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28.3.2025 – Dr. Hauke Fritz interviewt von Flavio von Witzleben zu seinem Buch

Flavio von Witzleben und Hauke Ritz sprechen über die historische Sackgasse, in welcher die abendländische Kultur verfangen scheint. Es geht um Souveränität, geopolitische Macht, sowie die neue multipolare Weltordnung und wie Europa die Zeitenwende noch meistern könnte.

Hauke Ritz: „Letztlich gehen die Kriege immer
von den Eliten aus – das ist auch heute so!“ – Teil 1

Flavio von Witzleben: Herzlich willkommen, zu einem weiteren Gespräch auf meinem Kanal. Ich begrüße als meinen heutigen Gast den Geschichtsphilosophen und Publizisten Dr. Hauke Ritz ganz herzlich – schönen guten, Tag Herr Ritz!

Dr. Hauke Ritz: Ja, mit dieser Bezeichnung Geschichtsphilosoph hadere ich ein bisschen. Ich weiß nicht, wann mir [das] angehängt worden ist?

Flavio von Witzleben: Wenn sie kein Geschichtsphilosoph sind, was sind sie dann? Als was würden Sie sich präzise beschreiben?

Dr. Hauke Ritz: Ich bin Doktor der Philosophie und ja, ich habe mich viel mit Geschichtsphilosophie befasst. Aber dieses Etikett Geschichtsphilosoph sozusagen finde ich ein bisschen komisch!

Flavio von Witzleben: Okay, wenn man ihr Buch liest, könnte man schon den Eindruck gewinnen, dass sie Geschichtsphilosoph – bei dem historischen Wissen, was sie da mitbringen – sind!

Dr. Hauke Ritz: Denn, ich denke halt: Richtige Philosophen sind Kant, Hegel oder Adorno. Ich bin jemand, der in der Philosophie promoviert hat und diese jetzt [nur] anwendet. Aber für den Status des Philosophen dazu bedarf es noch mehr!

Flavio von Witzleben: Herr Ritz, ich freue mich sehr, dass wir uns hier heute zusammengefunden haben. Wir sind hier im Herzen von Berlin. Anlass unseres Gespräches ist ihr Buch vom „Niedergang des Westens zur Neuerfindung Europas.“

… [Das Buch ist] im September letzten Jahres im proMedia Verlag in Wien erschienen – mittlerweile auch in der zweiten überarbeiten Auflage erhältlich. Darüber möchten wir heute sprechen. Sie befassen sich darin mit der zentralen Frage, woher der Hass gegenüber Russland kommt. Dieser Hass gegenüber Russland, diese Abwertung, diese generelle Abneigung allem Russischem gegenüber ist – denke ich – aktuell relevanter denn je, wenn wir uns mit den gegenwärtigen politischen Entwicklungen befassen, um damit vielleicht zu beginnen.

In den letzten Wochen verfolgten wir Ereignisse rund um:

  • den Eklat im Weißen Haus mit Selenskyj,
  • das Programm „Re-arm Europe“ von Ursula von der Leyen, um Europa für einen möglichen Krieg mit Russland [wieder]aufzurüsten.

Wie bewerten Sie diese Entwicklung? Was löst das bei Ihnen aus, wenn sie derartige Sätze von der EU-Kommissionspräsidentin oder auch vielleicht von einem deutschen Bundeskanzler gegenüber Russland hören?

Dr. Hauke Ritz: Ja – das stößt mich natürlich ab. Ich bin in einem anderen Land, welches sich das Versprechen gegeben hat, dass es nie wieder Krieg gegen Russland geben sollte, aufgewachsen, sodass man Abstand nimmt, von allen geopolitischen Zielen des ersten und zweiten Weltkriegs. Russland hat uns die Wiedervereinigung geschenkt. So, stößt mich das natürlich ab und darf eigentlich nicht passieren.

Dass diese Konfrontation jetzt vielen wieder logisch erscheint, liegt auch daran, dass wir hier in Deutschland ein vollkommen falsches Russlandbild haben, was natürlich auch bewusst über Propaganda erzeugt worden ist!

 Flavio von Witzleben: Wenn wir uns jetzt die Beziehung zwischen dem Westen und unserem engsten Verbündeten – früher war das zumindest Russland – anschauen und das im Kontext mit der Präsidentschaft von Donald Trump sehen, der ja darauf abzielt, diesen Krieg in der Ukraine mit Friedensverhandlung und Diplomatie zu beenden. Womöglich steht bald ein Treffen zwischen Donald Trump und Vladimir Putin bevor. Begrüßen sie diese Entwicklung oder macht ihnen dieser Bruch der transatlantischen Beziehungen Angst?

Dr. Hauke Ritz: Nein, der Bruch mit der transatlantischen Beziehung macht mir gar keine Angst. Wir sind leider noch weit entfernt von einem solchen Bruch:

Ich denke, die deutsch-amerikanischen Beziehung sind gut, wenn sie schlecht sind. Wir benötigen Unabhängigkeit von den USA – wir benötigen Abstand!

Natürlich begrüße ich, dass Donald Trump jetzt sozusagen Friedensverhandlung aufnimmt und die Russen – denke ich – sind auch bereit dazu. Sie haben das immer wieder bekundet und auch praktisch bewiesen, dass sie für eine diplomatische Lösung zur Verfügung stehen.

Natürlich sind jetzt durch diesen Krieg Bedingungen entstanden, die dann auch in den Verhandlungen mit der russischen Seite behandelt werden müssen: Russland möchte die Garantie erhalten, dass die Ukraine nie wieder gegen sie in Stellung gebracht werden kann. Das setzt natürlich eine neutrale und auch weitgehend unbewaffnete Ukraine voraus. Man muss sehen, ob sich die Amerikaner darauf einlassen werden. Die Europäer spielen in dieser Hinsicht – denke ich – keine Rolle mehr!

Die können jetzt natürlich irgendwie aufrüsten. Aber solche Aufrüstungsprogramme, die kann man nicht in einem Jahr realisieren. Da hätte man 10 Jahre früher anfangen müssen. Das heißt, vielleicht können die Europäer innerhalb von 10 Jahren aufrüsten. Aber dann stellt sich immer noch das Problem, dass die ganze Mentalität hier in Europa nicht geeignet scheint, Kriege zu führen. Denn dafür braucht man gewissermaßen relativ geschlossene Gesellschaften, in der die Beziehung zwischen Staat und Gesellschaft noch funktionierte. Das ist gegenwärtig in Europa nicht der Fall:

Die Gesellschaft ist gespalten. Jeder kann das in seiner eigenen Familie erleben. Das heißt:

Eine so gespaltene Gesellschaft, die kann 800 Milliarden Euro oder auch das Doppelte ins Militär stecken, es würde auch nicht zu einer verteidigungsfähigen Gesellschaft führen.

Flavio von Witzleben: Im Zuge dieser gegenwärtigen Entwicklung stellt sich die zentrale Frage: Inwiefern sich die multipolare Weltordnung unter einem Präsidenten Donald Trump ggfs. weiter vertiefen ließe? Denn Donald Trump sieht oder erkennt zumindest an, dass die unipolare Weltordnung unter Herrschaft der USA zu Ende sei. Wie sehen Sie das? Wird die multipolare Weltordnung unter Donald Trump noch vertieft werden?

Dr. Hauke Ritz: Ja, ich denke, dass dies eigentlich hinter diesem Politikwechsel steht: Die Amerikaner haben erkannt, dass sich die multipolare Welt nicht aufhalten lässt. Bisher haben sie sich sozusagen mit Händen und Füßen dagegen gestemmt. Möglicherweise wollte Donald Trump schon in seiner ersten Amtszeit diese Wende einleiten. Es war damals schon absehbar, dass die unipolare Welt nicht realisierbar sei. Aber es gab Kräfte in der amerikanischen Bürokratie und im politischen Establishment, die es nochmal probieren wollten. Es bestand die Idee: Falls man Russland sozusagen in Anführungsstrichen besiegen – also eine strategische Niederlage zufügen und so schwächen könnte, dass es als geopolitischer Akteur ausfiele, dies der USA erlaubt hätte, sich nachfolgend China zuzuwenden. Denn China ist aufgrund seiner großen Bevölkerungszahl von 1.400 Millionen Menschen sehr verwundbar. China kann sich nur ernähren, solange die Handelsbeziehungen stimmen und Nachschubwege offen blieben. Deswegen hätte man China erpressen können. Aber, das trifft für Russland nicht zu, weil es sich selbst ernähren kann.

In dieser Hinsicht war diese Konfrontation mit Russland eine, die dem Westen die Dominanz in der Welt hätte wieder sichern sollen. Nach dem Motto: Wenn wir Russland in die Ecke drängen können, dann können wir danach auch China sowie Indien in die Ecke drängen und verfügten im Anschluss über die globale Dominanz im 21. Jahrhundert. Das ist jetzt schon im Ansatz gescheitert! Diese Strategie erklärt auch, warum China und Indien Russland unterstützt oder zumindest sich nicht an den Sanktionen beteiligten:

Sie haben verstanden, falls Russland eine strategische Niederlage zugefügt würde, Sie als nächstes dran wären!

Dieses Projekt ist jetzt gescheitert: Russland gewinnt diesen Krieg! Die Sanktionen haben relativ geringe Auswirkungen auf Russland gehabt. Jetzt kommt wahrscheinlich eine Fraktion in den USA an die Macht, welche die multipolare Welt[-ordnung] – wenn sie schon kommt – auch anführen möchte.

Doch, die multipolare Welt folgt einer ganz anderen Logik als die bipolare Welt oder die unipolare Welt[-ordnung]: In der bipolaren Welt des Kalten Krieges konnte man sozusagen „Eiserne Vorhänge“ aufziehen. Da konnte man konfrontierende Weltbilder aufbauen – das gleiche gilt auch in der unipolaren Weltordnung.

Aber, in der multipolaren Welt gewinnt derjenige, der sich auf Kooperation einlässt, der Handelsbeziehungen etabliert und der Bündnisse – also Vertrauensbeziehungen – aufzubauen imstande ist. Jetzt müssen sich die USA auf die multipolare Weltordnung einlassen und auf Kooperation setzen. Das fällt Donald Trump ungemein schwer, weil die USA seit 200 Jahren diesen nationalen Mythos pflegten, irgendwie ein besonderes Volk darzustellen und anderen Völkern die Freiheit zu bringen. Sie waren dadurch auch immer empfänglich für Feindbilder, die sie immer wieder aufgebaut haben. Doch nun, wenn sie in der multipolaren Welt bestehen und dort auch eine gute Position einnehmen wollen, müssen sie quasi die ersten sein, die jetzt auf Kooperation setzen. Man sollte noch abwarten, was in den nächsten Wochen passiert, aber Trump scheint in diese Richtung zu steuern.

Flavio von Witzleben: Dem gegenüber steht die Tatsache, dass er massive Strafzölle verhängen lässt – auch über chinesische, kanadische und mexikanische Produkte. Jetzt sagen Sie, im Grunde genommen hätte die neue US-Administration um Trump erkannt, dass die multipolare Weltordnung sich nicht mehr aufhalten lasse und sie nun diese multipolare Welt anführen wollten.

Dennoch, stellt sich mir jetzt die zentrale Frage: Der Endgegner der USA – hieß es zumindest in vielen meiner Interview-Gesprächen – wäre unter Trump China. Doch jetzt meinten Sie, dass dem nicht so wäre und dass auch das Projekt mit Strafzöllen gegenüber China gescheitert sei. Wollten Sie sagen, man wolle da jetzt Handel durch Wandel? Also, ich verstehe da noch nicht ganz ihre Position!

Dr. Hauke Ritz: Ja, die Strafzölle – also Trump spricht ja auch von Zöllen gegenüber Europa, Kanada und anderen. Das heißt, wenn jetzt die multipolare Welt kommt, dann muss man natürlich auch die Globalisierung teilweise rückgängig machen: Da muss man entglobalisieren – da muss man Industrie sozusagen zurückholen und dabei helfen natürlich Zölle. Die Frage ist, ob bei diesem Übergang Zölle, zwar einer Reindustrialisierung helfen können, aber Inflationseffekte auslösen und ggfs. die Wirtschaft zu stark durcheinanderbrächten. Das gilt es abzuwarten.

Dass sich die USA unter Trump auf die multipolare Welt einlassen wollen, sieht man auch daran, dass jetzt die nahe Region bzw. der nordamerikanische Kontinent in den Fokus rückt: Plötzlich sagen sie, sich vielleicht mit Kanada zusammentun und Kanada zu einem Bundesstaat der USA zu machen. Oder Grönland oder der Panamakanal müsse wieder von den USA kontrolliert werden!

Das zeigt, sie wollen sich auf ihren Raum zurückziehen und diesen quasi zur Festung ausbauen: Zu einer Plattform von der aus, sie dann in der multipolaren Welt agieren wollen. Gleichzeitig wird das Engagement mit den Europäern reduziert. Da wurden auch schon ein Militärstützpunkt in Griechenland, der wohl sehr entscheidend für die Unterstützung der Ukraine war, geschlossen.

 

Griechischer Hafen Alexandroupoli mit US-Kriegsgerät für den Krieg gegen Russland | Quelle: US Army

Anmerkung der Redaktion: Ritz bezieht sich auf Alexandroupoli, Griechenland. Im Zuge des laufenden Ostfeldzuges gewann jener Waffen-Umschlagplatz für die USA strategische Bedeutung, um Kriegsmaterial – am Schwarzen Meer vorbei – nach Osteuropa zu schaffen. Die Hafenfunktionen sind Teil eines Fünf-Jahres-Rahmen- Abkommens Griechisch-Amerikanischer Verteidigungszusammenarbeit, das im Mai 2022 für den Zugang von US-Streitkräften in Griechenland unterzeichnet worden war.

Dr. Hauke Ritz: Das heißt man gibt diese globalen Ambitionen jedenfalls für eine gewisse Zeit auf, um die Heimatbasis auszubauen. Die USA haben ja auch enorme Ressourcen im Nahen Osten investiert und in den letzten 30 Jahren überall in der ganzen Welt – das war sehr teuer. Nun wollen sie sozusagen diese Ressourcen in ihr eigenes Land zurückführen. Damit blieben die Europäer auf sich alleine gestellt.

Sowie die Europäer auf sich alleine gestellt sind, werden Sie merken, dass sie in keinster Weise in der Lage wären sich gegen Russland in eine Konfrontation einzulassen.

Auch dieses ganze Gerede über den Atomschirm der Franzosen oder Briten für die EU – das sind Blütenträume, die gleich einer Seifenblase zerplatzen werden. Denn man muss sich vergegenwärtigen: Frankreich verfügt über [nur] 300 bis 400 Atomsprengköpfe – vielleicht sogar weniger als 300. Mit Großbritannien verhält es sich ähnlich. Doch Russland verfügt über 6.000 oder 5000 Atomsprengköpfe…

Flavio von Witzleben: …genauso viele, wie die USA…

Dr. Hauke Ritz: … ja, das heißt: Falls die Franzosen Russland bedrohen, würde Russland seine Atomraketen ausschließlich auf Frankreich richten. Aufgrund solcher Disparität, würde Frankreich dann seinerseits 6.000 Atomsprengköpfe benötigen. Das wäre in einem nicht so großen Land, wie Frankreich, fast unmöglich, sowie auch die Raketen entsprechend zu stationieren. Es würde ein enormes Sicherheitsrisiko für Frankreich entstehen. Die gesamte Volkswirtschaft Frankreichs wäre gar nicht in der Lage diese Last zu tragen. Denn Atomwaffen zu entwickeln, produzieren und die ganze Kontrolle dafür sicherzustellen sowie das spaltbare Material zu warten, das ist enorm teuer und mit einer riesigen Infrastruktur verbunden. Angesichts solcher Kosten und des Sicherheitsrisikos das damit entstünde, wäre es nur eine Frage der Zeit bis dann Entspannungspolitiker in Frankreich und auch in der EU auftauchten, um wieder über Abrüstung zu sprechen.

Flavio von Witzleben: Aber, für mich lautet die eigentlich zentrale Frage – Sie schreiben das auch in ihrem Buch. Was hier gerade passiert, zeigt erschreckende Parallelen zu 1914 und dem darauffolgenden Geschehen, was damals zu beobachten war:

Diese Kriegshysterie und Kriegsbegeisterung im Volk, in der Politik und in den Medien, die heute hier in weiten Teilen Europas auch wieder zu erkennen sind.

Woher kommt denn diese aktuell gegenwärtige Hybris Europas zu glauben, man könne Russland jetzt atomar oder militärisch besiegen?

Dr. Hauke Ritz: Beim Ersten Weltkrieg gab es eine gewisse Kriegsbegeisterung, obwohl das teilweise in der Forschung schon wieder in Frage gestellt wird. Im Zweiten Weltkrieg ist es nicht ganz so eindeutig. Vielmehr muss man sagen:

Letztlich gehen die Kriege immer von den Eliten aus – das ist auch heute so!

Für das heutige Europa strategisch bzw. geopolitisch gesehen, macht eine Konfrontation der EU mit Russland absolut keinen Sinn. Andererseits könnten wir Russland als Absatzmarkt gewinnen – wir könnten dort billig Rohstoffe einkaufen. Wir würden eigentlich viel mehr von Kooperation als von Konfrontation profitieren. Letztere wäre mit ungemeinen Kosten und Sicherheitsrisiken verbunden und würde uns auch von anderen Teilen der Welt isolieren. Ich meine z.B. von Afrika:

Dort gibt es große Sympathien für Russland, weil Russland dort als antikoloniale Macht wahrgenommen wird.

Das gleiche gilt in Lateinamerika und in der arabischen Welt.

Falls wir jetzt als Europa in eine Konfrontation mit Russland eintreten wollten, dann würde Russland große Teile dieser Länder auf seine Seite ziehen können und Europa bliebe einfach isoliert in der Welt und darüber hinaus mit enormen Kosten belastet.

Das alles wäre ein Irrsinn! Jetzt diese Konfrontationsrhetorik trotzdem zu betreiben, ist nicht geopolitisch begründet:

Es gibt kein wirklich geopolitisches Argument für eine Konfrontation mit Russland!

Es gibt andere Argumente, die mit dem gesamten Westen zusammenhängen, worauf wir später noch eingehen werden.

Diese Konfrontation ist heute allein der Tatsache geschuldet, dass die Eliten in Europa transatlantische Eliten sind, die sozusagen herangezüchtet wurden: Erst im Kalten Krieg und dann in der Periode nach dem Kalten Krieg, wobei die ganze Logik „Demokratie gegen Diktatur“ sozusagen weiter zum ganzen Narrativ und ein solches Verhalten auch mit politischem Aufstieg verbunden wurde:

Diese Eliten, die wir jetzt in Deutschland und wahrscheinlich auch in Frankreich haben, die haben einfach nichts anderes gelernt!

Sie haben aktuell Angst davor, falls dieses Narrativ – „der Westen geschlossen gegen Russland“ – einmal zusammenbricht, das eintreten könnte:

  • sie erstens arbeitslos werden würden,
  • sie als Politiker überflüssig und zu einer Last werden würden,
  • es vielleicht zu einer Aufarbeitung irgendwann käme, was da eigentlich passiert war. Z.B. mit dem Kiew Maidan 2014 oder auch davor [mit der Farbrevolution] 2004 oder auch mit anderen Dingen, die in den letzten Jahren in der westlichen Welt passiert sind:

Ich erwähne nur die Corona-Krise, die „Impfungen“ usw. Da gibt es ja sehr viele Altlasten, die unter dem Teppich liegen. Es existiert eine furchtbare Angst, dass jemand anfangen könnte diesen Teppich hochzuheben!

Deswegen, um die Karriere der politischen Klasse am Laufen zu halten und sozusagen eine Auswechselung der Eliten zu verhindern, muss jetzt diese Konfrontation weitergehen. Das hoffen wahrscheinlich die europäischen Eliten: Wenn sie jetzt sozusagen die Fahne der Konfrontation eine Zeitlang hochhalten, irgendwann in den USA etwas passieren könnte: Trump vielleicht abgesetzt würde und wieder Kräfte das Ruder übernähmen, die unter Biden sozusagen das Zepter in der Hand hielten, sodass auf diese Weise sie sozusagen ihr politisches Überleben hier in Europa sichern könnten.

***

Hier geht es zu Teil 2

Das ganze Interview als Video: Hier

 

 Das Interview zum ähnlichen Thema mit Emmanuel Todd: Hier

Emmanuel Todd: NATO dient als US-Instrument, um Westeuropa zu kontrollieren! – Teil 1

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Von Redaktion

14 Gedanken zu „Die Angst der Eliten vor der Aufarbeitung vertuschter Altlasten, wie z.B. von CoV!“
  1. Aktuelles aus France – „SIE/DIE“ schaffen m. A. n. alle G.gnerInnen beiseite. Wenn man mal die m. A. n. Veruntreuung von Stoiergeldern in Daitschelände seitens der m. A. n. l.nken K.rtellp.rteien betrachtet, müssten die für den Rest ihres Lebens eingekn.stet werden und nach ihrem Leben für immer in die tiefsten Tiefen des Orkus/Hades versenkt werden.
    https://www.tagesschau.de/ausland/europa/le-pen-veruntreuung-urteil-100.html?utm_source=firefox-newtab-de-de
    Meiner Ansicht nach.

    2
    1. Ishtar, LePen wurde verurteilt, weil sie Gelder veruntreut hat. Was hätten Sie wohl geschrieben, wenn z. B. Robert Habeck entsprechend verurteilt worden wäre?

  2. In der Ex-DDR sozialisierte unter sich. Ich denke, es wird noch eine Generation dauern, bis sich das ausgewachsen hat. Dabei wollten sie – fast – alle das westliche System haben, wir DM, Wohlstand und Freiheit. Sie stimmten für den Anschluss an BRD, EU und Nato. Die Wessis wurden nicht gefragt, sie durften nur bezahlen, bis heute. Nun sind viele Ossis enttäuscht darüber, dass man sich im westlichen System anstrengen muss, um etwas zu haben und wollen zur östlichen Versorgungsmentalität zurück. Wie erbärmlich.

    5
    1. Das ist Fakt. Bin Zeitzeugin der Wende und allem danach. Die Wessis wurden nicht gefragt, aber allein aus ihren Steuergeldern und den von ihnen allein gefüllten Sozialkassen wurde alles gezahlt, der gesamte Aufbau Ost, der 50 % „Umtausch“ gegen die dann wertlosen Ostmark, was ein Geschenk war in Wahrheit, all die Renten an die Ossis und all die anderen hier aus dem ehemaligen Ostblock einflutenden mehrheitlich m. A. n. Nichtdaitschstämmigen, die alle Renten bekamen, als hätten sie in ihren angeblich top Berufen ganztags im Wessiland gearbeitet und eingezahlt. Die haben alle das Göld gesehen, dass aus der Ferne scheinbar glänzte. Dass die Wessis hier hart im Wessileistungssüstem arbeiten, für Auto, Möbel, etc. sehr lange sparen und teilweise abbezahlen und viele GeringverdienerInnen konnten sich nur Möbel von Gebrauchtangeboten von privat leisten. Sie mussten mit mehrheitlich auch geringen Gehältern im Vergleich zu den hohen Wessi-Lebenshaltungskosten (z. B. 80 qm-Wohnung Ossiland = max. 80 Ostmark, in Wessiland im Mehrfamilienhaus mit damaliger Ausstattung schon +/- 450 DM in Kleinstädtchen). Sie wollten alles geschenkt haben, was die Wessis sich hart erarbeiten und ersparen mussten und noch heute, 36 Jahre nach der Wende, müssen die Wessis den Soli bezahlen und bekommen weniger Rentenerhöhungen – als wenn da noch irgendein Unterschied nach 36 Jahren bestünde.
      Aber gut, lassen wir das Wessi-Ossi-Fass zu – wir sitzen inzwischen im selben Boot was den gesamten heutigen pölitischen m. A. n. W.hnsinn betrifft.
      Meiner Ansicht nach.

      5
      1. Wir wurden alle nicht gefragt. Ich als Flüchtling im Herbst 1989 konnte die Unterbringung und Versorgung selbst nicht fassen. Aber ich habe sofort mein 2. Staatsexamen in Hamburg abgelegt und bin danach in den Schulbetrieb eingestiegen, mein Mann hatte 1 Monat nach unserer Ankunft Arbeit als Diplomingenieur.
        Daß ich dann als Lehrer in der Einwanderungsindustrie arbeiten mußte und genausogut wie andere Gymnasiallehrer bezahlt wurde, lag an der Politik. Ja, wir sitzen im lecken Boot. Nicht einmal eine Verfassung kam damals zur Sprache. Mit dem Mord an Detlev Rohwedder wurde jede Diskussion über die Form der Einheit abgewürgt. Damals habe ich mit La Fontaine 1x SPD gewählt, seit gut 20 Jahren geht mich das ganze Theater nicht mehr an, bin schon lange in der inneren Emigration. Wohin soll man heutzutage? Überall dasselbe.

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        1. Was? Flüchtling? Leuten wie Ihnen wären Sie damals ein Dorn im Auge gewesen. Und die neuen Länder sind freudig dem Grundgesetz beigetreten. Eine „Verfassung“ statt dem Grundgesetz hätte NICHTS besser gemacht.

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          1. Nein, Herr König, es ging damals um Deutsche und nicht um das Strandgut der Welt. Auch wir wurden belogen von einem Herrn Schnitzler. Er verschwieg das Gift in Lebensmitteln und die krankmachenden pharmazeutischen Erzeugnisse, er klärte uns auch nicht über die Rechtlosigkeit der bRD gegenüber den Westmächten auf. Beide deutsche Kolonien arbeiteten heimlich, wie es die Masche der Hintergrundmacht ist, irgendwie zusammen und standen sich offiziell wie Feinde gegenüber wie im Kalten Krieg die uSA und die UdSSR, die dasselbe Gewächs der überstaatlichen Kräfte waren/sind. Diese Kraft hat sich durch Verlängerung des I.WK um 2 volle Jahre Israel ergaunert und sitzt trotzdem weltweit in den Regierungen aller Art. Da es seither in immer kürzeren Intervallen weltweite Kriege gibt, ist diese Macht als aufhetzerisch und kriegerisch zu bezeichnen. Siehe mein Link weiter oben, wie sie überproportional in der US-amerikanischen Regierung hocken.

        2. Ich habe Lafontaine auch 1 x gewählt damals, weil der schon zum einen die Hintermänner all dessen benannte und die Gründe wenn ich nicht irre und zum anderen vorgeschlagen hatte, dass man zwischen den beiden Daitschteilen erstmal die Grenzen aufmachen, aber Ostdaitschländ sich selbst aufbauen und entwickeln lassen sollte mit Hilfe von Westdaitschländ, aber nicht von Westdaitschländ aufgebaut. Das wäre m. A. n. der richtige Weg gewesen, war aber offenbar nicht Interesse der Hintermänner hinter all dem. Er hatte damals schlichtweg r.cht.
          Meiner Ansicht nach.

          1. So was es, Ishtar, der Lafo blieb Realist, aber der Kohl versprach blühende Landschaften zum Nulltarif. Der Westen wurde gemolken und den Ossis das Blaue vom Himmel versprochen. Dafür haben die ihn gewählt und den Beitritt zum Grundgesetz war ihnen genug. Noch heute jammern sie, dass das Gegebene nicht genug war und dass sie lieber doch eine „Verfassung“ hätten.

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        3. Kurz gesagt waren Sie und Ihr Mann Wirtschaftsflüchtlinge auf der Suche nach einem besseren Leben. Sie wurden herzlich aufgenommen. Wie steht es diesbezüglich mit Ihnen, KW?

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          1. Das steht so wie es Vance auch hält. Erst kümmere ich mich um meine Familie, dann um die Nachbarn… Fremde Leute gehen mich nichts an. Ich bin nicht Sterntaler.

          2. @KW, so wie Sie und Vance halten es die meisten Migranten auch. Und mich gingen die Ossis auch nichts an, gleichwohl zahlte ich für sie mehr als für jegliches Standgut dieser Welt. So, jetzt war ich auch mal unempathisch.

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