Wartezeiten von bis zu 9 Stunden in ungarischen Krankenhäusern

Obwohl eine 77-jährige Kardiopathin mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht wurde, dauerte ihre Wartezeit in der Notaufnahme mehr als 9 Stunden – laut 24.hu.

Das liegt daran, dass das Personal über­lastet und unter­bezahlt ist, so dass viele das Land ver­lassen, um in den wes­teu­ropäis­chen Ländern für bessere Löhne zu arbeiten. Experten sagen, das wichtig­ste Problem sei, dass das ungarische Gesundheitssystem bemerkenswert unter­fi­nanziert sei. Laut der Ungarischen Ärztekammer benötigt das Gesundheitssystem in Ungarn min­destens 6–700 Milliarden HUF (EUR 2,25 Millionen).

Die meis­ten Krankenschwestern haben zwei oder drei Jobs, um die Rechnungen zu bezahlen. Infolgedessen sind diejeni­gen, die in Ungarn bleiben und nicht in den Westen gehen, müde. Ihre Müdigkeit kann jedoch den Gesundheitsdienst gefährden. Obwohl die Regierung sagt, dass sich die Situation verbessert, entspricht diese Behauptung nicht der all­ge­meinen Erfahrung der Patienten.

Wartelisten sind lang, die Schulden der Krankenhäuser sind gigan­tisch, und laut einem offiziellen Bericht von 2016 sollen zwei Drittel der Krankenhäuser wegen ver­al­teter Medizintechnik, finanzieller Engpässe und des Mangels an qual­i­fizierten Ärzten geschlossen wer­den.

So ist es nicht ver­wun­der­lich, dass eine 77-jährige Kardiopathin 9 Stunden in der Notaufnahme des Gyula Kenézy Krankenhauses in Debrecen warten musste. Sie hatte eine dop­pelte Lungenentzündung, und ihr Hausarzt schickte sie in das Krankenhaus, wo sie um 19 Uhr ankam. Sie wurde begleitet von einer ihrer Nachbarn, Zoja Rákóczi, die sagte, dass sie fast 10 Stunden warten mussten, ohne irgen­det­was zu essen oder zu trinken.

Die alte Dame verkraftete die Situation sehr schlecht „, weinte sie wie ein kleines Kind.“ Sie fügte hinzu, dass es Leute gab, die schon seit dem Morgen warten. Da war ein Paar, das seit 15 Uhr gewartet hat. Außerdem gab es einen Mann mit­tleren Alters, der 10 Stunden gewartet hat – fügte Frau Rákóczi hinzu. Sie riefen die alte Dame am näch­sten Tag gegen 4 Uhr mor­gens an, und sie wurde nach der ärztlichen Untersuchung nicht nach Hause gelassen.

Laut dem RTL-Klub – Berichterstattung über den Fall – hat die Dame Infusion bekom­men und ist schon besser gewor­den. Das Krankenhaus gab an, dass 102 Patienten an diesem Tag angekom­men waren. Sie fügten hinzu, dass die Reihenfolge ihrer medi­zinis­chen Untersuchung auf dem medi­zinis­chen Zustand und nicht auf der Reihenfolge der Ankunft basiert.

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