Über Doppel­moral

Zaun an der Südgrenze Ungarns · Bildquelle: Magyar Nemzet/Árpád Kurucz

Die Reak­tion der EU auf den Bau von Grenz­zäunen durch die Mitglieds­staaten zur Verhin­de­rung von Migra­tion ist ein weiteres ekla­tantes Beispiel für Doppel­moral, schreibt Magyar Hírlap-Kolum­nistin Mariann Őry

Litauen wird im Jahr 2021 einen Zaun an seiner Grenze bauen, nachdem 1.300 Migranten aus Weiß­russ­land ins Land gekommen sind. Was hat die Euro­päi­sche Union dazu zu sagen? Mehr Grenz­schützer an der Grenze, während der böse Luka­schenko die EU mit Migranten über­schwemmen will!

Der plaka­tive Vergleich ist nicht von mir. Der nieder­län­di­sche Jour­na­list Harald Doornbos hat ihn auf Twitter gepostet. Und, unnötig zu sagen, viele teilten ihn. Um einen Nutzer zu zitieren: „Wisst ihr nicht, dass Heuchelei der Stan­dard­modus der EU ist?“ Zwei­fels­ohne ist die Doppel­moral, mit der wir konfron­tiert sind, beleidigend.

Die litaui­sche Innen­mi­nis­terin Agnė Bilotaitė kündigte Ende letzter Woche an, dass für 41 Millionen Euro ein Zaun an der Grenze gebaut werden soll, der parallel zum bestehenden Stachel­draht verläuft. Das Ziel ist, wie sie sagte, so schnell wie möglich eine physi­sche Barriere an der gesamten litau­isch-weiß­rus­si­schen Grenze zu errichten.

Die Idee ist zwar nicht origi­nell, wurde aber erst letzte Woche vom unga­ri­schen Außen­mi­nister Péter Szij­jártó in Litauen disku­tiert, und als es um den Migra­ti­ons­druck ging, sagte er seinen Part­nern: „Es gibt eine Lösung: einen Zaun bauen“.

„Trotz der heftigen Angriffe des libe­ralen Main­streams haben wir an unserer Entschei­dung fest­ge­halten und die Wellen der ille­galen Migra­tion gestoppt“, fügte der Außen­mi­nister hinzu. Aber, fügen wir hinzu, die Chancen stehen gut, dass Litauen sich nicht den Zorn der west­li­chen libe­ralen Meinungs­ter­ro­risten zuzieht. Ihnen bleiben thea­tra­li­sche Aussagen wie „Mauern werden in Europa wieder aufge­baut“ und Nazi­vor­würfe erspart. Für das Proto­koll wünschen wir ihnen nur das Beste.

Migra­tion ist an sich ein sehr aktu­elles Thema, da wir mit dem Abflauen der Epidemie weitere Menschen­massen erwarten können. Tatsäch­lich hat der Druck während der Pandemie nicht viel abge­nommen – es gibt reich­lich ille­galen Verkehr auf allen Routen nach Europa, auch an der unga­ri­schen Grenze.

Das Problem ist nun schon das sechste Jahr in Folge unge­löst. Auf dem letzten EU-Gipfel, wo zwei Stunden lang über das unga­ri­sche Kinder­schutz­ge­setz gestritten wurde, wurde dem Thema Migra­tion nur eine Vier­tel­stunde einge­räumt. Ja, das ist jetzt schon eine ganze Weile so. Als ob das Problem nicht schon dring­lich genug wäre, kann sich die Situa­tion nach dem Abzug der USA aus Afgha­ni­stan und dem erwar­teten Wieder­erstarken der Taliban nur noch verschärfen.

Man sollte auch nicht daran zwei­feln, dass die Pro-Migranten-Lobby mit anderen libe­ralen Themen vorbe­lastet ist. So griff beispiels­weise die Migra­ti­ons­hilfe in Ungarn, die sich für die Rechte von Migranten einsetzt, am Wochen­ende auf Face­book das Kinder­schutz­ge­setz an und warf der Regie­rung vor, zum Hass gegen Homo­se­xu­elle aufzustacheln.

„Orbán wird nicht als glor­rei­cher Kriegs­herr in die Geschichte eingehen, sondern als ein Poli­tiker, der die unga­ri­sche Seele krank gemacht hat. Und wenn wir es zulassen, wird er sie töten“, schließt der Beitrag, der uns mit einer Reihe von Fragen zurück­lässt, wie genau das die Rechte von Migranten schützt.

Der Parla­ments­prä­si­dent László Kövér sagte neulich, dass wir einem erheb­li­chen Maß an Aggres­sion ausge­setzt sind, da die EU eine Distan­zie­rung von der Norma­lität fordert, die nicht nur den Unmut der Ungarn provo­ziert, sondern seiner Meinung nach ein Ansatz ist, gegen den sogar die große Mehr­heit der Euro­päer ist.

An diesem Punkt stehen wir jetzt. Wir kommen nicht dazu, die einzelnen Themen auf ihrer jewei­ligen Grund­lage zu debat­tieren, weil zum einen die libe­ralen Meinungs­ter­ro­risten nicht einmal den Sinn haben, zu debat­tieren, und zum anderen stehen wir vor einer großen, konzer­tierten Anstren­gung. Das Endziel dieser Anstren­gung? Die Zerstö­rung Europas, versteht sich.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei MAGYAR HÍRLAP, unserem Partner in der EUROPÄISCHEN MEDIENKOOPERATION.


3 Kommentare

  1. Was Litauen jetzt notwen­diger Weise wegen des Migranten Stroms an seinen Grenzen macht, stände auch dem Rest Europa gut zu Gesicht, anstatt mit Verleum­dung und Menschen­rechts Geheule des gelenkten Main­streams zu argu­men­tieren. No Way ist eine Selbst­schutz Maßnahme Litauens schon wenige zu gelau­fene stellen auch eine Gefahr für das Land dar, die labile Stabi­lität zu Russ­land weiter mit Luka­schenkos Hilfe zu unter­laufen. Die ille­galen sind zum Problem ganz Europas geworden, aber dieses heiße Eisen will man wegen hoch gehängter Menschen­rechte nicht anfassen. 70% der Euro­päer lehnen diese illegale
    Zuwan­de­rung ab, aber ihre poli­ti­schen Akteure sind auf diesem Auge blind. NGOs und links grüne Akti­visten sind die wahren poli­ti­schen Lenker bzw. treiben die Politik immer schneller vor sich her, es braucht deshalb keine Macht um ihre zerstö­re­ri­schen Ideen zu verbreiten bzw.
    Ziele zu errei­chen. Wenn das weiter geht ist das Endziel der Linken ein desta­bi­li­siertes Europa bald Wirk­lich­keit. Marx Engels und Lenin lassen Grüßen.

    • Sehr gute Analyse zur gegen­wär­tigen geopo­li­ti­schen Lage und der euro­päi­schen Migra­ti­ons­po­litik, die maßgeb­lich gesteuert ist und Europa ins Chaos stürzt.

  2. Die perma­nente Stim­mungs­mache der Soros-Orga­ni­sa­tionen EU-Kommis­sion und Parla­ment nebst EU-Gerichts­höfe sowie der massen­haft agie­renden NGOs mit dem Einheizer Christmas führt zu einem mit Isla­misten und Schwarzen geflu­teten Ungarn, das gleich­zeitig mit Wind­rä­dern zuge­stellt werden wird, wie derzeit um den Neusiedler See. Wollen die Ungarn das ?
    Dies sollte in allen demo­kra­ti­schen, also nicht linken Medien verbreitet werden.

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