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Zu jedem Spekulationsvorgang gehört ein Gewinner und analog dazu ein Verlierer. | Bild: shutterstock

Seit der Finanzkrise 2008 befindet sich die Finanzwelt im Allgemeinen und in Europa im Besonderen in einem Dauerkrisenbewältigungsmodus. Die Wahl des Mittels die ständigen Finanzkrisen der EU zu bewältigen, ist hemmungslose Gelddruckerei.
 

Es mag sein, dass einmaliges Gelddrucken zur Überwindung einer außergewöhnlichen Krise, wie sie eben 2008 durch das Zusammenbrechen des Interbankenmarktes entstand, akzeptabel ist. Allerdings hat man seither aus der Not von 2008 eine Tugend gemacht. Dabei werden unter Umgehung des Maastricher Vertrags Staatsschulden monetarisiert,

Das heißt also mit frisch gedrucktem Geld der EZB Staatspapiere von allerlei internationalen Investmentgesellschaften, die von den ursprünglich hohen Zinsen der Südländer angezogen wurden, aufgekauft und so einerseits die Südstaaten der EU entschuldet, andererseits die betreffenden Fondsgesellschaften vor dem Bankrott gerettet. Die Schulden lagern seither bei der EZB, die als Badbank fungiert. Diese Schulden müssen dann irgend wann einmal abgeschrieben werden. Gleichzeitig hat die EZB den Leitzins auf null gedrückt, um die Neuverschuldung zu erleichtern.

Profiteure dieser Politik waren und sind die genannten internationale Fondsgesellschaften (Aktienfonds, Pensionsfonds), die sich mit ihren Anlagen verspekuliert hatten und durch die Politik der EZB gerettet wurden.

Verlierer dieser Politik sind vor allem kleine Sparer, deren mühsam erworbener Spargroschen durch die nun einsetzende Inflation entwertet wird. Dabei kann man getrost davon ausgehen, dass die derzeit eingestandene Inflation im Euroraum von 5% geschönt ist, da dieser Wert durch die Preissteigerungen eines „Warenkorbes“ ermittelt wird, dessen Zusammensetzung manipuliert ist.

Wie sehr sich der Euro wirklich entwertet hat, erkennt man am besten an „Vermögenswerten“, wie z.B. Immobilien. Ein Blick auf den Hauspreisindex in Deutschland (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/70265/umfrage/haeuserpreisindex-in-deutschland-seit-2000/) zeigt zwischen 2015 und 2020 eine Steigerung von 38%, was einer jährlichen Inflationsrate von 6,6 % entspricht. Man sieht an der Graphik, dass die Hauspreisrallye genau 2008, also seit dem Beginn der kriminellen Geldpolitik der EZB einsetzte. Betrachtet man die Wohnungspreise ausgewählter deutscher Städte (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/6654/umfrage/immobilienpreise-fuer-eigentumswohnungen-in-deutschen-staedten-2008/), so ergibt sich eine durchschnittliche Steigerungsrate in den letzten 5 Jahren von sogar 11%!

Diese Preissteigerungen ergeben sich dadurch, dass betuchte Geldbesitzer ihr Geld in Immobilien retten. Somit kann man aus diesen Preissteigerungen ersehen,  in welchen Bereichen sich die reale Inflation bereits bewegt. In dem Warenkorb werden „Vermögenswerte“ wie Eigentumswohnungen oder Eigenheime nicht aufgenommen, da deren Besitz offenbar als Luxus gelten, der nicht selbstverständlich ist. Dabei wurde bereits das Prinzip vom „Great Reset“ vorweggenommen :

„Du wirst nichts besitzen und Du wirst glücklich sein“

Wirft man einen Blick auf die Entwicklung der Geldmenge M0, die die EZB seit 2008 geschöpft hat, so ist jedoch zu befürchten, dass derartige Preissteigerungen nur der Anfang vom Anfang sind (die Graphik, sowie alle weiteren Informationen in diesem Artikel stammen aus dem Buch von Prof. Hans Werner Sinn, „die wundersame Geldvermehrung“) :

Man ersieht aus dieser Graphik, dass insbesondere die Corona-Pandemie einen Dammbruch in Hinblick auf die Geldschöpfung dargestellt hat. Die Geldmenge M0 verdoppelte sich innerhalb von zwei Jahren!

Prof. Sinn erklärt dazu, dass diese Geldschwemme bisher nur zum kleinen Teil inflationswirksam wurde, weil der größte Teil dieser Geldmenge (ca. 4,9 Billionen Euro) in Horten bei den Banken gebunkert und bisher nicht in den Umlauf gekommen ist. Würden die Banken, eine entsprechende Geldnachfrage vorausgesetzt, diese Gelder über Kredite in den Umlauf bringen, so würde sich diese Geldmenge über den Geldschöpfungsfaktor nochmals multiplizieren. Wie hoch der durch die Kreditvergabe sich ergebende Geldschöpfungsfaktor wird, hängt von der Geldnachfrage ab. 2008 lag der Geldschöpfungsfaktor bei 4,4 und 2021 nur mehr bei 1,8.  Man muss die sich in so einem Fall ergebenden Summen von 10-20 Billionen Euro mit dem BIP der Eurozone von 11 Billionen in Relation setzen um zu erahnen, was auf uns zukommen könnte!

Dies alles lässt in Hinblick auf die unsinnige „Energiewende“ Schlimmstes befürchten. Will man die „Energiewende“ mit all ihren Irrsinnigkeiten auf Schiene bringen, so sind Dutzende Billionen Euros notwendig, die unmöglich über Steuern oder einer CO2-Abgabe hereingebracht werden können. Man kann sich lebhaft vorstellen, dass der obige Endpunkt der Kurve dann bloß der Anfang vom Anfang einer in der Geschichte der Menschheit noch nie dagewesenen Gelddruckorgie sein wird (die Hyperinflation in Deutschland Anfang der Zwanziger-Jahre mal ausgenommen).

Man kann die durch die „Energiewende“ in der EU entstehende Ökonomie am besten mit einer Kriegswirtschaft vergleichen, bei der über die Geldpresse im Grunde unsinnige Rüstungsgüter hergestellt werden. Statt unsinnige Rüstungsgüter soll jetzt eine unsinnige, weil viel zu aufwendige und ineffiziente Energieversorgung installiert werden, die so wie bei der Rüstung einigen Wenigen phantastische Gewinne, den Rest der Bürger jedoch nur Not und Einschränkung bescheren.

Zu bemerken ist, dass diese Geldpolitik, die eigentlich eine durch den Maastricher Vertrag verbotene Fiskalpolitik der EZB ist, durch den EuGH bereits abgesegnet wurde. Dieses Gericht hat also das Gesetz nach Wünschen der Politik zurechtgebogen. Dabei war dieser Vertrag die Basis vieler Volksabstimmungen über den Beitritt zur EU. Frau Lagard erklärte dazu: Man hatte die Verträge brechen müssen, um den Euro zu retten (BIS Quarterly Review, September 2010, S 16 https://www.bis.org/publ/qtrpdf/r_qt1009.htm)

Hier nun die wichtigsten Meilensteine der Gelddruckorgie der EZB:

(man beachte vor allem die kreativen Wortschöpfungen und deren Abkürzungen, die offenbar nur den Zweck haben, das staunende Publikum zu verwirren)

2008: Die EZB erlaubte ihren Mitgliedsnotenbanken zu niedrigen Zinsen unbegrenzt frisch gedrucktes Geld zu verleihen (Vollzuteilung, wird bis heute durchgeführt obwohl es nur eine Notmaßnahme war)

2010: Rettungspaket für Griechenland  110 Mrd., danach „Rettungsschirm“ EFSF 440 bis 780 Mrd. (EFSF  Europäische Finanzstabilisierungsfazilität)

2011: zweites Rettungsprogramm für Griechenland (110 + 43Mrd.) und Aufkauf italienischer Staatspapiere im Rahmen vom SMP-Programm ( Securities Markets Programme):

Kauf von Staatspapieren der Krisenländer durch alle Notenbanken des Eurosystems (Griechenland, Irland, Portugal, Italien und Spanien): zwischen 2010 und 2012,  223 Mrd

2012: EFSF  mit ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus) erweitert auf 990 Mrd (Fiskalpakt zwischen den meisten EU-Länder, EU Länder stellen Mittel zur Verfügung)

2012: OMT (Outright Monetary Transaction, gleichbedeutend mit „whatever it takes“):

Die EZB kündigte an, dass sie die Gläubiger von konkursgefährdeten Ländern von nun an vollkommen schützen würde, indem sie den Investoren die Schrottpapiere rechtzeitig abkaufen wird. Bedingung war, dass Mittel aus dem ESM bereits zur Verfügung stehen.

Das OMT-Programm war de-facto eine kostenlose Kreditausfallversicherung. Die Risikoprämien wurden so quasi vom Steuerzahler übernommen. Es handelt sich wieder um eine für die EZB verbotene Fiskalpolitik. Der Euro wurde zur Haftungsunion zugunsten der südeuropäischen Länder.

2012: Irland und Zypern druckten im Rahmen von ELA 251 Mrd. (ELA (Emergency Liquidity Assistance)

2014: drittes Rettungspaket für Griechenland: Griechenland druckt selbst Geld im Rahmen des ELA  Programms: 96Mrd.

3. Juli 2015 offizieller Konkurs Griechenlands im Eurosystem. Der Austritt Griechenlands wurde im letzten Moment vom französischen Präsidenten Hollande und Merkel verhindert.

2015: dritter Rettungsschirm für Griechenland, 62 Mrd.

2015:  QE (Quantitative Easing), Mit diesem Programm warf die EZB alle bisherigen Regeln über Bord, dahinter verstecken sich:

LTRO (longer-term refinancing operations , längerfristige Refinanzierungskredite),

PSPP (Public Sector Purchase Programme, also Wertpapierkäufe, vorallem Staatspapierkäufe): 60 Mrd pro Monat. Insgesamt 2000 Mrd. Euro

2015: Als Reaktion auf Kritik an den LTROs folgten TLTRO (Targeted Longer Term Refinancing Operations):

TLTRO-I 432 Mrd

2016:  TLTRO II 739 Mrd

2019:  TLTRO III 2287 Mrd. (großteils für die Corona-Pandemie) teilweise mit -1% Zinsen

2020: erklärte das deutsche Bundesverfassungsgericht, dass der EuGH bei der Beurteilung des OMT-Programmes, also bei der Ablehnung der deutschen Beschwerde darüber, seine Kompetenz überschritten hätte und sein Urteil deshalb in dieser Form nicht bindend für Deutschland sei!

Das Bundesverfassungsgericht durfte sich in dieser Sache gegen den EuGH wenden, weil das Budgetrecht des Bundestages unveräußerlich ist und deshalb die EU-Verträge auch nicht so interpretiert werden können, dass dieses beschnitten wird und dass der EuGH dafür zuständig ist, darüber zu urteilen! In der Praxis war dieses Urteil bedeutungslos.

ANFA (Agreement on Net Financial Assets ): Nationale Notenbanken dürfen Geld schöpfen, um damit zu „investieren“, sprich spekulieren. Dieses „Programm“ ist Teil der Verträge, bei denen  die Mitgliedsnotenbanken  frühere Usancen herübergerettet hatten. Derzeitiges Volumen 971 Mrd.

Corona-Pandemie: Insgesamt 2.800 Mrd.:

2020: PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) 750 +600+ 500 Mrd

2021 PELTRO – Programm (Pandemic Emergency Longer Term Refinancing Operation) 34 Mrd.

2020 – 2021 APP (Asset Purchase Programm) 560 Mrd.


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Von Redaktion

15 Gedanken zu „Protokoll des Euro-Geldbetruges“
  1. Vielen Dank für die gute Aufarbeitung und Zusammenstellung der “Gelddruckerei”. Darf ich auf einen Fehler hinweisen, da es m.E. wichtig ist, die Dinge/Ereignisse beim Namen zu nennen: Bei den Ereignissen 2007/2008 handelte es sich nicht um eine “Finanzkrise”, sondern um den “Zusammenbruch des US-Hypothekar-Betrugssystems”. Der “Spiegel”, Nr. 47 vom 17.11.2008 hat dies minuziös aufgearbeitet unter dem Titel: “Das Kapitalverbrechen – Anatomie einer Weltkrise, die gerade erst begonnen hat.”

  2. Also Ludwig Erhardt meinte Inflation sei verbrecherisch, zweifelsfrei im Recht, die Kernfrage ist wer fuehrt zu welchen Zwecken Waehrungsverschlechterung herbei, z.Z. ist es knapo ausgedrueckt das System parlamentarischer Demokratie!
    Eine sehr Deutsche Antwort, vgl.1918-1923, Waehrung ohne Deckung sie funktioniert nicht, Waehrung hat Wortstamm Wahren also gemeint, Wertwahrung konkret! Bolschewisten und Demokraten haben mit dem Begriff Schwierigkeiten, d.h. Bolschewisten enteignenen nach Herzenslust Kapitalbesitzer inkl.Viehbesitzer ! Demokraten versprechen das BLAUE vom Himmel herunter nur um die Wiederwahl zu sichern, m.a.W.das Ergebnis bleibt sich gleich, mithin der Schutz des privaten Eigentums =Summe aller vermoegenswerten Rechte -deutsche Juristen Lyrik- hat gefaelligst Prosa zu werden!
    Die vorgehende Feststellung mag zunaechst umstritten sein, aber offensichtlich funktioniert es so richtig nie in den vorgestellten Systemen, das nur als Denkanstoss, wobei das viel gepriesene System Orban sicher als Modell wenig taugt, da sogar faule Zigeuner beguenstigend, es kommt naemlich darauf an produzierende Kleinverbaende zu beguenstigen, Zigeuner produzieren naemlich i.d.R.nicht und so ergeben sich Bank, Finan und Haftungsunionen als sozialist.Musterwirtschaften!
    Teufelaustreibungen also angesagt ink.Kinderarbeit, punktum!
    Alf v.Eller Hortobagy
    unabh.Politikberater/Jurist
    und
    Landwirt ohne jegliche Subvention, da unabhaengig bleiben wollend!

  3. Ich bin der Meinung, daß es zwei Geldkreisläufe gibt, den der
    Allgemeinheit und ihren Speziellen nur für Clubmitglieder. Sie
    halten das große Geld in ihren eigenen Reihen und ziehen weiteres
    aus dem der Allgemeinheit ab. Somit läuft der Erstere trocken und
    der Zweite sprudelt wie nie zuvor. Geldverknappung und Überfluss
    zugleich. Ihr Fiat-Money optimiert nur die Fallhöhe bis zum
    nächsten geplanten Finanzcrash.

    Fiat Lux – (lat. ‚Es werde Licht!‘)
    Fiat Money – (lat. ‚Es werde Geld!‘)

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  4. Draghi und Lagarde haben Schuldpapiere der Eurostaaten in Unmengen angekauft und mit selbst hergestelltem Geld bezahlt – eine einfache Sache, da die EZB für die Geldherstellung kein Gold benötigt. Es ist eine Unmenge Geld in Umlauf. Das Geld wurde zum Kauf von Aktien verwendet. Die Nachfrage nach Aktien stieg und damit die Aktienkurse. Die gestiegenen Aktienkurse konnten, da die Geldmenge stieg, bezahlt werden. Diese Inflation der Vermögenspreise (Aktien, Immobilien) wurde nicht durch steigende Preise für Konsumgüter gestört. Das ist nun anders. Preise für Lebensmittel und Energie steigen und die Geldmenge wird nun für diese Güter benötigt. Eigentlich müsste die EZB die gekauften Schuldpapiere verkaufen, was die Geldmenge verringern und den Geldwert stabilisieren würde. Frau Lagarde denkt nicht daran. Sie hat die Stirn zu behaupten, dass die Geldwertstabilität für sie nicht die Priorität hat – der Vorrang der Geldwert- bzw. der Preisstabilität steht in den EU-Verträgen. Da hilft eigentlich nur, dass die Politik mit einer deutschen Parallelwährung droht – es muss ja nicht gleich der Austritt aus der Währungsunion bzw. der EU sein. Es wäre eigentlich ein gefundenes Fressen für die AfD. Leider interessiert sich die Mehrheit nicht für das Finanzsystem, jedenfalls noch nicht.

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    1. Die ÖfD hat das alles seit Jaaaahhhhhren erläutert – haarklein und für jede/n der/die über ein paar funktionierende Gehirnzellen bzw. für den Laien verständlichst erläutert.

      Das Problem ist, dass die Masse so wie sie die C.-Kröte mehrheitlich noch immer schluckt und glaubt, die N.zi-Diffamierung der ÖfD bis heute geschluckt hat und glaubt, ohne sich jemals mit deren Programm wie mit deren fachkompetenten Reden zu befassen.

      Das führte und führt dazu, dass die einfach keinen Fuß mehr auf die Erde bekommen. Bei der Wahl 2017 hätte das Ruder noch herumgerissen werden können, wenn die Masse sich auch hinsichtlich der ÖfD nicht hätte indoktrinieren lassen und sie geschlossen gew.hlt hätte – soviel hätte nicht weggef.lscht werden können – aber 85 – 90 % haben sich nunmal deutschlandweit ihr Geh.rn von den Altp.rteien gehirnwaschen lassen und dieses mentale Implantat wirkt bis heute.

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  5. Danke Merkel!

    Erst hat Kohl unsere D-Mark geopfert, nun wird unter Führung “seines Mädchens” auch das dahinterstehende Vermögen verheizt.
    Die buntversifften Kinder dieser Entwicklung freut es, denn Nutzen und Werte sind denen fremd.

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    1. Also ich meine immer noch, dass auch Mörkel hundertprozentig von der Sat-ANNUIT-Bande gesteuert und auch vielleicht gezwungen wurde – dazu etwas aus meinem Fundus zum ESM:

      “Mysteriös: Warum hat Angela Merkel bei Euro-Krisensitzung geweint?
      Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 13.05.14, 01:31 Uhr | 296 Kommentare

      Der Euro-Gipfel in Cannes im Herbst 2011 muss ein Horror-Trip gewesen sein: EU-Präsident Barroso lancierte einen Putsch gegen den Griechen Papandreou, nachdem dieser von Nicolas Sarkozy gepeinigt worden war. Barack Obama demütigte die Europäer und übernahm offiziell das Kommando. Angela Merkel soll in Tränen ausgebrochen sein, als die Amerikaner die Enteignung von deutschem Volksvermögen als Sicherheit verlangt hatten. Nach diesem Gipfel waren der Euro gerettet und die Euro-Politiker zu Lakaien degradiert.
      Präsident Barack Obama tröstet Merkel unmittelbar nach ihrem Tränen-Ausbruch in Cannes. Dieses offizielle Foto hing danach wochenlang öffentlich im Weißen Haus, als Trophäe. (Foto: White House)
      Die Financial Times hat in einer äußerst lesenswerten Reportage die Ereignisse beim G 20-Gipfel im November 2011 in Cannes rekonstruiert.
      Die Geschichte liest sich wie Shakespeares Macbeth.
      Die FT hat von Teilnehmern des Gipfels erfahren, dass sich die EU-Staatschefs unter Anleitung von Nicolas Sarkozy darauf geeinigt hatten, den griechischen Staatschef Papandreou zu erpressen: Der wollte ein Referendum über das Rettungspaket. Die EU-Führer sagten Nein, Sarkozy demütigte den Griechen in bespielloser Weise. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso soll in der Zwischenzeit ein Intrige gestartet haben und den Oppositionsführer Samaras auf die Installierung einer Regierung der nationalen Einheit vorbereitet haben. Barrosos Kandidat: Der ehemalige Zentralbanker Lucas Papademos. Der Plan gelang. Es war ein eiskalter Putsch, in dem Technokraten aus Brüssel einen gewählten Regierungschef zu Fall brachten. Nicht in offener Feldschlacht, sondern mit dem Messer von hinten. Es muss ein ekelhaftes Zusammentreffen gewesen sein.
      Schließlich ging es bei dem Treffen um Italien: Die Italiener waren am Ende. IWF-Chefin Christine Lagarde versprach, Italien mit 80 Milliarden Euro zu retten, um den Crash zu verhindern. Dafür müsste die Troika ins Land. Statt der Troika kam schließlich der Goldman Mario Monti.
      Die Amerikaner wollten in Cannes eigentlich den Durchbruch bei der Euro-Rettung erreichen. Präsident Barack Obama übernahm die Leitung der Sitzung, nachdem Sarkozy ihm Platz gemacht hatte. Gemeinsam mit seinem Finanzminister Timothy Geithner präsentierte Obama einen Plan: Wie in den USA sollte auch in Europa ein Rettungsschirm eine Brandmauer aus Steuergeldern errichtet werden, um das Finanzsystem zu stabilisieren. Die Europäer sollten unbegrenzt Geld drucken, um eine Panik an den Finanzmärkten zu verhindern. Weil Deutschland sich immer gegen die verbotenen Staatsfinanzierung durch die EZB gewandt hatte, legte Obama einen neuen Vorschlag vor: Die Europäer sollten ihre Speziellen Ziehungsrechte (Special Drawing Rights, eine Art Papiergold, das der IWF für die Mitgliedsländer hält) für die Euro-Rettung verpfänden.
      Hier soll sich nun der FT zufolge die bemerkenswerte Szene abgespielt haben: Angela Merkel soll empört gewesen sein und gesagt haben, dass sie das deutsche Tafelsilber nicht verpfänden könne, weil EZB-Chef Jens Weidmann sein Veto eingelegt habe.
      Die FT schreibt, Merkel sei in „Tränen ausgebrochen“ (tearful breakdown). Sie habe gesagt: „Das ist nicht fair. Ich kann nicht gegen die Bundesbank entscheiden. Das kann ich nicht machen.“
      Die FT wörtlich:
      „,Das ist nicht fair.’ That is not fair, the German chancellor said angrily, tears welling in her eyes. ,Ich bringe mich nicht selbst um.’ I am not going to commit suicide.“
      Merkel soll vor allem erbost gewesen sein, dass die Euro-Retter offenbar die deutschen SDRs kassieren wollten, ohne Italien die Troika zu schicken. Merkel soll gesagt haben: „Ich werde ein solch großes Risiko nicht eingehen, ohne etwas von Italien zu bekommen. Ich werde nicht Selbstmord begehen.“
      Laut FT hätten die Amerikaner und Franzosen an dieser Stelle gemerkt, dass sie zu weit gegangen waren. Eine Entscheidung wurde auf den nächsten Morgen vertagt, an dem nichts mehr geschah.
      Ein Kommentator auf ft.com zweifelt an der Version der FT. Er erinnert an die Memoiren des spanischen Premiers Zapatero: Dieser hatte geschrieben, dass der IWF bei der Sitzung auch den Spaniern Geld + Troika angeboten habe – 50 Milliarden Euro. In den Memoiren sei auch zu lesen, dass der italienische Finanzminister Tremonti als erster von „Selbstmord“ gesprochen haben soll: Die Troika in Italien, das wäre das Todesurteil für das Berlusconi-Kabinett gewesen. Der Kommentator bezeichnet die Tränen Merkels als „Show eines Clowns“.
      Unabhängig von der Frage, warum Merkel geweint hat und ob die Tränen nicht tatsächlich ein gigantisches Theater waren, ist die Schilderung der FT aus einem anderen Grund aufschlussreich: In Cannes wurde den Europäern offenbar klargemacht, dass sie den Euro durch eine Schuldengemeinschaft zu retten haben. Der erste Versuch mit den IWF-Ziehungsrechten wurde nicht verwirklicht – doch Merkel und den anderen war klar, dass sie durch Inflation und Gelddrucken dafür zu sorgen haben, dass die Dinge in der Euro-Zone wieder ins Lot kommen.
      Wenig später wurde der ESM beschlossen, noch etwas später verkündete Mario Draghi, die EZB werde den Euro mit allen Mitteln retten. Das heißt also: Die EZB wird den Euro auf Kosten der europäischen Sparer durch Inflation oder OMT-Programme oder der Bazooka retten. Vermögensabgaben und Ähnliches sind seit dieser Sitzung unausweichlich.
      Nach dieser Sitzung war die demokratische Entscheidungsfindung in Europa abschafft. Ab da wurde alternativlos durchregiert.
      Der Euro war gerettet. Die Zahlen sind heute genauso schlecht wie damals. Doch die europäischen Politiker sind anders: Ein einziger Ritualmord genügte, um sie gefügig zu machen.
      Der Grieche Papandreou hatte als letzter in Europa versucht, sein Volk an der Entscheidung über die Zukunft zu beteiligen. Er wurde eiskalt gemeuchelt.

      Seither muckt keiner mehr auf in Europa.

      Lady Macbeth in Cannes, Merkel in Tränen.
      Großes Theater.
      Verheerende Folgen.

      Mehr zum Thema:
      Die große Plünderung: Der Weg Europas von der Demokratie zur Feudal-Herrschaft”

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  6. ich habe von dem helikopter cash keinen cent gesehen…wer hier auch nicht??)))

    seit auf der hut. sie werden uns bis auf die knochen ausziehen.
    sie kontrollieren die kapitalmärkte, unsere greenback linken politvasallen, die w.w.w. propaganda und die öldollarsaugende fed_ us army.

    das britische imperium steht an der wand und die blinde eu fungiert immer noch als angelsächischer bettvorleger

    seit auf der hut…

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    1. Schaue dir doch mal den Otto Normal Rentner an.
      Die etablierten Politiker haben ihm die Rente um 50% gekürzt. Dann werden noch Steuern drauf erhoben, KK Beiträge und Pflegeversicherungs Beiträge abgezogen, Zahnersatz muss selbst bezahlt werden etc. Und was machen diese Vollpfosten? Sie wählen zu 80% wieder die etablierten Parteien! Also kann es noch nicht so schlimm sein!

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      1. Allein der Euro war damals bereits eine 50%ige Enteignung m. E..

        Wer vorher 2000 DM monatlich Einkommen hatte mit einer Kaufkraft von 2000 DM hatte nach Euro-Einführung noch 1000 Euro mit aber der Kaufkraft von nur noch 1000 DM – also 1000 DM Kaufkraft weniger als vorher – m. E..

        Inzwischen ist m. E. die Kaufkraft noch weiter gesunken bei gleichzeitig stetig steigenden Kosten durch Preiserhöhungen, Erhöhung von Gebühren und Beiträgen, etc. wie eben auch durch die Inflation – m. E..

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        1. Ergänzung:

          Hier ein Artikel, der zu allen anderen realitätsfernen destruktiven Maßnahmen in der sog. Energiewende den ganzen grönen W.hnsinn aufzeigt:

          https://www.youtube.com/watch?v=NBisiclbiWc

          Grüner Wasserstoff aus Öfrika – also das in Öfrika das Wasser nur so sprudelt ist mir gerade nicht bekannt – eher das Gegenteil dürfte der Fall sein. Hier mal ein Link, was grüner Wasserstoff überhaupt ist – musste ich erstmal googlen. Also wenn ich das richtig verstehe, braucht es für die Herstellung von grünem Wasserstoff Wasser, dass dann mit Hilfe von elektrischem Strom in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten wird – also wie auch immer, es braucht offenbar Wasser dazu und das dürfte in Öfrika Mangelware bzw. Mangelrohstoff sein:

          https://www.enbw.com/unternehmen/eco-journal/5-fragen-zur-wasserstoffherstellung.html?gclid=EAIaIQobChMIhc3Ynu2C9gIVgqZ3Ch3KbAeaEAAYAiAAEgJFHvD_BwE

          Also wenn ich das falsch verstehe, möge mich hier jemand korrigieren, aber wenn ich DAS hier aus dem Text zur Herstellung von grünem Wasserstoff lese, dann komme ich mir vor wie in einem Schildbürgerstreich:

          “Wasserstoff kann auf unterschiedliche Weisen hergestellt werden. Die gängigste Methode ist derzeit die Dampfreformierung von Erdgas: ein Verfahren, bei dem neben Wasserstoff allerdings auch CO₂ produziert wird. Wird Wasser mithilfe von elektrischem Strom in seine molekularen Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten, spricht man von Elektrolyse. Und wenn der dazu benötigte Strom aus erneuerbaren Energien kommt, gewinnt man klimaneutralen oder auch grünen Wasserstoff.”

          Äääm – also die gängigste Methode ist derzeit die Dampfreformierung von Erdgas und wenn ich das richtig verstehe, braucht es dazu wiederum Erdgas, das -wenn ich nicht irre- auch nicht gerade en masse in Öfrika vorkommt, aber en masse von R.ssland mittels North Stream 2 geliefert geliefert werden könnte, wenn die Gröne Idiötie hierzuland endlich Vernunft annehmen und die Betriebserlaubnis für North Stream 2 erteilen würde – m. E..

          Wenn ich das was falsch verstehe, bitte mich korrigieren, aber mir kommt das mit dem grönen Wasserstoff aus Öfrika vor wie der reinste Irrwitz.

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