Von MEINRAD MÜLLER | Man hat das Gefühl, Weidel war nicht allein. Der Wind der Meinungsfreiheit blies ihr kräftig in den Rücken. Es gibt da so Momente, in denen man merkt: Hier redet jemand, der sich nicht scheut, anzuecken. Ihre Fans im Netz sahen das genauso. Von 535 Kommentaren auf X (früher Twitter) war ein großer Teil begeistert: „Endlich jemand, der Klartext spricht“, war der Tenor. Und das nicht im Wackel-Modus, wie man es von manchen Politikern kennt, sondern mit einer klaren Haltung.
Weidel nutzt Debatte als Fanal für Freiheit

Spannend war auch, was im Vorfeld los war. Am Donnerstag hat US-Vizepräsident JD Vance auf der Münchner Sicherheitskonferenz die deutsche Politik in einer historischen Rede kritisiert. Die Meinungsfreiheit, sagte er, sei hier im Land längst eingeschränkt. Brandmauern? Nicht demokratisch. Und Weidel? Die hat die Botschaft offenbar mitgenommen und in der Debatte als Fanal für Freiheit genutzt. In den Kommentaren wurde sie dafür regelrecht gefeiert. „Sie ist die einzige, die sich traut, das auszusprechen, was wir denken“, schrieb ein Nutzer.

Was hat den Leuten gefallen? Zum einen: Sie blieb ruhig, auch als sie unterbrochen wurde – und das passierte oft. Die Nutzer hatten den Eindruck, dass sie – wie üblich – gezielt aus dem Konzept gebracht werden sollte, aber Weidel ließ sich nicht beirren. „Sie steht wie eine Löwin und gibt nicht nach“, hieß es in einem Kommentar. Zum anderen: Sie war vorbereitet. Während Scholz sich in Allgemeinplätzen verlor und Habeck ins Schwimmen geriet, konterte Weidel mit Zahlen und Beispielen. Das kam an. „Selten hat jemand Habeck so bloßgestellt – sie hat gezeigt, wie wenig dieser Mann von Wirtschaft versteht“, meinte ein anderer Nutzer.

Klartext zu Corona

Auch inhaltlich gabs Lob. Besonders ihr Klartext zu Corona wurde erwähnt. „Sie spricht aus, was uns seit Jahren auf dem Herzen liegt“, schrieb jemand. Es ging darum, wie in der Pandemie kritische Stimmen weggedrückt wurden und wie Weidel das jetzt wieder zur Sprache brachte. Dieses „Wir haben euch nicht vergessen“ traf offenbar einen Nerv.

Auch in der Migrationspolitik überzeugte sie ihre Anhänger. „Endlich sagt mal jemand, was Sache ist: Die Grenzen müssen kontrolliert werden“, wurde auf Welt.de kommentiert. Viele schätzen, dass Weidel hier klare Ansagen macht und nicht in wolkigen Versprechungen verharrt.

„Drei gegen eine – das war wie ein Tribunal“

Natürlich gab’s auch kritische Stimmen. Andere fanden, sie würde zu hart zuschlagen. Aber selbst da klang durch: Respekt vor ihrem Auftritt und ihrer Entschlossenheit. „Sie ist unbequem – aber genau das brauchen wir“, brachte es ein Kommentator auf den Punkt.

Auf Welt.de sprachen viele von einer unfairen Gesprächsatmosphäre, in der Weidel trotz mehrfacher Angriffe ruhig geblieben sei. „Drei gegen eine – das war wie ein Tribunal“, schrieb ein Nutzer. Ein anderer meinte: „Man hat gemerkt, wie souverän sie sich gegen diese Dreier-Allianz behauptet hat.“

Was bleibt von diesem TV-Abend? Die Netzgemeinde sieht in Weidel eine, die sich traut, Dinge beim Namen zu nennen – und die nicht einknickt, wenns mal hitzig wird. „Sie ist die Jeanne d’Arc im politischen Berlin“, schrieb ein Nutzer begeistert. Drei Punkte gegen drei Gegner? Die Mehrheit im Netz gibt ihr diesen Sieg ohne Nachspielzeit.


Meinrad Müller.

Zum Autor:

MEINRAD MÜLLER (71), Unternehmer im Ruhestand, kommentiert mit einem zwinkernden Auge Themen der Innen-, Wirtschafts- und Außenpolitik für diverse Blogs in Deutschland. Der gebürtige Bayer greift vor allem Themen auf, die in der Mainstreampresse nicht erwähnt werden. Seine humorvollen und satirischen Taschenbücher sind auf Amazon zu finden. Müllers bisherige Beiträge auf UNSER MTTELEUROPA gibt es hier, seinen Ratgeber für Hobbyautoren hier.



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