Was in der Schweiz und anderswo berichtet wurde – 26.06.2022

Im Inter­net­radio mitge­hört und mitge­schrieben von Wilhelm Tell
Däne­mark – Born­holm wurde nach dem Ende des Zweiten Welt­krieges noch ein Jahr lang durch sowje­ti­sche Truppen besetzt – bevor der dama­lige Kreml-Herr­scher Stalin mit Däne­mark einen Rück­ga­be­ver­trag unter­zeich­nete. Und ausge­hend von diesem Vertrag erhebt Russ­land bis heute ein Mitspra­che­recht auf der knapp 600 Quadrat­ki­lo­meter grossen Ostsee-Insel, sagt der däni­sche Sicher­heits­ex­perte Torben Ørting Jørgensen. SRF.ch

Deutsch­land – Die Frauen-Nati (Natio­nal­mann­schaft) kassiert im EM-Vorbe­rei­tungs­spiel gegen Deutsch­land eine herbe Nieder­lage und unter­liegt mit 0:7.
●Nach zwei Jahren Corona-Pandemie erholt sich die welt­weite Nach­frage nach Passa­gier­flügen derzeit stark. Das hat Auswir­kungen auf die Branche: Noch vor kurzem schien das Ende des A380 besie­gelte Sache zu sein. Mehrere Airlines motteten ihre Exem­plare ein. Nun aber lieb­äu­geln zwei grosse Flug­ge­sell­schaften aufgrund des derzeit hohen Passa­gier­auf­kom­mens damit, den Doppel­stö­cker wieder verstärkt einzu­setzen. Die A380 wurde 2005 mit grossem Tamtam vorge­stellt. Der euro­päi­sche Flug­zeug­bauer Airbus beein­druckte damals die Welt und Konkur­rent Boeing, dessen 747 (auch «Jumbo» genannt) jahr­zehn­te­lang den Titel der «Königin der Lüfte» trug. Der Riesen­flieger, der über 800 Passa­giere trans­por­tieren kann, passte damals ins soge­nannte «Hub-Konzept» vieler Airlines – also möglichst viele Menschen zwischen den grossen Knoten­punkten der Welt hin- und herzu­fliegen. Luft­hansa und Emirates gehörten zu den grössten Kunden, aber auch Air France, Quantas oder Sing­a­pore Airlines gaben Bestel­lungen auf. Doch bereits wenige Jahre später wurde klar: Die Luft­fahrt entwi­ckelt sich in eine ganz andere Rich­tung. Wie sich heraus­stelle, bevor­zugen Passa­giere Direkt­ver­bin­dungen – auch wenn diese sehr lang ausfallen – gegen­über dem lästigen Weg über einen Umstei­ge­flug­hafen. Die Airlines zogen nach und setzten vermehrt auf zwei­strah­lige, Kerosin sparende Maschinen, mit denen weit entfernte Ziele ange­flogen werden können. Bereits vor Corona wurde klar, dass es der Jet schwierig haben könnte. Es gab kaum mehr neue Bestel­lungen. Anfang 2019 kündigte Airbus an, die Produk­tion einzustellen.Während der Pandemie wurden viele der Doppel­stö­cker dauer­haft geparkt. «Keine Zukunft» hiess es unter anderem vom Luft­hansa-Chef Carsten Spohr Anfang dieses Jahres. Zuletzt setzte prak­tisch nur noch Emirates auf den A380. Doch nun hat sich die Situa­tion ange­sichts einer rasch stei­genden Nach­frage in der Luft­fahrt stark verän­dert. Zum stei­genden Passa­gier­auf­kommen gesellt sich derzeit auch ein akuter Perso­nal­mangel bei den Airlines. Wenn immer mehr Leute mit immer weniger Personal trans­por­tiert werden müssen, lohnt es sich auf grös­sere Geräte zu setzen. Und genau hier kommt der A380 ins Spiel. Luft­hansa-Chef Carsten Spohr erklärte an einer Sitzung des Welt­flug­ver­bandes IATA diesen Montag in Doha, dass seine Gesell­schaft den A380 wieder akti­veren könnte. Acht Maschinen hat die Luft­hansa noch. Zurzeit sind sie wegen der guten meteo­ro­lo­gi­schen Bedin­gungen in Spanien geparkt. Auch der zweite grosse A380-Kunde Emirates könnte einge­mot­tete Maschinen wieder hervor­holen, wie deren Chef Tim Clark am Mitt­woch an einer Konfe­renz sagte. Die Gesell­schaft bewegt sich in anderen Sphären als der Konkur­rent aus Deutsch­land. Bereits heute sind bis zu 70 der Jets regel­mässig im Einsatz. Gemäss Clark könnten auch die weiteren 50 Geräte, die sich im Besitz der Flug­ge­sell­schaft befinden, wieder akti­viert werden. Wie lange es dauern wird, bis der Riesenjet aber wieder die Lüfte bevöl­kert, ist noch offen. Bei der Luft­hansa spricht man vom nächsten Sommer. Emirates will schneller vorwärts­ma­chen: «Wir bringen sie so schnell zurück, wie wir können», erklärte Clark. Damit die Maschinen wieder abheben können, müssen nicht zuletzt die Piloten wieder auf die Maschinen geschult werden. SRF.ch
●In München wird am 25.6. eine Gross­de­mons­tra­tion anläss­lich des G7-Gipfels auf Schloss Elmau erwartet. Zum Protest auf der There­si­en­wiese haben dutzende Verbände aufge­rufen, u.a. Attac sowie die Umwelt­or­ga­ni­sa­tion WWF. Die Polizei rechnet bereits ab dem Mittag mit mindes­tens 20.000 Teil­neh­mern und bereitet sich auch auf gewalt­be­reite Demons­tranten vor. Auf Schloss Elmau treffen sich ab morgen die Staats-und Regie­rungs­chefs der sieben einfluss­reichsten, west­li­chen Indus­trie­na­tionen. RBB.de

Europa – Am 24.6. schüt­tete es wie aus Kübeln. Eine Gewit­ter­zone brachte stel­len­weise grosse Regen­mengen. Teil­weise liegen die Regen­summen im Rekord­be­reich. Zum Beispiel hat es in Cham inner­halb von 10 Minuten seit Mess­be­ginn 1993 nur zwei Mal noch mehr geregnet als heute mit 14,2 mm. In der Maga­di­no­ebene im Tessin fielen in den vergan­genen 24 Stunden 58% des durch­schnitt­li­chen Juni­re­gens – dabei kamen 22% inner­halb von nur einer Stunde zusammen: Hier zogen seit der Nacht wieder­holt Gewitter vorüber. In anderen Gebieten wie ganz im Süden des Tessins fielen die Regen­mengen hingegen sehr bescheiden aus.
●Poli­tik­wis­sen­schaftler Maxi­mi­lian Terhalle: Europa soll zur Nukle­ar­macht werden. Seit dem russi­schen Angriff auf die Ukraine wächst die Angst vor einem nuklearen Mili­tär­schlag. Atomare Aufrüs­tung wird wieder salon­fähig. Auch deshalb trafen sich am vergan­genen Dienstag in Wien die Staaten des inter­na­tio­nalen Atom­waf­fen­ver­bots­ver­trags, um dieser Aufrüs­tungs­dy­namik entge­gen­zu­wirken. Anders sieht das der Poli­tik­wis­sen­schafter Maxi­mi­lian Terhalle. Er fordert: Europa muss zur Nukle­ar­macht werden. Es geht darum, zunächst einmal die EU-Brille abzu­setzen und über Europa nach­zu­denken. Europa defi­niert sich über zwei Nukle­ar­mächte. Eine in der EU, eine ausser­halb der EU. Diese Staaten müssen eine gemein­same Bedro­hungs­per­zep­tion entwi­ckeln. In Europa liegen takti­sche Nukle­ar­waffen verteilt. Aber die können die Abschre­ckungs­leis­tung nicht bieten. Amerika ist eine alte nukleare Schutz­macht. Sie stehen in einem Zwei­fron­ten­krieg gegen­über China und Russ­land. Und sie sehen sich in Bezug auf das Nukleare nicht gewappnet. Ich schlage vor, dass diese Bedro­hungs­per­zep­tion nicht inner­halb der EU formu­liert wird, sondern inner­halb der Nato. Damit es inner­halb der Nato einen euro­päi­schen Arm, eine euro­päi­sche Säule gibt. Diese würde sich explizit mit dieser Frage beschäf­tigen, für den Fall, dass Amerika in Ostasien durch einen Krieg absor­biert wird. SRF.ch

Finn­land – In diesem Sommer gibt es in der Ostsee eigent­lich viel Grund zum Feiern. Die Insel­gruppe Åland etwa zwischen Finn­land und Schweden feiert den hundertsten Geburtstag als auto­nome Nation. Im Rahmen eines Abkom­mens im dama­ligen Völker­bund – der Vorläu­fer­or­ga­ni­sa­tion der Vereinten Nationen – konnte zu Beginn der zwan­ziger Jahre des letzten Jahr­hun­derts ein Krieg zwischen Finn­land und Schweden um Åland verhin­dert werden. Daran erin­nerte der finni­sche Präsi­dent Sauli Niinistö vor kurzem bei einem Besuch in dem auto­nomen Gebiet. Heute bilde Åland, so Niinistö, eine Brücke zwischen den beiden nordi­schen Staaten an der Ostsee. Er begrüsste beim Festakt auch den schwe­di­schen König anläss­lich dessen erstem Staats­be­such auf dem Archipel, der aus über 6000 Inseln besteht. Der hundert­jäh­rige Völker­bund­ver­trag ordnete Åland aussen­po­li­tisch Finn­land zu, garan­tierte aber Schwe­disch als einzige Amts­sprache. Mit dem ange­strebten Nato-Beitritt Schwe­dens und Finn­lands stellt sich nun aber die Frage, ob dieser Vertrag Bestand hat. Denn das Abkommen regelt auch die Demi­li­ta­ri­sie­rung und die Neutra­lität Ålands. Und genau dieses sicher­heits­po­li­ti­sche Element liegt der ålän­di­schen Minis­ter­prä­si­denten Vero­nica Thörn­roos beson­ders am Herzen: «Für uns ist es sekundär, ob Finn­land der Nato beitritt oder nicht, für uns ist unser spezi­eller Status als demi­li­ta­ri­siertes Gebiet zentral», sagt Thörn­roos am Sitz der ålän­di­schen Regie­rung in der Haupt­stadt Marie­hamn. Aber nicht nur die gut 30’000 Åländer selbst sind daran inter­es­siert, dass sich durch den ange­strebten Nato-Beitritt Finn­lands und Schwe­dens nichts am Sonder­status des eigenen Landes ändert. Auch Russ­land ist verpflichtet, die Neutra­lität Ålands zu über­wa­chen. Das wird durch einen Zusatz­ver­trag gere­gelt. «Dieses Abkommen aus dem Jahre 1940 zwischen Finn­land und der Sowjet­union stellen wir nicht infrage», betont Regie­rungs­chefin Thörn­roos. Moskau ist nicht nur nicht mit einer grossen diplo­ma­ti­schen Vertre­tung in Marie­hamn vertreten, verteilt über den Archipel gibt es auch mehrere Liegen­schaften, die im Besitz der russi­schen Regie­rung sind. Bisher waren die ålän­di­schen Bezie­hungen zu Russ­land durchaus gut, berichtet Petra Gran­holm vom ålän­di­schen Frie­dens­in­stitut. Sie weist darauf hin, dass Åland bei den anste­henden finni­schen Beitritts­ver­hand­lungen am Verhand­lungs­tisch vertreten sein wird. Bereits beim finni­schen Beitritt zur Euro­päi­schen Union vor 25 Jahren gelang es Åland, den inter­na­tio­nalen Sonder­status des Archi­pels zu sichern. Dazu sagte dann die ålän­di­sche Bevöl­ke­rung in einer eigenen Volks­ab­stim­mung auch ja. Bis heute gehört die auto­nome Region nicht zur EU-Zoll- und Steu­er­re­gion, was vor allem den ålän­di­schen Reede­reien wegen des steu­er­be­freiten Handels zugu­te­kommt. Aber Russ­land verfolgt nicht nur die Diskus­sionen um die zukünf­tige Stel­lung Ålands. Beob­achtet wird auch die fast 700 Kilo­meter südwest­lich gele­gene däni­sche Insel Born­holm. SRF.ch

Geor­gien – Nach der vorläu­figen Absage für die EU-Kandi­da­ten­bank wächst in Geor­gien der Reform­druck auf die Regie­rungs­partei. SRF.ch

Gross­bri­tan­nien –  Übles Erwa­chen für Premier­mi­nister Boris Johnson. Bereits um halb sechs Uhr in der Früh kündigte der konser­va­tive Partei­vor­sit­zende Oliver Dowden seinen Rück­tritt an. Nach dem Fiasko bei den Nach­wahlen müsse jemand die Verant­wor­tung über­nehmen, schrieb er und trat mit sofor­tiger Wirkung zurück. Ein biss­chen viel Drama wegen einer Nach­wahl in der engli­schen Provinz, könnte man meinen. Wake­field und Tiverton and Honton sind ledig­lich zwei von 650 Wahl­be­zirken und sicher nicht die Epizen­tren der briti­schen Politik. Trotzdem ist die Nieder­lage für die Konser­va­tiven ein Debakel. Wake­field liegt im post­in­dus­tri­ellen Norden. Die Konser­va­tiven konnten den Sitz 2019 erst­mals erobern und haben diesen nun bereits wieder an Labour verloren. Tiverton im Süden Englands ist seit Jahr­zehnten konser­va­tives Stamm­land. Umso schmerz­hafter ist der Sieg der Libe­ral­de­mo­kraten. Die Oppo­si­tion wittert bereits Morgen­luft für die kommenden natio­nalen Wahlen 2024, selbst wenn bei der Inter­pre­ta­tion von Lokal­wahlen stets Vorsicht geboten ist. Fairer­weise muss erwähnt werden, dass der Anlass für die Ersatz­wahlen eher unschön war. Der konser­va­tive Abge­ord­nete in Tiverton musste unlängst zurück­treten, weil er während einer Parla­ments­de­batte Porno­filme konsu­mierte. Sein Partei­kol­lege aus Wake­field wurde zu einer Gefäng­nis­strafe verur­teilt, weil er einen 15-Jährigen sexuell beläs­tigt hatte. Keine gute Ausgangs­lage, aber bei Weitem nicht der einzige Grund für das Debakel. Umfragen zeigen, dass die Britinnen und Briten allmäh­lich genug vom aktu­ellen Bewohner von Downing Street und seiner Regie­rung haben. 70 Prozent halten Boris Johnson für einen Lügner. Und es ist längst nicht mehr allein «Party­gate» mit der Frage, wer, wo, wann während des Lock­downs ein Bier getrunken hat, welche die Leute umtreibt. Millionen von Britinnen und Briten leiden unter einer histo­risch hohen Infla­tion und wissen nicht mehr, wie sie ihre Rech­nungen bezahlen sollen. Sich mit wohl­klin­genden Verspre­chen abspeisen zu lassen, genügt ihnen offen­sicht­lich nicht mehr. Boris Johnson reagierte heute Mittag aus weiter Ferne. «Kein Grund zur Panik oder gar für einen Rück­tritt», liess er aus Afrika verlauten. Der Premier­mi­nister weilt zurzeit in Ruanda, wo sich die Regie­rungs­chefs der Common­wealth-Länder treffen. Johnson, der Anfang Juni ein Miss­trau­ens­votum über­lebt hat, sieht zur Stunde auch keinen Grund für eine über­eilte Rück­kehr in die Heimat. Von Kigali wird er an das G7-Treffen im baye­ri­schen Elmau weiter­reisen und danach an den Nato-Gipfel in Madrid. Wenigs­tens geogra­fisch ist klar, wohin die Reise des ange­schla­genen Premier­mi­nis­ters geht.
●In den letzten 25 Jahren hat «Harry Potter» viele inspi­riert und ist dabei zum Klas­siker geworden. Er erzählt die klas­si­sche Aussen­seiter-Geschichte und spricht viele zeit­lose und zum Teil exis­ten­zi­elle Themen an: unter anderem Freund­schaft, Mut, Liebe, Macht, Angst, Macht­miss­brauch, Oppor­tu­nismus, Mani­pu­la­tion. Diese Themen bieten gesam­melt einen viel­schich­tigen Blick auf die zentrale Geschichte: der Kampf des Guten gegen das Böse.SRF.ch

Italien – Italiens Politik führt Wasser­spar-Mass­nahmen wegen der anhal­tenden Trocken­heit in Nord­ita­lien ein. Am Freitag kündigte der Regio­nal­prä­si­dent der Lombardei den Notstand wegen der Trocken­heit an. Laut italie­ni­schen Medi­en­be­richten soll der entspre­chende Erlass bis Ende September gelten. Dieser empfehle den Gemeinden der Region, Bewäs­se­rungen von öffent­li­chen Parks und Sport­an­lagen wie Fuss­ball­plätze, Tennis- oder Golf­plätzen einzu­schränken. Der Erlass empfiehlt zudem «allen Bürgern, mit der Ressource Wasser äusserst sparsam, nach­haltig und effi­zient umzu­gehen». Es wird empfohlen, den Verbrauch auf das abso­lute Minimum zu beschränken». Die Region stellt den Bürger­meis­tern der Gemeinden der Lombardei zudem ein Verord­nungs­schema über Wasser­ein­spa­rungen für die Verwen­dung von Trink­wasser zur Verfü­gung. Mailand folgte nun den Empfeh­lungen: Die Metro­pole will erste Brunnen abdrehen. Ausge­nommen seien solche, in denen sich Pflanzen und Tiere befinden, schrieb Mailands Bürger­meister Beppe Sala am Samstag auf Face­book. Auch die kleinen Brunnen auf den Gehwegen, aus denen Trink­wasser fliesst, blieben wegen der anste­henden Hitze­welle weiter offen. Die Stadt bewäs­sere jedoch keine Grün­flä­chen mehr. Sala rief zudem die Bürger auf, ihren Wasser­ver­brauch zu redu­zieren und empfahl, Klima­an­lagen nicht kälter als 26 Grad Celsius einzu­stellen, um Energie zu sparen. Wann die Mass­nahmen in Kraft treten, teilte Sala nicht mit. Doch nicht nur die Lombardei ist von Wasser­knapp­heit betroffen. Auch in den Regionen Piemont und Emilia Romagna spitzt sich die Lage wegen der Dürre zu. In der Region Piemont wird laut der Nach­rich­ten­agentur Ansa bereits in mehr als 200 Gemeinden das Wasser ratio­niert. In diversen Gegenden des Mittel­meer­landes hat es seit rund vier Monaten nicht mehr geregnet, der Fluss Po weist den nied­rigsten Pegel­stand seit 70 Jahren auf. Die Trocken­heit gefährdet zudem etliche Ernten. Vieler­orts sind die Wasser­spei­cher leer und es kommen Tank­laster zum Einsatz, in einigen Gemeinden darf Wasser nur zum Trinken oder für andere wich­tige Bereiche des Alltags verwendet werden. Im Piemont geht man davon aus, dass Anfang Juli viele Ernten zerstört sein dürften, wenn bis dann keine Sonder­mass­nahmen erfolgen. «Ich glaube, es ist unver­meid­lich, einen Krisen­zu­stand zu verhängen wegen der Trocken­heit», sagte Land­wirt­schafts­mi­nister Stefano Patua­nelli. Neben den Ernten ist auch die Muschel­pro­duk­tion von der Trocken­heit betroffen. Denn wegen der Dürre dringt das Meer immer tiefer in das Po-Delta ein, wo sich die Muschel­pro­duk­tion konzen­triert und bedroht wird. Der Tempe­ra­tur­an­stieg ohne die Möglich­keit eines Wasser­wech­sels habe zu einem Rück­gang der Muschel­pro­duk­tion von 20 Prozent geführt, berich­tete der Land­wirt­schafts­ver­band Coldi­retti. Wegen der Wasser­knapp­heit sei ein ganzer Sektor gefährdet, der jedes Jahr mehr als 93 Millionen Kilo Mies­mu­scheln und Venus­mu­scheln produ­ziert. SRF.ch

Nieder­lande – Amsterdam will weg von der Fens­ter­pro­sti­tu­tion, hin zu einem zentralen Eroszenter. Kiffen nur mehr für Inländer legal. SRF.ch

Norwegen – In Oslo hat es einen Anschlag auf einen Nacht­club gegeben, der beliebt bei einem queeren Publikum ist. Mindes­tens zwei Menschen starben und es gab zahl­reiche Schwer­ver­letzte. Das twit­terte die Polizei und meldeten neben Nach­rich­ten­agen­turen auch norwe­gi­sche Online­zei­tungen. Kurz nach der Tat in der Innen­stadt der norwe­gi­schen Haupt­stadt sei ein Tatver­däch­tiger fest­ge­nommen worden. Pride Parade am folgenden Tag abge­sagt. SRF.ch

Öster­reich – Mit der Aufhe­bung der Impf­pflicht wird die amtie­rende Regie­rung ein unge­liebtes Geschäft los, erklärt der Korre­spon­dent. «Die Popu­la­rität der beiden Regie­rungs­par­teien, der Volks­partei und der Grünen, sinkt ständig», so Balzli. In vier öster­rei­chi­schen Bundes­län­dern wird im Herbst gewählt. Zwei Rechts­par­teien hätten mit ihrer scharfen Kritik an der Impf­pflicht grossen Anklang gefunden und die erwähnte Impf­partei habe recht grossen Erfolg gehabt, so Balzli. SRF.ch

Schweden – Für die Insel Gotland – deren Fläche in etwa jener des Kantons Waadt entspricht – und wo heute gut 61’000 Menschen zu Hause sind, haben der russi­sche Krieg gegen die Ukraine und das schwe­di­sche Nato-Beitritts­ge­such hand­feste Folgen. In den vergan­genen Wochen übten Nato-Soldaten aus verschie­denen Ländern auf Gotland. Damit geht für Gotland eine vergleichs­weise fried­liche Epoche zu Ende. SRF.ch

Schweiz - Die Schweiz ist seit dem Schei­tern des Rahmen­ab­kom­mens nicht mehr Mitglied bei «Horizon Europe» – dem Forschungs- und Inno­va­ti­ons­pro­gramm der EU. Das hat Folgen: In einer Studie des Bundes gab jüngst eine Mehr­heit der befragten Forscher an, seit dem Ausschluss eine «Verschlech­te­rung» in ihrer Arbeit wahr­ge­nommen zu haben.
●In der Schweiz ist bereits jedes siebte neue Fahr­zeug ein E‑Auto. Bei schwe­reren Fahr­zeugen setzt die Branche auch auf Wasser­stoff. Hier wird die Energie mittels einer Brenn­stoff­zelle erzeugt. Grüner Treib­stoff kann auch synthe­tisch herge­stellt werden aus über­schüs­sigem CO2 und Wasserstoff.
●Die Baupreise in der Schweiz sind im letzten Halb­jahr erneut deut­lich ange­stiegen. Sowohl im Hoch- wie auch im Tiefbau musste mehr bezahlt werden. Der Hochbau ist in allen Gross­re­gionen teurer geworden, am deut­lichsten in der Nord­west­schweiz (plus 6.8 Prozent) und in der Zentral­schweiz (plus 5.6 Prozent).
●Solar­strom aus den Alpen – bestechend und doch heiss umstritten. Das Poten­zial aus der Sonne in den Alpen ist riesig. Doch sollen Solar­an­lagen einst auch in unbe­rührten Gebieten stehen? Wenn das Mittel­land unter der winter­li­chen Hoch­ne­bel­decke liegt, herrscht in den Bergen häufig unge­trübter Sonnen­schein. Diesen könnten Foto­vol­taik-Module in elek­tri­schen Strom umwan­deln. Tiefere Tempe­ra­turen und inten­si­vere Strah­lung führen dazu, dass die glei­chen PV-Module in den Alpen bis zu 40 Prozent mehr Strom produ­zieren als im Mittel­land. Das sagt Michael Lehning, Professor der ETH Lausanne und am WSL-Institut für Schnee- und Lawi­nen­for­schung in Davos: «Das Poten­zial ist gross und liegt nach unseren Berech­nungen bei zehn Tera­watt­stunden.» Das entspräche einem Viertel der gesamten Sonnen­strom­pro­duk­tion, die der Bund bis 2050 vorsieht.» Der grosse Vorteil von Sonnen­strom aus den Alpen liegt darin, dass sie auch in den Winter­mo­naten Strom liefern, dann also, wenn die Schweiz nach dem Abschalten der Kern­kraft­werke noch verstärkt auf Strom­im­porte aus dem Ausland ange­wiesen sein wird. Die soge­nannte Winter­strom­lücke könnte damit laut Lehning zumin­dest zur Hälfte gut geschlossen werden. Für mehr brauche es zusätz­liche Anstren­gungen. Offen und umstritten ist, wo diese Solar­an­lagen gebaut werden. Soge­nannte Frei­flä­chen-Anlagen, wie sie derzeit in den Walliser Gemeinden Gondo und Gren­giols geplant sind, stossen bei Natur­schüt­ze­rinnen und ‑schüt­zern auf Wider­stand. Wenig Freude hat etwa Sebas­tian Moos von der Orga­ni­sa­tion Moun­tain Wilder­ness: «Das raue und uner­schlos­sene Gebiet, wo ‹Gondo Solar› zu stehen käme, ist geprägt von unglaub­li­cher Ruhe. Diese wert­vollen Räume jetzt auch noch tech­nisch zu erschliessen, wäre aus unserer Sicht fatal.» Stella Jegher, Leiterin Politik und Inter­na­tio­nales bei Pro Natura, betont, dass sie nicht grund­sätz­lich gegen Foto­vol­taik in den Alpen sei: «Wir gehen auch im alpinen Raum von einem ganz grossen Poten­zial auf bereits bebauten Flächen aus.» Wie viele solcher Flächen es zum Beispiel in Skige­bieten gibt, ist bisher aber unklar. Boris Previšic, Direktor des Insti­tuts Kulturen der Alpen in Luzern, versteht die Anliegen des Natur­schutzes. Er stellt aber fest, dass «unbe­rührt» ange­sichts des Klima­wan­dels nicht länger «geschützt» heisse. Es sei im Gegen­teil damit zu rechnen, dass die Alpen in nicht so ferner Zukunft ganz anders aussehen. Es werde keine Glet­scher mehr geben und die Vege­ta­tion werde sich ganz anders verhalten: «Darum müssen wir uns auch leisten können, die Foto­vol­taik als effi­zi­en­testen Ener­gie­träger in den Alpen an den rich­tigen Orten zu instal­lieren.» Noch ist diese neue Art von Baute im Schweizer Gesetz nicht vorge­sehen. Die Urner Stän­de­rätin Heidi Zgraggen (Die Mitte) hat den Bundesrat in einem Vorstoss aufge­for­dert, die gesetz­li­chen Grund­lagen zu schaffen: «Es ist ein gigan­ti­scher Eingriff in unbe­rührte Flächen. Deshalb müssen unbe­dingt zuerst die Rahmen­be­din­gungen geklärt werden. Etwa, dass die Erschlies­sung bereits gegeben ist.» Es ist ein gigan­ti­scher Eingriff in unbe­rührte Flächen. Man muss zuerst die Rahmen­be­din­gungen klären. Offen ist auch, wie solche Anlagen finan­ziert werden können. Laut Schät­zungen käme eine Kilo­watt­stunde Sonnen­strom aus den Alpen rund doppelt so teuer wie aus eine Anlage im Mittel­land. Auch wächst in den Gebirgs­kan­tonen der Wunsch nach einer Entschä­di­gung, analog zu den Wasser­zinsen. Bis alle Fragen poli­tisch geklärt sind, dürften Jahre vergehen. Jahre, welche die Schweiz im Kampf gegen den Klima­wandel nicht hat.
●Die Armee will den Frau­en­an­teil bis 2030 verzehn­fa­chen. Dafür muss sich aber einiges noch ändern.
●Der Schweizer Messenger-Dienst Threema ist von einem Moskauer Gericht zu einer Busse in der Höhe von 14’200 Euro verur­teilt worden. Threema soll das russi­sche Anti-Terror-Gesetz verletzt haben. Man werde den russi­schen Behörden unter keinen Umständen Daten auslie­fern, sagte Threema-Chef Martin Blatter der Zeitung «Welt am Sonntag». «Die russi­sche Behörde Rosk­om­nadsor hat offenbar im März 2022 eine Unter­su­chung einge­leitet, wohl um ein Exempel zu statu­ieren», sagte ein Threema-Spre­cher der deut­schen Zeitung «Welt am Sonntag». Threema sei verur­teilt worden, weil es die Vorschriften im russi­schen Anti-Terror-Gesetz miss­achtet habe. Dieses besagt, dass Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­nehmen Daten wie Tele­fo­nate, SMS, E‑Mails, Videos und Fotos bis zu einem halben Jahr auf ihren Servern abspei­chern und bei Verlangen dem russi­schen Geheim­dienst FSB weiter­leiten müssen. «Selbst­ver­ständ­lich werden wir unter gar keinen Umständen irgend­welche Daten an russi­sche Behörden auslie­fern», wird Threema-Chef Martin Blatter in der «Welt am Sonntag» zitiert. Sie müssten sich an das Schweizer Gesetz halten, und dieses erlaube keine Weiter­gabe von perso­nen­be­zo­genen Daten an Dritt­staaten, schon gar nicht an kriegs­füh­rende, ergänzte der Spre­cher. Sein Unter­nehmen beab­sich­tige deshalb auch nicht, die Geld­strafe zu akzep­tieren oder zu beglei­chen, sagte Blatter. Threema ist ein Konkur­rent des russi­schen Messenger-Dienstes Tele­gram und der US-Anwen­dung Whatsapp. Die Chat-App wirbt damit, dass sich der Dienst auch komplett anony­mi­siert nutzen lässt und weder Mobil­nummer noch E‑Mail-Adresse nötig sind.
●Weg vom Diesel. Auf dem Rhein sollen Schiffe mit Wasser­stoff Güter trans­por­tieren. SRF.ch

Slowakei – Die Scho­ko­la­den­ta­feln von Toble­rone werden bald nicht mehr in der Schweiz produ­ziert. Die Scho­ko­la­den­spitzen des Riegels sollen eine Hommage an die Schweizer Alpen in der Nähe der Landes­haupt­stadt Bern sein, wo er seit über 100 Jahren herge­stellt wird. Jetzt wird der ameri­ka­ni­sche Eigen­tümer der Marke einen Teil der Ferti­gung fast 600 Meilen entfernt in die slowa­ki­sche Haupt­stadt Bratis­lava verlegen. Toble­rone war eine Schweizer Scho­ko­la­den­marke, die seit 1990 vom US-ameri­ka­ni­schen Hersteller Mondelēz Inter­na­tional (Kraft Foods) produ­ziert und in 122 Ländern der Welt verkauft wird. Ursprüng­lich wurde die Toble­rone von Tobler & Cie. herge­stellt. Die welt­weit einzige Toble­rone­fa­brik stand in Bern, SRF.ch

Ukraine – In der Ukraine leben Tausende Menschen in Schulen und Kinder­gärten. Doch im September möchten die Schulen wieder öffnen.
●Landes­weit Luft­alarm in der Ukraine. Medien berichten von Explo­sionen in Sapo­rischschja im Südosten und in der zentral­ukrai­ni­schen Stadt Dnipro.
●Beim Krieg in der Ukraine werden offenbar immer wieder auch Kultur­güter zerstört. Vor Wochen traf es ein kleines Museum nahe Kiew mit Werken der im ganzen Land verehrten Volks­ma­lerin Maria Prymat­schenko. Einige Bilder konnten vor dem Feuer gerettet werden. Der Schutz der vielen Samm­lungen und Kultur­stätten sei eine schwer lösbare Riesen­auf­gabe, sagt die ukrai­ni­sche Archäo­login Marta Andriio­vych an der Univer­sität Bern. SRF.ch

USA – Kurz nach der Entschei­dung des Supreme Court gegen das libe­rale Abtrei­bungs­recht in den USA kamen vor dem Gerichts­ge­bäude in Washington Gegner zu Protesten zusammen. In New York versam­melten sich eben­falls Tausende Menschen, um gegen den Entscheid zu demons­trieren. Auch in Austin, Denver und Phil­adel­phia ginge viele Menschen auf die Strasse.
●In «The Villages», einer eigens ange­legten Klein­stadt für Rentner in Florida, wohnen 150’000 Menschen. Der Rest der Welt bleibt hinter den Eingangs­toren zurück. Nach arbeits­rei­chen Berufs­jahren wollen die Senioren in dieser utopisch anmu­tenden Retor­ten­stadt unter sich bleiben und den Ruhe­stand geniessen. Unter der strah­lenden Sonne Floridas, so das Verspre­chen, gibt es einen Ort, an dem man sein Leben auf ange­nehmste Weise um zehn Jahre verlän­gern kann. Mit 54 Golf­plätzen, 96 Swim­ming-Pools, unzäh­ligen Frei­zeit­an­lagen und Clubs sind «The Villages» eine Art Disney­land für 150’000 Rentner. Happy Hour beginnt um 11 Uhr vormit­tags. Bauch­tanz, Synchron­schwimmen, Golf oder Karaoke. Gelegen hinter gut bewachten Eingangs­toren, sind «The Villages» die welt­grösste Senio­ren­stadt, in der man nie daran erin­nert wird, wie alt man ist. Denn wo alle alt sind, exis­tiert das Alter nicht. «The Villages» wurden in den frühen 1980er-Jahren von Harold Schwarz als Wohn­wa­gen­sied­lung gegründet und sie wird bis heute als Fami­li­en­un­ter­nehmen der Familie Morse, den Enkeln von Harold Schwarz, geführt. Fast iden­ti­sche, in Pastell­tönen gehal­tene Einfa­mi­li­en­häuser mit weiss gestri­chenen Zäunen und perfekt mani­kürten Rasen­flä­chen erstre­cken sich nun über 142 km². 98% der Menschen hier sind weiss und zwei Drittel sind Repu­bli­kaner. Die meisten von ihnen haben Trump gewählt. «You don’t have to be a million­aire to live like one», so die Werbe­vi­deos. Die Preise der Häuser rangieren zwischen 80’000 und 2.5 Millionen US-Dollar. Wer hier ein Haus kauft, kann für eine monat­liche Zahlung von rund 140 Dollar alle Ange­bote nutzen. Menschen unter 55 dürfen hier nicht leben, sondern maximal 30 Tage pro Jahr auf Besuch kommen. Die Wohnhäuser sind wie Film­ku­lissen gestaltet. Zum Einkaufen fahren die Bewohner in ihren Golf­carts zu den nahe gele­genen Einkaufs­meilen. Sie beher­bergen riesige Supermärkte, Banken, Kredit­un­ter­nehmen und Einrichtungsgeschäfte, die alle­samt der Familie Morse gehören. In jedem «Dorf», insge­samt sind es 96, gibt es ein Frei­zeit­zen­trum mit Swim­ming­pool. Am Stadt­rand befinden sich Pfle­ge­ein­rich­tungen und das unter­neh­mens­ei­gene Kran­ken­haus. Direkt hinter der Stadt­grenze befindet sich die Privat­schule für die Kinder der Ange­stellten, denn der perma­nente Aufent­halt von jungen Menschen inner­halb des Alters-Resorts ist nicht vorge­sehen. Viele einkom­mens­schwache Bewohner der Region verkaufen ihre Parzellen an die vermö­genden «Villages». Auf poli­ti­scher Ebene hat das zur Folge, dass «The Villages» mit Abstand die meisten Stimm­bürger stellen und somit die gesell­schaft­liche Agenda dominieren.
●US-Kongress verschärft Waffen­ge­setz erst­mals seit fast 30 Jahre. SRF.ch


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  1. „Nieder­lande – Amsterdam will weg von der Fens­ter­pro­sti­tu­tion, hin zu einem zentralen Eroszenter. Kiffen nur mehr für Inländer legal.“:

    Vermut­lich „Inländer“ wie man sie zuletzt wieder als Event- & Party­szene am Strand von Sche­ven­ingen (üb)erleben durfte.
    Wie dann das dazu passende „zentrale Eroszenter“ aussieht darf man sich dann getrost selbst zusammenreimen.

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