Watschen für die ÖVP von Links & Rechts

Der historische Uhrturm von Graz. Bild: flickr, (CC BY 2.0)

Bei den Wahlen in Graz und Ober­ös­ter­reich hat die Volks­partei links und rechts eine „Watsch’n“ bekommen, wie man dort umgs­ang­s­prach­lich zu sagen pflegt.
 

In Graz haben die Türkisen eine schal­lende Ohrfeige von Links bekommen: Ausge­rechnet von den Kommu­nisten wurde die ÖVP in Öster­reichs zweit­größter Stadt aus dem Rennen geworfen. Die KPÖ wurde mit rd. 29% bei der gest­rigen Gemein­de­rats­wahl stärkste Partei und wird nun erst­mals eine Kommu­nis­ti­sche Bürger­meis­terin stellen. ÖVP’s bishe­riger Lang­zeit-Bürger­meister Sieg­fried Nagl hat nach 18 Jahren im Amt und der schweren Nieder­lage (- 12%) bereits seinen Rück­tritt erklärt.

Als Partei der „kleinen Leute“ und diversen Linken posi­tio­niert, konnte die KPÖ, deren Funk­tio­näre einen Teil ihres Einkom­mens an Bedürf­tige spenden, wohl beson­ders bei den vielen Grazer Studenten punkten.

In Ober­ös­ter­reich konnte die ÖVP zwar ihren Spit­zen­platz behalten, der Einzug der MFG-Impf­skep­tiker in den Landtag sollte ihr aber zu denken geben. Die Newcomer-Partei MFG (Menschen, Frei­heit, Grund­rechte) konnte aus dem Stand mehr als 6% der Stimmen holen.

Zwar ist die Back­pfeife für die ÖVP in Ober­ös­ter­reich von rechts weniger klat­schend wie der linke Haken in der Stei­er­mark, die fehlende Zustim­mung zur Impf-Politik der Türkisen ist aber auch dort deut­lich sichtbar: Die Plätze 2 (FPÖ) und 5 (MFG) gehen an die Gegner der Corona-Politik, die zusammen immerhin 26% der Stimmen erhielten und damit den klaren zweiten Platz belegen.

Auch die um 6% gerin­gere Wahl­be­tei­li­gung von nur 76% (gegen­über 82% von 2015) zeigt eine gewisse Unzu­frie­den­heit der Ober­ös­ter­rei­cher, die aber wohl eher an die Bundes­po­litik gerichtet sein dürfte.

Mit der regio­nalen Arbeit der schwar­z/türkis-blauen Koali­tion scheinen die Wähler des bevöl­ke­rungs­mäßig dritt­größten Bundes­landes durchaus zufrieden zu sein, wie auch die Wähler­strom­ana­lyse zeigt. Damit dürfte einer weiteren Zusam­men­ar­beit der ober­ös­ter­rei­chi­schen ÖVP unter Landes­haupt­mann Thomas Stelzer und Manfred Haim­buchner (FPÖ-Landes­haupt­mann-Stv.) in OÖ nichts mehr im Wege stehen.


1 Kommentar

  1. Wäre die MFG-Partei auch in Graz ange­treten hätten sie wahr­schein­lich auch dort die Impf­skep­tiker erreicht und viel­leicht den Kommu­nismus in Graz verhin­dern können. Jeden­falls über­legt MFG jetzt auch bei der nächsten gesamt­ös­ter­rei­chi­schen Wahl anzu­treten – ob bis dahin noch alle Corona-Maßnahmen in Kraft sind und damit deren Wähler­schaft ihnen das Kreuz macht oder doch wieder zur FPÖ zurück­kehrt wird man dann sehen.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here