Kroa­tien verkauft den Hafen Rijeka nicht an China

Fotoquelle: Trimarium.pl

Um den chine­si­schen Einfluss in Süd-Mittel­eu­ropa zu stoppen, hat Kroa­tien auf Druck der EU und der USA eine 2,7 Milli­arden Euro teure Ausschrei­bung mit China abge­bro­chen, schreibt Goran Andri­janić für das Portal Trimarium.pl

Viele haben viel­leicht eine wich­tige Nach­richt Anfang Januar über­sehen, als Kroa­tien mit den Folgen eines starken Erdbe­bens in der Provinz Bano­vina zu kämpfen hatte. Kroa­tien verhin­derte damals, dass China den Zuschlag für einen der wich­tigsten Häfen an der nörd­li­chen Adria erhielt – ein Schritt, der große Auswir­kungen auf Mittel- und Südeu­ropa haben könnte.

Was steckte hinter dieser Entscheidung?

Das Manage­ment des Hafens Rijeka gab keine offi­zi­ellen Gründe an, aber vertrau­li­chen Quellen zufolge sollte die Lizenz an ein Konsor­tium chine­si­scher Unter­nehmen vergeben werden, das das beste Angebot vorge­legt hatte. Wie jedoch mehrere kroa­ti­sche Medien berich­teten, war der Druck aus den Verei­nigten Staaten und der Euro­päi­schen Union zu groß, sodass die Ausschrei­bung abge­sagt wurde.

Bei der Ausschrei­bung im Wert von rund 2,7 Mrd. Euro ging es um die Vergabe von Lizenzen für einen Contai­ner­ter­minal für einen Zeit­raum von 50 Jahren. Gemäß den Ausschrei­bungs­be­din­gungen würde der Lizenz­nehmer den Terminal entwi­ckeln und verwalten. Die größte kroa­ti­sche Tages­zei­tung Vecernij List erklärte, dass das Angebot Chinas zwar besser sei als das der Nieder­lande, aber poli­ti­sche Erwä­gungen ausschlag­ge­bend für die Blockade Chinas seien, wie immer, wenn es um stra­te­gi­sche Wirt­schafts­fragen geht.

„Der Druck aus den USA und der EU, China die 50-jährige Lizenz im Hafen von Rijeka zu verwei­gern, war enorm“, schrieb die Zeitung und fügte hinzu, dass die USA und die EU China aufgrund stra­te­gi­scher Regionen nicht im Hafen Rijeka haben wollten.

Ivan Brodić, der Chef­re­dak­teur des kroa­ti­schen Portals Ener­gy­press, glaubt, dass die Ausschrei­bung gestoppt wurde, weil man bemerkt habe, dass Kroa­tien durch den Einfluss des chine­si­schen Kapi­tals zu sehr gefährdet wäre.

„Das chine­si­sche Unter­nehmen, das von der kommu­nis­ti­schen Partei kontrol­liert wird, würde lang­fristig einen bedeu­tenden Teil des Hafens von Rijeka verwalten. Der Hafen ist wichtig, weil er in Zukunft über die Eisen­bahn mit Mittel­eu­ropa verbunden ist. Er würde dadurch eine ernst­hafte Konkur­renz für den slowe­ni­schen Hafen Koper und das italie­ni­sche Triest werden, in denen chine­si­sche Unter­nehmen bereits präsent sind“, erklärte er.

Es scheint, dass west­li­chen poli­ti­schen Kreisen bewusst wird, dass China Südeu­ropa und den Mittel­meer­raum wirt­schaft­lich komplett domi­nieren will. Dieser Teil Europas ist beson­ders wichtig für die bekannte „Neue Seiden­straße“, durch die China einen einheit­li­chen eura­si­schen Markt schaffen will, den es selbst dominiert.

Das Entschei­dende an diesem Projekt ist, dass das Poten­zial von Rijeka durch den Bau einer neuen Eisen­bahn­linie, die vom Hafen bis zur unga­ri­schen Grenze führt, gestärkt werden könnte. Dies ist ein Aspekt, der für alle Drei-Meere-Staaten von Bedeu­tung ist.

Rijeka ist derzeit mit einer von den Ungarn im 19. Jahr­hun­dert gebauten Eisen­bahn mit Mittel­eu­ropa verbunden. Die kroa­ti­sche Regie­rung hat jedoch den Bau einer neuen Eisen­bahn zur unga­ri­schen Grenze zu einem ihrer wich­tigsten stra­te­gi­schen Ziele gemacht. Die Idee, dass China in Rijeka einsteigt, war mit dem Bau dieser Eisen­bahn verbunden. Laut kroa­ti­schen Medien sind die Chinesen sehr an dem Bau und später an der Über­nahme der Eisen­bahn im Rahmen der Lizenz inter­es­siert. Einige Regie­rungs­mi­nister, darunter der kroa­ti­sche Wirt­schafts­mi­nister Oleg Butković, sind jedoch der Meinung, dass es für Kroa­tien besser wäre, den Bau mit Hilfe der EU zu vollenden.

Es ist derzeit noch unbe­kannt, ob die Verhin­de­rung des Zugangs Chinas zum Hafen von Rijeka auch eine Entschei­dung über die Beschleu­ni­gung des Baus der lebens­wich­tigen Eisen­bahn­in­fra­struktur, die zur Entwick­lung Mittel­eu­ropas beitragen wird, bedeutet.

Bekannt ist hingegen, dass der Westen, wenn er den chine­si­schen Einfluss in diesem Teil Europas begrenzen will, neue Inves­ti­tionen in der Region initi­ieren muss.

Quelle: Trimarium.pl (Autor: Goran Andri­janić) / Remix News


1 Kommentar

  1. Unfor­tu­n­a­tely it looks that the EU is now the lapdog of the USA.
    The Chinese company COSCO succeeded to make Piraeus port from nothing almost nothing to a major Medi­ter­ra­nean port, crea­ting thousand of jobs and immense revenue for the country.
    Croatia is losing a UNIQUE oppor­tu­nity just because uncle Sam and some unelected EU bureau­crat say so. We should not be surprised why Europe is sinking

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here