101 Jahre Trianon – Das zerbro­chene Schweigen

Bild: AlphaCentauri / Wikimedia, CC BY-SA 3.0,

Von Elmar Forster

Vor 101 Jahren trat der Frie­dens­ver­trag von Trianon in Kraft: Ungarn verlor dadurch drei Fünftel seines Staats­ge­bietes und mehr als 60 Prozent seiner Bevöl­ke­rung: „Das Diktat war ein Todes­ur­teil. Es gibt keine Nation, die einen solchen Blut­zoll über­lebt hat.“ (Minis­ter­prä­si­dent Orbán) Selbst linke Leit­me­dien stimmen dieser Aussage zu: „Die Sieger­mächte zerstü­ckelten das unga­ri­sche König­reich regel­recht, kein anderes Land wurde terri­to­rial und demo­gra­fisch derart hart bestraft: …Fast jede unga­ri­sche Familie wurde damals zerrissen.“ (Spiegel)

Und das, obwohl der unga­ri­sche Minis­ter­prä­si­dent Tisza gegen den Krieg gewesen war. Das jetzt in Buda­pest errich­tete Trianon-„Denkmal der natio­nalen Zusam­men­ge­hö­rig­keit“ erin­nert an Holo­caust-Gedenk­stätten: „Eine 100 Meter lange Stein­rampe, vorbei an den Namen aller Ortschaften des eins­tigen König­reichs Ungarn, führt zum ewigen Feuer herunter, das ein mäch­tiger Quader umgibt. Tiefe Risse stehen für die Staaten, die seit 1920 auf dem Gebiet entstanden sind.“ (NZZ)

Linke Poli­teliten verhöhnen aber das unga­ri­sche Volk abschätzig mit „unga­ri­scher Reichs­nost­algie“ (Spiegel): „Während überall anderswo die poli­ti­sche Neuord­nung des Konti­nents nur noch Gegen­stand akade­mi­scher Diskus­sionen ist.“ (Spiegel) – Dahinter versteckt sich ost-rassis­ti­scher Anti-Magyarismus.

Heute leben in den Trianon-Nach­fol­ge­staaten ca. 2,4 Millionen Ungarn,[1] bei einer Gesamt­be­völ­ke­rung Ungarns von ca. 9,8 Millionen entspricht das einem Fünftel. Man stelle sich vor: In den Nach­kriegs-Nach­bar­staaten (von Öster­reich mit 9 Millionen Einwohner und Deutsch­land mit 83 Millionen) würden noch 18 Millionen Deutsch­spra­chige leben…

Für beide Länder ist der Pariser Diktat­friede eben nur mehr tote Geschichte.

1921 wurde das Burgen­land nach­träg­lich wieder Öster­reich zuge­schlagen. Der Verlust Öden­burgs /Soprons wird heute noch beklagt: „Das Burgen­land verlor damit seine Haupt­stadt, Öster­reich einen Verkehrs­kno­ten­punkt und Wien seinen ‚Gemü­se­garten‘. Nach dem Verlust Südti­rols … war dies nun der vorerst letzte Tief­schlag.“ (Die Presse – 2011)

Nach dem Zweiten Welt­krieg kam es in allen Nach­fol­ge­staaten des Diktat­frie­dens zu ethni­schen Säube­rungen an den Deut­schen (in Polen, der Tsche­cho­slo­wakei, Rumä­nien, Ungarn). Nach der Wende 1989 verließen auch die Sieben­bürger Sachsen in Rumänen ihre Heimat. Auch Südtirol (mit einer öster­rei­chi­schen Minder­heit von rund. 314.600) ist damit nicht wirk­lich vergleichbar: 1960 brachte der öster­rei­chi­sche Außen­mi­nister Kreisky die Südtirol-Frage vor die UNO. Seither hat sich das Land ein starkes Auto­no­mie­recht erkämpft.

Der unga­ri­schen Minder­heit in den Trianon-Nach­fol­ge­staaten wurde bisher das Selbst­be­stim­mungs­recht verwehrt, und zwar in doppelter Weise: von den natio­nalen Regie­rungen und von der EU, die dieses Unrecht ignoriert.

1) Slowakei

Die Regie­rung Mečiar (1993–98) ließ zwei­spra­chig-unga­ri­sche Orts­ta­feln abschaffen, unga­ri­sche Vornamen wurden im Geburts­re­gister slowa­ki­siert. 1996 war Slowa­kisch selbst bei einem dienst­li­chen Gespräch zwischen zwei Ungarn Pflicht. Als ich einmal in Bratis­lava mit einem Super­markt-Kassier Unga­risch sprach, wurden wir deswegen von Slowaken rassis­tisch beschimpft. Der Kassier setzte dann das Gespräch nur mehr auf Slowa­kisch fort. (In Ungarn waren deut­sche- oder slowa­ki­sche Orts­ta­feln hingegen immer eine Selbstverständlichkeit.)

1996 sank durch ein neue Verwal­tungs­glie­de­rung (in Nord-Süd-Rich­tung) der Anteil der unga­ri­schen Minder­heit überall unter 30%. 2009 wurde (unter dem sozia­lis­ti­schen Regie­rungs­chef Fico) der Gebrauch der unga­ri­schen Sprache in offi­zi­ellen Einrich­tungen außer­halb der „Ungarn-Gebiete“ (Mindest­an­teil 20%) unter Strafe gestellt (100 – 5000 Euro).

Schließ­lich wurde sogar dem dama­ligen unga­ri­schen Staats­prä­si­denten Sólyom die Einreise verwei­gert: Er wollte (am 21. August 2009, dem slowa­ki­schen Feiertag zur „Nieder­schla­gung des Prager Früh­lings“) als Privat­mann an der Einwei­hung einer Statue des unga­ri­schen Königs Stephan (in der – durch Trianon – geteilten Stadt Komarom/Komarno) teil­nehmen. Der dama­lige EU-Parla­ments­prä­si­dent Buzek „wollte sich nicht in den Konflikt einmi­schen“ (Deut­sche Welle)

2) Ukraine

In der Ukraine dürfen seit 2017 natio­nale Minder­hei­ten­spra­chen nur noch in der Grund­schule unter­richtet werden. Die einzige Unter­richts- und Offi­zi­al­sprache (seit 2019) ist Ukrai­nisch. Bei Zuwi­der­hand­lung drohen Geld­strafen.

2018 bedrohte eine „Todes­liste“ (der Natio­na­lis­ten­gruppe Mirotvorec/„Friedensmacher“) 300 unga­risch-ukrai­ni­sche Funk­tio­näre, weil sie angeb­lich im Besitze der unga­ri­schen Doppel-Staats­bür­ger­schaft waren (Die Welt). Eine Internet-Peti­tion (des ukrai­ni­schen Parla­ments) rief zu deren Depor­ta­tion auf. Auch der staat­liche Aufkauf leer­ste­hender unga­ri­scher Wohnungen wurde disku­tiert: Um „dort ukrai­ni­sche Vertrie­bene aus dem russisch besetzten Osten des Landes anzu­sie­deln“ (Die Welt, ebda). Während der Krim-Krise wurden v.a. unga­risch-stäm­mige Soldaten an die Front versetzt.

3) Rumä­nien

In der geogra­fi­schen Mitte Rumä­niens leben 700.000 Ungarn-Szekler. Selbst Ceau­sescu konnte deren Frei­heits­willen nicht brechen. 2013 wollte die rumä­ni­sche Regie­rung die histo­ri­schen Ungarn-Szekler-Bezirke auflösen. Aus Protest dagegen forderten 100.000 Szekler mit einer 53 Kilo­meter langen Menschen­kette terri­to­riale Autonomie.

1990 gab es (kurz nach der 89er-Wende) pogrom­ar­tige Ausschrei­tungen in der Stadt Targu Mures/Marosvásárhely, „offenbar provo­ziert durch Stasi-Akteure.“ (Die Welt) Danach verließen 15.000 Ungarn die Region (ein Rück­gang von 10 Prozent); die verblie­benen wurden zu einer Minder­heit (1992: 51,6 Prozent, bis 2002: 49,0 Prozent).

Trotz Verbes­se­rungen seither (unga­risch-spra­chige Bildungs­ein­rich­tungen) sind aber 90 Prozent der Exeku­tiv­or­gane weiterhin mit Rumänen besetzt (bei mehr als 70 Prozent unga­ri­scher Bevöl­ke­rung). (Die Welt)

Wer für diese Minder­hei­ten­rechte eintritt, wird als heil­loser Natio­na­list diskre­di­tiert: „Orbán spielt mit diesem histo­ri­schen Schlüs­sel­er­eignis. Auf seine Initia­tive hin erklärte das Parla­ment bereits 2010 den 4. Juni zum ‚Tag des natio­nalen Zusam­men­halts‘.“ (Spiegel, ebda)

Aller­dings steht selbst die linke Oppo­si­tion hinter Orbán: „Vor 100 Jahren läuteten die Glocken, und das Land trau­erte um die Entschei­dung von Trianon.“ (Karac­sony, index.hu). Der links-grüne Buda­pester Ober­bür­ger­meis­ters Karac­sony ließ sogar am 4. Juni um 16:30 Uhr den Verkehr für eine Minute lang anhalten: „Um die Zukunft nicht aufzu­geben, wenn wir uns der Vergan­gen­heit stellen, müssen wir eine Minute lang ein gemein­sames Gedächtnis haben.“ (Karac­sony, ebda)

Bisher aller­dings war Karac­sony noch als grüne Licht­ge­stalt gefeiert worden: „Die libe­ralen Ober­bür­ger­meister von Buda­pest, Warschau, Prag und Bratis­lava haben in der unga­ri­schen Haupt­stadt die … Grün­dung des Verbandes ‚Freie Städte‘ unter­zeichnet – als Pakt gegen ihre konser­va­tiven … Regie­rungen.“ (Die Presse)

Mit Trianon wurde „eine Entschei­dung getroffen, die offen­sicht­lich Unrecht war und die Selbst­be­stim­mung der Nationen in den Schlamm schüt­tete.“ (index.hu, Karac­sony, ebda) Verschwiegen wird eine doppelte versöhn­liche Geste Orbáns: Öffent­lich lobte er Karac­sony dafür; und er reichte der (zum Festakt erschienen) Oppo­si­tion die Hand.

Die verlo­gene Heuchelei der unga­ri­schen Linken mit Trianon zeigt sich am Refe­rendum über die Doppel­staats­bür­ger­schaft 2004 (für 3,5 Millionen Auslandsun­garn). Diese lehnten die Sozia­listen (unter ihrem „Lügen­pre­mier­mi­nister“ Gyurcsány) vehe­ment ab: und zwar aus Angst vor mindes­tens 800.000 unga­ri­schen Immi­granten. Der sozia­lis­ti­sche Regie­rungs­chef lobte das Schei­tern des Referendums[2] als: „freud­vollen“ Entscheid und „verant­wor­tungs­vollen Patriotismus“.

Die 100-Jahr-Trianon-Gedenk­feier boykot­tierte er dann als Oppo­si­ti­ons­führer mit dem absurden Argu­ment, dass diese die Nation spalten würde und weil keine partei­po­li­ti­schen Reden zuge­lassen waren (dies galt auch für Orbán). ORF-Mann Lendvai lobte Gyurcsány noch: „der begab­teste, schlag­kräf­tigste und dyna­mischste Poli­tiker der unga­ri­schen Linken“. 2006 stürzte jener Ungarn dann durch seine „Lügen­rede“ ins Chaos. Fried­liche Demons­tra­tionen wurden von der west­li­chen Main­stream­presse verleumdet (Ungarn: Wo Rechts­ex­tre­mismus in der Mitte der Gesell­schaft ange­kommen ist.“ bpb)

Erst 2010, unter der Orbán-Regie­rung, stimmten 97,7 Prozent der Abge­ord­neten für die Doppel­staats­bür­ger­schaft. Die slowa­ki­sche Regie­rung drohte damals mit der Aberken­nung der slowa­ki­schen Staats­bür­ger­schaft.

Während die Black-Life-Maters-Bewe­gung enthu­si­as­tisch gefeiert wird, lautete der Tenor zum „Spra­chen­streit“ unter­schwellig negativ: „Ungarn schwingt EU-Keule(!) gegen Ukraine“ (Deut­sche Welle). Es wird sogar Verständnis für die Ukraine gezeigt: „Das neue ukrai­ni­sche Bildungs­ge­setz soll die Rolle der Amts­sprache stärken(!) … Vor allem Ungarn poltert(!)“ Die berech­tigten diplo­ma­ti­schen Proteste wurden vernied­licht: „Ärger mit den Nachbarn“(ebda). Selbst der Euro­parat ermahnte die Ukraine.

Der Grund für diese links-mediale Verach­tung: Weil Orbán gerade auch wegen seiner Trianon-Kritik (zum dritten Male) eine Zwei­drittel-Mehr­heit im Parla­ment errungen hat: „Auslandsun­garn sind ein Teil der Macht­basis des auto­ri­tären(!) Minis­ter­prä­si­denten.“ (Deut­sche Welle). Denn erst durch die Doppel­staats­bür­ger­schaft wird das Trianon-Unrecht evident: „Kiews Unge­schick(!) im Umgang mit den Minder­heiten ist für den Natio­na­listen(!) Orbán nun eine weitere Gele­gen­heit, seine Fürsorge(!) für die Auslandsun­garn zur Schau(!) zu stellen.“ (Deut­sche Welle) Mitt­ler­weile liegt das umstrit­tene Gesetz bei der Venedig-Kommis­sion des Euro­pa­rates zur Prüfung vor.

Mit dieser konse­quenten Außen­po­litik „gefährdet“ Orbán aber frei­lich die offi­zi­elle Nach­kriegs-Sieger­ge­schichts­schrei­bung, die Zerstö­rung des alten Mittel­eu­ropas: „Wir alle, trotz aller poli­ti­scher Unter­schiede, gehören derselben unga­ri­schen Nation an.“ (Orbán) In einer Gruß­bot­schaft zitierten Auslandsun­garn jede Zeile des Natio­nal­hymnus.

Der engli­sche Guar­dian reagierte fassungslos: „Orbán tankt unga­ri­schen Natio­na­lismus mit Trianon auf.“ Und zwar deshalb, weil die Regie­rung Orbán „unga­ri­sche Pässe verteilt hat … Die über­wie­gende Mehr­heit hat Stimmen für Orbáns Fidesz-Partei abge­geben.“ (Guar­dian)

Der Casus belli lautet: Natio­nale Iden­tität. Dass „Orbán diese Gefühle genutzt hat, um Ungarn als wieder­auf­le­bende(!) Nation(!) zu zeigen.“ (Guar­dian). Denn dadurch steckt die links-globa­lis­ti­sche One-world-Ideo­logie in der Krise: „Das Trianon-Trauma ist in Ungarn im gesamten poli­ti­schen Spek­trum zu spüren.“ (Guar­dian) So „läuteten“ zum Gedenktag nicht nur „in ganz Buda­pest Kirchen­glo­cken“ (Guar­dian), sondern im gesamten Karpa­ten­be­cken. Nur eine linke unga­ri­sche Split­ter­partei, die DK (4,37 Prozent), verhöhnte das Problem: „Die Trauer um Trianon … lähmt und verbraucht auch die mora­li­sche und poli­ti­sche Macht des Heimat­landes.“ (Guar­dian)

Der verschwie­gene, weil diskre­di­tierte Name dieses DK-Vorsit­zenden lautet: Ferenc Gyurcsány. 2006 hatte dieser „Lügen­pre­mier“ in einer partei­in­ternen Rede unum­wunden zuge­geben, „die Menschen vor seiner Wieder­wahl belogen zu haben.“ (Spiegel„Wir haben morgens und abends gelogen… Und in der Zwischen­zeit haben wir vier Jahre lang sowieso nichts gemacht. Nichts.“ Als Drauf­gabe beschimpfte Gyurcsány Ungarn noch als „Drecks­nutten-Land“ (kurva ország), weil „wir es verfickt haben“ (elkúrtuk). Und gab auch noch Einblick in die Geheim­nisse sozia­lis­ti­schen Vulgär-Regie­rens: „Was wäre, wenn wir nicht … mitein­ander ficken, sondern … große soziale Ange­le­gen­heiten erle­digen würden.“

Damit stürzte er Ungarn in die größte Krise seit 1956: Dass er mit brutalsten Poli­zei­staats­me­thoden fried­liche Demons­tranten nieder­prü­geln hat lassen, tole­rierte die EU still­schwei­gend. Die 50-Jahr­feier zum Ungarn­auf­stand 1956 musste von starken Poli­zei­kräften abge­schirmt werden: „Die Staats­gäste (EU-Kommis­si­ons­prä­si­dent Barrosso und euro­päi­sche Staats­chefs) soll(t)en unge­stört bleiben.“ (Spiegel)

Doch bleibt Geschichte uner­bitt­lich mit ihrer Frage nach der histo­ri­schen Wahr­heit: „Vor 100 Jahren haben manche richtig gesagt: Wir werden bei der Bestat­tung derje­nigen dabei sein, die uns zu Grabe tragen wollten.“ (Orbán) „Heute gibt es keine Tsche­cho­slo­wakei, kein Jugo­sla­wien und keine Sowjet­union, kein briti­sches, kein fran­zö­si­sches Reich mehr. Und was von ihnen übrig­ge­blieben ist, dreht sich jetzt in der multi­kul­tu­rellen Umklam­me­rung ihrer rach­süch­tigen Kolonien.“

„Die 100 Jahre Einsam­keit von Ungarn sind vorbei.“ (OrbánDieses Bild stammt aus dem gleich­na­migen Roman (1967) des Lite­ra­tur­no­bel­preis­träger García Márquez. Viele seiner Gedanken treffen auf das Trianon-Ungarn zu…

  • Mitt­ler­weile geht Ungarn „Bünd­nisse mit Serbien, der Slowakei, der Tsche­chi­schen Repu­blik und Polen ein“ (varosi kurir). Anläss­lich der 100-Jahr-Feier „begrüßte“ der slowa­ki­sche Präsi­dent Matovič 100 Persön­lich­keiten der magya­ri­schen Minder­heit zu einem Festakt, „auf Unga­risch und drückte sein Verständnis aus“ (Ungarn Heute).
    Und Orbán nahm „die Bereit­schaft meines slowa­ki­schen Kollegen an, die Vergan­gen­heit hinter sich zu lassen und eine Zukunft aufzu­bauen.“ (Orbán)
  • Márquez: „Das Leben ist nichts weiter als eine Aufein­an­der­folge von Möglich­keiten, um zu überleben.“
    „Ein wahrer Freund ist der, der Deine Hand nimmt, aber Dein Herz berührt.“
  • Denn die Pariser-Frie­dens­dik­tate verfolgten nur einen Zweck: „Der Westen hat die 1000 Jahre alten Grenzen und die Geschichte Mittel­eu­ropas verge­wal­tigt…“ (Orbán)
  • Márquez: „Das Leben besteht nicht einfach darin, dass man einmal lebte, sondern, dass man sich daran erin­nert, und wie man sich daran erin­nert, um davon zu erzählen.“
  • Orbán: „Wir haben uns gegen die Angriffe der west­li­chen Reiche vertei­digt, uns von den Verwüs­tungen der Heiden aus dem Osten erholt… Ungarn war 400 Jahre lang ein starker und unab­hän­giger Staat. Dann kämpften wir 300 Jahre lang gegen das Osma­ni­sche Reich…“
  • Márquez: „Gott bürdet jedem nur so viel auf, wie er auch ertragen kann. – Egal, was auch passiert, niemand kann dir die Tänze nehmen, die du schon getanzt hast.
    Pass gut auf dein Herz auf. Du stirbst inner­lich an gebro­chenem Herzen.“
  • Doch vor dieser Wahr­heit fürchtet sich die globa­lis­ti­sche Linke am meisten…: „Wir Ungarn freuen uns (auf) die gemein­same Zukunft mit der Slowakei, Serbien, Kroa­tien und Slowe­nien, die stolz auf ihre natio­nale Iden­tität sind. Die Geschichte hat den Völkern Mittel­eu­ropas eine letzte Chance gegeben, eine neue Ära einzu­leiten. Um uns gegen die Gefahren aus Ost und West zu vertei­digen. Wir danken unseren getrennten natio­nalen Gemein­schaften für die jahr­zehn­te­lange Loya­lität gegen­über ihrem Heimat­land.“ (Orbán)
  • Márquez: „Die Menschen werden nicht an dem Tag geboren, an dem ihre Mutter sie zur Welt bringt, sondern dann, wenn das Leben sie zwingt, sich selbst zur Welt zu bringen.
    Das Geheimnis eines schönen Alters ist der würdige Umgang mit der Einsam­keit.“ (Márquez)  „Keine Person verdient deine Tränen, und die, die sie verdienen, werden dich nie zum Weinen bringen.“
  • Orbán: „Wir blieben, weil wir zu Hause sind. Und weil wir zu Hause sind, blieben wir.“
  • Márquez: „Wir haben keine andere Welt, in die wir auswan­dern können.“
  • Orbán: „Wir müssen mit dem Selbst­ver­trauen und der Haltung einer Nation leben, die weiß, dass sie der Welt mehr gegeben, als sie zurück­er­halten hat.“
  • Márquez: „Nichts in der Welt ist schwie­riger als die Liebe.“
  • Orbán: „Wir Ungarn sind weder verschwunden noch umge­kommen… Wir … hörten das Wort Gottes, beach­teten es… Um irgendwie Gott näher zu kommen, der ewig ist“ (Orbán)
  • Márquez: „Hab keine Angst. Gott wartet schon an der Türe auf dich.
    Ich glaube nicht an Gott, aber ich habe Angst vor ihm.“

Damit aber schloss Orbán, der Berufs­po­li­tiker, aus der Welt der Macht an die des Geistes, der Lite­ratur, an. Wahr­schein­lich aber hat dieses Mal García Márquez nicht recht behalten: „Das Einzige, was du auf der Welt verän­dern kannst, ist die Lage deines Kopf­kis­sens.“ Viel­mehr Fried­rich Hölderlin: „Was bleibt, stiften die Dichter.“ Aller­meis­tens aber große Politiker…

PS: Dieser Artikel ist ein Teil des Ungarn-Buches von Elmar Forster, welches im Juli 2021 im Gerhard-Hess-Verlag erscheinen wird: “ ‚Frei­heit, Liebe’ (Petöfi) – Ungarns Kampf für die Wahr­heit – Plädoyer für eine verleum­dete Nation“.

__________

[1] in Rumä­nien: mindes­tens. 1,2 Mio, Slowakei: 460.000, Serbien 250.000, Ukraine bis zu 200.000, Öster­reich 16.500, Kroa­tien 16.500, Slowe­nien 6.000

[2] wegen zu geringer Betei­li­gung von 19% – aller­dings mit knapper Pro-Mehr­heit ausgegangen

Dr. Elmar Forster ist Lehrer und lebt(e) seit 1992 als Auslands­ös­ter­rei­cher in Ungarn, Prag, Bratis­lava, Polen und Sieben­bürgen (Rumä­nien). Seit 2009 unter­richtet er auch wieder an öster­rei­chi­schen Schulen.

Quelle: Andreas Unter­berger


3 Kommentare

  1. Betreff: Zum 80. Jahrestag
    Liebe kriti­schen Freunde des Zeitgeschehens,

    zum 80. Jahrestag, am 22. Juni, zum Beginn des unheil­vollen Krieges zwischen Deutsch­land und Russ­land möchte ich Euch die Anlayse

    des russi­schen Histo­ri­kers Nikolai Starikov zum Kriegs­aus­bruch zusenden. Schon der Titel läßt auf einen hoch­in­ter­es­santen Inhalt

    schließen: „Wer hat Hitler gezwungen Stalin zu über­fallen?“. Ich wünsche allen Lesern bei dieser Lektüre neue Einblicke in dieses

    welt­po­li­ti­sche Drama.

    Gedenken wir im Stillen am 22. Juni der Millionen Opfer dieses Krieges auf beiden Seiten. Es steht auch die Frage im Raum, ob für unser Land im Bundestag Gedenk­worte gespro­chen werden. Das ist bei der gegen­wär­tigen abfäl­ligen Bericht­erstat­tung in Deutsch­land über die Ereig­nisse in Belarus und in Russ­land mehr als frag­lich und macht nach­denk­lich und traurig.

    Ich wünsche allen Freunden einer aufrich­tigen deut­schen Frie­dens­po­litik gesund­heit­liche Stabi­lität und gerade auch in dieser Corona- Epoche Zuversicht.

    Herz­li­chen Gruß

    Dieses Buch behan­delt die Frage: Wer hat Hitler zu dem selbst­mör­de­ri­schen Über­fall auf Stalin getrieben? Es handelt von den wahren Ursa­chen, Hinter­gründen und Inspi­ra­toren der größten Kata­strophe in der Geschichte Russ­lands, die am 22. Juni 1941 mit dem Über­fall auf die Sowjet­union begann. Es entlarvt jene, die Hitler und seiner Partei das Geld gaben und ihm halfen, an die Macht zu kommen. Ziel der Macht­über­nahme Hitlers war der Über­fall auf die UdSSR, d.h. die „Korrektur“ der Fehler west­li­cher Geheim­dienste, welche 1919 zur Macht­über­nahme der Bolsche­wiki in Russ­land führte. Anstatt mit dem geraubten Gut zu verschwinden, blieben Lenin und sein Kommando an der Macht und schufen eine starke Staats­macht, die nicht bereit war, sich den west­li­chen Staaten unter­zu­ordnen. Auf der Grund­lage eines umfang­rei­chen Fakten-und Tatsa­chen­ma­te­rials wird in diesem Buch der logi­sche Zusam­men­hang der histo­ri­schen Ereig­nisse vom September 1919 bis zum 22. Juni 1941 darge­legt. Im Ergebnis erkennt der Leser, wer der wahre Brand­stifter des Zwei­ten­Welt­krieges ist, d.h. wer gemeinsam mit den Nazis in Europa die Verant­wor­tung für die unge­heu­er­li­chen Verbre­chen trägt.20082

    Inhalts­ver­zeich­nis­In­halts­ver­zeichnis.….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….…..
    3Vom Autor.….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….

    4Warum ist die Geschichte des Zweiten Welt­krieges nach wie vor voller Rätsel?…

    5Wer gab Hitler das Geld?.….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….…

    14Lew Trotzki –der Vater der deut­schen Nazi-Ideologie.….….….….….….….….….…..

    44Warum wollten Groß­bri­tan­nien und Frank­reich den Zweiten Welt­krieg nicht verhindern?.….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….…..

    84Weshalb schenkten London und Paris Hitler Wien und Prag?.….….….….….….….

    103Wie sich Adolf Hitler an einem Tag in einen „arro­ganten Aggressor“ verwandelte.….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….……

    132Warum liebt der Westen weder Molotov noch Ribbentrop?.….….….….….….….…

    164Ergebenes Polen.….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….….…

    210Wie die Briten Frank­reich seinem Schicksal überließen.….….….….….….….….…..

    226Schicksalsliebe von Adolf Hitler.….….….….….….….….….….….….….….….….….…..

    260Literatur und Anmerkungen.….….….….….….….….….….….….….….….….….….….…..

    2823

  2. In dem 4. Abschnitt wird geschrieben: es müßten im Vergleich noch 18 Mio. Deut­sche in Nach­bar­staaten leben . Am 30.09.2020 hatten von 83 Mio. in Deutsch­land nur 72,6 Mio. die deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit und sonst Ausländer. Man kann höchs­tens sagen, dass in Belgien etwa 150.000 Deut­sche und in Däne­mark einige Tausend und in Elsaß-Lothingen knapp 1 Mio. Deut­sche leben. Wie ja sonst bekannt ist, wurden etwa 15 Mio. Deut­sche nach 1945 aus mehreren Ländern vertrieben bzw. flüch­teten. Das war damals mit Ungarn nicht so . Es wurden keine nennen­werten Mengen von Ungarn aus den Nach­bar­län­dern vertrieben. Aber wenn an die Größe des König­rei­ches Ungarn vor 1918 erin­nert wird und geschrieben wird, dass Ungarn 60 % seiner Bevöl­ke­rung verloren hätte, so muss doch dabei gesagt werden, dass es in dem König­reich Ungarn nach der Volks­zäh­lung von 1910 nur 44 % Ungarn gab.

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