web analytics
Poster WW I 1917: «Hilf Onkel Sam den Krieg zu gewinnen» – Treibstoff Admin. | Quelle: Sindelar, F., artist, Public domain, via Wikimedia Commons

Mit dem Sprung der Vereinigten Staaten über den Pazifik zur Jahrhundertwende 1900 wurde dem Konzert der Großmächte gemäß globalem Konzept der Kampf angesagt und das Jahrhundert des Eine-Welt Imperialismus unter dem Projektstaat USA – ideologisch zuletzt als Ende der Geschichte [F. Fukuyama] propagiert – fürs 20. Jahrhundert ausgerufen.

Hintergründe der Planung für die Eine-Welt-Herrschaft

Von REDAKTION | Im Gegensatz zur landläufigen Meinung sind die Vereinigten Staaten als Großmacht, wenn auch nur als Projektstaat, erst sehr spät aus der Geschichte hervorgegangen: Die USA sind als geschlossener Nationalstaat, wie wir sie kennen, erst nach ihrem Krieg gegen die sogenannten Südstaaten (1861 – 1865), hinter denen sich in Wahrheit die Kriegspartei Großbritannien versteckte – hervorgetreten: Es war vielmehr ein Krieg, den Großbritannien als die damalige Industriemacht Nr.1 im Namen der Südstaaten führte, um das aufstrebenden Nordamerika als industrielle Konkurrenz niederzuhalten. Die Sklavenfrage hat mit diesem Sachverhalt recht wenig zu tun, doch liefert ein romantisches Narrativ, um die wahren Kriegsgründe hinter dem Berg zu halten.

Russland half den US-Nordstaaten dabei entscheidend und deckte sie gegen Großbritannien zur See voll ab. Es trug maßgeblich dazu bei, den Nordstaaten im Krieg gegen die Südstaaten den Rücken gegen Angriffe der britischen Flotte über beide Meere freizuhalten. Die Südstaaten hatten sich Großbritannien als Lieferant des Rohstoffes Baumwolle verdingt und sich den Wünschen Großbritanniens gebeugt, das Rohmaterial unbearbeitet zu liefern, um Großbritannien den gesamten Mehrwert zu überlassen. Der Sezessionskrieg war in Wahrheit ein klassischer Kolonialkrieg gegen die Nordstaaten geführt von den Briten!

Das Stückwerk USA 1861: Es bestand aus Bundesstaaten (weiß) & «Territorien» (beige) und Südstaaten (rot umrandet| Quelle: Golbez, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Als Territorien der Vereinigten Staaten [United States territory] gelten Gebiete, welche der US-Bundesregierung unterstehen, doch kein US-Bundesstaat, sondern bundesunmittelbares Gebiet sind. Die Autorität zur Zulassung neuer Staaten fällt ausschließlich dem Bund zu. So schaffte Arizona es erst am 14. Februar 1912(!) als 48. Staat den Sprung vom Protektorat zum Bundestaat zu nehmen!

Eine Ausnahme bildet der Distrikt Columbia – weil Sitz von Washington D.C.: Er ist kein Territorium der Vereinigten Staaten, aber auch kein Bundesstaat, sondern dem Kongress der Vereinigten Staaten direkt unterstellt.

Diese Konstruktion der Vereinigten Staaten macht konzeptuell deutlich, wonach das Staatsgebilde der USA von Beginn an ausgelegt ist:

Um den Projektstaat USA bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt durch transnationale Kuratoren, wenn die Situation passt, wieder auflösen zu können!

Territorien der Vereinigten Staaten sind subnationale administrative Einheiten und abhängige Gebiete, die von der Bundesregierung der Vereinigten Staaten verwaltet werden. Die amerikanischen Territorien unterscheiden sich von den US-Bundesstaaten und Indianerreservaten dadurch, dass sie keine souveränen Einheiten darstellen.

Im Gegensatz dazu hat jeder Bundesstaat eine von der Bundesregierung getrennte Souveränität und jeder von der Bundesregierung anerkannte Indianer-Stamm der amerikanischen Ureinwohner besitzt als „abhängige souveräne Nation“ eine begrenzte Stammeshoheit. Die Territorien werden nach ihrer Eingliederung [Incorporation(!)] danach klassifiziert, ob sie eine „organisierte“ Regierung haben, die durch ein vom Kongress verabschiedetes Organgesetz eingesetzt wird.

Amerikanische Territorien unterliegen der amerikanischen Souveränität und können in mancher Hinsicht als Teil der eigentlichen USA behandelt werden, in anderer Hinsicht jedoch nicht, d. h. die Territorien gehören zu den USA, werden aber nicht als Teil der USA betrachtet. Insbesondere nicht-eingemeindete Territorien gelten nicht als integraler Bestandteil der USA, und die US-Verfassung gilt in diesen Territorien nur teilweise.

Neue US-Gebiete wurden durch Kauf erworben, wie beispielsweise:

  • 1803 Louisiana von Frankreich für        USD 15.000.000
  • 1819 Florida von Spanien für                   USD   5.000.000
  • 1853 Gadsden von Mexiko für                 USD 10.000.000
  • 1867 Alaska von Russland für                 USD   7.200.000
  • 1898 Philippinen(!) von Spanien für     USD 20.000.000
  • 1917 Virgin Islands von Dänemark für  USD 25.000.000

Neue US-Gebiete, die durch US-Annexion gewaltsam genommen wurden, z.B.:

  • 1810 Florida von Spanien
  • 1846 Texas von Mexiko
  • 1848 Alta Kalifornien (Kalifornien, Nevada, Utah) und Neumexico
  • 1898 Philippines – als U.S. Territorium  (1900 – 1935)
    als U.S. Commonwealth  (1935 – 1946)
  • 1898 Puerto Rico, Guam
  • 1898 Hawaii

Aufgrund der Niederlage von Großbritannien im sogenannten „US- Bürgerkrieg“ (1861 – 1865) gegen seine vormaligen Kolonie Nordamerikas, erkannten transnationale atlantische Kreise im Jahr 1891 die Notwendigkeit die beiden Nationalstaaten – USA und GB – durch eine informelle Vereinigung zusammenlegen zu müssen. Im Volksmund ist dieser Plan unter der vagen Bezeichnung „Special Relationship“ bekannt.

Der Zielvektor dieses Doppelkonzepts richtete sich gegen das aufstrebende Deutschland als historischen Neuankömmling seit 1871, sowie gegen die drei historischen Vielvölkerstaaten, Zarenreich Russland, Österreich-Ungarn und das Osmanische Reich.

Der Plan sah vor im kommenden Weltkrieg (1914 – 1945), die drei Vielvölkerstaaten zu zerschlagen und über deren Reste die Kontrolle als dann eigene Protektorate auszuüben. Im Zuge dieser Strategie würde Deutschland isoliert werden, um es zuletzt ebenso als atlantisches Protektorat (ab 1945) zu übernehmen und für eigene Zwecke zu instrumentalisieren (z.B. heute im Krieg gegen Russland).

In Bezug auf Deutschland und Österreich-Ungarn ist der transatlantische Plan zu 100% aufgegangen. Doch bezüglich Russland sind die atlantischen Kräfte bis heute mehrfach gescheitert und das sogar trotz anhaltender deutscher Unterstützung, insbesondere nach 1918 bis heute! Aber auch die Türkei war ursprünglich in dieser Form so nicht vorgesehen.

Zu den wichtigsten Protagnisten des «Plans 1891» zählten Cecil Rhodes (1853 – 1902), Premier Minister der Kapkolonie und Bergbau Magnat, Alfred Milner (1854 – 1925), Gouverneur der Kapkolonie, Hochkommissar für der Südliche Afrika und CEO der Rio Tinto Company zusammen mit führenden und ausgesuchten Kreisen Großbritanniens.

Die Gruppe hatte zur Planung des 1. Weltkrieges mehr als 20 Jahre Zeit, um ein internationales Netzwerk zur Abdeckung aller erforderlichen Schlüsselbereiche bis 1914 auf die Beine zu stellen:

Was dem Sprung über dem Pazifik fehlte,
war noch der US-Angriff über den Atlantik

Netzwerk zur Vorbereitung (1891 – 1914) des Großen Weltkrieges unter Alfred Milner & Co | Quelle: Verborgene Geschichte, Gerry Doucherty & Jim Macgregor, KOPP Verlag

Die Schlüsselpersonen der Planungsgruppe in der ersten Phase waren neben Cecil Rhodes und Alfred Milner, William Stead (1849 – 1912/Titanic) und Lord Nathaniel Rothschild (1840 – 1915), Politiker und Banker. Mehr Namen wichtiger Protagonisten geordnet nach Einsatzfeldern findet man in der Netzwerktabelle oben wiedergegeben.

Zauberformel für das Verstecken von Kriegsverbrechen
und Genozid: „Manifest Destiny & Exzeptionalismus“

Zumal es in großen Kriegen meist sehr schmutzig zugeht, lohnt es sich für die Urheber darüber nachzudenken, wie sich globale Gräueltaten und Kriegsverbrechen am besten verbergen ließen, um nach vollbrachten Bluttaten idealerweise nach wie vor nur wie Unschuldsengel dazustehen. Dazu brauchten US-Amerikaner nichts Neues zu erfinden, sondern nur englisches Kolonialgebaren übernehmen, um auch ihre weltweiten Raubzüge mit krypto-religiösem Beiwerk gleich der britischen Vorlage zu umgeben.

So lohnt es sich Begriffe zu durchleuchten, die so stark anglo-amerikanisch krypto-religiös konnotiert sind, dass selbst Wikipedia Probleme hat, sie in ein allgemein verständliches Deutsch übersetzen zu lassen:

Wikipedia möchte ihren deutschen Lesern gegenüber nur zart andeuten, was sich `in etwa` hinter der Wortschöpfung `Manifest Destiny` verbergen könnte und lässt wissen: „Unter Manifest Destiny (deutsch in etwa „offensichtliche Bestimmung“, oder „offenkundiges Schicksal“) versteht man eine amerikanische Doktrin des 19. Jahrhunderts. Sie besagt, dass die USA einen göttlichen Auftrag zur Expansion hätten, insbesondere über die Mitte der im 19. Jahrhundert bestehenden westlichen Grenze (Frontier) in Richtung Pazifik.”

Es stellt sich hier nur die Frage: Wo blieb `in etwa` der Segen oder die göttliche Doktrin  für das 20. Jahrhundert, um dann `insbesondere` auch über die Ufer der bestehenden östlichen Grenzen `in Richtung`  Atlantik nach Europa oder gar weiter in die ganze Welt zu `expandieren`? Dazu hat es Wikipedia die Sprache verschlagen!

Nachdem lateinisch `manifestus` auf Deutsch `sichtbar gemacht` heißt, kann es sich in Kombination mit einem `göttlichen Auftrag` wohl nur um eine göttliche Offenbarung handeln. Somit lässt sich `Manifest Destiny` als `geoffenbarte Endbestimmung` übersetzen. Der vermeintlich göttliche Sendungsauftrag soll helfen der militärischen Expansionspolitik der USA göttlichen Segen zu spenden, um darüber die Kanonisierung des amerikanischen Exzeptionalismus zu erleben.

Als Verkünder jener frohen Botschaft an die Welt trat der Mitbegründer und Herausgeber des Democratic Review  John L. O`Sullivan auf, der erstmals im Jahr 1845 mit dem Terminus `manifest destiny` die Welt erquickte. In einem Zeitungskommentar ging es um die Annexion von Texas und O`Sullivan beklagte, dass die ungebührliche Einmischung von Frankreich und England aus seiner Sicht:

„… das erklärte Ziel verfolgt, unsere Politik zu durchkreuzen, unsere Macht zu behindern und entgegen der Erfüllung unserer geoffenbarten Endbestimmung unsere Größe in freier Entfaltung der jährlich wachsenden Abermillionen einzuschränken…“

Im selben Jahr setzte O`Sullivan in einer Kolumne für die New York Morning News nach, als es dieses Mal im Streit mit dem Vereinigten Königreich um Oregon Country – von Großbritannien als Columbian District(!) benannt – ging. Er forderte, „… als Recht unserer geoffenbarten Endbestimmung den ganzen Kontinent, den die Vorsehung uns gab, zur Realisierung des großen Experiments der Freiheit und der uns anvertrauten föderierten Selbstverwaltung zu vereinnahmen…“.

Das große `Experiment der Freiheit`, wie es O`Sullivan im Jahr 1845 salbungsvoll priess, sollte allerdings nicht für die Ureinwohner des nordamerikanischen Kontinents gelten, sondern für jene nur Knechtschaft, Vertreibung und Ausrottung bedeuten. Zum Genozid an den Indianern gesellte sich noch Sklavenhandel, Rassenpolitik sowie das sich rasch verbreitende System der Vertragsknechtsschaft (indentured servants) als die spezifischen Merkmale oder kleinen schmutzigen Geheimnisse der USA, die mit ihrer Staatswerdung eng verwoben sind. Letzterer Begriff, indentured sevants – bis 1917 offiziell rechtlich verankert – ist in deutschen Landen kaum bekannt.

Gemälde von John Gast – Amerikanischer Fortschritt (1872) | Quelle: Autry National Center; John Gast, Public domain, via Wikimedia Commons

Der Maler John Gast scheute sich nicht jenen genozidalen Sendungsauftrag im Jahr 1872 in aller Deutlichkeit auf die Leinwand zu bannen: Seine allegorische Darstellung zeigt, wie Columbia in Verkörperung der USA einem Erzengel gleich über das Firmament schwebt, um den Siedlern das Licht der geoffenbarten Endbestimmung  zu weisen: Mit göttlicher Hilfe soll Fortschritt und Technik aus der hell erleuchteten Ostküste in den noch von Wolken düster verhangenen Westen getragen werden, wohin Indianerhorden und Büffelherden in Panik nur fliehen. Sie wussten genau warum!

Mit der Stadt auf dem Hügel zum Exzeptionalismus

Die Unsitte staatliche Belange mit kirchlichen ungebührlich zu vermischen, lässt sich aus Herkunft und politischer Praxis der Ton angebenden anglikanischen Siedlereliten ableiten: So ließ sich Heinrich VIII (1491 – 1547) am 3. November 1534 durch einen Suprematsakt des englischen Parlaments zum „Supreme Head (Oberhaupt)“ der Anglikanischen Kirche küren. Diese Ernennung schuf historisch den klassischen Präzedenzfall für eine institutionalisierte Verschmelzung von Kirche und Staat, die seither zum krypto-religiösen Markenzeichen einer sogenannten internationalen, doch in Wahrheit atlantischen Wertegemeinschaft geworden ist.

Der Gouverneur der Massachusetts Bay Kolonie und englische Puritaner John Wintrop (1588 – 1649) predigte am 21. März 1630 in Southhampton – kurz vor der Einschiffung von Kolonialisten nach Boston – von der Erwartung auf die „Stadt auf einem Hügel… vor den Augen der ganzen Welt“.

Die Metapher bezieht sich auf die Bergpredigt Jesu und diente Wintrop besagte Aussiedler zum auserwählten Volk verklären zu lassen: John Wintrop mit seiner `Bergpredigt` sollte den Grundstein zum amerikanischen Exzeptionalismus legen auf den sich amerikanische Präsidenten gerne berufen: John F. Kennedy verglich am 9. Januar 1961 in seiner Rede vor dem Gerichtshof von Massachusetts die Herausforderungen seiner Regierungsbildung an einer “gefährlichen Front“ mit denen von John Wintrop und seinen Siedlern. Kennedy sprach:

… jeder Bereich unserer Regierung, jede Ebene, ob staatlich, regional oder lokal muss eine Stadt auf einem Hügel sein…

Ebenso Ronald Reagan am 3. November 1980 anlässlich seiner Wahlrede `A Vision for America`: „ Ich habe mehr als einmal während meines Wahlkampfes in diesem Jahr die Worte von John Wintrop zitiert, weil ich glaube, dass die Amerikaner des Jahres 1980 sich zu ihrer Vision einer strahlenden `Stadt auf einem Hügel` genauso verpflichtet fühlen , wie jene Siedler vor langer Zeit…“.

Auch Barack Obama verkündete am 2. Juni 2006 an der Universität von Massachusetts in Boston: „Es war genau hier, in den Gewässern rund um uns, wo das amerikanische Experiment begann. Als die frühesten Siedler die Strände von Boston und Salem und Plymouth erreichten und davon träumten eine Stadt auf einem Hügel zu errichten. Und die Welt sah zu und wartete, ob die unglaubliche Idee, Amerika genannt, gelingen würde.“ 

Es fehlte jeweils nur als letztes Wort das: „Amen.

Mit „Manifest Destiny“ und „US-Exzeptionalismus“
gerüstet, sollte es schon bald losgehen

So generalstabsmässig perfekt und akribisch atlantische Kreise den 1. Weltkrieg (1914 – 1918) über 23 Jahre (1891 – 1914) in aller Ruhe vorbereiten konnten, umso unvorbereiteter erwischte es die Staatenlenker Mitteleuropas – vor allem auch taktisch – nachdem das Attentat auf den österreichischen Thronfolger und seine Frau in die Urlaubszeit fiel und die herrschenden Schichten sich gerade im Sommer-Urlaub befanden.

Es versteht sich von selbst, dass niemand in deutschen Landen sich vor 1914 vorstellen konnte, dass ausgerechnet die Vereinigten Staaten für den „Großen Krieg“ als letzter Angreifer gegen die Mittelmächte vorgesehen war. Doch die US-Kriegserklärungen an Deutschland am 6. April 1917 und an Österreich-Ungarn am 7. Dezember 1917 (die kaum jemand in deutschen Landen kennt) brachte sie zurück auf den Boden der Realität.

Das Erstaunen war groß, als der Terroranschlag von Sarajewo im Juni 1914 den Mittelmächten nicht die Solidarität der internationalen Staatengemeinschaft, sondern vielmehr ganze fünf angloamerikanische Kriegserklärungen einbrachte: Die Mittelmächte hatten übersehen, dass ihr schneller industrieller Aufstieg und vor allem immerzu wachsende staatliche Souveränität, sie in fatale Konkurrenzstellung zu den atlantischen Eine-Welt-Hegemonen brachte.

Die intern und hinter den Kulissen abgestimmte «Neutralität» Großbritanniens gegenüber den USA bei ihren Kriegsmanövern gegen Spanien (1898) und Philippinen (1899) trug entscheidend dazu bei, die Animositäten der «Brüderstaaten» aus dem 19. Jahrhundert schnell wieder vergessen zu machen. Anständige, aber politisch blinde Mitteleuropäer mit überkommenen Vorstellungen von Anstand und Ehre schien es nur schwer vorstellbar, dass es gerade die neokolonialen Auftritte im Tandem zwischen der US-Republik mit dem perfiden Albion waren, die Briten und Amerikaner so eng als «Brothers in Crime» [Brüder im Verbrechen] zusammengehen ließen.

Das machte sie zu Brothers in Crime [zu Brüdern im Verbrechen]!

Mark Twain führte am 12. Dezember 1900 den Vorsitz einer Veranstaltung im Waldorf Astoria in New York, wobei Winston S. Churchill als Redner des Abends auf dem Programm stand. Man wollte dem damals 25-jährigen Korrespondenten der London Morning Post, W. Churchill, die Gelegenheit geben, sein Buch mit seinen live Erlebnissen aus dem Burenkrieg mit eigenen Worten darzustellen, um aus erster Hand zu erfahren, wie die Kolonialkriege Großbritanniens am Kap der Guten Hoffnung liefen.

Mark Twain hielt die Eröffnungsrede, zu der die New York Evening Post einen Artikel brachte, wonach Mark Twain… :

… das Rasiermesser seiner Satire quer über mehrere der hervorstechendsten und zerstörerischen Schwindel unseres Zeitalters zog und auf die Kolonialkriege der Zeit zu sprechen kam!

„[He] drew the razor of his satire across several of the most flaunting and destructive humbugs of the age!”.

Es folgte die Ankündigung von Winston Churchill durch Mark Twain, der sagte:

„… väterlicherseits ist er Engländer, mütterlicherseits ist er Amerikaner… Wir waren immer Verwandte: Verwandte im Blut, Verwandte in Religion, Verwandte in repräsentativer Regierung, Verwandte in Idealen, Verwandte in gerechten und hohen Zielen; und jetzt Verwandte in Missetaten, die Harmonie ist vollständig, die Mischung ist perfekt, wie Mr. Churchill selbst. Ich habe die Ehre ihn Ihnen vorzustellen“.

„…by his father he is English, by his mother he his American… We have always been kin: kin in blood, kin in religion, kin in representative government, kin in ideals, kin in just and lofty purposes; and now we are kin in sin, the harmony is complete, the blend is perfect, like Mr. Churchill himself. I have the honor to present him to you”.

In Anspielung auf jenes Wortspiel schrieb am 16. November 1901 das Executive Komitee Mitglied der Anti-Imperialisten Liga, Louis R. Ehrlich in einem Brief an Theodore Roosevelt:

 „… England hätte sein Verbrechen in Südafrika nie begangen, wären wir nicht durch unsere Taten in Asien ihre ‚Verwandten im Laster’ geworden!“

“…England would never have committed the crime in South Africa if we had not become her ‘kin in sin’ by what we were doing in Asia!”

In einer kurzen Abhandlung, genannt „The Anglo-Saxon Race“ hielt Mark Twain am 7. September 1906 ein Ereignis fest, das sich anlässlich eines Banketts eines renommierten US Clubs im Winter davor zugetragen hatte. Dabei hatte der Vorsitzende des Clubs, ein pensionierter Offizier für seine Aussage minutenlangen Applaus geerntet:

Wir gehören zur anglo-sächsischen Rasse, und wenn der Anglo-Sachse ein Sache haben möchte, dann nimmt er sie sich einfach!

„We are of the Anglo-Saxon race, and when the Anglo-Saxon wants a thing he just takes it!“

Der US Senator Albert J. Deveridge sah auch schon um die Jahrhundertwende die künftige Stoßrichtung der USA kommen und ließ keine Zweifel offen:

 “Das Schicksal hat uns die Richtung vorgegeben: Der Welthandel hat und wird uns gehören… Unsere Institutionen werden unserer Fahne auf den Flügeln des Handels folgen… Die Philippinen sind logischerweise unser erstes Ziel“

 „Fate has written our policy for us: The Trade of the world must and shall be ours… Our institutions will follow our flag on the wings of commerce… The Philippines are logically our first target.”

Und nächste zweite große Ziele – der «Große Weltkrieg» [1914 – 1945]- sollte in der Tat nicht lange auf sich warten lassen:

Am 29. Juni 1918 fiel der US-Söldner, Tomas Claudio, als erster Philippino im 1. Weltkrieg in der Schlacht von Chateau Thierry auf dem französischen Kriegsschauplatz unter amerikanischer Flagge im Kampf gegen das Deutsche Reich. Zwar hatte zuvor noch, Woodrow Wilson in seiner Funktion als oberster Kriegsherr von Tomas Claudio seine 14 Punkte öffentlich gemacht, worunter auch die Selbstbestimmung der Völker gefordert wird. Tomas Claudio musste sterben, weil Woodrow Wilson «vergessen und übersehen» hatte, mit der Umsetzung seiner eigenen Forderung beim sogenannten US-Territorium Philippinen selbst anzufangen.

Die Philippinen blieben auch nach ihrer Unabhängigkeit nicht vor weiteren US-Souveränitätsübergriffen verschont: Obwohl die philippinische Verfassung seit 1946 den Einsatz fremder Truppen auf philippinischem Territorium untersagt, treiben sich inzwischen einmal mehr US-Soldaten und US-Nachrichtendienste auf den Philippinen herum, wenn auch als «Berater» nur schlecht getarnt. Denn, nach dem Großen Weltkrieg möchten die US-Kriegsherren, dass auch im dritten Jahrtausend die Philippinen, für die USA – dieses Mal gegen China – den Kopf hinhalten. Denn, die Vereinigte Staaten erwarten traditionell, dass andere für sie sterben!

Das sah auch Mark Twain schon voraus und machte auf satirische Weise schon 1901 deutlich, wie die Flagge der „Provinz Philippinen“ auszusehen hätte:

Und was die Flagge für eine philippinische Provinz angeht, das ließe sich regeln. Wir machen was Besonderes, gemäß unseren Bundesstaaten: Wir nehmen unsere übliche Flagge, doch übermalen die weißen Streifen schwarz und die Sterne ersetzen wir durch einen Totenkopf samt überkreuzten Knochen!

„And as for the flag for the Philippine Province, it is easily managed. We can have a special one – our States do it: We can have just our usual flag, with the white stripes painted black and the stars replaced by the skull and cross-bones.”

Satire-Vorschlag von Mark Twain für Flagge der Philippinen nach der US-Kolonialisierung 1998 | Quelle: Groetjes, Peter, CC0, via Wikimedia Commons

Gut, dass Mark Twain den absoluten politischen Tiefpunkt der USA heute nicht mehr erleben musste, nachdem der 47. US-Präsident davon schwärmte, lukrative Lagen für Immobilienprojekte, wie in Gaza, erst dank Völkermord annektieren zu lassen, um den nötigen Boden ethnisch gesäubert für Immobilienspekulation geräumt zu bekommen!

***

  • Teil 1 – Welche Global-Ideologie verbindet McKinley, Adolf Hitler und Donald Trump?
  • Teil 2 – Die Grundlagen des US-Imperialismus
  • Teil 3 – Mit Völkermord und Kriegsverbrechen zur US-Weltherrschaft: Hier



    UNSER MITTELEUROPA erscheint ohne lästige und automatisierte Werbung innerhalb der Artikel, die teilweise das Lesen erschwert. Falls Sie das zu schätzen wissen, sind wir für eine Unterstützung unseres Projektes dankbar. Details zu Spenden (PayPal oder Banküberweisung) hier.

    ***

    nbsp;

Von Redaktion

4 Gedanken zu „US-Imperialismus: Was fehlte nach dem Sprung über den Pazifik? – Teil 4“
  1. Ach so, die Engländer „haben den Sezessionskrieg gemacht“. Na dann haben die wohl absolut alles falsch gemacht, denn ihre „Handlanger“, der Süden, wurden von ihnen nie anerkannt, nie versorgt, nie unterstützt, lange bevor russische Schiffe auftauchten. Und insbesondere waren die auf einen Krieg so gar nicht vorbereitet. Einen Krieg, bei dem sie keine Industrie und nur 1/3 der Bevölkerung des Feindes im Norden hatten. Ein Krieg, bei dem sie am Anfang trotzdem hätten gewinnen können, wenn sie in den Norden eingefallen wären, was sie nicht machten, weil sie nur sich selbst verteidigen wollten und außerdem gab es da noch die „kleinen“ Problemchen mit dem geeinten Kommando. Das waren unabhängige Staaten, jeder mit seinen Truppen, die nicht zusammenwirkten, die sich nicht General Lee einfach unterstellten. Washington und New York hätte man ansonsten 1861 wohl nehmen können und damit den Krieg beenden. Aber so geht halt „Meisterplanung“ der Engländer. Noch besser ist ja nur, daß, nach dem Artikel, Rußland seinen eigenen Untergang durch die Unterstützung der Nordstaaten herbeiführte. Hätte der Süden gewonnen, also seine Freiheit erkämpft, dann bleibt unklar, ob es die Annährung Rest-USA zu England gegeben hätte und damit deren Absicht die Vielvölkerstaaten zu vernichten.

    In einem stimme ich aber völlig zu. Die Politiker (und Völker) in Mitteleuropa waren viel zu anständig und naive. Kleine Kinder gegen die Mafia. Allerdings hat sich an der Geisteshaltung nicht viel geändert. Gut, die Politiker sind heute Abschaum und Feinde ihrer Völker (BRD, Österreich, Schweiz), aber die Völker sind weiterhin Vollidioten, welche das Böse nicht sehen wollen, selbst wenn man es ihnen im Detail aufzeigt. Die wollen das Böse sogar immer retten, „müssen BRD reformieren / die wird nur gerade schlecht gemacht / wir sind von guten Freunden umzingelt (und besetzt) / Deutschland ist der große Bösewicht, der die Weltkriege wollte und anfing / ect.“.

  2. Us Bürger sind in Wahrheit, Nachkommen von Migranten also heimatlose. Keine Eigenständige Kultur usw bis auf Indigen also die Indianer. Alles was die Amis als ihre „Kultur und eigene Entwicklungen uva“ bezeichnen, wurde von der alten Heimat kopiert oder wie zum Ende des Krieges, verschleppt und geklaut. Was immer noch geschieht oder angeworben. Siehe Entwicklung hier in Deutschland. Ob die Grünen und Genossen die Deindustrialisierung nur im Auftrage des Tiefen Staates vorantreiben, mag zum Teil stimmen, doch vieles hat mir ihrer Ideologie zutun und ihren Gurus wie Schwab usw. Begünstigt wird dies durch mangelnde Ausbildung und Wissen. Aber man landet dennoch immer wieder bei der USA und den Inselaffen. Letztere begreifen nicht, daß sie ein untergehendes Volk sind. Ehrlich ich habe gerade für die Engländer null Mitleid, da können sie sich bei Churchill bedanken, der Städte wie Dresden , mit Hilfe von Bomber Harris, zerstört und 500 000 Zivilisten ermordert hat. Historiker gehen sogar von noch mehr aus. Doch gerade die Genossen verweigern, daß die Wahrheit ans Licht kommt. Wie weit jetzt die USA mit ihren Eroberungen in Asien und Afrika oder Grönland Erfolg haben, wird sich zeigen. Nur dazu bedarf der Einigkeit der Völker und wehe die Araber bzw die Moslems begraben ihre „Probleme “ und tun sich zusammen. Moderne Waffen liefert der Westen in Massen. Wer weiß wie viele Waffenlager schon überall entstanden sind. Siehe Schweden, wie die Neubürger über Waffen verfügen. Einst stammen diese Waffen vom Krieg auf dem Balkan, doch jetzt tauchen auch dort Waffen aus der Ukraine auf. In vielen Dingen räumt Trump auf, doch die andere Sache ist, da er da weiter macht, wo die anderen aufgehört haben. Zwei Dinge erwarte ich Frieden in der Ukraine und Verhandlungen ohne Einbeziehung der EU, sonst ist dies nur ein weiteres Minsker Abkommen und ein Aufräumen bei den Pharmakonzernen. Sowie das durch Uschi usw doch noch zur Rechenschaft gezogen wird und dauerhaft in Brüssel lebt oder wo immer der Knast ist. Wo Trampolin immer von faselt.

    3
    1. kurzmal 500 000 deutsche zivilisten ermordet und
      das nur um dresden.
      und genau am jahrestag
      werden dem drecksanglo
      die roten teppiche zur
      münchner konference
      ausgerollt…
      eine staat so kaputt wie
      seine politiker…

      4

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert