Wird Frank­reich die Fehler der Migra­ti­ons­krise von 2015 wiederholen?

Bildquqlle: Breizh-info

Während die Isla­misten einen großen Teil Afgha­ni­stans und die Haupt­stadt Kabul erobert haben, werden in Frank­reich mehrere Stimmen laut, die sich dafür einsetzen, dass mehr Migranten aus Afgha­ni­stan aufge­nommen werden sollen.

Von Paul Tormenen

Obwohl dieser Druck in den Medien breit und wohl­wol­lend darge­stellt wird, reprä­sen­tieren dieje­nigen, die ihn ausüben, nicht die Mehr­heits­mei­nung der Fran­zosen. In der derzei­tigen Aufre­gung um dieses Thema werden mehrere Probleme im Zusam­men­hang mit der massiven Aufnahme von Migranten still­schwei­gend über­gangen. Sie sind jedoch für das fran­zö­si­sche Volk von großer Bedeu­tung und müssen in Erin­ne­rung gerufen werden. Das Risiko, die glei­chen Fehler wie bei der Migra­ti­ons­krise 2015 zu wieder­holen, ist sehr real.

Eine auf die Linke beschränkte Meinungskampagne

Seit einigen Tagen häufen sich die Aufrufe der Befür­worter einer groß ange­legten Aufnahme afgha­ni­scher Migranten und die Artikel in der Presse. Mehrere Bürger­meister haben den Wunsch geäu­ßert, eine mehr oder weniger große Zahl von Afghanen in der von ihnen verwal­teten Stadt aufzu­nehmen. Die meisten befinden sich auf der linken Seite (Nantes, Lille, Straß­burg, Tours usw.), seltener auf der rechten Seite (Saint Etienne).

Auch linke poli­ti­sche Parteien und subven­tio­nierte Migran­ten­ver­bände spre­chen sich für die Ansied­lung vieler Afghanen in unserem Land aus. Eine von einigen Künst­lern und Poli­ti­kern unter­zeich­nete Peti­tion, die am 20. August veröf­fent­licht wurde, fordert ohne jede Zurück­hal­tung „die Öffnung unserer Grenzen und die bedin­gungs­lose Aufnahme unserer Schwes­tern (afgha­ni­sche Frauen, Anm. d. Red.) und ihrer Familien“.

Die Euro­päi­sche Union ist nicht zu über­treffen. Die Kommis­sarin für Inneres, Ylva Johansson, forderte am 18. August die EU-Mitglied­staaten auf, ihre Zusagen für die Aufnahme afgha­ni­scher Staats­an­ge­hö­riger zu erhöhen. Der Spre­cher der fran­zö­si­schen Regie­rung sah sich sofort veran­lasst, zu erklären, dass „Frank­reich wie jedes Jahr Tausende von Afghanen will­kommen heißen wird“.

Durch eine posi­tive Reak­tion auf diese Anord­nungen könnte die fran­zö­si­sche Regie­rung die Einwan­de­rung erheb­lich stei­gern, was ihr lang­jäh­riges poli­ti­sches Ziel ist. Steht eine neue Migran­ten­krise wie im Jahr 2015, als fast 1,5 Millionen ille­gale Einwan­derer nach Europa kamen, bevor? Sollte Frank­reich mehr für die Aufnahme von Migranten tun, wie es linke poli­ti­sche Parteien, Migran­ten­ver­bände und die Euro­päi­sche Kommis­sion wünschen? In diesem Zusam­men­hang können einige Elemente in Erin­ne­rung gerufen werden.

Afgha­ni­stan, ein armes und von Konflikten geplagtes musli­mi­sches Land
Afgha­ni­stan ist ein Land mit 38 Millionen Einwoh­nern, die fast ausschließ­lich Muslime sind. Es ist eines der ärmsten Länder der Welt und hat eine sehr hohe Gebur­ten­rate. Die durch­schnitt­liche Kinder­zahl pro afgha­ni­scher Frau beträgt 4,3. Die Produk­tion und der Verkauf von Opium sind eine wich­tige Einnah­me­quelle, die die Taliban seit langem an sich reißen wollen.

Nicht alle Afghanen verlassen ihr Land aus poli­ti­schen oder reli­giösen Gründen. Sie sind oft eng mit wirt­schaft­li­chen Gründen verbunden. Die schlechte Verwal­tung des Landes während des Taliban-Regimes von 1996 bis 2001 lässt vermuten, dass die Armut zunehmen wird. Die jüngste Ausset­zung des IWF-Geld­flusses wird das Land wahr­schein­lich in eine wirt­schaft­liche Stagna­tion stürzen. Die stei­gende Bevöl­ke­rungs­zahl und der Mangel an Arbeits­plätzen verschärfen die Situation.

Afgha­ni­sche Einwan­de­rung nach Frank­reich, ein ständig wach­sendes Phänomen

Die afgha­ni­sche Einwan­de­rung nach Frank­reich hat in den letzten Jahren stetig zuge­nommen. Während 2014 die Afghanen bei der Zahl der Asyl­be­werber in unserem Land auf Platz 31 lagen, sind sie seit 2019 die am stärksten vertre­tene Natio­na­lität. Der Direktor des fran­zö­si­schen Amts zum Schutz von Flücht­lingen und Staa­ten­losen (OFPRA) hat kürz­lich fest­ge­stellt, dass „viele ihre Sprache nicht schreiben oder lesen können“.

OFPRA schätzt, dass fast 40.000 Afghanen in Frank­reich den Flücht­lings­status oder subsi­diären Schutz genießen. Nach Angaben eines von Le Monde am 20. August zitierten Vertre­ters der Verei­ni­gung France Terre d’asile leben fast 100.000 Afghanen in unserem Land. Die Zahl der Afghanen, die in Frank­reich inter­na­tio­nalen Schutz erhalten, ist ein expo­nen­ti­elles Phänomen. Laut einem Vertreter des Ökume­ni­schen Dienstes zur Unter­stüt­zung der Flücht­linge (Cimade) haben zusätz­lich zu den derzeit ankom­menden Migranten fast 35.000 Afghanen Anspruch auf Familienzusammenführung.

Scharia wird von Afghanen bevorzugt

Eine 2013 von der ameri­ka­ni­schen Denk­fa­brik Pew Rese­arch Center durch­ge­führte Umfrage versuchte, die Über­zeu­gungen und reli­giösen Vorstel­lungen der Afghanen zu ermit­teln. Die Ergeb­nisse zeigen, dass :

  • die Scharia für 99 % der befragten musli­mi­schen Afghanen das offi­zi­elle Recht des Landes sein sollte .
  • Für 61 % der befragten musli­mi­schen Afghanen sollte die Scharia sowohl für Muslime als auch für Nicht-Muslime gelten.
  • Stei­ni­gung sollte nach Ansicht von 85 % der befragten musli­mi­schen Afghanen als Strafe für Ehebruch verhängt werden.
  • Nach Ansicht von 79 % der befragten musli­mi­schen Afghanen sollte die Todes­strafe für dieje­nigen verhängt werden, die den Islam verlassen.
  • Gewalt gegen Zivi­listen durch Selbst­mord­at­ten­täter kann nach Ansicht von 39 % der befragten musli­mi­schen Afghanen manchmal gerecht­fer­tigt sein.

An dieser Stelle kann man sich fragen, warum auf die west­eu­ro­päi­schen Länder ein solcher Druck ausgeübt wird, Staats­an­ge­hö­rige aus einem sehr weit entfernten Land (mehr als 7.000 km) mit einer Kultur, die weit von unserer eigenen entfernt ist, aufzu­nehmen, während Afgha­ni­stan Nach­bar­länder mit derselben oder ähnli­cher Zivi­li­sa­tion hat.

Es gibt mehrere Gründe, die für eine Begren­zung statt für eine Erhö­hung der Zuwan­de­rung sprechen

Es gibt noch weitere Argu­mente, die dafür spre­chen, der Einwan­de­rungs­lobby nicht nachzugeben:

  • Seit dem Ende der Covid-Beschrän­kungen im Zusam­men­hang mit der Gesund­heits­krise ist Europa mit einem sehr starken Migra­ti­ons­druck konfron­tiert. Ein unga­ri­scher Fidesz-Abge­ord­neter gab kürz­lich an, dass sich fast 100.000 Migranten auf der Balkan­route befänden und weitere Ankünfte erwartet würden. Der italie­ni­sche Innen­mi­nister erklärte am 18. August laut der Nach­rich­ten­seite Breit­bart, dass die Zahl der in Italien ankom­menden Migranten in den ersten sieben Monaten des Jahres im Vergleich zu 2020 um 128 % gestiegen sei und mitt­ler­weile 50.000 erreicht habe. Auf globaler Ebene stellte die Frontex-Agentur Ende Juli fest, dass die Zahl der ille­galen Einreisen nach Europa seit Anfang des Jahres im Vergleich zu 2020 um 59 % gestiegen ist.
  • Frank­reich sieht sich mit einer wach­senden Zahl von Asyl­an­trägen konfron­tiert. Trotz der beträcht­li­chen Erhö­hung der Zahl der ihnen zuge­wie­senen Unter­brin­gungs­plätze, die 110.000 über­steigt, konnten im Jahr 2019 fast 50 % der Asyl­be­werber nicht im natio­nalen Aufnah­me­system unter­ge­bracht werden. Die neu geschaf­fenen Plätze werden sofort von Neuan­kömm­lingen besetzt. Eine Studie aus dem Jahr 2018 hat gezeigt, dass 40 % der obdach­losen Menschen in Frank­reich Migranten sind.
  • Ein ehema­liges Mitglied der Muslim­bru­der­schaft weist auf die Gefahr hin, dass mit den ankom­menden Migranten auch Terro­risten und Söldner nach Europa eindringen. Die von der Zeitung Valeurs actu­elles am Montag, dem 23. August, bekannt gege­bene „verstärkte Über­wa­chung“ von fünf Afghanen, die gerade in Paris gelandet waren, weil sie verdäch­tigt werden, Verbin­dungen zu den Taliban zu haben, zeigt, dass es sich hierbei nicht um ein Hirn­ge­spinst handelt. Ein Jour­na­list des ameri­ka­ni­schen Senders NBC sendete Bilder von afgha­ni­schen Gefan­genen, die von den Taliban frei­ge­lassen wurden. Wollen wir die Fehler von 2015 wieder­holen, als mangelnde Kontrolle und strenge Filte­rung der Einreise nach Deutsch­land es einer ganzen Unter­welt ermög­lichten, ins Land zu kommen: Krimi­nelle, Sala­fisten, Betrüger usw.?
  • Man kann sich auch fragen, welche Bedeu­tung die am 18. August ange­kün­digte Initia­tive der Euro­päi­schen Kommis­sion hat, „neue legale Einwan­de­rungs­wege“ für Afghanen nach Europa zu schaffen. Es ist zu befürchten, dass diese von einigen euro­päi­schen Ländern orga­ni­sierten Bevöl­ke­rungs­be­we­gungen, anstatt die ille­gale Einwan­de­rung einzu­dämmen, zu den bereits bestehenden hinzu­kommen und die außer­eu­ro­päi­sche Einwan­de­rung erheb­lich verstärken würden.

Die Entschei­dung mehrerer euro­päi­scher Länder, darunter auch Frank­reich, Afghanen, deren Asyl­an­träge abge­lehnt wurden, nicht mehr zurück­zu­schi­cken, hat eben­falls Konse­quenzen. Das Ausländer‑, Asyl- und Sozi­al­ge­setz (Asyl, Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung, unbe­glei­tete Minder­jäh­rige usw.) erlaubt es den fran­zö­si­schen Behörden nicht, die Zahl der jähr­lich in Frank­reich ankom­menden Einwan­derer zu ermit­teln. Die Fest­le­gung zusätz­li­cher Beschrän­kungen erscheint völlig unmöglich.

Im Jahr 2018 erklärte der dama­lige fran­zö­si­sche Minis­ter­prä­si­dent ange­sichts der Ausschrei­tungen der Isla­misten und der Gefahr einer Abwan­de­rung der christ­li­chen Bevöl­ke­rung des Ostens: „Frank­reich wird sich seiner Pflicht zur Gast­freund­schaft nicht entziehen. Aber die Zukunft der Christen des Ostens muss im Osten liegen“. Der ehema­lige Leiter der fran­zö­si­schen Mission bei den Vereinten Nationen, Domi­nique Trinquand, äußerte sich kürz­lich in glei­cher Weise über die Afghanen. Er betonte, wie wichtig es sei, dass „Afgha­ni­stan nicht seiner vitalen Kräfte beraubt wird“. Er schloss mit den Worten: „Das Problem des Gewichts der Taliban in Afgha­ni­stan ist vor allem das Problem der Afghanen“. Unsere Poli­tiker wären gut beraten, über diese Worte nachzudenken.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei BREIZH-INFO, unserem Partner in der EUROPÄISCHEN MEDIENKOOPERATION.


3 Kommentare

  1. Tja, allen einen schlechten Tag mehr.

    Offi­zi­elle Zahlen haben mich nur selten betroffen gemacht, doch hier muß ein Punkt ganz beson­ders hervor­ge­hoben werden:
    Die Obdach­losen. Ich, womög­lich über­haupt der Einzige der mit diesen armen Menschen spricht,
    sehe nur Russen, Polen und Deut­sche ohne Obdach hier in Hamburg.
    Der poli­tisch dümmste „Bürger“ der EU, welcher wie dummes Vieh blind und nur nach Gewohn­heiten lebend, also der Einhei­mi­sche, begrüßt alles Fremde um seine groß­ar­tige „Tole­ranz“ zu bewei­räu­chern. Während alle, ja alle umlie­genden Völker langsam erwachen.
    Die ehema­ligen Deut­schen, können sich eines rühm­li­chen Selbst­mordes erfreuen. Mit Massen­ver­ge­wal­ti­gungen und Schlach­tungen in der Öffentlichkeit.
    Für die Blöden sei in Erin­ne­rung gerufen: Die Schlach­tungen durch­ge­führt von Mohammd. sind von diesem Staat, also verant­wort­li­cher, aber eben gewählter „Regie­rung§“ niemals effektiv bekämpft worden. Statt­dessen erleiden Richter, welche sich nicht dem Diktat beugen Haus­durch­su­chungen. Alles unter den Augen der „Bevöl­ke­rung“,- es sei hier auf die Seite der
    kriti­schen Richter und Staats­an­wälte hingewiesen.
    Perlen für die Säue; nun es war einmal…………

  2. Die Fran­zosen haben genug von den Banlieus – nur die Regie­rung will noch viel mehr und Schlim­meres, genau deswegen will sie viele Andere, beson­ders mittelalterliche.

  3. „Wird Frank­reich die Fehler der Migra­ti­ons­krise von 2015 wiederholen?“
    Das waren keine „Fehler“, sondern eine beab­sich­tigte Schän­dung der Bevölkerung. 

    Verge­wal­ti­gung eines ganzen Volkes, von oben diktiert und ausge­führt. Und sogar die alter­na­tive Presse fabui­siert sich eine Pipi Lang­strumpf Realität zurecht, die dem nieder­ge­brannten Volk die Regie­rung bloß als „fehler­haft“ präsen­tiert, anstatt die korrekte Wahr­heit korrupter Schwer­kri­mi­neller offen auszusprechen? 

    (habe den Rest nicht mehr gelesen)

    weniger krimi­nellen Licht darstellen soll .….. (?)

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