Zum neuen Buch von Elmar Forster

Anlass für dieses Buch war die Flücht­lings­krise 2015. Damals hatte der öster­rei­chi­sche Ex-Bundes­kanzler Faymann Ungarns Flücht­lings­po­litik in einem Spiegel-Inter­view mit dem Holo­caust vergli­chen. Der Autor protes­tierte damals in einem Mail an den unga­ri­schen Botschafter gegen diese skan­da­löse Aussage. Sein Post wurde damals im unga­ri­schen TV gesendet.
 

Der Autor des Buches, Elmar Forster lebt seit 1992 als Auslands­ös­ter­rei­cher in Ungarn, unter­rich­tete als Auslands­lektor in Ungarn, Prag und Bratis­lava, seit 2009 eben­falls wieder in Öster­reich. Er lebte Ende der 80er Jahre in West-Berlin, später bereiste er die Staaten des ehema­ligen „Ostblocks“. Somit kennt er die zwei verschie­denen Menta­li­täten, deren Unter­schiede jetzt die Euro­päi­sche Union in Ost und West auseinanderreißen.

Eine Ursache dafür: Ein mode­rater „Kampf der Kulturen“ (1. Kapitel – im Sinne von Samuel Huntington), den die west­li­chen EU-Eliten mit kaum verhoh­lenen Ostras­sismen befeuern. Diese west­liche Über­heb­lich­keit mit ihrem post­mo­dernen, „libe­ralen“ Rela­ti­vismus fußt somit aber…: In der tota­li­ta­ris­ti­schen Ideo­logie der Poli­tical Correct­ness, die in West­eu­ropa jeden demo­kra­ti­schen Diskurs abge­würgt hat. Diese Einstel­lung aber ist den ehema­ligen Ostblock-Staaten aufgrund ihrer schmerz­haften Erfah­rungen mit Dikta­turen fremd… – Darauf reagierte der unga­ri­sche Minis­ter­prä­si­dent Viktor Orbán mit seiner Staats­theorie von der „il-libe­ralen Demo­kratie“.

Deshalb aber ist die Gegen­be­we­gung dazu, die „Orba­ni­sie­rung, unauf­haltsam“ (2. Kapitel) – und hat somit längst schon auf West­eu­ropa über­ge­griffen. In der Folge aber wird im Westen der multi­plu­ra­lis­ti­sche Tole­ranz-Tota­li­ta­rismus kollabieren.

Außerdem mangelt es dem Westen dies­be­züg­lich auch an histo­ri­schem Bewusst­sein…: Vege­tiert er doch seit Jahr­zehnten unter einem Gefühl der Wohl­stands­ver­wahr­lo­sung vor sich hin, indem er Frei­heit mit mate­ri­eller Sicher­heit verwech­selt…: „Weil sie über­haupt nichts versteh’n, Sie, die dieses  Erbe geschenkt bekamen -: ‚Ist Frei­heit denn wirk­lich ein solch großes Ding?´“ (Sándor Márai: „Vom Himmel herab ein Engel“, im Exil in New York, Weih­nachten 1956) – Und…: Weil es also dem Westen an histo­ri­scher Entschlos­sen­heit des „Ostens“ („Ein Volk erklärte: ´Es reicht´.“ – Márai) mangelt, könnte sich Oswald Speng­lers Geschichts­de­ka­denz­theorie wieder­holen: „Die Tugend besiegter Völker ist die Geduld, nicht die Resignation.“

Opera­tiver Ausdruck all dessen ist die „mediale Lügen­kam­pagne gegen Ungarn“ (3. Kapitel), die seit 2010, dem Regie­rungs­an­tritt Viktor Orbáns, immer mutwil­li­gere Fake-News über Ungarn produ­ziert, so in der Flücht­lings-Krise, bei den Coro­na­maß­nahmen oder von Orbán als dem „gefähr­lichsten Poli­tiker Europas“ (ORF-Jour­na­list Paul Lendvai). Der Autor versucht auch einer Frage nach­zu­gehen…: „Gibt es ein Medien-Soros-NGO-Syndikat“ zur Desta­bi­li­sie­rung Ungarns?“ Und er stellt eine neue Theorie vor: „den Antisemitismus-Verschwörungs-Code“.

An all diesen Erschei­nungen aber mani­fes­tiert sich ein „Epochen­bruch“ von welt­his­to­ri­schem Ausmaß:  Wird somit aber die West-EU mir ihrem mora­li­schem Rela­ti­vismus, der Flücht­lings­krise, und ihrer fehlenden natio­nalen Iden­tität zerbre­chen? Oder: Liegt die Zukunft des christ­li­chen Europas in den Visegrad-4-+Staaten? Hat der „Osten“ somit aber, so wie damals, beim Unter­gang des römi­schen Reiches, noch eine Nach­glüh­phase, weil sich Ungarn als der Vertei­diger der christ­li­chen Zivi­li­sa­tion betrachtet?

Die unga­risch-öster­rei­chi­sche Rechts­an­wältin Dr. Eva-Maria Barki unter­sucht dabei „100 Jahre anglo­ame­ri­ka­ni­sche Geopo­litik“, die sich in der Zerstö­rung des alten Mittel­eu­ropas nach 1918 fort­ge­setzt hat…

Elmar Forster bricht in seinem Buch sowohl thema­tisch als auch stilis­tisch das Verdikt der Poli­tical Correct­ness. Beein­dru­ckend auch der wissen­schaft­liche Fußno­ten­ap­parat (knapp 600 FN) und die Zitatensammlung…

Elmar Forster: Ungarn – Frei­heit und Liebe. Plädoyer für eine verleum­dete Nation und ihren Kampf um Wahr­heit. Gerhard Hess Verlag, 2021, 280 S.

Das Buch ist zum Subskrip­ti­ons­preis für 16,00.- EUR inkl. persön­li­cher Widmung und Post­zu­stel­lung erhält­lich. Bestel­lungen unter ungarn_​buch@​yahoo.​com

Dieser Beitrag erschien zuerst bei UNGARNREAL, unserem Partner in der EUROPÄISCHEN MEDIENKOOPERATION


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