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Bildquelle: BiZ

Von Dr. Johann Hüthmair
(emeritierter Sanierungsbegleiter, lebt in Oberösterreich)

Der nach der letzten Finanzkrise geschaffene Europäische Ausschuss für Systemrisiken warnt vor dem Herannahen einer Corona-Pleitewelle
https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/511679/Ausschuss-fuer-Systemrisiken-Staaten-muessen-sich-auf-herannahende-ewelle-vorbereiten

Durch die Corona-Krise kommen viele Personen in Zahlungsstockung, werden insolvent. Steuerbelastungen, enorme Wohnungskosten und andere Kosten verschärfen die Situation. Viele Unternehmer kommen wegen Bürgschaften für Banken in private Notlage.

Die Exekutionsordnungen in Österreich und Deutschland nehmen vom Einkommens-Betrag über dem Existenzminimum 70% für die Gläubiger (nach Steuern). Auch die laufenden Zinsen fressen den Gestrandeten die Butter vom Brot.

Gläubigerrechte zählen mehr als Familienrechte

Diesen empfundenen Ausbeutungsversuchen weichen viele Menschen aus; Erträge werden privatisiert und die Kosten der Sozialsysteme sozialisiert (über Notstandshilfen umverteilt).

Wenn der Finanzminister die Fälligkeitstermine von Abgaben hinausschiebt, das Moratorium wiederholt verlängert, kommt das beim vegetativen Nervensystem der Gestrandeten nicht gut an; viele Unternehmern haben bereits jetzt schlaflose Nächte, sie spüren das dicke Ende.

Wir haben es hier mit institutionalisiertem Systemversagen zu tun: die Parteipolitik ist in Nebenschauplätzen verwickelt. Finanzsanierung bei privaten Gestrandeten scheint hingegen keinen hohen Stellenwert zu haben.

Wenn  in Österreich die Ausstiegshürden nach einer Pandemie oder Planungsabweichung derart miserabel sind, sollte sich jeder redliche Kaufmann als Familienversorger überlegen, das Risiko gar nicht einzugehen. Auch Drachenfliegen oder Motorradfahren sollte er ja meiden, da diese Sportarten zu gefährlich ist.

Befreiung der Schuldgeld-Sklaven

Schulden machen krank und Ehen gehen in Brüche, doch weder Gewerkschaft noch Caritas nehmen sich der Schuldensklaven an. Die Verjährungsfrist für Giralschuldensklaven beträgt in Österreich noch 30 Jahre; daran erkennt man, dass Schuldner weder eine Lobby noch hinreichend Rechte haben.

Wir fordern eine Novellierung der einschlägigen Gesetze mit dem Ziel einer humaneren Restschuldbefreiung.

Dazu müssten die Exekutionsordnungen vom Kopf auf die Beine gestellt werden: 2/3 für Gestrandete und 1/3 für Gläubiger, also die Verteilung umdrehen! Ferner: Zinsenstopp bei Exekution! Auch in der Insolvenzabwicklung bei Abschöpfung und zur Zahlungsplan-Berechnung trifft das zu, obwohl es kaum debattiert wird.

Die Schweiz ist bei Schuldenregulierung wesentlich familienfreundlicher und könnte bei Armutsbekämpfung als Vorbild dienen: Grundsatzlich (gemäss Art. 127 OR) gilt in der Schweiz eine Verjährungsfrist von zehn Jahren für alle Forderungen, wenn nichts anderes bestimmt ist.

Weitere Beispiele: Auch Holland und England haben die Strukturreformen besser angepasst als Österreich oder Deutschland.

Zum Vergleich:

Österreich Exekutions-Tabelle:
https://www.schuldenberatung.at/schuldnerinnen/pfaendungsrechner.php
Deutschland Pfandtabelle:
https://www.juraforum.de/lexikon/existenzminimum
Schweiz: https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/11/529_488_529/de

Wenn sich Unternehmer bei Zahlungsstockung aus der Struktur nicht gegen die vermeintlichen Verursacher (also Bank, Finanzamt, OGK etc) wehren bzw. abreagieren können, liegen die Nerven blank. Wenn Partnerinnen (Ehefrauen) diesen Spannungszustand nicht mehr ertragen, verlassen sie oft das Haus.

Die Corona-Epidemie bringt viele Familien in Bedrängnis; die unerfüllbaren Versorgungspflichten der Männer beschämen die Männer bis auf die Knochen. Dasselbe kann man auch bei Hengsten in der Wildnis beobachten, zB bei Mustangs oder Zebras (vgl https://www.youtube.com/watch?v=Rh2IEbKjdjY Pferd geht durch: Tamme Hanken – Der Knochenstrecker).

Die Strategie zur Entschuldung im Umgang mit den Gläubigerinteressen sollte bei Pfändungsmodellen berücksichtigt werden, wenn es zu Zahlungsplanberechnung oder zur Abschöpfung kommt, aber auch bei außergerichtlichen Vergleichen.

Über den Stau der Strukturreformen in der österreichischen Insolvenzordnung siehe den Artikel:

https://unser-mitteleuropa.com/oesterreich-zu-bevorstehenden-aenderungen-im-insolvenzrecht/

Der  Wertberichtigungsbedarf in den Bilanzen der Banken hat bei Zahlungsstockung als Referenzadresse die Abschöpfungserwartungen zu berücksichtigen! Eine Forderungseinlösung (§ 1422ff), die wir als Alternative zur Abschöpfung gerne anbieten, ist ein Vorteil für die Bank, um alles mit einer Buchung aus den Büchern zu bekommen.

Die Wurzeln bei Partnerproblemen liegen oft in der Unverhältnismäßigkeit des Verteilungsschlüssels Gläubiger : Schuldner und nicht daran, was die Statistik an Symptomen erwähnt, wenn es zu einem Suizid kommt.  Konfliktumleitung der Austragung nach Inhalt und Adressaten (zB beim Mord an einer Frau und Mutter durch einen Bierwirt in Wien nach 1 Jahr ohne Einkommen) zeigt die Dynamik von Beschämung und Angst.

Auch die 30 Jahre Verjährungsfrist trägt zu Angst und Panik bei, die Schweiz hat bloß 10 Jahre. Der Stau der Strukturreformen in Österreich ist besonders in der Schuldnerversklavung deutlich: während die Staaten viel Geld für Corona-Maßnahmen ausgeben, was vergesellschaften Schulden zur Folge hat, werden gestrandete Unternehmer überproportinal ausgebeutet und die Familienbedingungen strukturell verschlechtert, wobei “ein Durchdrehen” in Kauf genommen wird.

Flucht oder Selbstmord

Konkurs im Handelsbetrieb (Holzfurnier- und Parkettbodenbranche ) eines Kaufmanns als persönlich haftender Kommanditist: Wohnung weg, schlechte Aussichten. Die gesamte Holzfurnier- und Parkettbodenbranche wurde durch Kunststoffdrucke kompensiert. Reihenweise konnten die Unternehmer nicht schnell genug aussteigen. Ich selbst hatte in der Branche mehrere Insolvenzanträge aufbereitet und begleitet. Da ist von Schuld und Schuldner eine ganz andere Betrachtung erforderlich, die Kollateralschäden sind größer als bekannt.

Der gestrandete Handelsunternehmer erklärt es so: “Gleich zwei Wochen nach Beendigung des Konkursverfahren stand der Exekutor vor der Tür. Damals war kaum eine Chance auf Restschuldbefreiung in Sicht, es blieben mir zwei Alternativen: Selbstmord oder Flucht. Wir flüchteten ins Ausland, um dieser Beschämung und Knebelung auszuweichen. Mit der neuen Schuldenregulierung ab Juli 2021 prüfen wir, diese Möglichkeit zu beantragen.”

Mir sagte ein verzweifelter Unternehmer bei der Erstbesprechung zu einer Sanierungsregelung: “Ich erschieße meine Familie und dann mich selbst!” In solchen Fällen ist Besonnenheit gefordert, was jedoch anonyme Anwaltskanzleien oder Steuerberater etc. meist überfordert.

Polyvagal-Modell zu “Flucht oder Selbstmord”:
Die Angststeuerung lautet Angriff – Flucht – Erstarren

Juristische Strafe-Abschreckungsversuche greifen kaum, wenn der Überlebensmodus aktiviert wird, der unserer Spezies über Millionen Jahre das Überleben gesichert hat. Vgl. den Artikel: Das Leben selbst beenden? Eine abwendbare Tragödie.

Was haben Frauenmorde mit der Pfändungstabelle zu tun?

Es gibt viele Fälle wo die Männer wegen Beschämungen aus Geldnot “ausgerastet” sind. Das bereits erwähnte Beispiel des Wiener “Bierwirts”, der nach 1 Jahr ohne Einkommen einer Frau und Mutter ermordete schlug medial hohe Wellen, doch die Motive sind tiefgründiger. So zeigte sich bereits zuvor eine umgeleitete Aggressivität gegenüber der Parteienpolitik (Sigrid Maurer/Grüne), die man als “Ventil” diagnostizieren könnte. Die Medien bringen vorwiegend die emotionalen Wirkungen, jedoch kaum dahinter liegende Ursachen, die zur Tat führten.

Frauenmorde durch den Partner oder Ehemann sind im westlichen Kulturkreis keine Raubmorde und auch keine Ehrenmorde wie bei Moslems oder anderen Ideologien, sondern sozialpsychologisch gesehen ein Hilferuf um Zuwendung und Aufmerksamkeit in umgelenkter Form. Es geht um den ökonomischen Kontrollverlust von “Macho-Männern”, der zu Beschämung führt; die Konfliktaustragung läuft dann oft umgeleitet.

Mehr zu Konfliktumleitungen: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8b/Konfliktumleitung_nach_Euler.png

Ein Schocktrauma wie eine Entwürdigung des Familienversorgers in die Versorgungsunfähigkeit durch Exekution kann als Auslöser von Kurzschlusshandlungen gelten. Da hilft spätere Verurteilung nicht als Abschreckung, da die Konfliktstruktur anders verläuft. Juristen und Parteipolitiker sind leider kaum ausgebildet, um Konfliktursachen und psychologische Verlaufstruktur zu erkennen, geben jedoch ihre Meinung oberflächlicher Kausalitätseinschätzung von sich. Weshalb kümmert sich weder der Sozialminister noch Caritas noch Sozialpartner darum? Wenn Gläubigerschützer bei Gestrandeten von Wohlverhalten reden, ist das zynisch, zumal wenn man die österreichischen Pfändungsnormen mit denen der Nachbarstaaten vergleicht.

Covid wird die Regierung noch zwingen, sich des Themas anzunehmen. Möglicherweise werden weitere Morde die Traumaexperten auf den Plan rufen, um damit die Zukunft Gestrandeter zu regeln, weil letztlich die Waisenversorgung zu teuer wird. Traurig aber wahr.

https://www.europeandatajournalism.eu/ger/Nachrichten/Daten-Nachrichten/Frauenmord-in-Europa-Ein-Vergleich-zwischen-unterschiedlichen-Laendern

Zahl der Frauenmord-Opfer auf 100.000 Frauen (2015)

Quelle: Eurostat Bearbeitung und Veröffentlichung dieser Grafik Österreich kehrt die Statistikdaten unter den Teppich?https://appsso.eurostat.ec.europa.eu/nui/show.do?dataset=crim_hom_vrel&lang=en

Österreichische Familien sind, was die Pfändungsbeträge speziell bei Unterhaltspflichten betrifft, ganz miserabel gestellt

Ein Beispiel: Bei Nettopension € 2010 werden nur € 220 monatlich für die Gattin angerechnet, während € 490 exekutiert werden und der Staat zuvor € 455 an Steuern einbehält. Dabei fällt Österreich weit hinter Deutschland zurück.

Kein ausgeprägtes Rechtsempfinden zeigte auch ein Salzburger Rechtspfleger, der eine Exekution genehmigte, ohne zuvor die Versorgungsplicht zu prüfen, obwohl in der Sozialversicherung der Frau des Schuldners eindeutig die Mitversicherung erkennbar gewesen wäre. Der Salzburger, der sich im Ausland aughält, wird nun von einer Bank aus der Steiermark zu 100% gepfändet, obwohl die Bank lediglich ca 1/3 der Gläubigerforderungen hält. Der Schutz der Gläubigerinteressen ist im § 159 StGB  als “Grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen” beschrieben; der Bank aus der Steiermark sind zwar auch die übrigen 22 Gläubiger aus dem Anmeldeverzeichnis im Konkursverfahren bekannt, der Wille des Gesetzgebers der Gläubigergleichbehandlung wird aber ignoriert. Es gibt im Insolvenzrecht voraussehend die Anfechtungsordnung § 27ff IO, um derartige egoistische Missbräuche rückwirkend zu reparieren.
Diese ursprüngliche irrtümliche Pfändungsbewilligung wurde ab Mai berichtigt:

Im Vergleich: Deutschland hat bei 2.010,00 pfändbarem Einkommen einen Pfändungsbetrag von € 581,99 (ohne Unterhalt) oder € 193,92 (mit Unterhaltspflicht, also für Ehegattin € 390,- für Unterhalt). In der Schweiz sind gestrandete natürliche Personen wesentlich besser gestellt. Auch die (Selbst-)Mordstatistik bringt dies zum Ausdruck.

Wenn der Staat die Gläubiger derart begünstigen will, auch für solche Unternehmer, die in die Covid-Falle tappten, dann könnte der Steuerberechnungsbetrag auch nach den Pfändungsabzügen erfolgen.

Moderne Halskrause für Giralgeldschuldner

Die Gläubiger haben Gläubigerschutzverbände, jedoch die Giralsklaven sind nicht koordiniert, sondern es wird eine Rechtsnorm aus der Kirche und Kaiserzeit weiterhin praktiziert: eine elektronische Giroschuld-Halskrause, ähnlich seinerzeit in Afrika. Von David Livingston wurde bekannt, dass er einige Sklaventreiber in die Fluch geschlagen hatte, um die Sklaven zu befreien, die sonst zur Handelsware geworden wären. In ähnlicher Weise schmücken heute die Forderungen gegen künftige Einkünfte die Bilanzen der Banken.

https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Slaves_ruvuma.jpg

Die Gesundheit geht mit Verarmung oft Hand in Hand. Wenn die Würde des Menschen unantastbar sein soll (Grundrecht), dann wäre hier ein radikales Umdenken erforderlich. Wenn nun Corona-geschädigte Kleinunternehmer und Bürgen ihr Vermögen zur Verfügung stellen, sollte dies für die Restschuldbefreiung reichen, also Abwicklung wie bei Kapitalgesellschaften ohne Versklavung betreffend künftiger Erträge. Wenn der Staat einen Gläubigerausgleich geben will, wären diese Lasten zu sozialisieren, etwa so wie seinerzeit nach der DDR-Integration ein Solidarbeitrag eingefordert wurde. In Relation macht es zu den übrigen Stützungszuwendungen ohnedies nur eine Bagatelle aus, wenn zuvor Frist der Entschuldung und exekutierbarer Anteil über das Existenzminimum neu geordnet würde.

Schlussfolgerung

Die Kluft zwischen Arm und Reich wird durch Corona vergrößert, viele Familien des Mittelstandes rutschen in die Armutsgrenze und das zeigt sich auch an den Symptomen. Doch Parteipolitiker wollen lieber Symptome bekämpfen (Strafmaß etc) als die Ursachen.

Unser Finanzsystem ist ohnedies mit viel Geld geflutet, das sollte in der Verteilung auch jenen Familien zugute kommen, die aufgrund der Pandemie in die Not geraten sind. Die Angemessenheit von Exekutionstabellen im Vergleich mit den Nachbarländern in Europa, speziell der Schweiz, wäre neu zu ordnen und Gestrandeten müsste mehr Schutz gewährt werden. Die Beschämung der Familien hat viele Beziehungskatastrophen zur Folge, Ehen brechen infolge umgeleiteter Konfliktaustragung. Wenn dann Frauen Unterhaltsleistungen fordern, rasten manche Männer aus.

Referenzen

Donald D. Hoffman, (2020) Relativ real: Warum wir die Wirklichkeit nicht erfassen können und wie die Evolution unsere Wahrnehmung geformt hat

Gerald Hüther, (2021) Lieblosigkeit macht krank.

Ders., (2020) Würde.

Bruce Lipton (2016) Epigenetik, Intelligente Zellen – Wie Erfahrungen unsere Gene steuern

Postscriptum

Wir ersuchen Rechtspfleger und Anwälte etc., diese Denkansätze zum Reformenstau noch anzureichern.

Vöcklabruck – Wien, am 23. Mai 2021


Dr. Johann Hüthmair

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Dr. Johann Hüthmair
Obmann: Bürgerinitiative Zivilcourage (BiZ)
www.buergerinitiative.biz
[email protected]
Tel: +43 7672 27898
4840 Vöcklabruck, Austria
ZVR: 832775826


12 Gedanken zu „Corona-Konkurslawine: und wie soll es weitergehen?“
  1. Wie soll es weitergehen? doch einfach, wen es jetzt noch keiner begriffen hat, die REGIERUNG muss WEG. Die wollen es so. Diese schwerverbrecher leben wie die Made im Speck, und die Bürger werden zu tote gespritzt, außer Arraber und andere!

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  2. Tiroler Tageszeitung schrieb am 24.06.2021: Beschämung aus Konkurs und emotionale Reaktionen?
    „Ziel war, sie zum Schweigen zu bringen.
    Die Ehe eines türkischstämmigen Paares in Imst stand von Anfang an nicht unter einem besonders guten Stern. Animositäten unter den Familien hatten zur Reduktion der Hochzeitsgäste geführt. Dennoch ließen die ersten Ehejahre Glück verspüren, ein gemeinsames Kind war vor drei Jahren auf die Welt gekommen. Dann der Konkurs des 34-Jährigen, der zu nicht mehr endenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten führte. Ein Umstand, mit dem die Ehefrau offenbar nur schwer zurechtkam, besonders störte die Frau, dass der Mann von der eigenen Familie Geld geborgt hatte.

    Letzten Juni hatte die 31-Jährige den Mann dann um drei Uhr morgens geweckt, um mit ihm die wirtschaftliche Situation zu besprechen. Nach einem Streit, bei dem die Frau erst ein Messer aus der Küche geholt hatte, würgte der 34-Jährige seine Ehefrau und erstickte sie darauf mit einem Polster. Im Nebenraum schlief der kleine Sohn. Im gestrigen Mordprozess am Landesgericht kam Staatsanwältin Adelheid Steiner dazu nur zu einem Schluss: „Was tatsächlich zum Tod führte, war das Ziel des Angeklagten, seine Frau zum Schweigen zu bringen!“

    Verteidiger Markus Abwerzger fragte nach der Motivation für den Femizid: „Es gibt für so eine Tat keine Rechtfertigung. Man kann nur Erklärungen für das Warum suchen.“ Das Mordmotiv fasste der umfassend Geständige mit „Selbstverachtung, Trauer und Wut“ zusammen. Das Opfer habe er in den Inn geworfen und dessen Handy manipuliert, um es wie einen Selbstmord aussehen zu lassen: „Ich wollte nicht, dass das Kind ohne Eltern aufwächst.“

    Noch schwerer erträglich war es für die Opferfamilie wohl, vom Ex-Schwiegersohn und Schwager zu hören, dass er seine Frau „ja immer geliebt habe und noch immer liebe“. Richter Hermann Hofer: „Ja warum haben Sie es beim Würgen denn dann nicht rechtzeitig sein lassen?“ Der Angeklagte: „Es ging alles so schnell!“ Mit 6:2 der Stimmen Mord (und nicht Totschlag) für die Geschworenen. 20 Jahre Gefängnis ergingen darauf nicht rechtskräftig.” https://www.tt.com/artikel/30794656/femizid-an-31-jaehriger-in-imst-ehemann-zu-20-jahren-haft-verurteilt

  3. Vielen herzlichen Dank für diesen wirklich sehr prägnanten und bestens ausgeführten Artikel über den Unfug der Totpfänderei von (aus welchen Gründen auch immer) Gestrandete und die Folgen für diese. Auf diesem Gebiet ist ja jahrelang nur herumdiskutiert worden, ohne das vernünftige Lösungsansätze umgesetzt werden konnten.

    Es gibt viele Beispiele von initiativen Unternehmern, die gestrauchelt sind und dann ein ganzes Berufsleben als Wertschöpfungsquelle ausfallen, weil sie unter diesen Bedingungen nicht mehr Tritt fassen können. Das ist auch volkswirtschaftlich eine Katastrophe, von familiären Tragödien und anderen sozialen Kosten ganz zu schweigen. In den USA sind solche Leute oft sehr gesucht und hochwillkommen als Sanierer oder für andere wichtige Tätigkeiten, weil sie Erfahrungen haben, die sonst niemand besitzt.

  4. Herr Dr. Hüthmair ist interessanterweise auf zwei ungewöhnlichen Arbeitsgebieten tätig. Zum einen ist er ein langjähriger und erfahrenerer Sanierungsbegleiter und gleichzeitig Obmann einer Bürgerinitiative für Zivilcourage. Anscheinend braucht es beides um mit dieser Thematik an die Öffentlichkeit zu gehen. In seinem Artikel weist er auf einen gesellschaftlichen und politischen Missstand hin, der in der breiten Öffentlichkeit kaum Beachtung findet. Und er setzt sich für eine Gesellschaftsschicht ein die zwar eine tragende Säule im wirtschaftlichen und allgemeinen Leben bildet aber deren Nöte nicht nur durch die Coronasituation, sondern schon seit Jahren, verschärft wurden. Die Selbständigen in den Klein- und Mittelbetrieben leiden still, sie haben keine Lobby und auch sonst keine gewichtigen politischen Vertreter die sich ihrer Nöte – die Herr Hüthmair sehr gut beschreibt- annimmt.

    Nicht nur die Kluft zwischen arm und reich wird -von der breiten Öffentlichkeit auch wahrgenommen – immer größer, auch die Kluft zwischen der Gruppe von den „Sie säen nicht und sie ernten nicht, aber der Steuerzahler/ Beitragszahler ernährt sie doch“ und den kleinen Selbständigen -von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen- wird immer größer. Damit meine ich nicht nur die von Herrn Hüthmair geschilderten persönliche Haftungen und die damit verbunden langjährigen Folgen für die Betroffenen und ihre Familien, sondern die enormen Belastungen (Bürokratie, Arbeits- und Steuerrecht, Mitarbeiterthematiken, Automatisierung usw.) welche die Selbständigen in einer immer mehr von Narzissmus geprägten Umfeld zu tragen haben.

    Dieser Artikel würde es verdienen einem breiterem Publikum vorgestellt zu werden. Vielleicht gibt es ja eine Person, welche diese Möglichkeit hat, mit der dafür nötigen ZIVILCOURAGE.

  5. Ein interessanter Artikel. Ich denke auch dass die Familienrechte mehr Berücksichtigung finden sollten, insbesondere die Unterhaltsansprüche, soferne diese tatsächlich bedient werden. Grundsätzlich bin ich der Meinung schon im Vorfeld mehr Energie aufzuwenden um Insolvenzen zu vermeiden. Die Gründe für Pleiten sind vielschichtig. Die Gläubiger von heute sind oft die Schuldner von morgen. Auch hier bestünde Handlungsbedarf. Jedem müsste die Möglichkeit geboten werden, Infos zu erhalten mit wem er Geschäfte macht. Transparenz wäre angesagt. Coronapolitik hat die ganze Sache verschärft und bringt das System ins wanken. Vielleicht kommt was Besseres? (EM Anwalt)

  6. Dieser folgende Satz aus dem Text zeigt, um was es m. E. wirklich geht:

    „Auch solle der Aufbau örtlicher Impfstofffabriken unterstützt werden.“

    Solches muss sich ja amortisieren und das tut es, indem eine entsprechende Nachfrage erzeugt wird, die zu entsprechender Produktion, zu entsprechendem Verkauf mit entsprechendem kalkulierten möglichst Maximalgewinn führt.

    Die bauen nicht mal eben zig Fabriken für eine begrenzte Zeit. – Das allein sagt aus, dass die diese (und womöglich weitere) Pöndemie/n als langfristiges Geschäftsmodell geplant bzw. kalkuliert haben – meines Erachtens jedenfalls.

    Was das für die Menschheit bedeutet dürfte klar sein.

  7. Die absolute Übergewichtung des Materiellen und somit auch die Negierung der Familie, ist DAS Problem unserer Gesellschuft!

    Es gilt, die vermeintlichen “Ansprüche” einiger Weniger zu sichern, die uns zum Spielball ihrer materiellen Interessen gemacht – versklavt – haben!

    Solange aus diesem Umstand keine Rückschlüsse und keine Handlungen dagegen stehen, wird die Situation – global – so bleiben!

    Letztendlich bedeutet das: Ende, aus, Micky Maus…

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