Wer rettet den Okzident?

Philippe de Villiers / Bild: Quelle: Valeurs Actuelles

Im Westen viel Neues: Ein neues Buch und das Interview

Pilippe de Villiers (72) ist fran­zö­si­scher Poli­tiker und Publi­zist, den eine außer­ge­wöhn­li­chen Karriere auszeichnet: Er war von 1988 bis 2010 Präsi­dent des Gene­ral­rats von Vendée und von 1994 bis 2018 Vorsit­zender der natio­nal­kon­ser­va­tiven Partei Mouve­ment pour la France (MPF) zu deren Mitgrün­dern er zählte. Zwischen 1994 und 2014 war Pilippe de Villiers mehr­fach Euro­pa­ab­ge­ord­neter für das Rassem­ble­ment pour la France et l’indépendance de l’Europe (RPF) und auch Vize­prä­si­dent der Frak­tion Union für Europa der Nationen – im Euro­päi­schen Parlament.

Von März 1986 bis Juni 1987 war er Staats­se­kretär für Kultur im zweiten Kabi­nett unter Jacques Chirac. Phil­ippe de Villiers gehörte von 1988 bis 1993 der fran­zö­si­schen Natio­nal­ver­samm­lung an und trat in Frank­reich zweimal zur Präsi­dent­schafts­wahl an. Er ist Verfasser einer Viel­zahl bedeu­tender Bücher und histo­ri­scher Schriften. Anläss­lich der Veröf­fent­li­chung seines jüngsten Buches Der Tag danach gab Phil­ippe de Villiers dem fran­zö­si­schen Magazin Valeurs Actu­elles ein Inter­view, welches auf bril­lante Weise die Heraus­for­de­rungen unserer Zeit umreißt.

Eine Woche später rich­teten 20 Gene­räle, darunter auch ein ehema­liger General der Frem­den­le­gion, hundert hoch­ran­gige Offi­ziere und mehr als tausend Soldaten einen Offenen Brief an die fran­zö­si­sche Regie­rung, der welt­weit für Schlag­zeilen sorgte:

im Original weiter­lesen: Valeurs Actu­elles

Unser Mittel­eu­ropa berich­tete darüber: „Fran­zö­si­sche Gene­räle gegen den Isla­mismus, Macron gegen die fran­zö­si­schen Gene­räle

 Das Inter­view mit Phil­ippe de Villiers

Hier das Inter­view im Original. Das Inter­view wurde in fran­zö­si­scher Sprache geführt. Mit freund­li­cher Geneh­mi­gung des Maga­zins Valeurs Actu­elles hat Unser Mittel­eu­ropa für die deut­sche Fassung gesorgt, um diese seiner deutsch spre­chenden Leser­schaft zur Kenntnis zu bringen:

Seit das Coro­na­virus vor über einem Jahr zum ersten Mal aufge­taucht ist, haben west­liche Regie­rungen in Ihren Worten mit „absolut bemer­kens­werter Mimikry“ reagiert. Wie erklären Sie das?

Der Westen hat keine Gedanken mehr. Es ist Psitt­a­cismus. Frank­reich ist mit Deutsch­land verbündet, das wiederum mit den Verei­nigten Staaten verbündet ist. Unsere globa­li­sierten Eliten leben in einer ameri­ka­ni­schen Zeit – sie fühlen sich von denselben Endzeit­trieben ange­zogen. Die Zeit gibt das Tempo vor.

Sie schreiben, die globa­li­sierten Eliten hätten sich auf die Möglich­keit einer globalen Epidemie vorbe­reitet und die dann notwen­dige Reak­tion vorweggenommen?

Ich entdeckte etwas Uner­hörtes: Das, was wir erlebt haben, hat sich bereits abge­spielt. Es war am 18. Oktober 2019, bei einem unge­wöhn­li­chen Treffen mäch­tiger, nicht-manda­tierter Personen außer­halb der formalen Kanäle multi­la­te­raler Insti­tu­tionen, in New York. Es war kein Sympo­sium, sondern eine Coro­na­virus-Pandemie-Simu­la­ti­ons­übung, die Big Pharma, Big Data, Big Finance, die Bill Gates Foun­da­tion und das Davos Forum zusam­men­brachte. Diese neuen Over­lords bilden eine Art globales Direk­to­rium des Einflusses, das den öffent­li­chen Mächten über­legen ist.

Was leiten Sie aus diesem Treffen ab?

Zu diesem Zeit­punkt redete niemand über Covid. Ich nehme an, sie haben etwas vermutet. Ich sage nicht „sie haben den Virus erfunden“, denn ich bin kein Verschwö­rungs­theo­re­tiker. Ich sage: „Sie haben den Virus als Glücks­fall begrüßt.“ Sie haben es erwartet. Seit der Grün­dung der Welt­han­dels­or­ga­ni­sa­tion im Jahr 1994 wollten die Eliten des globalen Dorfes eine neue Welt ohne Grenzen in einem Guß bauen – die einen aus Kalkül, um einen großen globalen Massen­markt zu eröffnen, die anderen aus Ideo­logie, um „Mauern durch Brücken“ zu ersetzen, wie Papst Fran­ziskus sagen würde. Sie haben diese Welt ohne Trenn­wände geschaffen. Sie wussten, dass diese Welt unge­heuer pathogen sein würde. Wenn man fünf oder sechs Milli­arden Menschen in einen Raum steckt, läuft der Keim leichter herum. Sie wussten es; sie haben es erwartet; sie haben sich darauf vorbereitet.

Mit anderen Worten: Das Virus scheint sich als Glücks­fall für diese globa­li­sierte Elite zu erweisen?

Das sagt Klaus Schwab. Der Gründer und Vorsit­zende des Welt­wirt­schafts­fo­rums in Davos ist der erste, der Covid-19 in seinen Worten als „window of oppor­tu­nity“  beschrieb. Er schreibt es schwarz auf weiß in seinem Covid-19-Mani­fest: The Great Reset. Machen wir uns keine Illu­sionen: Dieses Buch ist das Äqui­va­lent des Mani­fests der Kommu­nis­ti­schen Partei. Es zeichnet darin ein neues Para­digma… mitten in einer Pandemie.

Der „Great Reset“, weit davon entfernt, eine Verschwö­rungs­theorie zu sein, wäre im Gegen­teil das offen zur Schau gestellte Projekt dieser Elite?

Nachdem ich jeden Tag im Radio und Fern­sehen von diesen Verschwö­rungs­theo­re­ti­kern höre, die in den sozialen Netz­werken über den „Great Reset“ reden und sich gegen­seitig kopieren, wollte ich wissen, wer der Kranke der Kranken ist. Auf meiner Suche nach dem Pati­enten Null habe ich einen gesunden gefunden: Klaus Schwab. Er ist der Erfinder dieser neuen Semantik.

Wer ist dieser Klaus Schwab und wofür steht er?

Seit fünfzig Jahren steht Klaus Schwab von seinem Chalet in Davos aus der Spitze des Dialogs zwischen den Führern der Welt an der Schnitt­stelle von Reichtum und Einfluss vor. Dort in Davos werden die Flucht­li­nien des globa­li­sierten Kapi­ta­lismus defi­niert; dort wiederum werden die Senf­mehl­kom­pressen aufge­legt, wenn der Klün­gel­ka­pi­ta­lismus schief­geht; dort kommt man hin, um die Tonsur oder Akkre­di­tie­rung zu suchen – zum Beispiel Greta Thun­berg, eine „Jeanne d’Arc“, die auf Insta­gram Stimmen hört; dort schließ­lich muss man hin, um die Nomi­nie­rung zu suchen, wenn man in die Politik einsteigen will. Im Jahr 2016 verließ der junge Emma­nuel Macron das Casino von Le Touquet, um nach Davos zu gehen und so unter den Fitti­chen von Dr. Schwab, der ihm die Hand auflegte, „young global leader“ zu werden. Zwei Jahre später war es Marlène Schiappa, bevor in diesem Jahr Gabriel Attal die Salbung empfing. Davos ist für den Über­wa­chungs­ka­pi­ta­lismus das, was das zweite Rom für das erste unter Byzanz war. Man muss nach Davos gehen, wie man früher zu den schwan­kenden Kaisern gehen musste.

Klaus Schwab warnt in seinem Buch und freut sich, dass die Pandemie keines­wegs ein Zwischen­spiel ist und eine Rück­kehr in die Welt davor eine Illu­sion bleibt?

Seine Worte sind abschre­ckend. Sie müssen zitiert werden. „Viele von uns fragen sich, wann die Dinge wieder zur Norma­lität zurück­kehren werden. Die kurze Antwort lautet: Nie.“ Es gibt eine krank­hafte Seite dieser Befürch­tungen. Und Klaus Schwab ergänzt, dass Covid als Chance für eine „neue Norma­lität“ durch „die Verschmel­zung unserer physi­schen, digi­talen und biolo­gi­schen Iden­ti­täten“ genutzt werden sollte. Um sicher­zu­gehen, dass er gut verstanden wurde, wird, während das Buch am 2. Juni 2020 veröf­fent­licht wird, tags darauf am 3. Juni, eine Video­kon­fe­renz mit der Welt­spitze orga­ni­siert, in Anwe­sen­heit des UN-Gene­ral­se­kre­tärs. Was dieses „Window of Oppor­tu­nity“ ist, erklärt er mit dem Abschluss der Digi­ta­li­sie­rung für die Welt einer­seits und dem Kampf gegen den Klima­wandel ande­rer­seits. Kurzum: Alle Giganten der Digi­ta­li­sie­rung der Welt sind sich mit der herr­schenden Klasse einig über ein Projekt zum Reset der Welt, zur Schaf­fung einer neuen Mensch­heit unter der Herr­schaft der künst­li­chen Intelligenz.

Sie spre­chen von der Hektik eines Klaus Schwab. Woher kommt das, wo er doch die Welt schon weit­ge­hend beherr­schen sollte? Warum sollte er Angst haben, in eine Welt zurück­zu­kehren, die er bereits beherrscht?

Diese Frage ist entschei­dend. Ich habe mich mit Klaus Schwabs Denken beschäf­tigt, um es zu verstehen, und hier ist, was ich gefunden habe. Was sich vor unseren Augen abspielt, ist in Wirk­lich­keit ein zweiter histo­ri­scher Kompro­miss zwischen dem entkerntem Kapi­ta­lismus und seinen natür­li­chen Feinden. Der erste Kompro­miss, der mit dem Fall der Berliner Mauer orga­ni­siert wurde, war die seit der Wende der 1970er Jahre erwar­tete Absprache zwischen den Ultra­li­be­ralen und den Liber­tären. Erstere forderten Frei­zü­gig­keit, letz­tere gesell­schaft­liche Frei­heit. Ein Punkt der Über­ein­stim­mung wurde gefunden. Die beiden Forde­rungen verschmolzen: So entstand die hybride Spezies der „Bohème Bour­geois“, der „Bobos“. Das Kapital wiederum wollte „unun­ter­bro­chen zirku­lieren und unge­hin­dert profi­tieren“. Die Globa­li­sie­rung des Frei­han­dels war die wirt­schaft­liche Umset­zung der kultu­rellen und mora­li­schen Ideale des Mai 1968. Doch dieser Kompro­miss hat einen Haken: CO2. Es verschmutzt die Atmo­sphäre durch Ausbeu­tung der Ressourcen. Also wurde ein neuer Kompro­miss nötig…

Was ist also dieser neue Kompromiss?

Er wurde 2015 durch 2030-Agenda begründet, über den bei den Vereinten Nationen abge­stimmt wurde, und er wurde am 11. November 2020, mitten während Covid, mit dem Green Horizon Summit besie­gelt. Hören Sie gut zu, was ich zu sagen habe, es ist unge­heu­er­lich: Wir erleben gerade die Geburt eines Grün-Digital-Kapi­ta­lismus. Nicht umsonst wurde Greta Thun­berg nach Davos eingeladen.

CO2 ist der neue offi­zi­elle Virus. Die Ökologen wetten darauf, dass die Digi­ta­li­sie­rung es der Welt ermög­licht, Menschen in ihren Häusern einzu­sperren, Autos aus der Stadt zu verbannen, alle zum Fahr­rad­fahren zu zwingen, Flug­zeuge am Boden zu halten, Eigentum abzu­schaffen, die Atom­kraft auf Wind­kraft umzu­stellen und mit dem Finger auf die Indus­trie zu zeigen, weil sie die Umwelt verschmutzt und seltene Metalle verbraucht. Der neue kate­go­ri­sche Impe­rativ ist einfach: Digi­ta­li­sie­rung  zur Dekar­bo­ni­sie­rung. Doch diese Allianz zwischen Libe­ralen und Ökologen im Namen von CO2 ist ein gigan­ti­scher Schwindel: Riesige Rechen­zen­tren produ­zieren einein­halb Mal mehr Schad­stoffe als die zivile Luft­fahrt. Bis 2025 wird es dreimal so viel sein. Ganz zu schweigen davon, dass der Abfall, der in die Natur zurück­ge­führt wird, außer­or­dent­lich umwelt­schäd­lich ist. Der Strom­ver­brauch von Rechen­zen­tren ist erheb­lich. Es ist eine Täuschung, die die digi­tale Tech­no­logie vor sich selbst rettet. Und deshalb haben wir ein Klima­ge­setz und ein Klima­re­fe­rendum, um uns in den CO2-Tunnel sperren zu lassen. Die digi­talen Giganten und die Grünen vertragen sich und die gesamte poli­ti­sche Klasse Frank­reichs zieht mit. Das ist der neue Virus: CO2. Wissen Sie, wie hoch der Anteil Frank­reichs am globalen CO2-Ausstoß ist? 0,9 %. Nun, im Namen dieser 0,9% werden uns Rückbau und die perma­nenten Umer­zie­hungs­lager der „grünen Khmer“ beschert.

Der rote Faden in diesen histo­ri­schen Kompro­missen ist der Mate­ria­lismus. Glauben Sie, dass der ideo­lo­gi­sche Aspekt des „erwei­terten Menschen“ anek­do­tisch, dass er nur eine zufäl­lige Folge oder dass er auch program­miert ist?

Die Neuin­itia­li­sie­rung der Welt ist wirk­lich ein Neube­ginn. Es ist das Inne­halten der alten Welt. Zufäl­li­ger­weise sind die Akteure der großen Re-Initia­li­sie­rung der Welt, die den Über­wa­chungs­ka­pi­ta­lismus retten wollen, dieselben, die eine ethi­sche Charta des Manage­ments mit Missi­ons­ge­sell­schaften vorschlagen. Wir haben es mit einer neuen Ober­herr­schaft zu tun: Die digi­talen Giganten sind die neuen Ober­herren mit ihren Cyber-Lehen, die mäch­tiger sind als die Staaten, die zu ihren Vasallen werden (und wir die Leib­ei­genen des digi­talen Lehens, sind dazu aufge­rufen geolo­ka­li­siert, implan­tiert, verfolgt, getrackt und damit unter­worfen zu werden). Unsere Gehirn­ströme werden erfasst, verar­beitet und umge­leitet. Diese plane­ta­ri­sche Ober­ho­heit trägt eine digi­tale Theo­phanie, eine Reli­gion. Nicht ich sage das, sondern die Herren Zucker­berg, Bezos und Musk. Sie spre­chen von einer neuen Reli­gion, es ist ein Messia­nismus. Die Digi­tal­technik bereitet ihre Parusie vor.

Dieselben Leute, die unser Leben auf eine tieri­sche Funk­tion redu­ziert haben, zwischen Bauch­laden und Digi­ta­li­sie­rung des Geistes, wollen nun unsere Natur ändern: „Sicut dei eritis“, – „Ihr werdet sein wie Götter“. Es ist so alt wie die Zeit. Apple beißt in den Apfel. Der Mensch passt immer noch nicht zu ihnen. Sie wollen die Mensch­heit nicht repa­rieren, sondern erwei­tern, d.h. das Risiko eingehen, die mensch­liche Spezies zu dena­tu­rieren. Der „Tag danach“ ist der Eintritt in eine Art Dehu­ma­ni­stan. Eine Welt, in der wir im Namen der Total-Gesund­heit die Jugend und die Über­lie­fe­rung opfern; eine Welt, in der wir im Namen des Total-Digi­talen die Nach­bar­schafts­ge­sell­schaft opfern (die Berufe der Hand und des Herzens, und es ist kein Zufall, dass die Restau­rants geschlossen wurden); schließ­lich eine Welt, in der im Namen des Post­hu­ma­nismus die mensch­liche Spezies dena­tu­riert wird (es ist kein Zufall, dass inmitten von Covid ein Gesetz über Eutha­nasie vor die Volks­ver­samm­lung kommt, nach einem Gesetz über Chimären, zur Vermi­schung von mensch­li­chen und tieri­schen Stamm­zellen sowie nach dem Gesetz, das die Fristen für Abtrei­bungen verlän­gert und nun den Kinder­mord kurz vor der Geburt erlaubt wie die Vermark­tung von Lebe­wesen). Mit anderen Worten: Wir werden in eine Disso­zia­tion gedrängt.

Re-Initia­li­sie­rung bedeutet auch eine Ände­rung der Ökonomie. Bisher defi­nierte sich ein Unter­nehmen über die Gewinne, die es erwirt­schaften konnte, basie­rend auf dem Wett­be­werb in einem Markt. Ein Unter­nehmen muss heute mit höheren Gütern, die ökolo­gi­sche Güter sind, kompa­tibel sein! Die digi­talen Giganten haben ihr Schau­fenster um einen Gegen­stand erwei­tert: Es ist die Unsterb­lich­keit. Emma­nuel Macron, der fran­zö­si­sche Tech­nik­ver­treter, wie Bruno Le Maire im Élysée empfängt und einlädt, die Tele­ar­beit zu beschleu­nigen, als die nütz­li­chen Jongleure dieser Maschinen, die uns über­rollen und vorgeben, den Menschen umzu­ge­stalten und unsere Intim­sphäre in Algo­rithmen zu legen. Wir werden an eine Gesell­schaft der Kontakt­losen, an eine Wirt­schaft ohne Beschäf­ti­gung, an eine Mensch­lich­keit ohne Nach­bar­schaft gewöhnt.

Wie stellen Sie sich den Tag danach vor?

Wir würden gerne zu dem zurück­kehren, wie es vorher war, die Masken ablegen und zurück ins Restau­rant oder ins Bistro gehen. Aber man hat die Vermu­tung, dass sie viel­leicht nie wieder öffnen werden. In der Simu­la­ti­ons­übung vom 18. Oktober 2019 in New York stieß ich auf einen Beitrag eines einfluss­rei­chen Mannes, der bereits voraus­sieht, „dass wir zwischen dem Essen­ti­ellen und dem Nicht-Essen­ti­ellen unter­scheiden sollten“. Nun, das ist die Dialektik des „Great Reset“ und auch des Transhumanismus.

Am 27. März legte das Zentrum für Analyse, Prognose und Stra­tegie des Quai d’Orsay dem Präsi­denten der Repu­blik einen vertrau­li­chen Bericht über die Nach-Covid-Ära vor. Im Fazit wird die Regie­rung vor der Versu­chung gewarnt, in die Welt von zuvor zurück­zu­kehren. Sie wollen unbe­dingt die Digi­ta­li­sie­rung und Entfrem­dung der Gesell­schaft weiter voran­treiben. Hier treffen mäch­tige Inter­essen aufein­ander: Auf der einen Seite die digi­talen Rentiers (Mono­pol­pro­fi­teure), die den mons­trösen Gold­haufen kommen sehen, und auf der anderen Seite die herr­schende Klasse, die das anstrebt, was eine fragile Macht immer anstrebt: Totale Kontrolle. Unsere Führungs­kräfte haben etwas erlebt, wovon sie geträumt haben: Die mürri­schen Leute loszuwerden.

Es gibt sehr wenig Wider­stand in der Bevöl­ke­rung; wie hat man die Gesund­heit als perfektes Alibi für die Durch­füh­rung dieser Umstel­lung instrumentalisiert?

Wenn man Angst in die Herzen der Menschen trägt, kann man alles aus ihnen heraus­holen. Wir befinden uns im Regime des univer­sellen Trouillot-Meters (Anmer­kung: G. Trouillot franz. Kolo­ni­al­mi­nister). Die Fran­zosen haben Angst. In der Geschichte der Mensch­heit hätte man sich keine gesell­schaft­liche Situa­tion jemals vorstellen können, um der hygie­ni­schen Ordnung zuliebe, sich in einem Glas­haus in ein Gemüse-Volk verwan­deln zu lassen. Keiner rührt sich. Die Maske, der Knebel – das geht schon seit einem Jahr so. Wir denken gar nichts mehr. Die Evaku­ie­rung der Gedanken evaku­iert das Leiden. Alle Schnauzen sind gleich.

Und doch, wenn wir zu Aris­to­teles und dem heiligen Thomas von Aquin zurück­gehen, ist es klar, dass Politik nie Biopo­litik (Zucht­po­litik) war. Der Mensch ist ein soziales Tier. Politik ist Leben. Es wird dekli­niert, und gerade zur poli­ti­schen Kunst gehört diese Dekli­na­tion: Es gibt ein soziales, wirt­schaft­li­ches, geis­tiges, kultu­relles, emotio­nales, fami­liäres, krea­tives, sport­li­ches Leben usw. Die Gesund­heit wird auf die gleiche Weise dekli­niert. Die Gesund­heit wird auf die gleiche Weise beein­träch­tigt: geistig, körper­lich, intel­lek­tuell, psychisch, usw. Die Ehre des Poli­ti­kers ist es, alles zu nehmen, in alles zu inves­tieren, alles zu schützen. Es ist uner­hört in der Geschichte der Mensch­heit, dass im Namen eines fehl­ge­lei­teten Progres­si­vismus die Gesund­heit, das prophy­lak­ti­sche Leben, zum Abso­luten der poli­ti­schen Kunst auser­koren wird, die alles andere eliminiert.

Im wahren Leben geht es ums Risiko – das haben wir bei der Vendée Globe (Anmer­kung: Segel­rennen) gesehen, mit der alle­go­ri­schen Rettung von Kevin Escof­fier durch Jean Le Cam (Renn­teil­nehmer)

Die Beherzt­heit – wie die von 1914, um sein Leben für andere zu riskieren – und sogar den Lepra­kranken zu küssen. Heute heißt es nicht mehr „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, sondern „Hüte dich vor deinem Nächsten wie vor dir selbst“. Eine kläg­liche Umkeh­rung! Die Reduk­tion des Lebens auf seine biolo­gi­sche Dimension.

Inwie­fern ist der Impf­pass, wie Sie schreiben, „eine provi­den­ti­elle Abkür­zung zum Eldorado“?

Ich habe heraus­ge­funden, dass im September 2020 die Frage des (Impf-)Passes in Brüssel mit der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­tion geklärt wurde; es gab einen Gipfel zu diesem Thema: Deshalb hat man sich, auch von Frank­reich, für einen Impf­pass entschieden, natür­lich möglichst digital, und hier stehen wir an einem Scheideweg.

Die Idee ist prak­tisch: In Restau­rants und Kinos zeigt man seinen Ausweis vor, erst sein Smart­phone und dann ein Implantat, und noch ein wenig später hat man Anspruch auf eine für 2030 geplante „digi­tale Iden­tität“ für die gesamte Mensch­heit, wie die UN es nennt. Ein digi­taler Ausweis, den wir in uns tragen werden, zum Beispiel über Augen; wir werden codiert sein, verfolgt werden, wir werden mit einem Verhal­tens­kodex ausge­stattet; das Ideal des digi­talen Bürgers ist es, niemals verloren zu gehen. Immer über­wacht und mit Gehirn­im­plan­taten bald in den Händen der Biopo­litik. Das Gehirn wird das Schlacht­feld der Zukunft sein.

Die andere beun­ru­hi­gende Verbin­dung ist die, welche Sie zwischen „Great Reset“ und Cancel Culture  herstellen. Wie würden Sie diese Allianz beschreiben, die sich vor unseren Augen abspielt?

Ich entdeckte, dass das Davos Forum „Trans­for­ma­ti­ons­karten“ ausgeben ließ; unter ihnen sind welche, die Frank­reich betreffen aufschluss­reich. Wenn man nach dem Thema „Natio­naler Zusam­men­halt“ sucht, stößt man auf Verweise wie „Gleich­heit“, „Inklu­sion“, „LGBT“, „Migra­tion“, „Menschen­rechte“; das hat mich auf die Palme gebracht, wenn ich das so sagen darf, denn diese Karten sind sowohl für Unter­nehmen wie auch Regie­rungen entworfen worden. Das Voka­bular des Resets, das Voka­bular von Herrn Schwab, entspricht genau dem der Cancel-Culture, wie sie an der Ever­green Univer­sity in den USA herrscht…

Was Schwab von den Unter­nehmen, von den Tenören des Über­wa­chungs­ka­pi­ta­lismus verlangt, ist, dass sie ethi­sche Chartas verab­schieden, um Platz für Minder­heiten und das Klima zu schaffen. In der Tat, um die Cancel Culture anzu­wenden. Der rote Faden ist ganz einfach: Wir halten alles an. Wir löschen. Wir strei­chen die alte Welt. Zusam­men­fas­send würde ich sagen, dass es sich im Fall des Great Reset um einen sozio­kul­tu­rellen Haus­ar­rest handelt, und im Fall der Cancel-Culture um einen chro­ma­ti­schen (umge­färbten) Haus­ar­rest; beides gehört zusammen. Digi­taler Haus­ar­rest heißt: Man bleibt zu Hause, man digi­ta­li­siert, man karboi­siert nicht mehr – das ist der Genie­streich; man kann nicht mehr gegen den Kapi­ta­lismus sein, es ist für das Klima. Kapi­ta­lismus ist grün! Von Google grün umla­ckiert. Wer würde dagegen sein? Und die andere Zuord­nung ist zur Ethnie, zur Rasse. Sie müssen Ihr „weißes Privileg“ bedauern. Es passt alles zusammen.

Die Titel­seiten der Times und der New York Times zeigen im Voraus, wie Sie sagen, die großen Trends der zukünf­tigen Entwick­lungen in den west­li­chen Ländern auf. Sie haben vor kurzem den „Großen Reset“, Assa Traoré, und vor kurzem die UNEF (franz. Studen­ten­ge­werk­schaft), „Vorhut des Wandels“ in Frank­reich, vorge­stellt. Gibt es irgend­etwas, worüber man sich Sorgen machen muss?

Es ist höchste Zeit, aus dem Vieh­trans­porter auszu­steigen, der uns zum Schlachthof bringt. Wir müssen aussteigen. Wir müssen den „Bruxellit“ – ein Europa ohne Brüssel schaffen. Wir müssen den Briten folgen, unsere Macht, unsere Unab­hän­gig­keit, unseren Stolz, unsere Vergan­gen­heit, unsere Auto­nomie des Denkens wieder­ge­winnen. Seit dem Mai 1968 und den Berkeley-Unruhen sind wir den Verei­nigten Staaten gefolgt und haben ihr Modell impor­tiert. Es ist ein Land im Nieder­gang, das ausein­an­der­fällt, es verschwindet und zieht uns in seine Erschüt­te­rungen hinein, es expor­tiert uns den „Wokismus“, den Deko­lo­nia­lismus und den Kampf der Rassen, der Hass in unserer Mitte sät.

Was sollte getan werden?

Halten Sie die Bewe­gung der galop­pie­renden Defran­cie­rung auf. Wir müssen einen Schritt nach oben machen, den frischen Wind finden, auf den Gipfeln, Frank­reich betrachten, wie es ist, überall vernarbt, verwundet, erschöpft, verroht, zerschunden. Wir müssen eine fran­zö­si­sche Schule der Höflich­keit neu erfinden. Um das leiden­schaft­liche fran­zö­si­sche Volk neu zu gestalten, müssen wir der Schule einen neuen natio­nalen Roman aufzwingen. Kleine fran­zö­si­sche Kinder werden dann ihre große Geschichte wieder­ent­de­cken, werden mit einem Epos, einer Romanze, einer Legende leben, und Frank­reich wird wieder zu Frank­reich, dem Frank­reich der Assimilation.

Und für dieje­nigen, die sich nicht assi­mi­lieren wollen, sollten wir eine Remi­gra­tion wagen?

Erlauben Sie mir, meinen ange­se­henen Professor für Geschichte am Institut für Poli­ti­sche Studien in Paris, Pierre Milza, zu zitieren. Er erklärte uns, dass es zur Zeit der zweiten großen Völker­wan­de­rung, in der Zwischen­kriegs­zeit, viele geschei­terte Verpflan­zungen von Italie­nern, Spaniern und Portu­giesen gab, die nach Frank­reich kamen, um Arbeit zu suchen, und dann wieder nach Hause gingen, weil sie nicht in zu unseren Sitten passten. Von den drei Millionen Italie­nern, die damals kamen, blieb nur eine Million in Frank­reich. Es gab eine Remi­gra­tion. Es ist keine Erfin­dung, keine Ideo­logie. Es gab also einen Präzedenzfall.

Jeder, dem die Assi­mi­la­tion ange­boten wird und der unsere Geschichte, unsere Lebens­weise und unsere Sprache ablehnt, muss verstehen, dass er nicht mehr nach Frank­reich gehört. Ich möchte noch weiter gehen. Es wird von selbst geschehen, so wie es bei den Italie­nern der Fall war. Warum? Weil Angst die Seiten wech­seln wird, weil die Liebe die Seiten wech­seln wird, weil die Macht die Seiten wech­seln wird, weil die Anzie­hung die Rich­tung ändern wird, weil die Gelas­sen­heit die Seiten wech­seln wird, weil die Stärke die Seiten wech­seln wird.

Wenn es morgen die Bour­geois von Calais gibt, die ihren Kopf erheben und sagen wird: „Ich akzep­tiere nicht mehr, dass mein Kopf asch­fahl ist und ich jeden Morgen den Schlüs­sel­bund zu unseren Sied­lern tragen und ein Knie auf den Boden setzen muss“, dann wird die Bour­geois von Calais ihren Glanz wieder­erlangen und das Calais unserer alle­go­ri­schen Unter­wer­fung wird seine Unab­hän­gig­keit wieder­erlangen. So einfach ist das. Eine Nation, die zwei­felt, die feige ist, die sich selbst auflöst, kann nichts mehr für sich selbst tun. Wenn wir in die Herzen der jungen Menschen nicht nur ihren Ruhm, ihre Geschichten, ihre Epen legen, sondern unsere eigenen, unsere Legenden und unsere Helden, dann werden wir wieder Fran­zosen. Und die Adop­tiv­mutter wird wieder Farbe bekennen und das fran­zö­si­sche Wagnis wird seine Fort­set­zung finden.

Ist Emma­nuel Macron, der oft als einer Ihrer Freunde darge­stellt wird, einer der Kandi­daten, der für das Ende der fran­zö­si­schen Zukunft steht?

Ich würde so gerne antworten: Nein – oh weh! Ich erin­nere mich an ein ernstes Gespräch mit Emma­nuel Macron. Er fragte mich: „Was sollte der nächste Präsi­dent tun?“ Ich antwor­tete: „Der nächste Präsi­dent wird nicht danach beur­teilt werden, was er verän­dert hat, sondern danach, was er gerettet hat.“ 

Allmäh­lich wurde mir bewusst, dass Emma­nuel Macron keinen Gefallen an Frank­reich findet. Für ihn ist die Politik ein Domi­no­spiel. Er spielt, er nimmt Risiko auf sich… Ich spürte in ihm eine gewisse Trauer um die Provinz, als wir über die „Gelb­westen“ spra­chen. Er geht nicht auf das intime Verständnis von kleinen Bürger­meis­tern und kleinen Chefs ein. Das Tripty­chon der kleinen Kommune, des kleinen Vereins und des kleinen Unter­neh­mens ist für mich die Größe Frankreichs!

Wir spre­chen vom Aufbruch der Nation, aber für ihn bedeutet es in Wirk­lich­keit, Frank­reich von Grund auf neu aufzu­bauen, nachdem er einen Befrei­ungs­schlag getan hat. Er hat Saint-Justs Satz aufge­griffen und in digi­tale Form gebracht: „Glück ist eine neue Idee in Europa.“ Er hatte die Kühn­heit, nach Orleans zu fahren, um Jeanne d’Arc zu gedenken, aber in Wirk­lich­keit berührt ihn nichts, was das fran­zö­si­sche Myste­rium ausmacht.

Für mich ist die schlimmste Geste seiner fünf­jäh­rigen Amts­zeit die, unsere Straßen anzu­fassen: Er hat es gewagt, einen Verächter der fran­zö­si­schen Iden­tität – Pascal Blan­chard – um eine Revi­sion der Epigra­phik öffent­li­cher Denk­mäler zu bitten, um Platz für „Diver­sität“, d.h. Haut­farbe, zu schaffen. Er will zeigen, dass Frank­reich nicht Frank­reich ist und dass das Land, welches wir lieben, sich bei der Welt zu entschul­digen hat. Er hat es auf die nächste Stufe gebracht: Er will Frank­reich verändern.

Wie kommen Sie darauf, was genau?

Erstens will er überall posi­tive Diskri­mi­nie­rung instal­lieren. Und zwei­tens jagt er der Fantasie der euro­päi­schen Souve­rä­nität hinterher. Wir haben gesehen, dass er bereit war, die Fran­zosen sterben zu lassen, um den euro­päi­schen Impf­stoff der Kommis­sion anzu­ver­trauen. Er hat also die Gesund­heit der Fran­zosen den Brüs­seler Kommis­saren aus Gründen der Ideo­logie geop­fert. Er hat die Grenzen Frank­reichs im Namen eines Virus geop­fert, der keinen Pass hat; mit anderen Worten, im Namen der Ideo­logie. Er ist ein virtu­eller Ideologe.

Ich glaube, er sieht mich so an, wie ein Trapper am Hudson River einen Mohi­kaner am Great River mit einem Feder­kamm auf dem Kopf ansehen würde. Er ist darüber amüsiert, ich habe ihn wohl eine Zeit lang amüsiert.

Wie sehen Sie die Präsi­dent­schafts­wahl 2022?

Sie wird anders sein als alle anderen. Wegen des noch nie dage­we­senen Kontextes, in dem die Wahl statt­finden wird, und auch wegen des Zustandes Frank­reichs, der auf der Skala der Schwer­kraft nichts mit der noch jungen Vergan­gen­heit zu tun hat. Das Land ist nicht nur erschöpft und abge­nutzt, es ist auch aufge­quollen und im Prozess der Zersetzung.

Sie spre­chen vom „Kontext“ … Aber wir hoffen, dass Covid hinter uns liegt, wenn die Kampagne eröffnet wird?

Ja, aber es wird die Kampagne antreiben. Lassen Sie mich erklären: Wir befinden uns heute in einer Zeit poli­ti­scher Verei­sung und einer gekne­belter Bürger­schaft.  Niemand meldet sich zu Wort, außer Nach­rich­ten­sender, die ihre Prognosen in Reagenz­glä­sern färben. Die Zähne bleiben zusam­men­ge­bissen. Wir können nichts von ihren Lippen ablesen. Die Fran­zosen denken nicht weniger. Es pfeift bei schwa­cher Hitze im Schnell­koch­topf… Es gibt eine gewal­tige unaus­ge­spro­chene Botschaft, die, wenn die Zeit des Tauwet­ters gekommen ist, die Eiskruste unter Donner wird aufbre­chen lassen. Denn das Auftauen setzt unge­ahnte Kräfte aufge­stauter Wut, aufge­stauter Empö­rung, aufge­stauter Ressen­ti­ments frei. An der Wahl­urne wird es keine Vorzugs­stimmen mehr geben, sondern nur blitz­schnell in Verbit­te­rung ausge­streckte Finger: „Ihr habt uns sterben lassen und jetzt kommt ihr, um unsere Stimmen für eine weitere kosten­lose Runde abzu­holen? Wofür? Um neu anzu­fangen? Zur totalen Kontrolle? Für den univer­sellen Chip?“ All die Komö­di­anten des Staats­hy­gie­nismus, die mit unserer Misere in Verbin­dung gebracht werden, all dieje­nigen, die die Biopo­litik ausgeübt haben, all dieje­nigen, die während Covid die tragenden Mauern, die seit fünfzig Jahren der Lässig­keit bröckeln, nieder­ge­rissen haben, werden benannt, über­führt und ihrer­seits entlarvt…

Orwells „Minister der Wahr­heit“ werden beiseite gefegt und ihre „Lügen-Wahr­heit“ ange­pran­gert. Diese Wahl wird kein altmo­di­scher Wett­be­werb mehr sein, keine program­ma­ti­sche Nach­ah­mung, kein Spiel mit Nied­lich­keiten und kokettem Gehabe, sondern ein mora­li­sches Drama.

Warum ein mora­li­sches Drama?

Wegen dem, was auf dem Spiel steht. Wir haben es nicht mehr mit Fragen der ideo­lo­gi­schen Optionen oder gar des Charismas zu tun, sondern mit lebens­wich­tigen Entschei­dungen. Wir sind weit entfernt von der Vermark­tung und dem Anspruch des „fort­ge­schrit­tenen Libe­ra­lismus“, der „stillen Kraft“ oder des „sozialen Bruchs“, oder der „neuen Welt“. Der Aufbruch der Nation gleicht unseren Einrich­tungen für alte abhän­gige Menschen! Wir sind beim Thema des Überlebenssystems.
Wir können in den telluri­schen Stim­mungen der Zeit, in der wir leben, spüren, dass der nächste Präsi­dent­schafts­wahl­kampf der großen Unter­wer­fung voraus­geht, auf die uns alle unsere Eliten vorbe­reiten. Sie haben bereits ein Edikt von Nantes im Kopf, eine Zerstü­cke­lung der öffent­li­chen Macht, bereit, auf einem grünen Teppich – und mit der Ermu­ti­gung geist­li­cher Auto­ri­täten – die Festungen den Angrei­fern zu über­lassen, die beab­sich­tigen, uns zu „entko­lo­ni­sieren“, um uns zu „kolo­ni­sieren“. Ganz einfach.

Es ist ein Novum in der Geschichte Frank­reichs, dass es sich um eine Situa­tion vor dem Bürger­krieg handelt, in der sich die Gegen­ge­sell­schaft, die wir haben entstehen lassen, darauf vorbe­reitet, auf Teilen Frank­reichs – in gutem Einver­nehmen mit unseren Eliten und unseren Bobos – eine terri­to­riale Teilung zu instal­lieren, die das Tor zur Dhimma öffnen wird.

Sie spre­chen von „Kolo­ni­sie­rung“?

Ja, wir müssen es wagen, das Wort zu benutzen. Frank­reich kann eine Kolonie werden. Und ganz Europa wird folgen. Wir haben die Wut des Lebens verloren. Wir befinden uns in einem Zustand der Betäu­bung, der allen Kolla­bo­ra­tionen voraus­geht. „Die Zeit der Vater­länder ist vorbei“, recht­fer­tigte sich Drieu La Rochelle. Das Wort „Kolo­ni­sie­rung“ ist nicht von mir. Der Ausdruck wurde von Tariq Ramadan, dem Verfechter der Taqîya, geprägt, der ihn vor einigen Tagen zu einer an die Vorstädte gerich­teten Parole machte. Es wird zwei Zivi­li­sa­tionen geben, die sich gegen­über­stehen und die nicht mischbar sind, die arabisch-musli­mi­sche und die christ­lich-abend­län­di­sche, und es gibt sie bereits.

Glauben Sie, dass Frank­reich verschwinden könnte?

Ja, es ist in großer Gefahr. Es verliert seine Lebens­kraft, d.h. ihr Tripty­chon der Zivi­lität: Ihre Geschichte – unsere Histo­riker gehen an den Mauern entlang, wenn sie nicht zu Foren­si­kern geworden sind, die krank­haft nach unseren bösen Wunden suchen – ihre Lebens­kunst – die „grünen Khmer“ bringen uns einen großen Schritt in Rich­tung des perma­nenten Umer­zie­hungs­la­gers – ihre Sprache, die bald von der inklu­siven Schrift aufge­saugt wird, die den fran­zö­si­schen Geist korrum­piert. Die neueste Erfin­dung unseres Präsi­denten: Die Ände­rung der Epigra­phik unserer Straßen, um die Rasse überall in unser öffent­li­ches Leben zu bringen: Wir wählen Dumas nicht wegen seines Stils, sondern wegen seiner Haut­farbe. Und wir werden am Ende in den Abend­nach­richten bedauern, dass Hugo ein Dichter des univer­sa­lis­ti­schen „Weiß­seins“ war. Dieser chro­ma­ti­sche Haus­ar­rest bereitet das Ende des Fran­zö­si­schen vor.

Was steht also auf dem Spiel?

Die Heraus­for­de­rung besteht darin, drin­gend eine Politik der Zivi­li­sa­tion wieder­zu­ent­de­cken. Die tragi­sche Alter­na­tive ist Assi­mi­la­tion oder Tod. Frank­reich muss refran­ci­siert werden. Wir müssen die kleinen Fran­zosen des Verlan­gens neu erschaffen. Die Wahl ist einfach: Entweder wir holen die fran­zö­si­sche Idee zurück oder das fran­zö­si­sche Volk verschwindet auf seinem eigenen Boden. Sie sehen, es geht nicht mehr um Absper­rungs­gesten oder einen program­ma­ti­schen Kolo­ni­al­wa­ren­laden – Steuern senken -, sondern um den entschei­denden Sprung nach vorn… Frank­reich zu Hause durch­setzen, die fünfte Kolonne aufscheu­chen, damit die Angst die Seiten wech­selt und die fran­zö­si­sche Lebens­lust wieder­ge­boren wird. O Frank­reich, geliebt von meinem ange­vi­ni­schen Nach­barn, von unserem kleinen Liré, „Mutter der Künste, der Waffen und der Gesetze“…

Und was werden Sie tun? Zurück in die Vendée, zu Ihrem Liré du Bocage? Zurück­gehen, um Maiglöck­chen zu pflücken?

Nein, keine Maiglöck­chen, kein Ginster, keine Bouquets des Lichts. Dieses Buch ist kein Werk der Lite­ratur. Es ist ein Schrei, ein Schrei des Alarms, des Entset­zens, ein Schrei des Appells. Ein Aufruf zum Aufruhr. Wenn er seinen Lesern auf der Agora begegnet, auf die ich hinab­ge­stiegen bin, so oder so, werde ich diesen Ort nie mehr verlassen. Solange mein Wort die Rebellen und Dissi­denten des fran­zö­si­schen Aufstandes aufzu­rüt­teln vermag.


 

„Le Jour d’après“, von Phil­ippe de Villiers, Albin Michel, 224 Seiten, 19 €

Was wir erlebt haben, hat sich zuvor schon zuge­tragen: Während der Simu­la­ti­ons­übung zu einer Coro­na­virus-Pandemie, am 18. Oktober 2019 in New York. Es wurde gefilmt und steht im Internet. Dies geschah wenige Monate vor Auftreten der Pandemie. In Wirk­lich­keit haben die Betei­ligten – Giganten des Über­wa­chungs­ka­pi­ta­lismus – die kommende Kata­strophe voraus gesehen. Sie hatten sich eine Welt aus einem Guss ohne Trenn­wände gewünscht. Sie wussten, dass diese Welt hoch­gradig pathogen sein würde. Sie wussten es und haben sich darauf vorbe­reitet. Sie haben die Pandemie als „Fenster der Oppor­tu­nität“ herbei­ge­sehnt. Nachdem Sie kam, war sie ein Glücks­fall für Big Tech und alle Mono­pol­ka­pi­ta­listen. Auch für die Regie­rungen, um ihr Modell einer „Diszi­pli­nar­ge­sell­schaft“ auf den Prüf­stand zu stellen. So berei­teten sich die globa­li­sierten Eliten auf den Tag danach vor. Die perfekte Gele­gen­heit, die Gesell­schaft zu verän­dern, um die Pläne der Entso­zia­li­sie­rung mit der Ideo­logie des „Totalen Guten“ durch­zu­setzen. Phil­ippe de Villiers hat zur Feder gegriffen, um seine Leser wach zu rütteln in der Hoff­nung zum Aufstand des Gewis­sens beizutragen.



 

 

5 Kommentare

  1. Ganz passend zum  Titel dieses Arti­kels  gibt es die
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  2. „Ideal des digi­talen Bürgers ist es, niemals verloren zu gehen“

    Auch diese Angst wird geschürt – insbe­son­dere bei den älteren und alten Menschen, aber sie wurde unbe­wusst m. E. auch schon in die Gehirne der Jungen implan­tiert, bei denen sie m. E. spätes­tens anspringt, wenn sie in mitt­lere Alter kommen und ein paar Wehwe­chen beginnen. – Es gibt etliche ältere Menschen, die sich einen ÖRFDE-Chip implan­tieren lassen würden aus lauter Angst, dass sie niemand finden würde, würden sie beim Wald­spa­zier­gang zusammenbrechen. 

    „Der Aufbruch der Nation gleicht unseren Einrich­tungen für alte abhän­gige Menschen!“ – Genau – und was steht dahinter, womit wird hier die Angst erzeugt? – Mit der Angst vor dem Sterben, der Angst vor dem physi­schen Töd, der nach Meinung der Massen für sie das Ende von allem ist – die, die schonmal klinisch töt waren und ein soge­nanntes (Nah)töderlebnis hatten, wissen es besser, aber sie sind die Ausnahmen und haben für ihr Erleben keine Beweise und so glauben es ihnen die meisten nicht. – Eben diese Angst in Verbin­dung mit dem Verlust des Vertrauens in sich selbst, in ihre eigene Intui­tion, ihr Gefühl für sich selbst, wird von dieser m. E. hoch­gradig psycho­pa­thi­schen Klientel geschürt und dieses Selbst­ver­trauen abgebaut.

    Ich nehme sogar an, dass diese Klientel die größte Angst vor ihrem physi­schen eigenen Töd hat, die sie auf die gesamte Mensch­heit proje­ziert. Sie haben vermut­lich ihr eigenes Selbst­ver­trauen, den Kontakt zu ihrem leben­digen wahren Selbst verloren wenn sie es je entwi­ckeln konnten – vermut­lich unter­liegen sie selbst einem vorge­burt­li­chen und/oder früh­kind­li­chen Trauma. – Man möge sich ihre Biogra­fien durch­lesen – jede/r Psycho­loge, jede/r Mensch mit der natür­li­chen Gabe für das Verständnis der Seele des Menschen, wird dort fündig hinsicht­lich mögli­cher Trau­mata und entspre­chender Prägungen, die sie zu solchen mögli­chen Psycho­pö­then gemacht haben könnten – ich drücke mich vorsichtig aus und stelle dies alles nur in den Rahmen des Mögli­chen, aber es ist sehr naheliegen.
    Diese Klientel in ihrer eigenen Angst, die mehr­heit­lich auch der Genera­tion ange­hört, die „Star Trek“ schaute und offenbar das Konzept der „Borg“ als Lösung für ihre Angst und ihr fehlendes Selbst­ver­trauen entdeckten, dass sie dann mit erlangter Macht begannen zu verwirk­li­chen, proje­ziert ihre eigenen Trau­mata auf die gesamte Mensch­heit und will sie offenbar dieser „Borg-Lösung“ unter­werfen – die totale Kontrolle des physisch unsterb­li­chen Maschi­nen­men­schen über sich selbst und das gesamte Mensch­heits- dann Borg-Kollektiv. – Weil sie auch noch Angst davor haben, dass ihre Seele und ihr Geist sich von ihrem physi­schen Körper lösen und in andere Welten fliehen könnte, wollen sie auch diese noch in das Borg-Kollektiv so einbinden, dass Geist und Seele darin eben­falls für immer gefangen sein sollen ohne jemals in andere Dimen­sionen flüchten zu können.

    Daher sind sie meines Erach­tens auch alle oder nahezu alle „Sötö­nisten“, die wie vermeint­lich „Sötön“ ihr Heil und ihre Unsterb­lich­keit und ihre mate­riell abso­lute Welt im voll­ständig kontrol­lier­baren, mach­baren, beherrsch­baren Mater-ialismus sehen. Mater – heißt MUTTER. – Meines Erach­tens sehen sie in der MATER-ie ihre Ersatz-MUTTER, die sie niemals verlassen oder verletzen kann wie die seelisch-geis­tige Ur-MUTTER-Quelle allen SEINS, die alles ist, was je war, ist und sein wird. – Durch die trauma­ba­sierte Ur-spal­tung des ALL-EINEN, der Quelle allen Seins zum Zwecke der unbe­wussten Flucht in die Illu­sion, ein und dann immer mehr Gegen­über zu haben und nicht mehr all-ein und ein-sam zu sein, verletzte die zu diesem Zwecke abge­spal­tene Hälfte derselben Medaille in ihrem damals kind­li­chen Bewusst­sein oder eher Unbe­wusst­sein. ‑Sie fühlte/n sich von der Ur-Mutter verstoßen in die Diaspora – unge­liebt, nicht gewollt. – Und so suchten sie sich eine Ersatz-Mutter: die Mater-ie, an der sie kleben wie Sekun­den­kleber – die sie niemals verletzt, niemals fort­schickt, die ihnen niemals ihre Liebe und Zuwen­dung versagt – denn sie unter­liegt ihrer Kontrolle – SIE kontrol­lieren diese MATER-ie, diesen mate­ri­ellen Mutter­er­satz, habe sie sich unter­worfen. – Da die Ur-MUTTER (die den soge­nannten VATER beinhaltet) alles ist, was je war, ist und sein wird, geht ihr Trachten dahin, all-es zu ihrer Ersatz­mutter, der Mater-ie zu machen.

    Wenn wir die Biogra­fien dieser Leute lesen, so sie verfügbar sind und wissen, wie Kinder in diesen Kreisen aufwachsen, dann sehen wir vor allem das Fehlen von mütter­li­cher wie väter­li­cher Liebe und Zuwen­dung. Oft werden sie schon ab Geburt in die Obhut von Kinder­mäd­chen gegeben. – Väter sind oft Despoten, die vor allem den „Sohn“ zu einem „rich­tigen“ Mann zu machen gedenken – einem krie­ge­ri­schen, kämp­fe­ri­schen, empa­thie­freien Mann wie sie selbst es sind und wozu sie selbst bereits gemacht wurden.

    So lernen sie von Genera­tion zu Genera­tion m. E. die Ur-liebe, die sie immer wieder alleine gelassen hat und lässt, zu hossen und das Leben, das diese Ur-liebe ist, zu hossen und wollen es entweder ihrer abso­luten Kontrolle unter­werfen auf diesem Weg zum Borg-Kollektiv oder ganz vernichten.

    Ich vergesse hier und da schonmal mein Handy, wenn ich in der Umge­bung mit dem Auto unter­wegs bin und bei Spazier­gängen im nahen Umfeld habe ich es eh nicht dabei – selbst wenn ich es bei Fahrten dabei habe, ist es ausge­schaltet. – Ich bin damals mit meinem Jugend­freund von damals geogra­fisch Mitte Doit­sch­land mit der „Ente“ (Auto) quer durch Frank­reich ohne einen Meter Auto­bahn zu fahren ohne Handy (gab’s da noch nicht) gefahren. – In irgend­einem Dorf auf dem Land rief man dann mal von einem Gast­stätten-Kabel-Telefon aus zu Hause an, das alles ok sei, dann ging es weiter bis an die Cote d’Azür und genauso wieder zurück nach Hause nach diesem Abenteuerurlaub.

    Die Leute haben das vergessen. Jetzt sind sie in Panik, wenn sie beim Einkaufen in ihrem Ort oder ihrem Viertel oder gar bei der Auto­fahrt ins Nach­bar­städt­chen, den Nach­barort, ihr Handy vergessen haben. Diese Klientel packt die Leute bei ihrer Urangst, die aber in Wahr­heit eben vor allem ihre Urangst ist. MUT-TER setzt sich zusammen aus MUT = Vertrauen in die eigene Kraft und TER für TERRA = Erde = MATER-ie. – Ihre MUT-TER ist die vorste­hend beschrieben MATER-ie, in die sie alle und alles auf ewig binden wollen, alle und alles darin ewig mani­fes­tieren wollen, so dass für sie vermeint­lich der Töd nicht mehr sein soll – kein vermeint­li­cher Verrat der wahren Ur-MUT-TER mehr erfolgen kann. Sie vergessen dabei, dass auch sie selbst Teil der wahren Ur-MUT-TER sind und vor der Spal­tung eins mit der anderen Hälfte dieser Medaille waren (und in Wahr­heit nach wie vor sind) und eben­falls an dieser Ur-spal­tung (Ur-Bewusst­seins- und Persön­lich­keits­spal­tung) aus vorge­nanntem Grund waren. – Es gibt keine Schuld – es ist eine Krank­heit, die es zu heilen gilt.

    Ja – es ist ein Reli­gi­ons­krieg im tiefsten und wahren Sinne. – Reli­gion kommt von „reli­gare“ im Sinne von „Rück­ver­bin­dung mit der Quelle allen Seins“ (die die Ur-MUT-TER ist und ewig sein wird) und genau vor dieser Rück­ver­bin­dung, dieser Rück­kehr, hat diese Klientel seit der Ur-Spal­tung pani­sche Angst und versucht alle mit in diese Angst zu ziehen, sie in diese Angst ewig zu binden. DARUM und nur und ausschließ­lich DARUM geht es – ob es ihnen bewusst ist oder nicht.

    „Entweder wir holen die fran­zö­si­sche Idee zurück oder das fran­zö­si­sche Volk verschwindet auf seinem eigenen Boden.“

    Das gilt nicht nur für Frank­reich, das gilt für Gesamt­eu­ropa und für die gesamte abend­län­di­sche Welt und diese muss sich jetzt besinnen, ob sie sich zunächst diesem m. E. von dieser Klientel benutzten Islöm unter­wirft und dann dem von dieser Klientel m. E. ange­peilten und bereits instal­lierten Borg-Kollektiv oder ob sie diese Klientel als das erkennt, was sie ist und sich von ihr löst um ihrer Frei­heit, ihrer Mitmensch­lich­keit, ihrer Empa­thie, ihrer Liebe, ihres Lebens willen.

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