Was in der Schweiz und anderswo berichtet wurde – 18.11.2022

Im Inter­net­radio mitge­hört und mitge­schrieben von Wilhelm Tell
Austra­lien – Zwischen dem heis­sesten und dem kältesten Ort haben Meteo­ro­logen inner­halb von weniger als 24 Stunden einen Tempe­ra­tur­un­ter­schied von 50 Grad gemessen, teilte der Wetter­dienst Weat­her­zone mit. In Fitzroy Cros­sing im Bundes­staat Western Australia wurden gestern Nach­mittag 43 Grad gemessen. In Mount Hotham im Bundes­staat Victoria an der Ostküste fielen die Werte heute Früh auf minus sieben Grad.ORF.at
● Nach Stark­regen: Sied­lungen an der Ostküste über­flutet. In New South Wales mussten über 200 Menschen aus den Fluten gerettet werden. SRF.ch

Belgien – Am 16. 11. leitete NATO-Gene­ral­se­kretär, Jens Stol­ten­berg, ein Rats­treffen, zur Explo­sion nahe der Grenze zur Ukraine. RTB.be

Deutsch­land – Die von zahl­rei­chen Pannen geprägte Wahl zum Berliner Abge­ord­ne­ten­haus muss komplett wieder­holt werden. Die Abstim­mung vom September 2021 sei ungültig. Der Gerichtshof geht davon aus, dass „mindes­tens 20.000 bis 30.000 Stimmen“ von Wahl­feh­lern betroffen sind“. DW.de

EU – Die EUhat eine Kryp­to­ver­ord­nung für 2024 beschlossen. Anbieter unter­liegen der Kontrolle von Finanz­auf­sichten und brau­chen eine Lizenz. ORF.at

Gross­bri­tan­nien in GB sind Millionen von Menschen in Not. Hilfs­werke auf der Insel schlagen Alarm: Die Teue­rung bringt viele Briten in Not. SRF.ch

Internet – 20 Jahre Tor, das welt­weit 36 Millionen Menschen unzen­sierten Zugang zum Internet gibt. Tor ist ein Overlay-Netz­werk zur Anony­mi­sie­rung von Verbin­dungs­daten. Tor schützt seine Nutzer vor der Analyse des Daten­ver­kehrs. Es basiert auf der Idee des Onion-Routings. „TOR“ war ursprüng­lich ein Akronym für The Onion Router (engl. Zwiebel). Im Oktober 2022 nutzten täglich ca. 2 bis 2,5 Millionen Nutzer das Netz­werk. Tor kann nicht nur genutzt werden, um anonyme Inter­net­zu­griffe zu ermög­li­chen, sondern auch, um Zugriffs­sperren zu umgehen. Tor-Knoten werden von Einzel­per­sonen, Vereinen, Univer­si­täten, Biblio­theken und Unter­nehmen betrieben. Derzeit stehen 7’112 Knoten und 2’787 Bridges zur Verfü­gung. 2019 stellten die BBC und die Deut­sche Welle ihre Inter­net­seiten über das Tor-Netz­werk bereit, um Zensur­mass­nahmen zu umgehen. Twitter ging diesen Schritt 2022. Tor ermög­licht, dass beide Seiten einer Kommu­ni­ka­tion anonym bleiben. Tor kann nicht nur genutzt werden, um anonyme Inter­net­zu­griffe zu ermög­li­chen, sondern auch, um Zugriffs­sperren zu umgehen. Dank der auf Einfach­heit ausge­legten Soft­ware ist auch Laien ein schneller Einstieg in das Tor-Netz­werk möglich.  Mehr: www.torproject.org/download/ RFE.cz
● Tor öffnet auch EU-Sperren. RT.ru

Iran. USA wollen Atom­ab­kommen nicht wiederbeleben.
● Gedenken an den «blutigen November 2019» lösen schwerste Proteste aus.SRF.ch

Israel – Bis zu 20’000 jüdi­sche und arabi­sche Israelis werden in Katar zur Fuss­ball-WM erwartet. Gleich­zeitig pflegen die beiden Länder aber offi­ziell keine diplo­ma­ti­schen Bezie­hungen. Die Menschen im Nahen Osten sind Fuss­ball-fana­tisch. Fuss­ball­spiele seien oft eine will­kom­mene Ablen­kung von den Problemen und Konflikten. Zudem findet zum ersten Mal eine Fuss­ball-WM in der Region statt. Das sei für die Menschen dort ein grosses Ereignis – auch wenn weder die israe­li­sche noch die paläs­ti­nen­si­sche Fuss­ball­na­tio­nal­mann­schaft mitspielen. Es soll Direkt­flüge geben. Aber bis jetzt hat sich noch keine Flug­ge­sell­schaft darum beworben, direkt von Tel Aviv nach Doha zu fliegen. Einer­seits fürchten sie wohl Boykotte arabi­scher Kunden und ande­rer­seits, dass es zu Streit auf einem solchen Flug kommen könnte. Zudem ist die Reise­frei­heit von Paläs­ti­nen­sern in den besetzten Gebieten (West­jor­dan­land, Gaza) einge­schränkt. Die meisten dürfen nur via Jorda­nien ausreisen, wenn über­haupt. Die Teil­nahme Irans an der Fuss­ball-WM sei für die israe­li­schen Behörden ein Alptraum. Israelis sollen keine natio­nalen Symbole zeigen. SRF.ch

Italien –  Die Polizei nimmt mehrere Schlepper fest. Aus abge­hörten Tele­fo­naten ging hervor, dass sie bereit waren, Migranten auf hoher See «loszu­werden».
● Das „Eintritts­geld“ für Tages­tou­risten in Venedig kommt ab Januar 2023. Es soll zwischen 3 und 10 Euro kosten und auch für Italiener gelten. Es gibt viel Oppo­si­tion. SRF.ch
● Ein Gericht in Rom hat den früheren italie­ni­schen Minis­ter­prä­si­denten Berlus­coni (86) in einem Korrup­ti­ons­ver­fahren freigesprochen.
● Die Polizei vermutet einen Serien-Täter hinter den Prosti­tu­ier­ten­morden. Die beiden ersten wurden leblos in einem Gebäude in der Via Augusto Riboty gefunden, die zweiten in einer Wohnung in der Via Durazzo im Nobel­viertel Prati, dem 22. Bezirk von Rom, bei der Einkauf­strasse Via Cola di Rienzo, alle drei auf gleiche Weise ersto­chen. ORF.at

Katar – Die FIFA Fuss­ball-Welt­meis­ter­schaft 2022 soll vom 20. November bis 18. Dezember 2022 statt­finden. Es ist die erste Welt­meis­ter­schaft, die im Nahen Osten ausge­tragen wird. Deshalb werden auch Gäste aus allen arabi­schen und isla­mi­schen Ländern erwartet, aber auch aus Israel, Paläs­tina und dem Iran. Dies könnte heikel werden. In spezi­ellen Zonen wird Alkohol verkauft. Ein Liter Bier kommt auf 100 Riyal oder 27 Franken. Das Turnier soll das letzte mit einem Teil­neh­mer­feld von 32 Mann­schaften sein; für das Turnier 2026 in den USA, Mexiko und Kanada soll das Teil­neh­mer­feld auf 48 Teams aufge­stockt werden. Der winzige Staat mit rund 300’000 Einwoh­nern (und rund 2,4 Millionen Arbeits­mi­granten) spielt eine wich­tige Rolle auf der Welt­bühne. Katar ist flächen­mässig die kleinste Nation, die jemals eine Welt­meis­ter­schaft veran­staltet hat – der Fuss­ball wurde 1910 von den Englän­dern hierher gebracht. Acht Stadien (bis zu 55 km von Doha entfernt) und mehrere grosse Hotels wurden gebaut. Auch Schiffe stehen zur Unter­brin­gung zur Verfü­gung. Fünf Millionen Gäste werden erwartet. Während Fans in Russ­land 2018 durch­schnitt­lich 245 Euro für einen Sitz­platz bezahlten, kosten Tickets für Spiele in Katar durch­schnitt­lich 327 Euro. Tickets für das Finale kosten im Schnitt 780 Euro. Das Land hat sein bestehendes Immo­bi­li­en­port­folio um 105 neue Hotels erwei­tert. Zu den neuen Immo­bi­lien, die Katars Port­folio von 183 Immo­bi­lien mit insge­samt fast 32’000 Zimmern hinzu­ge­fügt wurden, gehören das bereits eröff­nete Banyan Tree Doha, das vom Innen­ar­chi­tekten Jacques Garcia entworfen wurde; und das bald eröff­nende Pullman Doha West Bay, das JW Marriott West Bay und das Stei­gen­berger Hotel Doha in der Nähe des Flug­ha­fens. Weitere Infor­ma­tionen finden Sie unter www.visitqatar.qa.SRF.ch

Kongo – Im Kongo­be­cken  wurden grosse Erdöl­lager unter dem zweit­grössten Regen­wald der Welt gefunden. DRK fordert Ersatz­zah­lungen von Europa, wenn die Vorkommen nicht abge­baut werden dürfen. Das Kongo­be­cken liegt im Zentrum des afri­ka­ni­schen Konti­nents, gröss­ten­teils auf dem Gebiet der Demo­kra­ti­schen Repu­blik Kongo, daneben auch der benach­barten Repu­blik Kongo; sein Einzugs­ge­biet reicht mit seinen Regen­wald­ge­bieten noch in die Nach­bar­staaten Zentral­afri­ka­ni­sche Repu­blik, Kamerun, Äqua­to­ri­al­guinea, Gabun, Angola, und Sambia. DW.de

Nieder­lande – Die Boeing MH17 der Malaysia Airlines ist am 17.7.2014 auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur über der Ukraine abge­schossen worden. Alle 298 Menschen an Bord wurden getötet. Da die meisten aus den Nieder­landen kamen, findet dort der Prozess statt. Drei Ukrainer wurden wegen 298 Morden zu lebens­langer Haft verur­teilt. Der russi­sche Ange­klagte wurde frei­ge­spro­chen. Die Straf­richter verlasen das Urteil im Hoch­si­cher­heits­ge­richt am Amster­damer Flug­hafen Schiphol in Abwe­sen­heit der Ange­klagten. SRF.ch

Öster­reich – Statt auf klas­si­sche Atom­kraft­werke setzen die Grazer auf Mini-Reak­toren, die mit dem Element Thorium (Th-90) betrieben werden. Das soll sicherer als die Kern­spal­tung mit Uran sein. Statt mit Brenn­stäben wird der neue Reak­tortyp mit einem flüs­sigen Kern aus Thorium betrieben, der in geschmol­zenem Salz gelöst ist. Das Element Thorium ist nur schwach radio­aktiv. In geschmol­zener Form kann es in Flüs­sigsalz aufge­löst und mit Neutronen beschossen werden, um eine Kern­re­ak­tion zu initi­ieren. Dabei wird viel Hitze frei­ge­setzt, die man zur Strom­erzeu­gung nutzen kann. So etwas hat Emerald Horizon in Graz in Planung. Das flüs­sige Thorium-Salz-Gemisch soll mit Neutronen aus einem Teil­chen­be­schleu­niger beschossen werden. Der Teil­chen­be­schleu­niger und der Thorium-Reaktor haben Platz in einem Schiff­s­con­tainer. Das Klein­kraft­werk, an dem die Grazer Firma gemeinsam mit slowe­ni­schen Forschern arbeitet, soll laut Firmen­chef Florian Wagner sicher sein vor einem GAU oder Super-GAU. „Bei uns handelt es sich nicht um ein kriti­sches System mit Ketten­re­ak­tion, das man andau­ernd bremsen muss. Bei uns ist es genau umge­kehrt. Sobald man ausschaltet, passiert gar nichts.“ Die Grazer Firma arbeitet derzeit mit dem slowe­ni­schen Jozef-Stefan-Institut und der Bernard-Inge­nieur­gruppe an einem Prototyp. In herkömm­li­chen Atom­re­ak­toren entsteht aus Uran 238 Pluto­nium 239. In Thori­um­re­ak­toren entsteht kaum hoch­gif­tiges und lang­le­biges Pluto­nium. Ein massiver Vorteil, „weil die Halb­werts­zeiten von Pluto­nium so lang sind, dass man sich auf mehr oder weniger eine Million Jahre verpflichtet, ein Endlager zu bauen. Ein Thori­um­re­aktor erzeugt zwar genauso viel hoch­ra­dio­ak­tiven Abfall, der höchs­tens 1000 Jahre strahlt. Es gibt in Öster­reich Thorium-Vorkommen im nörd­li­chen Nieder­ös­ter­reich und in Kärnten“, Thorium wurde schon lange als fried­liche Kern­ener­gie­quelle verfolgt, hat dann aber zu Gunsten von Uran den Kürzeren gezogen – weil man mit Thorium kein Pluto­nium gewinnen kann. Die Waffen-Lobby und das Militär hätten dafür gesorgt, dass sich Thorium nicht durch­setzte. Es hat sich nicht durch­ge­setzt, weil die Thorium-Forschung in den USA einge­stellt wurde. Das Geld ging in die Pluto­nium-Forschung. Es dürfen wegen des Atom­sperr­ge­setzes Thori­um­re­ak­toren in Öster­reich noch nicht zur Strom­ver­sor­gung einge­setzt werden. Die Firma Emerald Horizon hofft, sie in ein paar Jahren in Nach­bar­länder verkaufen zu können, als Ener­gie­ver­sor­gung etwa für Gemeinden, Firmen und Spitäler und als Ersatz für die alten Uran­re­ak­toren. (www.emerald-horizon.com) Sind Mini­re­ak­toren eine Einla­dung für Terroristen?
● Im Wiener Leopold Museum kam es am 15.11. zu einer Klima-Aktion. Zwei Männer über­schüt­teten das „Tod und Leben“-Gemälde von Klimt mit Leim. Nach der Aktion wurde einer der beiden Akti­visten abge­führt, der andere klebte am Schutz­glas. ORF.at

Polen – Zeit­gleich mit neuen massiven russi­schen Luft­an­griffen auf die Ukraine ist am 15.11. eine Rakete auf dem Gebiet des Nato-Mitglieds Polen einge­schlagen. Am Rande des G20-Gipfels auf Bali kam es zu einem Krisen­treffen der Staats- und Regie­rungs­chefs der G7-Staaten – also USA, Kanada, Frank­reich, Deutsch­land, Japan, Italien und Gross­bri­tan­nien, sowie jene von Spanien und der Nieder­lande. Nach Angaben des polni­schen Aussen­mi­nis­te­riums handelt es sich um eine Rakete aus russi­scher Produk­tion. Sie schlug am Diens­tag­nach­mittag auf dem Gelände eines land­wirt­schaft­li­chen Betriebs in Prze­wodow ein, 6 km von der Grenze zur Ukraine, 70 km von Lemberg, entfernt. Zwei polni­sche Staats­bürger starben dabei. Es soll sich um eine ukrai­ni­sche S300-Flug­ab­wehr­ra­kete handeln. Polen fordert mehr Waffen zur Vertei­di­gung der Ukraine. Prze­wodów [pʂɛˈ­vɔduf] (ukr. Переводів Pere­wodiw) ist ein Dorf mit 400 Einwoh­nern in der polni­schen Woiwod­schaft Lublin. Artikel 4 sieht Bera­tungen der Nato-Staaten vor, wenn einer von ihnen die Unver­sehrt­heit seines Gebiets oder die eigene Sicher­heit bedroht sieht. In Artikel 5 ist gere­gelt, dass die Nato-Staaten einen bewaff­neten Angriff gegen einen oder mehrere Partner als Angriff gegen alle ansehen. Daraus ergibt sich die Verpflich­tung, Beistand zu leisten. Die Rakete wurde aber nicht gezielt auf das polni­sche Dorf abge­feuert. Das Vertei­di­gungs­mi­nis­te­rium in Moskau streitet Berichte ab, wonach russi­sche Raketen Polen getroffen hätten. Diese Berichte hätten das Ziel, die Situa­tion zu eska­lieren, zitiert die Nach­rich­ten­agentur Interfax das Minis­te­rium. Es seien keine Angriffe mit russi­schen Waffen auf Ziele nahe der polnisch-ukrai­ni­schen Grenze ausge­führt worden. Stol­ten­berg: Russ­land trägt trotzdem Schuld. Selenski: Bombe war sehr wohl russisch. SRF.ch

Russ­land – Ex-Präsi­dent (2008–2012) Dmitri Medwedew (57) sorgt mit radikal-natio­na­lis­ti­schen Ausfällen für Schlag­zeilen. SRF.ch
● Die Öllie­fe­rungen in die EU sind im Vorfeld der drohenden Preis­ober­grenzen stark zurück­ge­gangen. Wie Bloom­berg am Montag berich­tete, entfallen inzwi­schen zwei Drittel der gesamten russi­schen Ölex­porte auf dem Seeweg auf asia­ti­sche Länder, während die Liefe­rungen in die EU weiter zurück­gehen. Bevor die EU, die USA und ihre Verbün­deten anti­rus­si­sche Sank­tionen verhängten, machten die Tanker­lie­fe­rungen nach Asien weniger als zwei Fünftel der russi­schen Rohöl­ver­käufe auf dem Seeweg aus. Berichten zufolge bilden China und Indien das Rück­grat des jüngsten Anstiegs im russi­schen Ölhandel, während klei­nere Mengen auch nach Sri Lanka und in die Verei­nigten Arabi­schen Emirate verschifft werden. Die Gesamt­menge an Rohöl, die nach China, Indien und in die Türkei geht, sowie die Fracht auf Schiffen, deren endgül­tiger Bestim­mungsort noch nicht bekannt ist, stieg Berichten zufolge in den 28 Tagen bis zum 11. November auf einen Rekord­wert von 2,39 Millionen Barrel pro Tag. SP.ru

Schweden – Schweden will der Ukraine mit einem Unter­stüt­zungs­paket um 500 Mio. Franken einschliess­lich Luft­ver­tei­di­gungs­system aushelfen. SRF.ch

Schweiz – Nitrit- und Nitrat-Zusätze machen Wurst­waren haltbar und schön rosa. Auf Kosten der Gesund­heit, warnen Forscher. Zusatz­stoffe in Wurst, Schinken und Co. erhöhen das Krebsrisiko.
● Deutsch­pflicht auf dem Pausenhof. Eine Schule im Aargau führt die Mass­nahme wegen des hohen Auslän­der­an­teils ein.
● Häufig beginnen Zwangs­ehen mit einer ille­galen reli­giösen Trauung. Das ist auch im Haus der Reli­gionen in Bern passiert.
● Hono­rar­konsul (Plural: Hono­rar­kon­suln) ist ein Ehrenamt. Es handelt sich dabei oft um Personen, die Länder unter­stützen, die es sich selbst nicht leisten können, haupt­be­ruf­liche Diplo­maten ins Ausland zu senden. Zudem kennen diese Personen ein Gast­land beson­ders gut, weil sie beispiels­weise im jewei­ligen Land leben und dort gut vernetzt sind. Sie sind unbe­zahlt und können zusätz­lich neben den diplo­ma­ti­schen und konsu­la­ri­schen Vertre­tungen in dem Land tätig sein. Hunderte «Schatten-Diplo­maten» sind gemäss einer inter­na­tio­nalen Medi­en­re­cherche in krimi­nelle oder proble­ma­ti­sche Machen­schaften invol­viert. Auch in der Schweiz soll es einige Fälle geben. Ange­stossen hat die Recherche das Inter­na­tional Consor­tium of Inves­ti­ga­tive Jour­na­lists (ICIJ) und die US-Recher­che­platt­form ProPu­blica. Mehr als 500 gegen­wär­tige oder frühere Hono­rar­kon­suln sollen in Krimi­nal­fälle, Skan­dale oder behörd­liche Ermitt­lungen verwi­ckelt sein. Dies geht aus dem Projekt «Shadow Diplo­mats» hervor, an dem sich fast 60 Medien in 46 Ländern betei­ligt haben. Zurzeit sind in der Schweiz 126 Hono­rar­kon­suln von auslän­di­schen Staaten akkre­di­tiert. Beson­ders häufig sind es Anwälte und Treu­händer, Finanz­be­rater oder Bankiers. Weiter ist auffällig, dass etliche der in der Finanz­branche tätigen Hono­rar­kon­suln auch in teils umfang­reiche Geschäfte mit Offshore-Firmen invol­viert sind. Diese stufen selbst Experten des Bundes als beson­deres Risiko ein. Oft üben in west­li­chen Ländern Menschen mit langer Berufs­er­fah­rung zum Beispiel in Wirt­schaft oder Politik diese ehren­amt­liche Funk­tion aus. Sie pflegen zum Beispiel Kontakte in das andere Land und beglau­bigen Doku­mente. Laut der Recherche gibt es aber zahl­reiche schwarze Schafe, die die Privi­le­gien etwa bei Reisen gezielt ausnutzen – und die Titel seien zum Teil sogar käuflich.
● Seit gut 80 Jahren hat Peni­cillin unzäh­lige Menschen­leben gerettet und viel Leid gemin­dert. Das soll so bleiben. Anti­bio­tika gehören zu den wert­vollsten Medi­ka­menten, die wir kennen. Doch diese wirken nicht mehr so gut wie früher. Einige Bakte­rien haben auf natür­liche Art eine Abwehr gegen Anti­bio­tika entwi­ckelt – soge­nannte Anti­bio­tika-Resis­tenzen. Das ist in der Medizin ein zuneh­mendes Problem. In der Schweiz wird deshalb intensiv geforscht.
● Bericht des Euro­pa­rats: Schweiz schützt Frauen nicht gut genug.
● Stealt­hing [st​elθi​ŋ], (engl., heim­lich tun) ist eine Form des Miss­brauchs, bei der ein Sexu­al­partner das Kondom heim­lich und ohne Einwil­li­gung des anderen Part­ners entfernt oder beschä­digt und anschlies­send Geschlechts­ver­kehr ausübt. Die Praxis führt dazu, dass kein Safer Sex statt­findet und die Über­tra­gung von Krank­heiten und ggf. eine Schwan­ger­schaft möglich werden. In der Schweiz gibt es beim «Stealt­hing» bisher eine Geset­zes­lücke – das soll sich aber ändern.
● Zivil­schutz­or­ga­ni­sa­tionen beklagen akuten Perso­nal­mangel. Unter anderem auch, weil die Dienst­zeit für Zivil­schutz­leis­tende von 20 auf 14 Jahre redu­ziert wurde. Auf Bundes­ebene wird seit Monaten über mögliche Lösungen disku­tiert. Der Aargau prescht nun vor und versucht es mit einem obli­ga­to­ri­schen Info­an­lass. Es ist eine umstrit­tene Idee: Im Aargau sollen künftig auch Schweizer Frauen sowie Ausländer antraben für einen obli­ga­to­ri­schen Infotag. An diesem halb­tä­gigen Anlass werden sie über den frei­wil­ligen Dienst bei Zivil­schutz, Feuer­wehr oder Sama­ri­tern infor­miert. Das Aargauer Parla­ment hat das entspre­chende Gesetz am Dienstag einstimmig beschlossen. Das ist eine Schweizer Première im Kampf gegen den Perso­nal­mangel bei Miliz-Organisationen.
● Ende Jahr laufen die Corona-Nothilfen für Kunst­schaf­fende aus. Einigen droht der Gang zur Sozialhilfe.
● Wenn Patrick Lahusen die ehema­lige Gas-Bohr­platt­form im luzer­ni­schen Fins­ter­wald betritt, liegt ein Hauch von Nost­algie in der Luft. Jahr­zehn­te­lang suchte er nach einhei­mi­schem Gas. In Fins­ter­wald ist er nicht nur fündig geworden, sondern schaffte die kleine Sensa­tion: Knapp zehn Jahre konnte die Schweiz ab 1985 eigenes Gas fördern. Von 1985 bis 1994 wurden in Fins­ter­wald insge­samt 74 Millionen Kubik­meter Gas durch das noch heute sicht­bare Rohr geför­dert. Im Vergleich zu den hier­zu­lande jähr­lich verbrauchten 3’600 Millionen Kubik­me­tern scheint diese Menge zwar gering. Dennoch wird die still­ge­legte Anlage immer wieder als Beweis dafür aufge­führt, dass im Schweizer Boden förder­bare Gasvor­kommen vorhanden wären. Dass sich eine Förde­rung wirt­schaft­lich lohnt, ist jedoch nicht belegt: Mit dem Gas in Fins­ter­wald konnte nur ein Bruch­teil der rund 30 Millionen Franken teuren Bohr­kosten gedeckt werden. Tatsäch­lich werden auch an anderen Stand­orten Gasvor­kommen vermutet. Theo­re­tisch wäre Fracking an den meisten Orten erlaubt. Bei dieser umstrit­tenen Technik wird Flüs­sig­keit mit Sand und Chemi­ka­lien in den Unter­grund gepresst. Dadurch wird das Gestein aufge­bro­chen. Der Sand hält die entstan­denen Frak­turen offen, damit das Gas unge­hin­dert aus dem Boden strömen kann. Die drohende Mangel­lage weckt neue Begehr­lich­keiten rund um das schlum­mernde Gaspo­ten­zial unter Schweizer Böden. Dass sich die Sensa­tion von Fins­ter­wald wieder­holt, scheint aber aus klima­po­li­ti­schen Über­le­gungen wenig realistisch.
● Der Kanton ruft Land­wirte im Zürcher Wein­land auf, ihre Schafe über die Nacht in den Stall zu holen. Ein Wolf streift durch Zürich.
● Nur auf wenigen Höfen dürfen Milch­kühe ihre Kälber säugen.
● Der Bundesrat und die betref­fende Kommis­sion des Stän­de­rats sind gegen die Über­nahme der EU-Sank­tionen gegen Iran. SRF.ch

Slowe­nien – Das Land bekommt mit der libe­ralen Rechts­an­wältin Nataša Pirc Musar (54) erst­mals eine Frau als Staats­ober­haupt. Pirc Musar kam bei der Wahl am Sonntag auf 53,9 Prozent der Stimmen, teilte die staat­liche Wahl­kom­mis­sion mit. Ihr Stich­wahl-Kontra­hent, der konser­va­tive Ex-Aussen­mi­nister und Oppo­si­ti­ons­po­li­tiker Anže Logar (46), erreichte 46,1 Prozent. ORF.at

Tibet – Lha Bab Duchen ist einer der vier buddhis­ti­schen Feier­tage in der tibe­ti­schen Tradi­tion, heuer am 15.11. Es ist jedes Jahr ein anderer Tag, weil die Tibeter tradi­tio­nell den Mond­ka­lender verwenden. Die Geschichte besagt, dass Buddha in den Himmel aufstieg, um seiner Mutter den Weg zur Erleuch­tung zu lehren. Sie starb, als er noch ein Kind war. Die Geschichte besagt, dass Buddha mit 41 eine Woche in den Himmel stieg und dann zurück­kehrte. Der Feiertag feiert seine Rück­kehr, ein guter Tag zum Medi­tieren. SP.ru

UNO – Für die Reso­lu­tion, die eine Grund­lage für spätere Repa­ra­ti­ons­zah­lungen Russ­lands an die Ukraine wegen des Krieges bilden soll, hatten am 14.11. in New York 94 Staaten bei 73 Enthal­tungen und 14 Gegen­stimmen gestimmt. Neben Russ­land votierten die Bahamas, Belarus, Zentral­afri­ka­ni­sche Repu­blik, China, Kuba, Nord­korea, Eritrea, Äthio­pien, Iran, Mali, Nica­ragua, Syrien und Simbabwe gegen die Reso­lu­tion. Die Ukraine hat die bishe­rigen Schäden infolge des Krieges auf einen drei­stel­ligen Milli­ar­den­be­trag geschätzt. Schon gestern hatte Kreml-Spre­cher Dmitri Peskow den UNO-Beschluss kriti­siert. Damit würde der von west­li­chen Staaten began­gene Raub russi­scher Geld­re­serven im Ausland voll­endet, klagte er. Ex-Präsi­dent Medwedew warnte vor der Umset­zung. Inves­toren aus den Ländern, die russi­sches Eigentum beschlag­nahmten, müssten eben­falls mit einer Enteig­nung rechnen.. ORF.at

Ukraine – 20’000 Tsche­tschenen haben seit Beginn der russi­schen Mili­tär­ope­ra­tion in der Ukraine gekämpft. 9’000 von ihnen befinden sich derzeit an der Front, sagte Tsche­tsche­niens Führer Ramsan Kadyrow (46) am 15.11. VESTI.ru

Uruguay – Uruguay war vor bald zehn Jahren das erste Land welt­weit, das Cannabis voll­ständig lega­li­sierte. Die Erfah­rungen des südame­ri­ka­ni­schen sind deshalb auch für die Schweiz und Europa inter­es­sant. Doch trotz der Lega­li­sie­rung hält sich der Cannabis-Schwarz­markt auch in Uruguay hart­nä­ckig. «Wir haben gelernt zu produ­zieren und die Verbrau­cher haben gelernt, zu konsu­mieren. Das ist die Geschichte der Mari­huana Lega­li­sie­rung in Uruguay», sagt Cannabis-Produ­zent Óscar González. Im Auftrag der urugu­ay­ischen Regie­rung produ­ziert seine Firma zwei Tonnen Cannabis pro Jahr. Verkauft wird das Gras danach in der Apotheke. Es gibt vermut­lich kein Land, das in den letzten Jahren so viel über Anbau, Handel und Konsum von Mari­huana disku­tiert hat, wie Uruguay. Uruguay geht dabei weiter, als andere Länder – weiter als die Nieder­lande etwa, wo Cannabis-Konsum und ‑Verkauf zwar geduldet werden, vom Gesetz aber verboten sind.

In Uruguay hingegen hat die Regie­rung Cannabis 2013 voll­ständig lega­li­siert. Der linke Präsi­dent José Mujica war davon über­zeugt, dass die Lega­li­sie­rung den Drogen­banden das Geschäft entzieht – mindes­tens beim Cannabis-Handel. Tatsäch­lich: Der ille­gale Cannabis-Handel ist seit 2014 um ein Fünftel zurück­ge­gangen. Doch den Schwarz­markt gibt es immer noch. Unter anderem, weil vielen Kiffern das staat­liche Gras zu schwach ist. Podcast «Inter­na­tional», SRF.ch

USA – Die Ankün­di­gung von Donald Trump (76), in zwei Jahren noch­mals in den Präsi­dent­schafts-Wahl­kampf steigen zu wollen, ist keine Über­ra­schung. Und doch ist sie ein Pauken­schlag, zu dem sich Trump offenbar gedrängt sah, nachdem er plötz­lich Gegen­wind zu spüren bekommen hatte. Kein Wunder haben repu­bli­ka­ni­sche Stra­tegen und selbst Trumps engerer Zirkel zuletzt versucht, ihn zumin­dest dazu zu bringen, seine bereits ange­kün­digte Ankün­di­gung zu verschieben. Doch Trump entschied sich, darauf zu pfeifen. Denn Trump ist nach wie vor der Favorit, falls ihm beispiels­weise der aufstre­bende Gouver­neur von Florida, Ron DeSantis (44), die repu­bli­ka­ni­sche Kandi­datur streitig machen sollte. Während manche vom repu­bli­ka­ni­schen Estab­lish­ment nach den Zwischen­wahlen andeu­teten, eine Zukunft ohne Trump zu bevor­zugen, steht die repu­bli­ka­ni­sche Basis weiterhin fest zum ehema­ligen Präsidenten.
● Nach vielen Verschie­bungen star­tete am 16.11. die Nasa-Mond­mis­sion «Artemis 1» ihren Testflug.
● Die US-Demo­kraten hatten bei den Zwischen­wahlen die Mehr­heit im Reprä­sen­tan­ten­haus verloren. Sie müssen nun einen neuen Frak­ti­ons­vor­sit­zenden bestimmen. Pelosi wird weiter Abge­ord­nete bleiben. SRF.ch
● Marjorie Taylor Greene (48) versprach am 17.11. dass unter den Repu­bli­ka­nern kein Cent mehr in die Ukraine fliessen wird. FOX.us


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1 Kommentar

  1. Erdöl aus dem Kongo? Wieder mal liegt das schwarze Gold in einem Staat mit dem man lieber nichts zu tun haben will.

    Zum Thori­um­re­aktor: Auch Uran ist nur schwach radio­aktiv, erst durch Konzen­tra­tion der gut spalt­baren Isotope und die kurz­le­bigen Spalt­pro­dukte nimmt die Akti­vität stark zu. Gilt ähnlich auch für Thorium das zudem häufiger ist.
    Warum dennoch alles auf Uran gesetzt wurde? Vermut­lich weil Thorium für eine mili­tä­ri­sche Doppel­nut­zung kaum taugt.
    Übri­gens war Deutsch­land in der Entwick­lung eines thori­um­be­trie­benen Reak­tors mal gut führend – bis in den 90ern dann die Forschung einge­stellt wurde, und zwar von genau denselben Parteien die ihren Wählern noch jahr­zehn­te­lang vorge­logen haben daß Kern­kraft weiterhin die Zukunft wäre. In Wirk­lich­keit ging es nur darum die bestehenden Anlagen noch gewinn­brin­gend auszu­lut­schen solange es geht, und danach kommt das ener­gie­po­li­ti­sche Nirvana.

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