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Avers und Revers der Medaille durch ein graphisches Verbindungselement zusammengehalten, die Einheit der beiden Medaillenseiten markierend. Erste Beschreibung der Brukenthal-Medaille in einer ­numismatischen Zeitschrift. · Foto: Archiv Balazs

Von Josef Balazs
 

Die Freimaurerei war und ist vielen ein Geheimnis. Der kluge Christian Morgenstern meinte: „Alle Geheimnisse liegen in vollkommener Offenheit vor uns. Nur wir stufen uns gegen sie ab. Es gibt kein Geheimnis an sich, es gibt nur Uneingeweihte aller Grade.“ Öffnet man das erste deutsche Freimaurer-Lexikon von 1818, erfährt man gleich im Vorwort: „Was schon gedruckt worden ist, kann strenggenommen, nicht mehr für ein Geheimnis gelten. Oder soll gar nichts gedruckt werden?“ Und gerade über die Freimaurerei wurde bereits in den Anfängen alles, aber wirklich alles gedruckt. In der ersten großen Enthüllungsschrift von Samuel Prichard, „Masonry dissected“, im Jahre 1730 in London gedruckt, wurde der Welt das Ritual der free-mason „verraten“. Konsultiert man weiterhin das erste Freimaurer-Lexikon und sucht nach dem Stichwort Halle, findet man: „Joh. Loge zu den 3 goldnen Schlüsseln, gestiftet den 6. Dez. 1743 von der großen Loge zu den 3 Weltkugeln in Berlin.“

Samuel Brukenthals erster Biograph, Johann Georg Schaser, skizzierte 1848 in seinen „Denkwürdigkeiten“ die Jugendjahre des späteren Gubernators von Siebenbürgen in wenigen Sätzen: „bezog im Jahr 1743 die Universität Halle, wo er durch nicht volle zwei Jahre den juristischen Studien mit großem Fleiße oblag“. Gleich danach folgt die sinnreiche Mitteilung, die Grund für viele Spekulationen lieferte: „Hier war es auch, wo er in eine Freimaurerloge aufgenommen und auch zum Meister vom Stuhle gewählt wurde, wie dies eine in der B. Brukenthal´schen Münzsammlung befindliche Münze beweiset.“

Der zweite Brukenthal-Biograph, Georg Adolf Schuller, spricht (1967) von einer „Studentenloge“ und erwähnt in extenso die in Halle geprägte „Denkmünze“ (siehe Beitragsbild).

Kehrt man zurück zum Freimaurer-Lexikon von 1818 und vertieft sich beim Suchwort Halle, staunt man nicht wenig: „Im Jahr 1744 ließ der damalige Meister vom Stuhl, der Br. C.S. v. Br. eine Medaille prägen, auf deren erste Seite man einen gekleideten Freimaurer, an eine Weltkugel gelehnt, erblickt, welcher ein Senkblei hält, und der mit mehreren maurerischen Gerätschaften umgeben ist, mit der Umschrift: Studio sapientia silentio. Die andere Seite zeigt drei ineinander verschlungene Hände, welche den Lehr-Nähr- und Wehrstand bezeichnen; darunter die Stadt Halle. Die Umschrift ist: Et non fucata amicitia quid nobilius, und die Unterschrift: Halae MDCCXLIC d. XXIV. Jun.“

Es entsteht der begründete Verdacht, dass dem Autor dieses Lexikon-Artikels nur die Initialen des ersten Stuhlmeisters der Loge in Halle bekannt waren, der ausgeschriebene Name hingegen nicht. Nur die engsten Eingeweihten kannten die Identität des ersten Stuhlmeisters der Freimaurer-Loge in Halle. Zwanzig Jahre nach der Prägung in Halle wird das Rätsel um die geheimnisvollen Initialen auf der Hauptseite der Medaille in einer Register-Publikation gelöst. Unter dem Suchwort „Freymäurer, Free-Masons, Franc-Mason“ befindet sich die brisante Information: „hallische Loge […] der Großmeister derselben Carl Sam. von Brukenthal, ein Siebenbürger“.

Nun wusste die ganze Welt, dass Carl Samuel von Brukenthal, ein „Cibinio-Transylvanus (d. i. aus Hermannstadt in Siebenbürgen)“ seit dem 11. Mai 1743 als „Stud. jur.“, als Student der Rechte immatrikuliert in Halle, auch „Erster Meister vom Stuhl“ der neu gegründeten Freimaurer-Loge war. Brukenthal, ein Jünger der königlichen Kunst!

Abermals bemühen wir das erste deutsche Freimaurer-Lexikon, um Wesentliches zu erfahren: „Kunst oder auch königliche Kunst, ist es, Geheimnisse zu bewahren, und daher pflegt man wohl die jetzige Freimaurerei so zu nennen. […] Aber noch mehr ist es eine königliche Kunst, Menschen zum Guten zu führen, ohne weltliche Macht dabei anzuwenden.“

Brukenthal, der spätere Berater der Habsburger-Monarchin Maria Theresia, hat sich bemüht, den Anforderungen der hohen königlichen Kunst gerecht zu werden.

Quelle: Siebenbürgische Zeitung


7 Gedanken zu „Carl Samuel von Brukenthal und die königliche Kunst“
  1. Söhne des Bundes, im Weltlogenverband
    Vom Lehrling bis zum Meister, Ein Bruderband

    Hinter dem Schleier klar und zweifelsfrei
    Gibt es nur eine Freimaurerei
    Nur eine Maurerei
    Die Bruderkette fest geschnürt ums Erdenrund
    Es gibt nur diesen, den einen Weltenbund

    Harmlosigkeit entnimmt man ihren Worten
    Von Freundschaft, Wahrheit und von Licht
    Glückseligkeit an allen ihren Orten
    Menschenveredelung als Pflicht
    Getarnt als Wohlfahrtsorganisationen
    Und selbst nicht einmal eingeweiht
    Benutzt man Brüder niederer Sektionen
    Zum Sein als Kampf um Menschlichkeit

    Doch in den Hochgradlogen
    Bestimmen sie die Politik
    Es sind die Namenlosen
    In jedem Königreich, in jeder Republik

    Ein Staat im Staate mit der Vision
    Kein Vaterland, keine Nation
    Außer der einen, die bleibt bestehen
    Die anderen sollen untergehen!

    Ein Griff, ein Zeichen, ein Losungswort
    In Ost und West, von Süd bis Nord
    Man kennt sich auch am Druck der Hand
    Weltbürgertum statt Vaterland
    Wie feiner Staub der alles durchdringt
    Machthungriger Killerinstinkt
    Ein Seelenzwang der Finsternis
    So tödlich, wie ein Schlangenbiß

    Die Natter, die das Herz vergiftet
    Die Zwietracht und Verderben stiftet
    Emporgestiegen aus des Nebels Dunst
    Sie nennen es die “Königliche Kunst”

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    1. Ein Seelenzwang der Finsternis

      Aus Neugier wird Gier, und später oft Angst: Angst vor den eigenen Reihen. Angst vor den Opfern. Angst vor dem eigenen Schatten. “Angst fressen Seele auf”. In dem dabei entstehenden Vakuum lässt sich eine neue Seele nieder: Die der Finsternis.

      Danke für die passenden und sich trotzdem reimenden Zeilen.

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      1. Tausendfach ist ihre Lehre getarnt
        Seit es sie gibt, wird vor ihr gewarnt
        Ihr Wesen verhüllt in die dreifache Nacht
        Wie Viele haben sie schon umgebracht?

        Zirkel, Kelle, Winkelmaß, Senkblei
        Ihre Werkzeuge der Tyrannei
        VerLOGENheit

        Viele Fürsten und Geistesgrößen verfingen sich in ihren Netzen
        Ahnungslos missbraucht und ohne Recht sich jemals mehr zu widersetzen

        Nein es ist niemals vorbei für den, der es noch nicht glaubt:
        Doch in der Freimaurerei ist das Töten erlaubt

        In fensterlosen Räumen, die Tür bewacht
        Denn aus dem Osten kommt ihr Licht
        Mit dem Beistand der Geister um Mitternacht
        Wo man das Todesurteil spricht

        Wer nicht mehr mittanzt in ihrem Reigen
        Den bringen sie für immer zum Schweigen

        Ganz egal ob hier ob anderswo bauen sie am Tempel Salomo
        VerLOGENheit

        Wer ihn einmal gelobt hat ihren teuflischen Eid
        Der kann ihm nie wieder entsagen
        Bricht er das Siegel der Verschwiegenheit
        Hat seine letzte Stunde schon geschlagen

        Viele fanden ihr Ende bei Mitternacht wie Verbrecher verscharrt im Massengrab
        Durch die giftige Pille, den Schierlingstrank. Im Namen der Logen zum Tode verdammt
        Boten des Todes, Meuchler, Verräter: Leibärzte, Maurer, Jesuiten, Beichtväter

        Wie viele haben sie schon hingerichtet?
        Wie viele wissentlich vernichtet?
        Mummenschanz, Mystik und Aberglaube
        Grabschändungen und Schädelraube
        Luther?! Lessing!? Mozart! Schiller!
        Fichte?! Leibnitz!? Nietzsche?! Schubert!?
        Und wen noch?

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  2. Nicht erst seit 1717 gibt es sie, obwohl sie das verkünden
    Es gab sie schon viel früher in den Rosenkreuzern und in anderen Bünden
    Sie stammt nicht aus den mittelalterlichen Maurergilden und Bauhütten
    Doch hat sie diese ausgenutzt, vereinnahmt, unterwandert und durchschritten.

    Ihr Wesen und ihr Wirken im Ursprung und Mysterium
    Steckt in den Wurzeln aus dem Orient, der Priester- und Levitentum

    In England festgesetzt und durch die Oberschicht geleitet
    Und schließlich mit Britanniens stolzem Empire in alle Welt verbreitet

    Kein Aufruhr und keine Revolte in den letzten 250 Jahren
    Kein Krieg, keine Revolution an der sie nicht führend beteiligt waren
    Die Revolution in Russland glich der französischen bis auf das Haar
    In Mexiko, Spanien, Österreich, Deutschland-
    Ihre Handschrift auch hier unverkennbar

    Der Hass! der Krieg! der Tod!
    Die Freimaurerei!

    Noch heute holen sich US-Präsidenten ihren Segen
    Indem sie ihren Eid auf die Logenbibel ablegen
    Von der Unabhängigkeitserklärung bis hin zu Versailles
    Diese Dokumente – fleischgewordene Maurerei
    Ihre Zeichen und Signale, ihre Sitten und Gebräuche
    Ein Pesthauch um den Globus weht:
    Sie sind die größte Seuche!

    Sie haben leichtes Spiel mit den Unwissenden, Profanen
    Weil die dummen “Nicht-Erleuchteten” von alledem nichts ahnen

    Gewisse Sekten wollen einen neuen Weltkrieg schüren
    Laut Johannes-Offenbarung Armageddon herbeiführen
    Ihre Bibelcode-Auslegung, ihre ganz spezielle Weisung
    Messianische Visionen, eine teuflische Verheißung
    Ihre Zeichen und Signale,
    Ihre Sitten und Gebräuche
    Ein Pesthauch um den Globus weht:
    Sie sind die größte Seuche!

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    1. Ausschnitt aus “Der Vogel” – aculeus
      …Willst Du erkennen, wer das erfand,
      so suche nicht im eignen Land,
      such allerorts auf dieser Welt,
      suche die Priester und ihr Geld,
      suche am Euphrat und am Tiber,
      am Kifisos such die Kassiber,
      suche nach Eos und Boreas,
      dem Ararat, dem Berge Noahs,
      am Jordan und auch im Irak,
      schau genau hin und hinterfrag:
      wie es zu all den Göttern kam,
      wo alles seinen Anfang nahm.
      Erreichst Du das Ufer am großen Nil,
      bist Du noch lange nicht am Ziel…

      (…den Rest lasse ich weg, sonst weinen die Gläubigen wieder)

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    2. “Laut Johannes-Offenbarung Armageddon herbeiführen”
      Hahaha. Diese Offenbarung haben die doch wohl selbst geschrieben.

      “Nicht erst seit 1717 gibt es sie, obwohl sie das verkünden”
      Genau so ist es 😉

      Der Wurmfortsatz nach unten bilden übrigens die sg. Herrenclubs, Rotarier exklusiv in vorderster Reihe dabei. Vor Jahren habe ich mal einer in der Kindheit adoptierten Frau helfen wollen, ihre Identität zu klären. Sie hatte einen farbigen Bruder und über die Herkunft der Kinder wurde in der (reichen) Familie kein Wort verloren. Alle von mir vorgeschlagenen Wege scheiterten, sogar das Einwohnermeldeamt mauerte und gab über Urkunden und die Daten des Stammbuchs keine Auskunft. Die Spuren führten in einen Rotarierclub der nahen Kreisstadt. Nahezu alle Kontakte der Familie waren Rotarier.

      Die Rotarier kümmerten sich um arme Kinder in Afrika, vornehmlich Waisen. Die Seite der Rotarier sprühte vor Edelmut und Selbstbeweihräucherung. Auch die lokale Presse konnte sich vor lauter Lobeshymnen nicht einkriegen. Regelmäßig flogen Delegationen der Rotarier nach Afrika, um den Bedürftigen dort angeblich Hilfe zukommen zu lassen.

      Und jetzt kommt der dicke Hammer. Die Mütter dar “armen Kinder” waren durch die Reihe weg afrikanische Huren, denen die Rotarier -gegen Geld- die Kinder abnahmen. Auf deutsch : Sie haben die Kinder gekauft. Aber das war noch nicht alles. Die Empfängnis und das Austragen der Kinder gehörten mit zum Deal.

      Nun kann man sich denken, was mit den Kindern geschah. Zeugen und Beweise gibt es nicht, und keins der Kinder kann mehr aussagen, denn keins ist aus dem Kindesalter rausgekommen. Und wie das im richtigen Leben ist, entwickelten auch dieses Geschäfte eine Eigendynamik. Kinder sind allesamt niedlich, und manche besonders, so dass manche Rotariern (vornehmlich weibliche) sentimentale Gefühle entwickelten, und daher hin und wieder eins der Kinder per Adoption Zugang zu reichen Familien fand.

      Nachdem das rausgekommen ist, und zig Prüfungen den Verdacht mehr und mehr erhärteten, verschwand die Frau ohne ein Wort des Abschieds und man hat sie seitdem nie wieder gesehen, auch nicht im Internet.

      Soviel nur zum Thema Freimaurer und deren Strukturen in der Gesellschaft. Die geheime Gesellschaft ist ein Netz, dass nach unten hin zwar immer grobmaschiger wird, dafür in seiner Größe aber beträchtliche Dimensionen erreicht. Und fast niemand weiß (und will es auch nicht wissen), welche hässliche Fratze hinter so mancher freundlich lächelnden “Maske der Güte” verborgen ist.

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