Zu Gast bei der Action Fran­çaise: Die Predigt des ehrwür­digen Vaters Houellebecq…

Selt­sa­mer­weise hat die Ange­le­gen­heit unter den empörten Demo­kraten nur wenig Aufsehen erregt. Dabei war der welt­weit meist­über­setzte fran­zö­si­sche Schrift­steller am vergan­genen Freitag einge­laden, vor etwa 100 Mitglie­dern der Action Fran­çaise zu spre­chen. Der Grund für seine Anwe­sen­heit? Seine „Neugier auf den Royalismus“.
Für Le Point (3. Juli) ist der Mann sich selbst gleich: „Ohne Nach­sicht für seine maur­ras­sia­ni­schen Zuhörer gibt er zu, dass er die Autoren der Action fran­çaise nicht sehr gut findet. Er hat wenig Maurras gelesen. Ein biss­chen Léon Daudet. Bei Bras­il­lach gibt es nicht viel zu retten, außer den Poèmes de Fresnes“. Eine Meinung, die durchaus eine andere wert ist. Genauso wie es völlig legitim ist, der Meinung zu sein, dass Michel Houel­le­becq so schreibt, wie er sich kleidet: schlecht. Oder dass sein Best­seller Soumis­sion (Flamm­a­rion) von einer ober­fläch­li­chen Kenntnis des Islam zeugt, die auf Klischees, Gemein­plätzen und anderen Wiki­pedia-Einträgen beruht.

Aber das macht nichts, und man kann die seltenen Inter­views, die er den Medien gibt, auch seinen eigenen Romanen vorziehen. Aus poli­ti­scher Sicht versi­chert er wie folgt: „Ich war völlig soli­da­risch mit den Gelb­westen, mit diesen Leuten, die man als Hinter­wäldler, als Gammler darge­stellt hat und bei denen man ein echtes Refle­xi­ons­ni­veau gesehen hat.“ Gut beob­achtet. Besser: „Die Linke fühlt sich verloren, wie verletzte Tiere wird sie bösartig. Das war nicht der Fall, als ich anfing zu veröf­fent­li­chen. Ja, sie fühlt sich tot, also wird sie böse.“ Ein biss­chen weniger gut, wenn man bedenkt, dass man diese Medi­en­linke noch nie dabei erlebt hat, wie sie vor der Veröf­fent­li­chung ihrer Bücher einen Ansturm von Freund­lich­keit veran­staltet hat.

Außerdem muss man trotz einiger medialer Ausnahmen wie seiner­zeit Eric Zemmour zugeben, dass es derselben Medi­en­linken für eine Ster­bende besser als gut geht… Um das poli­ti­sche Kapitel abzu­schließen, prognos­ti­ziert Michel Houel­le­becq noch eine Präsi­dent­schafts­wahl im Jahr 2027 mit einem Jordan Bardella, der knapp gegen den Vertreter der Macronie gewinnt. Möge Gott ihn hören!

Zum Thema Gott greift dieser Mann, von dem man vermutet, dass er ein zerknirschter Mystiker ist, auf eine Argu­men­ta­tion zurück, die in tradi­tio­nell katho­li­schen Kreisen üblich ist, auch wenn man Le Point glauben darf: „Die Deka­denz, die den großen Rahmen bildet, in dem er sein Werk schreibt, hätte am Ende des Mittel­al­ters mit der Renais­sance begonnen, die für viele Progres­sive im Gegen­teil der Beginn der Größe ist.“ Charles Maurras schrieb nichts anderes. Wenn er ihn „wenig gelesen“ hat, hat er ihn zumin­dest gut gelesen.

In einer Welt, die gleich­zeitig immer konsum­ori­en­tierter und immer messia­ni­scher wird, wobei der Trans­hu­ma­nismus hilft – was jedoch kohä­rent bleibt, da es sich um das letzte Stadium der Kommer­zia­li­sie­rung des Menschen handelt -, prophe­zeit Michel Houel­le­becq: „Es wird einen Krieg [gegen den Islam] geben, es ist gut, das im Voraus zu wissen und sich darauf vorzu­be­reiten. Wer wird gewinnen? Ich weiß es nicht.“ Besser: Es kostet nichts, es zu sagen. Und dennoch merkt der Ludi an: „Alles Glück ist reli­giös bedingt. Wir sind glück­li­cher, selbst mit beschis­senen Reli­gionen.“ Lässt sich daraus schließen, dass Michel Houel­le­becq sowohl für als auch gegen den Islam ist, auch wenn er ihn mit Worten beschreibt, die an Vulga­rität nicht zu über­bieten sind?

In Erwar­tung dieses mögli­cher­weise bevor­ste­henden Krieges könnte dieser große Bernanos-Leser auch über den Krieg nach­denken, der seit langem von innen heraus geführt wird und den der Autor von Frank­reich gegen die Roboter wie folgt defi­niert hat: „Man versteht die moderne Zivi­li­sa­tion nicht, wenn man nicht zuerst zugibt, dass sie eine univer­selle Verschwö­rung gegen jede Form von Innen­leben ist“. Wie dem auch sei, begrüßen wir den Mut dieses Schrift­stel­lers, der im Rahmen einer Bewe­gung refe­riert, die ausnahms­weise und im Gegen­satz zum Rassem­blement National ihr anti­re­pu­bli­ka­ni­sches Etikett verdient.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei BOULEVARD VOLTAIRE, unserem Partner in der EUROPÄISCHEN MEDIENKOOPERATION.


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1 Kommentar

  1. Ich habe tatsäch­lich Huel­le­becq gelesen. Ich stimme dem Artikel gerne zu, daß diese Made im Speck der fran­zö­si­schen Schi­ckeria keinerlei Ahnung von Islam und Isla­mismus hat (ja, wohl nicht einmal den Unter­schied kennt er)! Ich halte ihn für eine Hure des mains­teams, der gerne nach allen Seiten austeilt, sofern es für ihn finan­ziell vorteil­haft erscheint. Aber damit ist er ja auf Augen­höhe mit der fran­zö­si­schen Moderne in allen Berei­chen. Alle – vor allem das Bekannte – beschimpfen, sich beju­beln und gut bezahlen lassen, dann ist man fran­zö­si­sche avant-garde! Lieber sähe ich, wenn Macron und diese post-modernen Dodln mit Mitga­beln verjagt würden!

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