Zeugen­aus­sage über das Massaker in Kočevski Rog (Horn­wald, Gottschee)

Tito und Milka Planinc ("Milja") · Foto: Twitter

Wie Kommis­sarin Milja (Milka Planinc) mit einem Hammer Maurer­nägel durch den Schädel in die Gehirne der Lebenden trieb

Jedes Jahr im Mai orga­ni­siert die slowe­ni­sche „Über­gangs­linke“ eine Reihe von Veran­stal­tungen zu Ehren des Roten Sterns und des kommu­nis­ti­schen Regimes. Der Medien-Main­stream fasst sie unkri­tisch zusammen, schweigt aber fast völlig über die Schre­cken von Kočevski Rog (dt. Horn­wald, in der ehemals deutsch besie­delten Gott­schee) wo Parti­sanen nach dem Zweiten Welt­krieg auf Befehl der Kommu­nis­ti­schen Partei Zehn­tau­sende von Menschen buch­stäb­lich abschlachteten.

Vor mehr als zwölf Jahren veröf­fent­lichte Zoran Božić in der kroa­ti­schen Wochen­zei­tung Hrvatsko slovo einen Artikel mit dem Titel Kočevski Rog – unge­sühnter Völker­mord oder die Schre­cken von Kočevski Rog verlangen nach der Wahr­heit. Der Text wurde kürz­lich vom Portal Kavarna Hayek zusam­men­ge­fasst und wird im Folgenden in voller Länge veröffentlicht.

Häutung

Die Opfer wurden kopf­über an Holz­kreuzen aufge­hängt, am Knöchel ersto­chen und langsam gehäutet. Die gehäu­teten Körper­teile wurden mit Salz einge­rieben, die Unglück­li­chen schrien und fielen in Ohnmacht. Wenn die Metzger im Namen des Roten Sterns, sie wurden „Spezia­listen“ genannt, fertig waren, wurde das Opfer skal­piert, die Haut zum Trocknen an einen Baum gena­gelt und die Opfer unter uner­träg­li­chen Schmerzen sterben gelassen. Die Schlächter waren meist Parti­sanen der 11. dalma­ti­ni­schen Brigade, und die Opfer waren Slowenen, Kroaten und Serben, die im Mai 1945 vom briti­schen 5. Korps aus Öster­reich nach Jugo­sla­wien zurück­ge­bracht wurden, in die Arme der grau­samen Kommu­nisten. Mehr als 70 Jahre sind vergangen, seit Ende Mai und Anfang Juni 1945 in Kočevski Rog eines der größten Massaker in der Geschichte der Region statt­fand. Die Massaker waren kein „Fehler“, ein „notwen­diges Übel“ oder eine „Hinrich­tung der Kolla­bo­ra­teure der Besatzer“, sondern ein vorsätz­li­ches Verbre­chen gegen die Mensch­lich­keit im Namen der Ideo­logie, im Namen der Revo­lu­tion. Die Blüte des slowe­ni­schen Unter­neh­mer­tums, das durch die sozia­lis­ti­sche Wirt­schaft ersetzt wurde, lag im Sterben. Dies erwies sich als ein völlig fehl­ge­lei­tetes Wirt­schafts­pro­jekt, das kläg­lich endete.

Da nur sehr wenige Opfer über­lebten, die Schlächter in psych­ia­tri­schen Kliniken landeten oder später selbst hinge­richtet wurden und es keine schrift­li­chen Aufzeich­nungen gibt, da die Befehle der Partei- und Parti­sa­nen­füh­rung münd­lich erfolgten, sind die Nach­kriegs­er­eig­nisse auf dem von Höhlen und Abgründen durch­zo­genen Karst­pla­teau bis heute geheim­nis­um­wit­tert und werden wohl nie ganz aufge­klärt werden. Die slowe­ni­schen Zeugen, die Opfer aus den Reihen der Heim­wehr waren (France Dejak, France Kozina und Milan Zajec), entkamen aus dem Abgrund, in den sie von den Parti­sanen gestoßen wurden, weil sie dachten, sie seien tot. Sie hatten das „Glück“, in einer Gruppe von denen zu sein, die zuvor mit der Peit­sche geschlagen und dann erschossen worden waren. Im Gegen­satz zu den Unglück­li­chen, die ausge­wählt wurden, waren die meisten von ihnen Kroaten, einige auch Serben, die bei kommu­nis­ti­schen Kanni­ba­len­or­gien am Rande der schwer zugäng­li­chen Kočevje-Wälder buch­stäb­lich abge­schlachtet wurden.

Zeugnis von „Genosse Jure“

Das Abschlachten mit Messern, Äxten und Sägen wurde nur von den Henkern erwähnt, denn es ist nicht bekannt, ob eines der Opfer die Folter über­lebt hat. Borivoj Kara­pan­džič (Autor des Buches „Jugo­sla­wi­scher blutiger Früh­ling“), Milovan Djilas (Autor des Buches „Kriegs­zeit“) und der Histo­riker Graf Nikola Tolstoj (Autor des Arti­kels über die Massaker im briti­schen Magazin Encounter) spra­chen darüber für die briti­sche BBC vor dem Zerfall Jugo­sla­wiens, nach dem Zerfall Jugo­sla­wiens sagten Simo Dubajić und Ivan Gugić darüber aus. Am entsetz­lichsten ist das Zeugnis des „Genossen Jure“, der 1992, kurz vor seinem Tod, aber ohne Reue, dem kroa­ti­schen Ermittler für kommu­nis­ti­sche Verbre­chen Zoran Božić gestand, der andert­halb Jahr­zehnte später in der Zeit­schrift Hrvatsko slovo einen umfang­rei­chen Text mit dem Titel Der Schre­cken von Kočevski Rog – Sehnen nach der Wahr­heit veröffentlichte.

Simo Dubajić

Die detail­lierte Beschrei­bung des Massa­kers an kroa­ti­schen Heim­wehr­leuten, Usta­scha-Ange­hö­rigen und Zivi­listen erregte einiges Aufsehen, wurde aber nie demen­tiert. Božić wurde sogar beim kroa­ti­schen Jour­na­lis­ten­ver­band (HND) ange­zeigt, weil er mit detail­lierten Beschrei­bungen von Kanni­ba­lismus und Grau­sam­keiten, wie sie sich normales mensch­li­ches Bewusst­sein, Moral und Ethik kaum vorstellen können, nicht mit den Opfern sympa­thi­siert, sondern sich mit Verbre­chern gleich­setzt. Der HND mahnte Božić deshalb ab, er habe mit dem Artikel die Würde der Opfer gefährdet.

Frei­wil­lige Schlächter

Laut Zeugen­aus­sagen wurden in Kočevski Rog Zehn­tau­sende von Menschen getötet, die meisten von ihnen Kroaten (etwa 40.000), slowe­ni­sche Heim­wehr­leute und zwischen 5.000 und 6.000 Zivi­listen, der Rest waren Unglück­liche anderer Natio­na­li­täten, darunter auch Deut­sche. Die meisten von ihnen wurden zunächst aus Wieters­dorf (Vetrinje) in Öster­reich über Jese­nice in die Lager­sam­mel­stelle in Šentvid gebracht, wo sie bereits nach Ethnien getrennt und in die Kate­go­rien A, B und C einge­teilt wurden, wobei die Einstu­fung in B und C fast die sichere Hinrich­tung bedeu­tete. Dann wurden sie mit dem Zug zunächst nach Kočevje (Gott­schee) trans­por­tiert (nach einigen Angaben zwischen 5.000 und 8.000 pro Tag), von dort in die Wälder von Kočevski Rog. Der Komman­dant der Henker war der Parti­sa­nen­major Simon Dubajić, und sein Vorge­setzter war die poli­ti­sche Kommis­sarin Milja, die später als Milka Planinc erkannt wurde, später eine hohe Partei­funk­tio­närin und zwischen 1982 und 1986 Präsi­dentin des jugo­sla­wi­schen Exekutivrates.

Jure war ein Kämpfer der 11. dalma­ti­ni­schen Brigade der 26. dalma­ti­ni­schen Divi­sion der jugo­sla­wi­schen Armee. In der zweiten Maihälfte 1945 kam die Kommis­sarin Milja zu seiner Einheit und sagte, dass sie Frei­wil­lige für die Exeku­tion der „Banditen“ benö­tige. Mit dem Verspre­chen einer reichen Beloh­nung wurden sie nach Kočevje gebracht. Dort wurden sie von slowe­ni­schen Parti­sanen empfangen, die sie an schwer zugäng­liche Orte fuhren. Jure behauptet, dass er am Massaker vom 29. Mai bis zum 9. Juni teil­nahm und dass allein seine Gruppe etwa 11.000 Menschen tötete. Bis auf etwa 800 Slowenen waren das alles Kroaten.

Die sata­ni­sche Kommissarin

Bei dem Massaker erwies sich die Kommis­sarin Milja als die Beste. „Sie war eine begabte Expertin im Quälen und Töten von Menschen mit einer sata­ni­schen Fantasie“, so der Zeuge. Durch sie haben sich die übli­chen Massen-‚Hinrichtungen von Landes­ver­rä­tern‘ in eine kanni­ba­lis­ti­sche Tötungs­orgie verwan­delt“, schrieb Zoran Božić. Sie wählte persön­lich junge Männer aus und befahl den Parti­sanen, sie zu schlachten, ihnen mit einem Messer und Löffeln die Augen auszu­kratzen, die Ohren, Nasen und Geni­ta­lien abzu­schneiden und dann ihre Hoden in die leeren Augen­höhlen und die Geni­ta­lien in den Mund zu stopfen.

Laut der Autorin war der Kommissar oft wütend auf die „Butter­finger“ unter den Schläch­tern, die die Geni­ta­lien von oben bis unten durch­schnitten. Ihrer Meinung nach begann die ordnungs­ge­mäße Parti­sa­nen­kas­tra­tion mit einem Schnitt unter dem Hoden­sack, wobei das Messer auf das Zwerch­fell ange­setzt wurde. Dann wurden die männ­li­chen Geni­ta­lien zusammen mit dem Hoden­sack mit einem starken und tiefen Schnitt abge­trennt. Eine ihrer Lieb­lings­spe­zia­li­täten war das soge­nannte „gefüllte kroa­ti­sche Gehirn“. Milja schlug mit einem Hammer Mauer­nägel in die Gehirne von lebenden Menschen und fragte das Opfer nach jedem einge­schla­genen Nagel: „Habe ich dir endlich den Unab­hän­gigen Staat Kroa­tien aus dem Kopf geschlagen?“ Die zweite Spezia­lität nannte sie „salziges kroa­ti­sches Herz“. Nach vier kräf­tigen Schlägen mit einer Axt in die Herz­ge­gend der Brust in Form eines Vier­ecks riss sie bereits lebenden Menschen das Herz heraus und schleifte es zusammen mit den gezo­genen Adern über den Boden.

24-Stunden-Schichten

„Jure behauptet, dass die Kame­raden der Parti­sanen bei allen Arten von Grau­sam­keiten die Haupt­rolle spielten. Sie löschten Ziga­retten an Opfern beiderlei Geschlechts und verbrannten die empfind­lichsten Körper­teile mit versengtem Eisen, beson­ders die Vagina und die Brust­warzen. Den Frauen wurde die Gebär­mutter heraus­ge­schnitten und mit einem Bajo­nett durch die Geni­ta­lien gerissen, dann wurden sie den Opfern in den Mund gestopft, so dass sie erstickten. Auf Befehl von Kommissar Milja trieben die Parti­sanen sadis­tisch Stücke von Stachel­draht durch die Geni­ta­lien in die Harn­röhre, um die Hände zu fesseln. Schwan­geren Frauen wurde mit einem Messer in den Unter­leib gesto­chen und unge­bo­rene Kinder wurden aus dem Mutter­leib gerissen“, schrieb Božić. Einige „Genossen“ töteten die Männer und Frauen, indem sie zuerst ein Wasser­rohr in die Anal­öff­nung trieben und dann hindurch­schossen. Kommissar Milja ermu­tigte die Parti­sanen, mehreren Frauen die Brüste abzu­schneiden, sie zu salzen und sie dann auf die Ampu­ta­ti­ons­wunden zurück­zu­drü­cken. Dabei fügten sie den weib­li­chen Geni­ta­lien mit Draht­bürsten Wunden zu und salzten sie anschlie­ßend. Jede bestia­li­sche Prozedur wurde von öffent­li­cher Zustim­mung und kanni­ba­lis­ti­scher Begeis­te­rung der Verbre­cher begleitet, schrieb Božić in der Wochenzeitung.

Die Parti­sa­nen­schlächter „arbei­teten“ in Schichten 24 Stunden am Tag. Wenn sie fertig waren, trafen sie sich meist vor der Pause am Feuer neben dem Friedhof und betranken sich extra. Manche wurden zu dieser Zeit schon verrückt. „Schon zum Zeit­punkt des Schlach­tens hatten einzelne psychi­sche Störungen oder soge­nannte ‚Über­fall­at­ta­cken‘. Sie töteten zu diesem Zeit­punkt wie am Fließ­band in Trance. Schlach­te­rinnen erlebten psycho­mo­to­ri­sche Anfälle, die als Kozara bekannt sind. Dann verstüm­melten und töteten sie in einem Zustand der Beses­sen­heit zuerst die Opfer, leckten ihr Blut und Hirn, rissen ihnen die Kleider vom Leib und mastur­bierten öffent­lich“, sagte Božić.

Der Zeuge Jure Božić sagte, dass entgegen der land­läu­figen Meinung slowe­ni­sche Parti­sanen gleich­be­rech­tigt an dem Gemetzel teil­nahmen. Im Gegen­satz zu kroa­ti­schen Schläch­tern, die Äxte und Messer benutzten, töteten die Slowenen auch mit großen Forst­sägen. Mit ihnen sägten sie die Menschen in zwei Hälften, und zwar so langsam, dass das Opfer lange leiden musste. „Slowe­ni­sche Parti­sanen trennten einzelnen Opfern die Köpfe ab und spielten dann mit ihnen Fußball, wenn sie ihre Schicht beendet hatten. Außerdem wurden mensch­liche Köpfe auf Pfähle aufge­spießt und über einem Feuer verbrannt“, schrieb Božić. Dubajić betei­ligte sich auch persön­lich an den Morden. Er tötete kroa­ti­sche Gefan­gene mit einer kama, einem Messer mit beid­seitig geschärfter Klinge. „Dabei trank er Blut aus ihren Hals­venen und leckte das Blut vom Messer. Einige Kame­raden, darunter Kommissar Milja, leckten das gesal­zene Hirn der Opfer von der Messer­spitze. Milja gewann nach einer Reihe von selbst voll­zo­genen Hinrich­tungen ein zuneh­mend sata­ni­sches Image. Sie war so blut­ver­schmiert, dass Blut von ihrer Uniform und ihren Händen tropfte. Ihre Stiefel waren rosa, weil sie auf dem mensch­li­chen Gehirn herum­lief, Stücke von Schä­del­kno­chen steckten in ihrer Uniform und ihren Haaren“, berichtet Jure Božić.

Das Massaker an den Kroaten in Kočevski Rog dauerte 12 Tage. Während dieser Zeit waren die Schreie der unter uner­träg­li­chen Schmerzen ster­benden Opfer durch den Wald zu hören. Viele baten die Parti­sanen, sie nicht mehr zu verstüm­meln, sondern sofort zu töten. Die meisten wurden nicht erhört. In den letzten Tagen waren Minen­ein­heiten einge­troffen, die Höhlen und Abgründe aushoben, in denen Tausende von Leichen lagen.

Medaillen für die Schlächter

Die Briten begannen am 18. Mai mit der Auslie­fe­rung der Flücht­linge, die sich vor den Kommu­nisten nach Öster­reich geflüchtet hatten (es waren etwa 220.000). Während dieser Zeit war Tito ständig zwischen Zagreb und Ljub­l­jana unter­wegs. In seinen berüch­tigten Reden in der zweiten Maihälfte 1945 in Zagreb und auf dem heutigen Kongresni trg in Ljub­l­jana sagte er der Menge, dass die Verräter nie wieder die Berge und blühenden Felder sehen würden, und sagte zwischen den Zeilen, dass sie mit allen abrechnen würden. Zu dieser Zeit wurden die zurück­ge­kehrten Slowenen, Kroaten und Serben bereits in Konzen­tra­ti­ons­lager und auch nach Kočevje trans­por­tiert. Nach Aussage von Jure wurde dieser Ort Tito von der slowe­ni­schen Partei­füh­rung empfohlen, die zusammen mit Tito am 1. Juni eines der Schlacht­häuser besuchte. Edvard Kardelj, Ivan Maček-Matija, Franc Leskošek – Luka, Alek­sander Ranković, Peka Dapčević, Koča Popović und einige andere promi­nente Funk­tio­näre sollen damals mit Tito gekommen sein. Sie waren offen­sicht­lich zufrieden, denn bald kam der Befehl, dass den Henkern ein 14-tägiger Urlaub in Bled (dt.Veldes) gewährt werden sollte. Dafür sorgte Ivan Maček – Matija, der Chef der slowe­ni­schen OZNA (Geheim­dienst und Geheim­po­lizei), der eine Will­kom­mens­rede hielt und ihnen Orden überreichte.

Nach mehreren Zeugen­aus­sagen, schrieb Božić in Hrvatsko slovo, wurden die Schlächter, die mehr als 2.000 „kroa­ti­sche Banditen“ hinge­richtet haben, beson­ders gelobt. Der Rekord­halter und Träger der „goldenen Kočevje-Medaille“ war Ante Čepić, ein Kroate aus Makarska, Maschi­nen­ge­wehr­schütze während des Krieges und Mitglied der Kommu­nis­ti­schen Partei Jugo­sla­wiens seit 1944. Er soll 3.800 Menschen getötet haben. Ljuba Periša, ein Kroate aus Šibenik, ein OZNA-Offi­zier und Mitglied der Kommu­nis­ti­schen Partei Jugo­sla­wiens seit 1943, erhielt eine Silber­me­daille für 3.000 Getö­tete. Nach dem Krieg wurde er verrückt und tötete seine Familie in Novi Sad mit einer Trophä­en­pis­tole, mit der er auch in Kočevski Rog tötete. Ado Dragić, seit 1943 Mitglied der Kommu­nis­ti­schen Partei Jugo­sla­wiens, erhielt die „bron­zene Kočevje-Medaille“ für 2.200 Gefal­lene, und Ivan Bokež (eigent­lich Nikola Marić aus dem Boke Kotorske) und Kommis­sarin Milja (eigent­lich Milka Planinc) erhielten ein Sonderlob für 2.000 Gefal­lene. „Das Treffen der Kočevje-Schlächter am Bleder See verwan­delte sich schnell in eine mehr­tä­gige zügel­lose Orgie von Ausschwei­fungen, Primi­ti­vismus und Atavismus. Die kosmo­po­li­ti­sche Bevöl­ke­rung und die Ange­stellten dieses pres­ti­ge­träch­tigen Kurortes waren entsetzt über das Wüten der Nutz­nießer des halb­mo­na­tigen Urlaubs, der vom Schlächter des Balkans – Marschall Tito – persön­lich ange­ordnet und geneh­migt wurde“, schrieb Božić. Die Zeugen erin­nern sich nicht an Simo Dubajić, aber sie sehen deut­lich die Kommis­sarin Milja vor ihren Augen, die auf den Tischen der Bleder Cafés tanzte und mit einem noch blut­ver­schmierten Messer auf Holz einstach.

Unbe­strafte Verbrechen

Die Verbre­cher und dieje­nigen, die das Verbre­chen ange­ordnet haben, wurden nie bestraft. Anzeigen, die in den letzten zehn Jahren gegen lebende Personen erstattet wurden, wurden meist abge­wiesen oder landeten in den Schub­laden der Staats­an­wälte. Tito und die Partei haben immer Schlächter geschätzt, von denen die meisten nicht über 25 Jahre alt waren. Wie viele von ihnen die Drecks­ar­beit in Kočevski Rog gemacht haben, weiß niemand. Einer von ihnen, Ivan Gučić, sprach von 60 bis 70, aber so viele waren offen­sicht­lich nur in seiner Gruppe.

Die Exeku­tionen waren schließ­lich ein anspruchs­voller und mühsamer orga­ni­sa­to­ri­scher Kraftakt. Es galt, den Ort zu finden, die Gefan­genen zu trans­por­tieren, sie zu bewa­chen, die Henker zu versorgen, die Fried­höfe zu schließen und die Beweise zu vernichten, und Doku­mente bezeugen, dass die Partei­mit­glieder große Angst hatten, dass die Massen­gräber nicht entdeckt werden und lange verborgen bleiben würden. Am 14. August 1946 schrieb der stell­ver­tre­tende Innen­mi­nister Boris Koci­jančič, der Vater von Janez Koci­jančič, einem ehema­ligen Partei­mit­glied und lang­jäh­rigen Präsi­denten des Slowe­ni­schen Olym­pi­schen Komi­tees, an alle Bezirks- und Kreis­ab­tei­lungen des Inneren. Offenbar war Koci­jančič mit dem blutigen Massaker an ideo­lo­gi­schen Gegnern bestens vertraut, denn er warnte seine Unter­ge­benen, dass „es zwischen gewissen Kreisen viel Lärm geben könnte, weil sie versu­chen werden, das Volk mit verschie­denen Appellen an Fröm­mig­keit und Mensch­lich­keit zu täuschen und Unmut für die Volks­au­to­ri­täten zu erzeugen.“ Nun, die „gewissen Kreise“ wurden früher oder später besei­tigt und die Morde wurden jahr­zehn­te­lang vertuscht (außer unter den Einwan­de­rern in aller Welt). Noch heute haben einige, die noch am Leben sind, Angst zu spre­chen, obwohl die Wahr­heit, die die Nach­folger des kommu­nis­ti­schen Regimes immer noch durch Täuschung vertu­schen, ans Licht kommen sollte. Doch Kočevski Rog ist nur eine der Tragödien…

Dieser Beitrag erschien zuerst bei DEMOKRACIJA, unserem Partner in der EUROPÄISCHEN MEDIENKOOPERATION.


4 Kommentare

  1. Danke für den Artikel, auch wenn das Lesen den Blut­druck enorm in die Höhe treibt. Ich hatte mir immer gedacht, dass die Massaker der Tsche­chen an den Sude­ten­deut­schen oder auch jene, die mit der Vertrei­bung der Ostdeut­schen durch die Polen in Verbin­dung standen, so das Schlimmste war, was nach Been­di­gung des Krieges in Europa geschah. Aber was sich mensch­liche Gehirne auf dem Balkan an sadis­ti­scher Grau­sam­keit einfallen ließen, ist einfach unfassbar! Diese Frau auf dem Foto mit Tito würde man für eine normale gebil­dete Bürgerin halten.

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    • „Diese Frau auf dem Foto mit Tito würde man für
      eine normale gebil­dete Bürgerin halten.“

      Schlimmer noch, Milka Planinc war Ministerpräsidentin
      Jugo­sla­wiens von 1982–1986. Solche „Menschen“ schaffen
      es im System bis nach ganz oben.

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  2. Der dama­lige SD-Major Hans Rein­hard Kopps aus Hamburg hatte während der Beset­zung des Balkans durch die DW zwischen 1941 und 45 die Aufgabe die extrem grau­same Parti­sanen-Tätig­keit der Tito-Parti­sanen aufzu­klären und, wenn irgend möglich, zu erschweren und auszu­schalten. Er berichtet darüber in seinen 25 Bänden Lebens­er­in­ne­rungen unter dem Pseud­onym Juan Maler in den 70er und 80er Jahren u. a. aus jener bewegten Zeit voller Grau­sam­keiten an entwaff­neten Soldaten der Deut­schen Wehr­macht durch die Tito-Parti­sanen nach der Kapi­tu­la­tion am 8.Mai 1945, die an Grau­sam­keiten unvor­stellbar sind, und jede Rechts­norm, wie die der Haager Land­kriegs­ord­nung, in ekla­tan­tester Weise und und in einer unvor­stell­baren Größen­ordung verletzt haben. Dabei berichtet er u. a. neben vielen anderen unvor­stell­baren Scheuss­lich­keiten von der Verbrin­gung von wehr­losen, entwaff­neten deut­schen Kriegs­ge­fan­genen in großer Zahl in Karst Höhlen mit nach­fol­gender Zumaue­rung ihrer Eingänge. Der Eingang so einer Höhle liege, wie er berich­tete, mitten in einem Touris­tenort, wo bereits anfang der 1970er Jahren BRD-Touristen ihren Urlaub verbracht haben, nichts­ah­nend, unwis­send und unin­for­miert ueber den Ort des Massen­mordes durch Verdursten und Verhun­gern ihrer eigenen Söhne, Brüder und Väter mitten bei ihnen in ihrem gewählten Ort der Erho­lung. Er berich­tete auch, dass die Tito-Parti­sanen massive Unter­stüt­zung aus GB erhalten haben. Inter­es­sante Infor­ma­tionen aus einer Buch­reihe, die, wenn über­haupt, nur noch anti­qua­risch erhält­lich ist.

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