Faro-Konven­tion des Euro­pa­rats zensiert das euro­päi­sche Kultur­erbe

Venus Medici, 1. Jahrhundert v. Chr. · Uffizien (Florenz)

Am 23. September hat Italien nach einem jahre­langen Prozess das am 27. Oktober 2005 in Faro, Portugal, einge­lei­tete Rahmen­über­ein­kommen des Euro­pa­rates über den Wert des kultu­rellen Erbes für die Gesell­schaft rati­fi­ziert: die Abstim­mung erfolgte mit der sozi­al­li­be­ralen Mehr­heit der Abge­ord­ne­ten­kammer, nachdem der Senat im vergan­genen Jahr eine posi­tive Stel­lung­nahme abge­geben und die Regie­rung sie 2013 unter­zeichnet hatte.

Die Verein­ba­rung wurde bisher bereits von etwa zwanzig Ländern rati­fi­ziert (Arme­nien, Öster­reich, Bosnien und Herze­go­wina, Kroa­tien, Finn­land, Geor­gien, Lett­land, Luxem­burg, Monte­negro, Norwegen, Portugal, Molda­wien, Serbien, Slowakei, Slowe­nien, Nord-Maze­do­nien, Ukraine und Ungarn), während Frank­reich, Deutsch­land, das Verei­nigte König­reich und Russ­land sie weder rati­fi­ziert noch unter­zeichnet haben.

Das Problem findet sich in folgender Klausel:

„Die Ausübung des Rechts auf kultu­relles Erbe kann Beschrän­kungen unter­liegen, die in einer demo­kra­ti­schen Gesell­schaft zum Schutz des öffent­li­chen Inter­esses und der Rechte und Frei­heiten anderer erfor­der­lich sind.“

Der Genuss unseres künst­le­ri­schen und kultu­rellen Erbes hat also seine Grenzen dort, wenn andere Kulturen sich „belei­digt“ fühlen könnten. Unsere Iden­tität und Tradi­tion sollen dann zurück­stehen, wenn Muslime, Buddhisten, Hindus usw. gestört werden könnten…

Eine echte Zensur, um – wer weiß wen – nicht zu stören. Darüber hinaus sieht das Faro-Über­ein­kommen im Falle einer „Störung“, zB in Form eines bestimmten Denk­mals, sogar die Eröff­nung eines Media­tions- und Vermitt­lungs­ver­fah­rens vor.

Verhüllte Nackt­statue · Foto: MPI

Unmit­telbar nach der Abstim­mung, welche die umstrit­tene Konven­tion rati­fi­zierte, warfen die Frat­telli d’Italia und die Lega Salvini der Regie­rung vor, die italie­ni­sche Kunst zu zensieren und an den Islam zu verkaufen.

Andrea Delma­stro (FdI) sprach von einer Nieder­lage für unsere Zivi­li­sa­tion: „Mit der Geneh­mi­gung der Faro-Konven­tion, welche die Nutzung unseres künst­le­ri­schen und kultu­rellen Erbes einschränkt, um andere Kulturen nicht zu belei­digen, erleben wir eine sensa­tio­nellste kultu­relle Aufgabe unserer Zivi­li­sa­tion. […] Wenn sich jemand durch die Symbole unserer Kultur belei­digt fühlt, gibt es nur einen Weg: er möge eine andere Nation wählen, in der er leben möchte.“

„Belei­digte“ Kulturen …

Zwei Abge­ord­nete der Lega Salvini, Lucia Borgon­zoni und Paolo Formen­tini, bezeich­neten die Faro-Konven­tion als „sehr ernste und gefähr­liche“ Maßnahme sowie als „sehr mäch­tige geokul­tu­relle Waffe“, wenn sie von von einigen dazu benutzt werden kann, um unsere Iden­tität und unsere Frei­heit zu schmä­lern. […] Die Lega wird niemals der Komplize derer sein, die unsere Kultur mit Füßen treten wollen, indem sie den isla­mis­ti­schen Schleier auf jene Kunst­werke legen, um die uns die ganze Welt beneidet. Mögen die Regie­rung sowie die Verfechter des Gutmen­schen­tums und der poli­ti­schen Korrekt­heit jetzt auch den Mut haben, vor den Italie­nern Verant­wor­tung zu über­nehmen.“

Quelle: MPI

5 Kommentare

  1. Wer denkt sich eigent­lich solche Sch***e aus ?

    Auf jeden Fall aufhören einzu­nehmen, was immer einge­nommen wird.
    Es zersetzt offen­sicht­lich die Hirn­zellen.

  2. In diesem Fall kann man nicht mal von einem „Roll Back“ ins Mittel­al­ters spre­chen – nicht mal bis zurück ins Römi­sche Reich (denn diese Statuen sind auch eben­falls zu unkeusch für diese verlo­genen Affen).
    Nein, hier handelt es sich um Kultur­bar­baren die histo­risch gesehen einzig­artig sind. Und diese Affen werden von unseren „fort­schritt­li­chen“ Elementen hofiert. Man kann gar nicht so viel essen wie man kotzen möchte!

  3. In Rom wurden anläss­lich eines Staats­be­su­ches eines irani­schen Kapos eine histo­ri­sche Statue verdeckt, weil dieser Herr sich even­tu­elle „belei­digt“ fühlen könnte.
    Das ist nur mehr eine Mischung aus voraus­ei­lendem Gehorsam und deka­denter Unter­wür­fig­keit.

  4. Viel­leicht sollte man diesen histo­ri­schen Figuren das Prädikat „divers“ oder ein fünftes oder ein weiteres Geschlecht umhängen, damit sie zeit­geist­kon­form durch­gehen können.

  5. Der Artikel ist wichtig, um einmal mehr zu zeigen, was in unserer Zeit in Europa vorgeht. Nun hat Deutsch­land ja noch nicht unter­schrieben, und das sollte auch so bleiben. Von Öster­reich wundert es mich.

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