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Telldenkmal mit Bronzestatue von Richard Kissling und Hintergrundbild von Hans Sandreuter in Altdorf (Kanton Uri, Schweiz) · Foto: Хрюша / Wikimedia CC 3.0

Im Internet mitgehört und mitgeschrieben von Wilhelm Tell
 

Argentinien – Die jährliche Inflationsrate hat im Februar 100 % überschritten, gab die Statistikbehörde des Landes bekannt, das erste Mal seit einer Zeit der Hyperinflation im Jahr 1991 vor über drei Jahrzehnten, dass sie einen dreistelligen Betrag erreicht hat. Die Inflation über 12 Monate belief sich im zweiten Monat des Jahres auf 102,5 %, so die am Dienstag veröffentlichten Regierungsdaten, mit einem höher als erwarteten monatlichen Anstieg des Verbraucherpreisindex (CPI) von 6,6 % und einem Jahr von 13,1 % -aktueller Anstieg. In Argentiniens Märkten, Geschäften und Haushalten sind die Auswirkungen steigender Preise deutlich zu spüren, da eine der höchsten Inflationsraten der Welt die Brieftaschen der Menschen strapaziert. “Es ist einfach nichts mehr da, es gibt kein Geld, die Leute haben nichts, also wie kaufen sie?” sagte Rentnerin Irene Devita, 74, als sie die Lebensmittelpreise auf einem Jahrmarkt in San Fernando am Stadtrand von Buenos Aires überprüfte. Bei einer so hohen Inflation ändern sich die Preise fast wöchentlich. „Neulich kam ich und bat um drei Mandarinen, zwei Orangen, zwei Bananen und ein halbes Kilo Tomaten. Als er mir sagte, dass es 650 Pesos [3,22 $] gekostet hat, sagte ich ihm, nimm alles raus und lass nur die Tomaten da, weil ich nicht genug Geld habe“, sagte Devita. Die Preisschilder variieren stark von Geschäft zu Geschäft, und das Auffinden der täglichen Notwendigkeiten zu den am wenigsten unerschwinglichen Preisen ist eine Zeit- und Energieverschwendung für arbeitende Argentinier. Die Regierung hat vergeblich versucht, die steigenden Preise zu bändigen, die die Erwerbskraft der Menschen, die Ersparnisse, das Wirtschaftswachstum des Landes und die Chancen der Regierungspartei, sich bei den schwierigen Wahlen später in diesem Jahr an der Macht zu halten, beeinträchtigen. Auf der Straße ist Inflation alles, worüber viele Menschen sprechen können. Es erzeugt Frustration und Ärger, da die Gehälter oft hinter den Warenkosten zurückbleiben, trotz staatlicher Pläne, die Preise zu begrenzen und die Getreideexporte zu begrenzen, um das Inlandsangebot anzukurbeln. Hohe Inflation auch in Venezuela 156 %, Syrien 139 %, Libanon 124 %, Argentinien 102 %, Simbabwe 92,3 %, Sudan 83,6 %, Surinam 55,5 %, Türkei 55,18 %, Iran 53,4 %, Ghana 52,8 %, Sri Lanka 50,6 %. ORF.at

China – China hat nach dem Ende der Corona-Massnahmen seine Grenzen vollständig für ausländische Besucher geöffnet. Ab 15. März. können laut Aussenministerium in Peking alle Arten von Visa für Ausländer wieder ausgestellt werden. Auch die visafreie Einreise in einige Regionen Chinas soll wieder in Kraft treten. China hatte seine Grenzen nach drei Jahren strenger Pandemie-Massnahmen Anfang Januar wieder geöffnet – zunächst aber vorrangig für Geschäftsreisende und Familienbesuche. Doch die internationale Isolation habe angehalten, sagt Fabian Kretschmer, freier Journalist in Peking. «Es gab fast drei Jahre keinen einzigen ausländischen Touristen.» Auch wenn die Touristenvisas nun wieder ausgestellt werden, müssen Einreisende weiterhin einen 48 Stunden gültigen Covid-Test vor Abflug vorweisen. Ein Touristenansturm wird Kretschmer zufolge ausbleiben. «Der grosse Engpass ist das Flugangebot.» Denn aktuell werden erst 20 Prozent der internationalen Flüge im Vergleich zu 2019 angeboten. Zudem gebe es weitere Faktoren, dass China nicht zur Top-Reisedestination für Touristen werde, unter anderem die Sprachbarriere, so Kretschmer. Ausserdem kann man praktisch nicht mehr mit Bargeld bezahlen, sondern benötigt chinesische Zahlungsapps. Auch Whatsapp oder Google Maps sind in China gesperrt. «Man braucht also eine gewisse Vorbereitung, um nach China zu reisen und sich im Alltag zurechtzufinden – das wissen viele gar nicht.» Die wenigsten Hotels hätten zudem eine Lizenz, um Touristen aufzunehmen. «Es gibt teilweise Millionenstädte, wo es nur ein bis zwei Hotels gibt, welche die Erlaubnis vom Staat haben, ausländische Bürger beherbergen zu dürfen.» Der Tourismus in China macht 10 Prozent des Bruttoinlandprodukts aus. «Aber der absolute Grossteil kommt von heimischen Reisenden», so der Journalist. 2019 lag die Anzahl der ausländischen Touristen, ohne Reisende aus Hongkong und Macao, bei unter 40 Millionen. Zwar werde diese Summe wirtschaftlich generiert, doch gemessen an der Bevölkerungsgrösse Chinas sei es eher niedrig – beispielsweise im Vergleich mit der Schweiz, die 2019 über 10 Millionen Touristen empfing. «Während der Pandemie gab es eine ziemliche Hysterie gegenüber Ausländern», sagt Kretschmer. Denn als ausländisch aussehende Person galt man in China als Ansteckungsrisiko – besonders in ländlichen Gebieten, wo es kaum Ausländer gibt. Das habe sich aber komplett gelegt, und die Einstellung der Menschen habe sich seit der Öffnung Chinas gewandelt. Besonders die Leute, die im Tourismussektor arbeiten, freuten sich auf die ausländischen Reisenden, so Kretschmer. SRF.ch
● China, Russland und der Iran haben ein gemeinsames Marinemanöver begonnen. Wie das Verteidigungsministerium in Peking mitteilte, fanden die Militärübung im Golf von Oman statt. Ziel sei es, die Zusammenarbeit unter den Marineeinheiten der drei Länder zu vertiefen. RBB.de

Deutschland – Kampf gegen Inflation. Die Europäische Zentralbank erhöht Leitzins auf 3.5 Prozent. Trotz Börsen-Turbulenzen: EZB hat in Frankfurt den Leitzins für den Euro um 0.5 Prozentpunkte erhöht.
● Nach jahrelangem Streit. Wahlrechtsreform beschlossen: Deutscher Bundestag soll schrumpfen. Das Parlament in Deutschland soll verkleinert und dauerhaft auf 630 Abgeordnete begrenzt werden. SRF.ch
● Der Bundestag hat dem geplanten 49-Euro-Ticket für Busse und Bahnen zugestimmt. Laut Gesetzentwurf zahlt der Bund den Ländern bis 2025 jedes Jahr zusätzlich 1,5 Milliarden Euro für den Regionalverkehr. Die Länder sollen zusammen nochmal den gleichen Betrag aufbringen, um die geringeren Einnahmen der Verkehrsunternehmen auszugleichen. Das Nahverkehrsticket soll zum 1. Mai eingeführt werden. Vorgesehen ist ein digital buchbares, monatlich kündbares Abonnement, das bundesweit im Nahverkehr gilt. RBB.de

Frankreich – Der französische Präsident Macron hat das Parlament ausgeschaltet, um die unpopuläre Anhebung des Rentenalters durchzusetzen. Durch die Rentenreform wird das Rentenalter von 62 auf 64 Jahre angehoben. SRF.ch

Honduras – Das Land möchte diplomatische Beziehungen mit Taiwan beenden und mit China aufnehmen. SRF.ch

Israel – Den Plan die Beziehungen mit Saudi Arabien zu normalisieren wurde durch den Friedensschluss mit Iran vereitelt. KR.il

Italien – Meloni will Brücke nach Sizilien realisieren. Das Kabinett der italienischen Regierungschefin hat ein umstrittenes Projekt wiederbelebt. SRF.ch

Japan – Der südkoreanische Präsident Yoon Suk-yeol (62) ist für Gespräche mit Japans Ministerpräsidenten Fumio Kishida (65) in Tokio eingetroffen. Japan und Südkorea wollen ihre Besuchsdiplomatie wieder aufnehmen sowie die Streitigkeiten über den Umgang mit Japans Kolonial- und Kriegsvergangenheit überwinden. Wenige Stunden vor dem Treffen hat Nordkorea Raketen über dem Japanischen Meer getestet. Es ist das erste Mal seit zwölf Jahren, dass ein südkoreanisches Staatsoberhaupt zu bilateralen Gesprächen den Nachbarn Japan besucht. Der Besuch von Yoon, der von seiner Frau begleitet wurde, gilt als deutliches Anzeichen für die Annäherung zwischen den beiden Nachbarländern. Südkoreas konservative Regierung hatte zuvor Pläne zur Beilegung des jahrzehntelangen Streits um die Entschädigung ehemaliger koreanischer Zwangsarbeiter unter der Kolonialherrschaft Japans von 1910 bis 1945 verkündet. Japan sei «glücklich, ein neues Kapitel» in den Beziehungen der beiden Nachbarstaaten aufzuschlagen, sagte Fumino Kishida seinem Gesprächspartner nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo.
● Wenige Stunden vor Beginn des Gipfeltreffens hatte Nordkorea eine atomwaffenfähige Rakete mit einer Reichweite von Tausenden Kilometern getestet. Nach Angaben des südkoreanischen Militärs flog die Rakete etwa 1000 Kilometer in Richtung Japanisches Meer, wo sie ins Wasser fiel. «Wir werden auf dem heutigen japanisch-südkoreanischen Gipfel die enge Zusammenarbeit mit Südkorea und den USA im Hinblick auf eine vollständige Denuklearisierung Nordkoreas bekräftigen», sagte Japans Kabinettssekretär Hirokazu Matsuno. SRF.ch

Libyen – Bei einer Inspektion hätten IAEA-Inspektoren festgestellt, dass zehn Fässer mit etwa 2.5 Tonnen Natururan in Form von Uranerz-Konzentrat fehlen, heisst es im Schreiben von IAEA-Chef Rafael Grossi. «Die Atomenergiebehörde wird weitere Schritte unternehmen, um zu klären, unter welchen Umständen das Kernmaterial entfernt wurde und wo es sich derzeit befindet», teilte ein IAEA-Sprecher in Wien mit. Der Gouverneursrat der IAEA sei informiert worden. Uranerz-Konzentrat ist schwach radioaktiv. In dem Material kann aber keine nukleare Kettenreaktion ausgelöst werden. Um das Konzentrat für Atomkraftwerke oder gar für Atomwaffen einzusetzen, müsste es zuerst in komplexen technischen Anlagen in einer Reihe von Schritten weiterverarbeitet werden. Wegen des langjährigen Bürgerkriegs herrschen in Libyen Chaos und politische Instabilität. Im Jahr 2003 gab das nordafrikanische Land sein geheimes Programm zur Entwicklung von Atomwaffen auf. Unter dem damaligen Machthaber Muammar al-Gaddafi wurden in den 1970er- und 1980er-Jahren mehr als 2000 Tonnen Uranerz-Konzentrat aus dem Nachbarland Niger importiert. SRF.ch

Malawi – Der aussergewöhnlich langanhaltende Tropensturm „Freddy“ hat in drei Ländern im südöstlichen Afrika – Malawi, Mosambik und Madagaskar – Behörden zufolge insgesamt 263 Menschenleben gefordert. Am meisten betroffen ist das verarmte Malawi, wo der staatliche Fernsehsender MBC heute von 225 Todesfällen berichtete. Knapp 800 Menschen wurden nach offiziellen Angaben aufgrund starker Regenfälle, Fluten und Erdrutsche verletzt. 37 weitere seien als vermisst gemeldet. ORF.at

Montenegro – Staatspräsident hat das Parlament per Dekret aufgelöst. Damit ist der Weg für vorgezogenen Neuwahlen frei. SRF.ch

Myanmar (Burma) – Mindestens 22 Menschen, darunter drei Mönche, wurden in einem Kloster im südlichen Shan-Staat Myanmars getötet, als lokale aufständische Gruppen und die vom Militär unterstützte Junta sich gegenseitig beschuldigten, ein Massaker verübt zu haben. Myanmar ist in politische Gewalt verstrickt, seit der Militärführer Min Aung Hlaing 2021 bei einem Putsch die Macht übernahm, der jede Hoffnung zunichtemachte, dass die südostasiatische Nation mit 55 Millionen Einwohnern eine funktionierende Demokratie werden würde. Dem Putsch folgte ein brutales Vorgehen des Militärs gegen demokratiefreundliche Demonstranten, bei dem Zivilisten auf offener Strasse erschossen, bei nächtlichen Razzien entführt und angeblich in der Haft gefoltert wurden. Seit dem Putsch wurden in Myanmar mindestens 2’900 Menschen von Junta-Truppen getötet und über 17’500 festgenommen, von denen sich die meisten nach Angaben der Interessenvertretung Assistance Association for Political Prisoners immer noch in Haft befinden. BBC.uk

Niederlande – Die Mitte-Rechts-Koalition von Premier Mark Rutte (56) hat bei den niederländischen Provinzwahlen einen dramatischen Denkzettel erhalten. Einen Erdrutschsieg verbuchte dagegen die neue Bauer-Bürger-Bewegung (BBB). Sie wurde nach vorläufigen Ergebnissen auf Anhieb die stärkste Kraft. BBB-Vorsitzende Caroline van der Plas sprach von einem klaren Signal: «Sie können uns nicht länger ignorieren. Wir werden mitregieren.» Der seit über zwölf Jahren regierende Rutte von der rechts-liberalen Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD) zeigte sich enttäuscht: «Das ist nicht der Sieg, auf den wir gehofft hatten.» Politiker sprachen von einem politischen Erdbeben, das die Stabilität der regierenden Koalition gefährde. Hauptthema bei diesen Wahlen waren die angekündigten drastischen Umweltauflagen für die Landwirtschaft für weniger Stickstoffausstoss, die Rutte durchsetzen will. Seit Monaten protestieren vor allem Bauern, da auch die Schliessung von Betrieben droht. Die Wut der Bauern, die nur fünf bis sechs Prozent der Bevölkerung ausmachen, wurde zum Ausdruck einer allgemeinen Unzufriedenheit auch in den Städten. Der erdrutschartige Sieg der BBB hänge mit dem allgemeinen Vertrauensschwund der Bürger in die Regierung zusammen, erklärt der freie Journalist Thomas Verfuss in Den Haag: «Viele sehen in den Ministerien Technokraten, die nur auf Vorschriften schauen und mit Computern messen.» Es herrsche eine eigentliche «Technokraten-Verdrossenheit». In den Niederlanden sind am Mittwoch zum einen die Parlamente der zwölf Provinzen gewählt worden. Die Provinzen haben verglichen mit den Schweizer Kantonen viel weniger zu sagen. Sie sind allerdings für die Raumordnung zuständig und reden so bei allfälligen Zwangsschliessungen von Bauernhöfen mit. Zum andern werden die Provinzparlamente im Mai den Senat neu wählen. Hier hat die Vierparteien-Koalition von Rutte bereits jetzt keine Mehrheit und werden nach den Prognosen in der Ersten Kammer noch auf rund 30 Prozent der insgesamt 75 Sitze kommen. Die Koalition ist also davon abhängig, dass Sozialisten, Ex-Kommunisten und Grüne sie bei wichtigen Gesetzesvorhaben unterstützen. Somit ist zweifelhaft, ob Rutte noch wichtige Gesetze zur Reform der Landwirtschaft, Klimaschutz und Asylpolitik durchsetzen kann, wenn die BBB in der Regierung sitzt. SRF.ch Die Landesratswahlen haben für die BoerBurgerBeweging (BBB) in allen Bundesländern einen grossen Erfolg gebracht. In einem Bundesland hat die Partei mit Abstand gewonnen, im anderen ist der Unterschied minimal. Nun liegt es an jedem Bundesland, ein College zu bilden, womit man regieren kann. NOS.nl

Schweiz – Sie sind der Stolz der Basler «Drämmli»-Flotte, die 61 «Flexity»-Niederflurtrams, die seit 2015 durch die Stadt rollen. Eigentlich wollte die Kantonsregierung nun 23 weitere dieser Tramzüge kaufen. Dafür war eine Option mit der Herstellerin Bombardier – heute Alstom – vereinbart worden. Daraus wird aber nichts: Alstom hat im letzten Herbst überraschend den Preis um 34 Millionen Franken erhöht; die Fahrzeuge kosten so mehr als ein Drittel mehr. Darum beschloss der Grosse Rat Basel-Stadt heute fast einstimmig, die weiteren Flexity-Trams doch nicht zu kaufen: Er wies das Geschäft an die Regierung zurück. Alstom begründete den satten Preisaufschlag vor allem mit veränderten Normen.
● Arbeiten bis 66? Der Ständerat erteilt Renteninitiative Absage. Die Räte lehnen die Renteninitiative ab. Die Altersvorsorge sei zwar reformbedürftig – die Initiative aber zu starr.
● Google entlässt 250 Mitarbeiter in Zürich.
● Das Schweizer Radio und Fernsehen sendet und streamt nicht nur, es sammelt auch: 200’000 Stunden Video- und eine Million Stunden Audiomaterial liegen im digitalen Archiv. Das alles findet Platz auf der Fläche eines Lieferwagens: Zwei Reihen Gestelle, je etwa sechs Meter lang und knapp zwei Meter hoch, gefüllt mit Bändern. Dazwischen rasen zwei Roboter herum, die die Kasetten vom Gestell in ein Laufwerk transportieren. Obwohl jedes Jahr zehn bis fünfzehntausend Stunden Videomaterial in höchster Qualität und bis zu 90’000 Stunden Audiomaterial dazu kommen, nimmt das digitale Archiv im Keller immer gleich viel Platz ein. Möglich ist das, weil alle zwei Jahre eine neue Tape-Generation mit der doppelten Kapazität auf den Markt kommt. Die Technologie aus den 1950er-Jahren erlebt bei den Betreibern grosser Archive gerade einen zweiten Frühling. Die Bänder in den Kassetten erinnern an die alten Videokassetten: Ein dünnes Kunststoffband, 12.7 Millimeter breit, ein Kilometer lang, aufgerollt etwa so gross wie eine Handfläche. Die zweite Rolle befindet sich im Lesegerät. So eine «Cartridge» ist deshalb nur etwa halb so gross wie eine VHS-Kassette. So spart man Platz im Archiv. Ein Tape der neuesten Generation kostet rund 100 Franken und bietet 18 Terabyte. Das entspricht in etwa dem Text von 7.5 Millionen elektronischen Büchern. Schon bald werden es 15 Millionen sein oder 36 Terabyte. Ein Ende dieser Steigerung ist nicht in Sicht. Experten am IBM Labor in Rüschlikon haben ein Gerät entwickelt, mit dem sie 500 Terabyte auf ein Band speichern können. Möglich sei das, weil Bänder viel weniger dicht beschrieben werden als Festplatten, erklärt Simeon Furrer, der für IBM an neuer Tape-Technologien forscht. Ein Bit auf einem Band der neuesten Generation ist 50 Nanometer lang – kürzer als ein HI-Virus, aber immer noch ziemlich lang: «Bei den Festplatten beträgt die Länge noch ein Viertel», so Simeon Furrer. Noch mehr Potenzial zur Verdichtung gibt es in der Breite. Aktuell findet man auf einem Band 10’000 Spuren nebeneinander. In Zukunft wird ein Tape auf mehreren zehntausend Spuren beschrieben werden können. Möglich machen das Laufwerke, die auf 32 Spuren gleichzeitig schreiben können. Sind die ersten 32 Spuren nach einem Kilometer voll, legt das Gerät den Rückwärtsgang ein, verschiebt die Schreib- und Leseköpfe seitlich und beginnt erneut zu schreiben. In den letzten 15 Jahren war von 1000 Bändern im Archiv, die täglich im Einsatz sind, bloss ein Tape nicht mehr lesbar. Während des Schreibprozesses werden die Daten fortlaufend wieder eingelesen und überprüft. Tritt ein Fehler auf, wird er korrigiert. Das macht Tapes zu einem äusserst sicheren Speichermedium. Die ausgeklügelte Fehlerkorrektur und die hochpräzise Mechanik in den Geräten haben ihren Preis: Mehrere tausend Franken kostet ein Laufwerk. Für Konsumenten lohnt sich ein Archiv auf Bändern deshalb nicht, auch wenn eine einzelne Cartridge günstig ist. Trotzdem profitieren alle von der rasanten Entwicklung: Es ist gut möglich, dass Fotos und Videos aus Smartphones in Zukunft in einem Tape-Archiv landen werden – etwa bei Youtube, Instagram oder Tiktok.


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Von Redaktion

Ein Gedanke zu „Was in der Schweiz und anderswo berichtet wurde – 22.03.2023“
  1. China: “Ausserdem kann man praktisch nicht mehr mit Bargeld bezahlen, sondern benötigt chinesische Zahlungsapps”

    Neuschland: “Vorgesehen ist ein digital buchbares, monatlich kündbares Abonnement, das bundesweit im Nahverkehr gilt”

    Massiver Protest gegen diese Pläne ist dringend angebracht – wehret den Anfängen!

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