Wieder­ver­ei­ni­gung Deutsch­lands gegeben hatten, nach Osten ausdehnte. Am 18. Februar 2022 berich­tete das deut­sche Magazin Der Spiegel über Archiv­do­ku­mente, die die Zusi­che­rungen der west­li­chen Länder gegen­über der sowje­ti­schen Führung bestä­tigten, dass die NATO nicht nach Osten expan­dieren werde. Am 24. Februar präsen­tierte das russi­sche Aussen­mi­nis­te­rium eine Video­auf­zeich­nung von 1990, in der der deut­sche Aussen­mi­nister Hans-Diet­rich Genscher und US-Aussen­mi­nister James Baker vor laufender Fern­seh­ka­mera sagten, Partner aus der Sowjet­union hätten Zusi­che­rungen über das Nicht­ein­treten der NATO erhalten ‑Erwei­te­rung nach Osten. Russ­land hat sich wieder­holt gegen eine NATO-Osterwei­te­rung ausge­spro­chen und erklärt, dieser Prozess habe die Span­nungen in Europa erhöht. Am 17. Dezember 2021 veröf­fent­lichte das russi­sche Aussen­mi­nis­te­rium einen Entwurf eines Abkom­mens über Sicher­heits­ga­ran­tien zwischen Russ­land und den US sowie einen Entwurf eines Abkom­mens über die Gewähr­leis­tung der Sicher­heit Russ­lands und der NATO-Mitglied­staaten. In diesen Abkom­mens­ent­würfen schlug Russ­land vor, einander nicht als Feinde zu betrachten, Zurück­hal­tung bei der Durch­füh­rung von Mili­tär­übungen in der Nähe der Grenzen zu zeigen, mili­tä­ri­sche Akti­vi­täten in Osteu­ropa, im Südkau­kasus und in Zentral­asien aufzu­geben und die Weige­rung der NATO zu garan­tieren, nach Osten zu expan­dieren und dort Waffen zu statio­nieren Länder, die dem Mili­tär­bündnis nach der Unter­zeich­nung der Russ­land-NATO-Grün­dungs­akte am 27. Mai 1997 beigetreten sind. Der stell­ver­tre­tende Aussen­mi­nister Sergej Rjabkow bekräf­tigte die Bereit­schaft zu einer mili­tä­ri­schen Reak­tion, falls die NATO die Sicher­heits­be­denken Russ­lands weiterhin igno­riere. VESTI.ru

Nord­korea  – Am 5.April. veröf­fent­lichte Kim Yo-jong (34) 김여정eine zweite Erklä­rung in staat­li­chen Medien, in der er sagte, dass jede südko­rea­ni­sche Aggres­sion eine „unver­meid­liche“ nukleare Reak­tion Nord­ko­reas recht­fer­tigen würde. Der südko­rea­ni­sche Vertei­di­gungs­mi­nister Suh Wook (58) 서욱hatte erklärt, der Süden sei in der Lage, die Rake­ten­start­punkte des Nordens zu treffen. Der gewählte südko­rea­ni­sche Präsi­dent Yoon Suk-yeol (61) 윤석열, der seine Amts­zeit im Mai antreten soll, gilt als eher falken­hafter Führer, der eine aggres­si­vere Linie gegen den Norden einnehmen könnte. VOK.kp

Öster­reich – Öster­reich weist keine russi­schen Diplo­maten aus. Aussen­mi­nister Schall­energ findet dies kontra­pro­duktiv. Unter EU Druck werden doch 4 Diplo­maten ausge­wiesen. ORF.at
●Im ganzen Land herrscht in allen Innen­räumen eine FFP2-Masken­pflicht. In Wien ist zusätz­lich weiter die 2G-Regel in Kraft – und zwar für den Zutritt zur Gastro­nomie und zu Indoor-Sport­stätten. Für die Einreise gilt weiter die 3G-Regel.SRF.ch

Portugal – Einrei­se­an­mel­dung auf portugalcleanandsafe.pt/en/passenger-locator-card. Masken­pflicht in Innen­räumen. SRF.ch

Russ­land – Beschrän­kungen für Linien- und Char­ter­flüge von Russ­land nach Afgha­ni­stan, Ägypten, Alge­rien, Argen­ti­nien, Äthio­pien, Bahrain, Bosnien-Herze­go­wina, Bots­wana, Brasi­lien, China und Hong­kong, Costa Rica, Fidschi, Indien, Indo­ne­sien, Irak, Israel, Jamaika, Jorda­nien, Kenia, Kuwait, Lesotho, Libanon, Mada­gaskar, Malaysia, Male­diven, Marokko, Mauri­tius, Molda­wien, Mongolei, Mosambik, Myanmar, Namibia, Nord­korea, Oman, Paki­stan, Peru, Phil­ip­pinen, Saudi-Arabien, Serbien, Seychellen, Simbabwe, Sri Lanka, Südafrika, Syrien, Tansania, Thai­land, Tune­sien, Türkei, Uruguay, Vene­zuela und Vietnam voll­ständig aufgehoben.
●Offi­zi­eller Rubel­kurs auf Vorkri­sen­ni­veau: 1€=88,85₽, VESTI.ru 1€~120₽ am Schwarz­markt in Moskau. Sank­tionen scheinen nicht zu greifen.NPO.nl
●Nato-Chef Jens Stol­ten­berg sagte am 5.4.dass Russ­land plant, die „gesamte“ Donbass-Region in der Ostukraine mili­tä­risch einzu­nehmen, um einen Korridor von Russ­land zur annek­tierten Krim zu schaffen. Die russi­schen Streit­kräfte ziehen von Kiew weg, um sich „umzu­grup­pieren, aufzu­rüsten und zu versorgen, und sie verla­gern ihren Fokus nach Osten“, sagte er auf einer Medi­en­kon­fe­renz vor dem Treffen der NATO-Aussen­mi­nister am 6.4. RL.cz
●Hydra oder „Гидра“ war der grösste russi­sche Darknet-Markt für den Drogen­handel und ille­gale Krypto-Trans­ak­tionen. Sie bestand von 2015 bis 5.4.2022. Hydra wurde 2015 gegründet, als Way Away und Legal RC fusio­nierten und synthe­ti­sche Canna­bi­noide und Desi­gner­drogen verkauften, die auf RAMP, dem führenden Darknet-Markt, nicht erhält­lich waren. Die Zahl der Hydra-Nutzer wuchs stetig bis Mitte 2017, als die Auflö­sung von RAMP zu einem explo­si­ons­ar­tigen Anstieg der Regis­trie­rungen führte. Mitte 2019 waren 2,5 Millionen Konten auf der Ressource regis­triert, von denen 400.000 mindes­tens einen Kauf getä­tigt haben. Laut der Veröf­fent­li­chung von Projekt wurden im ersten Halb­jahr 2019 850.000 Trans­ak­tionen auf Hydra mit einem durch­schnitt­li­chen Scheck von 4.500 ₽ abge­schlossen. Laut Lenta.ru wurden im selben Jahr 2019 mehr als 13.000 Lese­zei­chen pro Tag für insge­samt 227 Millionen ₽ instal­liert. Neben Drogen, Falsch­geld und Doku­menten waren Anlei­tungen für ille­gale Akti­vi­täten beliebte Ware auf der Hydra. Die Ressource bietete auch Dienste wie Drogen­handel, Inter­net­si­cher­heit und Account-Hacking. Darüber hinaus bietete Hydra Stel­len­an­ge­bote an, meist in der Herstel­lung und dem Verkauf von Arznei­mit­teln. Das Personal von Hydra selbst umfasste Dutzende von Personen, darunter die Werbe­ab­tei­lung, der Sicher­heits­dienst, Chemiker und Narko­logen. Käufer griffen über Tor mit Onion-Routing auf Hydra zu. Sie mussten sich regis­trieren und ihr Guthaben auffüllen, von dem Kryp­to­wäh­rung den Shops abge­bucht werden. Das Produkt konnte sich entweder zum Zeit­punkt der Zahlung im Lese­zei­chen befinden oder danach dort plat­ziert werden. Geschäfte zahlten 300 $ für die Anmel­dung bei Hydra, 100 $ monat­liche Abon­ne­ment­ge­bühr und zahlten zusätz­lich, wenn sie in den Such­ergeb­nissen einen höheren Rang einnehmen wollten. Inner­halb eines Tages nach dem Kauf konnte der Kunde eine Bewer­tung über das Produkt und den Verkäufer abgeben. Bei Verstössen konnte der Shop von Hydra mit einer Geld­strafe belegt oder geschlossen werden. Von jedem Kauf erhielt Hydra eine Provi­sion von 1,5 % (bei einem Trans­ak­ti­ons­be­trag von mehr als 2 Millionen ₽) bis 5 % (bei einem Trans­ak­ti­ons­be­trag von weniger als 200.000₽). Im Jahr 2019 star­tete Lenta.ru auf seiner Website ein Ermitt­lungs­pro­jekt namens Russia Under Drugs, das sich haupt­säch­lich Hydra widmete. Ende des Jahres wurde das Projekt Preis­träger des Runet-Preises. Der Chef­re­dak­teur von Lenta.ru, Vladimir Todorov, wies den Verdacht zurück, dass es sich bei dem Projekt tatsäch­lich um eine verdeckte Werbung für Hydra gehan­delt habe. Hydra selbst hat Ende 2019 in einem Memo­randum den Werbe­cha­rakter des Projekts ange­kün­digt. In diesem Memo­randum kündigte die Platt­form ihr ICO an, bei dem 49 % von Hydra in Form von 1,47 Millionen Token mit einem Start­preis von jeweils 100 US$ verkauft werden sollten. Sie berich­tete auch über den Einstieg am 1. September 2020 in den inter­na­tio­nalen Markt durch die Orga­ni­sa­tion der Eternos-Platt­form, die über ein eigens geschaf­fenes anonymes Netz­werk AspaNET funk­tio­nieren sollte. Laut der Präsi­dentin der Andrey Rylkov Foun­da­tion, Anna Sarang, war die erfolg­reiche Arbeit von Hydra im Vergleich zu auslän­di­schen Darknet-Märkten darauf zurück­zu­führen, dass russi­sche Behörden mehr daran inter­es­siert waren, den Anschein zu erwe­cken, den Drogen­handel zu bekämpfen. Am 5.4.2022 gab das BKA die Liqui­da­tion von Hydra und die Beschlag­nahme von Bitcoins von 25 Mio € bekannt. 1 Mio ₽ ~ 11‘500€. Mehrere Quellen.

Schweiz – Die Schweiz hat letztes Jahr über 8‘400 Patente beim Euro­päi­schen Patentamt ange­meldet, so viele wie noch nie zuvor und vier Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Schweiz steht ausge­zeichnet da, ist insge­samt auf dem siebten Platz aller Anmelder-Länder und inner­halb Europas nach Deutsch­land und Frank­reich auf Platz drei. Dazu kommt ein grosser Abstand vor den anderen Ländern wie Gross­bri­tan­nien oder der Niederlande.
●530 Firmen zahlten Divi­denden – trotz Corona-Hilfen. Die Eidge­nös­si­sche Finanz­kon­trolle sieht sich mit Miss­brauchs­fällen während der Pandemie konfrontiert.
●Bevöl­ke­rungs­ent­wick­lung 2021. So viele Geburten wie seit 1972 nicht mehr. Im Jahr 2021 wurden in der Schweiz so viele Kinder geboren, wie zuletzt vor fast 50 Jahren. Laut der provi­so­ri­schen Bevöl­ke­rungs­sta­tistik des Bundes kamen 2021 gut 89’000 Kinder auf die Welt. Als Auswir­kung der Corona-Pandemie gab es eine Zunahme bei den Eheschlies­sungen und den Schei­dungen. 2021 wurden in der Schweiz 89’400 Geburten verzeichnet (+4.1 Prozent gegen­über 2020).
●Alain Delon will in der Schweiz um Ster­be­hilfe ersu­chen. Alain Delon (* 8. November 1935 in Sceaux), ein fran­zö­si­scher Schau­spieler, trat haupt­säch­lich in Poli­zei­filmen auf. Delon trat mit 17 in die fran­zö­si­sche Marine ein und diente in Indo­china. 1958 ging Alain Delon eine Bezie­hung mit der deutsch-öster­rei­chi­schen Schau­spie­lerin Romy Schneider (1938–82) ein, die 1963 endete. Mitte der 1960er Jahre hatte er eine kurze Bezie­hung mit der Sängerin Dalida (1933–87). Sein Durch­bruch als Film­star gelang ihm mit René Cléments Thriller Plein soleil (1960). 1997 gab Delon nach einer Reihe von Film­miss­erfolgen seinen Rück­tritt von der Schau­spie­lerei bekannt. Später kam er darauf zurück, um zehn Jahre später die Rolle des Julius Caesar in Astérix aux Jeux Olym­pi­ques zu spielen. In Kambo­dscha und viel­leicht im übrigen Südost­asien gibt es eine Ziga­ret­ten­marke namens „Alain Delon“. Im Juni 2019 erlitt er einen Schlaganfall.
●Der neue Besitzer des Skige­biets Ander­matt steht in den USA in der Kritik – wegen unzim­per­li­cher Geschäfts­prak­tiken. Es sorgte für grosses Aufsehen, als der ägyp­ti­sche Investor Samih Sawiris Ende März bekannt gegeben hatte, dass er das Skige­biet Ander­matt an einen ameri­ka­ni­schen Konzern verkauft. Der Käufer, Vail Resorts, ist nicht nur einer der ganz Grossen im inter­na­tio­nalen Skige­schäft, er steht auch immer wieder stark in der Kritik. Einer, der dem Konzern beson­ders genau auf die Finger schaut, ist Jeremy Rubingh. Der begeis­terte Schnee­sportler aus Washington hat sich schon direkt mit Vail Resorts ange­legt, mittels einer Peti­tion, die immerhin von 45’000 Personen unter­schrieben worden ist. Der Firma gehe es nur noch darum, Gewinn zu machen, beklagt Rubingh. In keinem der Skige­biete in Nord­ame­rika, welche Vail Resorts über­nommen hat, habe sich die Situa­tion verbes­sert, «nicht für Kundinnen und Kunden, aber auch nicht für die Ange­stellten. Tatsäch­lich war es eher umge­kehrt.» Ein Dorn im Auge ist ihm etwa das Preis­mo­dell: Während Tages-Skipässe immer teurer geworden seien und inzwi­schen schon über 200 Dollar kosteten, locke Vail Resorts viele Gäste mit ihrer Saison­karte «Epic Pass» ins Gebiet, die für 40 Skige­biete gültig ist und nur knapp 800 Franken kostet. «Das macht das Skifahren viel weniger zugäng­lich für Leute, die nur kurz auf die Pisten wollen.» SRF.ch

Spanien – Feri­en­gäste müssen sich auf der Inter­net­seite «https://spth.gob.es/» anmelden. Im Land selbst gibt es ausser der Masken­pflicht in öffent­li­chen Innen­räumen sowie in Bussen, Bahnen und Flug­zeugen kaum noch Einschrän­kungen. SRF.ch

Südafrika – Das Land beendet Corona-Notstand nach 750 Tagen. SRF.ch

Ukraine – Die ukrai­ni­sche Führung kommu­ni­ziert ausser­ge­wöhn­lich aggressiv. Das könnte Folgen für die Schweizer Soli­da­rität haben.
●Der Beschuss der Klein­stadt Popasna im Gebiet Luhansk im Osten der Ukraine dauert ukrai­ni­schen Angaben zufolge an. Popas­naja Попасная ist eine Stadt 85 km west­lich von Luhansk mit 20.000 Einwoh­nern. SRF.ch

Ungarn – Als Erster gratu­lierte Matteo Salvini (49) noch in der Nacht via Sozi­al­me­dien zum Wahl­sieg des Fidesz. Wir haben eine schwere Nieder­lage erlitten“, schrieb Ferenc Gyurcsány (60) in der Nacht zum 4.4.
●Kinder­schutz Volks­ab­stim­mung war ungültig. MR.hu
●Als erster EU-Mitglieds­staat muss sich Ungarn einem Verfahren wegen mögli­cher Verstösse gegen die Rechts­staat­lich­keit stellen. Das kann zu einer Kürzung von EU-Mitteln führen. EU-Kommis­si­ons­prä­si­dentin Ursula von der Leyen-Albrecht (63) kündigte am Dienstag an, dass die EU-Kommis­sion den ersten Schritt des Rechts­staats­me­cha­nismus umsetzen werde. Bei Ungarn, wir haben uns sehr klar ausge­drückt, ist das Problem Korrup­tion. Der EU-Rechts­staats­me­cha­nismus ist seit Anfang 2021 in Kraft. ORF.at
●Am 6.4. stellte sich Minis­ter­prä­si­dent Viktor Orbán erst­mals nach dem Wahl­sonntag der inter­na­tio­nalen Presse. Minis­ter­prä­si­dent Viktor Orbán erklärte den über­zeu­genden Wahl­sieg mit drei Faktoren: die Ungarn wollen Frieden, Ungarn ist ein erfolg­rei­ches Land, die Oppo­si­tion. Er selbst habe Wochen vor dem Krieg die Frie­dens­mis­sion in Moskau begonnen, noch vor den Deut­schen und den Fran­zosen. Kurz­fristig sei die drin­gendste Aufgabe, den Frieden in der Ukraine herzu­stellen. Auf einen Waffen­still­stand müsste eine euro­päi­sche Konfe­renz folgen. An zweiter Stelle auf der Dring­lich­keits­liste stehe der Schutz der Fami­lien, denn Europa zahle den Preis der Sank­tionen. Was die hohen Ener­gie­preise anbe­langt, müsse Brüssel unver­züg­lich handeln. Solange der Ukraine-Krieg andauert, müssten alle hinder­li­chen Preis­vor­gaben wie das Emis­si­ons­han­dels­system (ETS) oder die Bindung des Strom­preises an den Gaspreis außer Kraft gesetzt werden. Zur Euro­pa­po­litik merkte Orbán an, seine Vision von Europa sei uner­schüt­ter­lich. Bei den Wahlen am Sonntag erhielt eine Regie­rung die Voll­machten der Bürger Ungarns, die an den Natio­nal­staat glaubt. „Das ist das Funda­ment unserer Exis­tenz, dieser Gedanke wird eine Renais­sance erleben“, zeigte er sich zuversichtlich.MR.hu
●Ungarn will russi­sches Gas mit Rubel bezahlen. VESTI.ru

UNO – Selenskij fordert Ausschluss Russ­lands aus dem Menschen­rechts- und Sicher­heitsrat. SRF.ch

USA –  Die Verei­nigten Staaten gestatten Russ­land seit 5.April. nicht mehr, seine Schulden mit US-Dollars zurück­zu­zahlen, die bei ameri­ka­ni­schen Banken hinter­legt sind. Moskau „muss zwischen der Entlee­rung seiner Reserven an verblei­benden Dollars oder der Verwen­dung neuer Einnahmen oder der Zahlungs­un­fä­hig­keit wählen“, sagte ein Spre­cher des US-Finanz­mi­nis­te­riums gegen­über Agence France-Presse. RFI.fr
●Amazon verla­gert sein Geschäft in die Exosphäre und plant, mehr als 3.000 Satel­liten einzu­setzen, um die Inter­net­ver­bin­dung über den ganzen Planeten zu über­tragen. Am Dienstag kündigte das Unter­nehmen Verträge mit drei Rake­ten­firmen an, die diese Satel­liten starten werden. Die Verein­ba­rung umfasst zwei erfah­rene Rake­ten­bauer – United Launch Alli­ance, ein Joint Venture zwischen Boeing und Lock­heed Martin, und das euro­päi­sche Unter­nehmen Aria­nes­pace – sowie Blue Origin, das von Amazon-Gründer Jeff Bezos gegrün­dete Rake­ten­un­ter­nehmen, das noch an der Entwick­lung einer Rakete, die den Orbit errei­chen kann. Bezos bleibt der Vorstands­vor­sit­zende von Amazon. Wenn alles nach Plan läuft, wird Amazon mindes­tens die Hälfte der Project Kuiper-Konstel­la­tion oder mehr als 1.600 Satel­liten einsetzen. Gerrit Pieter Kuiper (1905 – 1973), war ein US-ameri­ka­ni­scher Astronom nieder­län­di­scher Herkunft. Nach ihm wurde der Kuiper­gürtel benannt. Der Kuiper­gürtel ist eine ring­för­mige Region im Sonnen­system ausser­halb der Neptun­bahn in einer Entfer­nung von unge­fähr 30 bis 50 AE. 1 AE = 149 597 870, 7 km. Das ist unge­fähr der mitt­lere Abstand zwischen Erde und Sonne. SRF.ch
●USA planen Waffen­lie­fe­rungen an Taiwan. CRI.cn





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