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Arthur war der größte Bär in Rumänien und möglicherweise in der Europäischen Union · Foto: Facebook/Agent Green

Der größte Braunbär Rumäniens und wahrscheinlich der gesamten Europäischen Union wurde von Josef-Emanuel Leopold Marie von und zu Liechtenstein, einem in Österreich lebenden Fürsten, bei Háromszék in der Region Székelyföld (Szeklerland/Siebenbürgen) erlegt, berichtet die siebenbürgische Zeitung Krónika.

Eine Untersuchung der Umweltorganisationen Agent Green (Rumänien) und VGT (Österreich) ergab, dass der Prinz im März 7.000 Euro an das rumänische Umweltministerium zahlte, um eine Bärin zu abzuschießen, welche die Bauern in der Gemeinde Ozdola lange Zeit belästigt hatte.

Aber der Jäger bekam stattdessen einen männlichen Bären vor die Flinte, der tief im Wald lebte und sich nie in die Nähe bewohnter Gebiete gewagt hatte.

Agent Green hatte den 17-jährigen Bären, der Artur heißt, schon seit einiger Zeit beobachtet. Die Körpermessungen am abgeschossenen Tier zeigen, dass der Prinz 593 Punkte von maximal 600 möglichen Punkten bei der Trophäenjagd erreicht hat. Dies ist ein Rekordwert.

Der rumänische Umweltminister Barna Tánczos äußerte sich diplomatisch zurückhaltend zu der Angelegenheit und erklärte, dass es äußerst schwierig sei, festzustellen, ob es sich bei dem vom Fürsten von Liechtenstein getöteten Bären um denjenigen handelt, für den er vom Umweltministerium eine Abschussgenehmigung erhalten hat. Der Leiter des Ministeriums sagte auch, dass eine Untersuchung des Falles eingeleitet worden sei.

Der Vorsitzende von Agent Green fand hingegen viel klarere Worte: “Ich frage mich, wie der Prinz es geschafft hat, die Bärin, die oft das Dorf heimgesucht hat, mit dem riesigen Männchen zu verwechseln, das tief im Wald lebte. Offensichtlich war der Prinz gar nicht gekommen, um das Problem der Einheimischen zu lösen, sondern um einen kapitalen Bären zu erlegen, ihn mit nach Hause zu nehmen und als Trophäe an die Wand zu hängen.”

Die Beschwerde der Einheimischen bestätigt im übrigen, dass der Prinz die lästige Bärin nicht verfolgt oder angeschossen hat, da sie weiterhin ungestört agiert.

Prince Josef-Emanuel of Liechtenstein, Count of Rietberg (born 7 May 1989 in Brussels-Uccle, Belgium). He is the second…

Posted by Europe Royal Family on Tuesday, April 20, 2021

Quelle: Krónika


Aktualisierung vom 7. Mai 2021:

Bärenabschuss in Siebenbürgen löste einen riesigen Sturm aus

Von István Pataky (Târgu Mures/Marosvásárhely/Neumarkt am Mieresch)

Der Abschuss von Arthur, der als der größte Braunbär Europas galt, schlägt in Rumänien und anderswo weiterhin hohe Wellen. Umweltschützer, Tierfreunde und die überwältigende Mehrheit der Menschen, die sich auf verschiedenen Medienplattformen zu Wort melden, halten die Aktion des in Österreich lebenden Prinzen Emanuel von und zu Liechtenstein im Szeklerland für reine Trophäenwilderei.

Im Zuge des Skandals wurden bereits einige Bestimmungen des Gesetzes über den Abschuss von Wild, das in besiedelten Gebieten Schäden verursacht, geändert.

Nach den neuen Regeln ist eine Abschussgenehmigung nur fünfzehn Tage gültig und das Wild darf nur von einem Mitarbeiter der Jagdgesellschaft, die den Abschuss beantragt hat, geschossen werden.

Barna Tánczos, der Umweltminister der rumänischen Regierung, sagte in einem Fernsehinterview, dass im vergangenen Jahr zwölf Menschen bei Bärenangriffen starben und 2019 neun, während in diesem Jahr bisher eine Person von einem Bären getötet wurde. Laut dem Minister, der vom siebenbürgischen Nachrichtenportal Masol.ro zitiert wurde, durfte Emanuel von und zu Liechtenstein, der Arthur erlegt hat, nicht alleine jagen und hätte von den Mitarbeitern der Jagdgesellschaft Ossola begleitet werden müssen. Tánczos betont:

Es wird untersucht, ob die Jagd speziell organisiert wurde, um Arthur oder einen anderen Bären zu erlegen.

Die Staatsanwaltschaft des Distrikts Covasna hat den Fall von der Polizei übernommen und ermittelt wegen des Verdachts auf Wilderei und unerlaubten Waffengebrauch. Laut einer gemeinsamen Erklärung von Agent Green und dem österreichischen VGT erschoss der Prinz das Männchen, das im tiefen Wald, weit weg von bewohnten Gebieten, lebte, obwohl er nur über eine Genehmigung des Umweltministeriums zum Abschuss eines Bärenweibchens, das Schäden in Hinterhofbetrieben verursachte, hatte.

In Rumänien gibt es mindestens 7.000 Braunbären. Die Föderation der Jagdverbände in Rumänien hat die zuständigen staatlichen Institutionen um eine Bewertung der Bärenpopulation in Rumänien im Hinblick auf eine wissenschaftliche Regelung der jährlichen Abschussquote gebeten.

Laut der rumänischen Politologin Alina Mungiu Pippidi könnten auch hochrangige Beamte an der Jagd des Prinzen in Rumänien beteiligt gewesen sein. Sie erwähnte, dass Liechtenstein eine Steueroase ist, und dass die Familie des Prinzen einen großen Investmentfonds und eine Bank in Rumänien besitzt. Sie erinnerte auch daran, dass der Verein unter der Leitung des Vaters des Prinzen den rumänischen Präsidenten Klaus Johannis geehrt hatte.

Quelle: Magyar Nemzet


18 Gedanken zu „Europas größter Bär von Prinz Liechtenstein abgeschossen (Update)“
  1. Vor 23 Jahren, hatte ich eine Unterhaltung mit einer Witwe. Sie erzaehlte mir ueber die letzten Tage, als ihr Ehemann im Sterben lag und er ueber sein Leben nachdachte. Als sie ihn fragte, was er in seinem Leben am meissten bereute, gab er zur Antwort: . . . ” Ich bereue zutiefst, das ich zwei wunderschoene, gesunde, grosse Loewen in Africa und einen majestischen Tiger in Indien fuer Sport erschossen habe um meinen ego mit den Trophien zu stillen. Ich habe dazu beigetragen das die Tierwelt genetisch aermer geworden ist. Das kann ich mir nicht verzeihen. Das unnoetige Abschlachten unserer Tierwelt muss aufhoeren”. . . .
    Nach seinem ableben ueberwies seine Witwe in seinem Auftrag eine grosse Spende an einen Nationalen Park in Afrika und Indien.

    Wirklich traurig, um dieses majestische Tier, das im Namen des Geldadels fuer Sportlust abgeschossen worden ist. Durch diesen gehirnlosen Abschuss wurde im selben Moment das genetische Erbe des genetisch starken Baeren fuer die naechste Generation geloescht. Ein Verlust fuer die Zukunftsgeneration Rumäniens.

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    1. Es geht hier nicht um “Auge um Auge, Zahn um Zahn”, also primitive Rache.
      Der Schutz der Menschen ist dadurch gewährleistet, dass “Problembären”, wie diese Bärin welche die Dorfbewohner belästigt hat, entfernt werden. Nach wie vor schätzen Menschen ihr Lebensrecht als wichtiger ein als das von Tieren und Pflanzen. Aber nicht mehr so exzessiv wie in früheren Jahrhunderten, dass jede Spezies, die Menschen töten könnte, gleich ausgerottet wird.
      Wenn 12 Menschen getötet werden, wird der Bestand der Spezies Mensch nicht im geringsten gefährdet. Der Bestand von 7.000 Bären ist schon prekärer, so dass man nicht mehr wild abknallen darf. Ich weiß nicht, ab wievielen Exemplaren eine Spezies vom Aussterben bedroht ist, aber 7.000 ist schon sehr wenig.
      Der Braunbär gilt als “stark gefährdet” und deswegen ist jedes unnötig getötete Exemplar ein Drama.

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    2. P.S. Und es kann durchaus sein, dass die Bären, die diese 12 Menschen gefressen haben, danach gejagt und erlegt werden. Auch präventiv, wie die Problembärin.

  2. Lieber Herr von, hin und zu Liechtenstein,
    wenn ihr Geschlechtsteil in seiner Länge nicht mehr mit ihren Vorstellungen harmonieren sollte, wenn ihre Sexualpartner (m/w/d) mit ihrer Ausdauer unzufrieden sind oder gerade überlegen, ob eine weitere Bestellung einer Ladung lila Pfizer-Pillen ihnen wieder auf die Eier hilft, dann haben sie es sich wirklich verdient, Mann-gegen-Bär gegenüberzustehen und ihn in einem wirklich fairen Kampf aus sicherer Distanz, umgeben von ihren Leibwächtern und sonstigen Speichelleckern, mit einem Gewehr zu töten und sich feiern zu lassen. Ich hoffe, dass jemand kommt und ihnen die 593 Punkte persönlich bei ihnen abzieht. Das wäre dann eine Jagd, bei der sogar ich als gelungen zustimmen würde.

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  3. Gerald Grosz bringt’s auf den Punkt wie Bär Bock einen Bock nach dem anderen schießt in ihrer Kobold-Welt und so ihre fragwürdige Tauglichkeit für das von und wahrscheinlich für sie angestrebte Amt unter Beweis stellt:

    https://www.youtube.com/watch?v=Z-o4Lzb3IFs

    Über einen mögliche Idee im Zusammenhang mit der offenbaren Jagdleidenschaft zu diesem Bär und Bock denke ich mir lieber nur meinen rein theoretischen Teil. 😉

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    1. Zitat:
      “Laut der rumänischen Politologin Alina Mungiu Pippidi könnten auch hochrangige Beamte an der Jagd AUF den Prinzen in Rumänien beteiligt gewesen sein.”

      So stelle ich mir gewissenhafte Behördenarbeit vor. Weiter so!

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  4. Dieser “Prinz” hat “gute” Arbeit geleistet dieses Gesindel für die Öffentlichkeit deutlich sichtbar zu machen. Wer braucht die?

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  5. Solides Weidwerk sieht sicher anders aus! Der Mann zahlt und knallt ab – und sucht darin Befriedigung. Vermutlich ist er nicht in der Lage seine Triebe in Form eines ordentlich vollzogenen Koitus zu befriedigen. Seine „Prinzessin“ muss offensichtlich eine Niete im Bett sein.
    Meine Wenigkeit war stets bereit, nicht nur MICH zu befriedigen, sondern mir war es immer ein Herzensanliegen, den jeweiligen Damen unvergessliche Höhepunkte zu bescheren. Dazu bedurfte es keines Bärenabschusses! Manneskraft war angesagt! Und große Romantik im Vor- und Nachspiel!

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    1. Herr HENGSTschläger,

      schon mal das Sprichwort gehört: Der Gentleman genießt und schweigt?
      Vielleicht haben andere ja gar nicht so große Lust, von Ihren Heldentaten im Bett zu erfahren.

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  6. Was für ein Idiot.
    Wenn man sonst nichts drauf hat um sich als Kerl zu beweisen, muß eben ein selbst geschossenes Bärenfell über dem hauseigenen Kamin dafür herhalten.

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