Poli­ti­scher Schlag­ab­tausch zwischen Ungarn und Rumä­nien um Siebenbürgen

In Siebenbürgen eskalierte die Woche wieder der politische Streit zwischen Ungarn und Rumänien. Bild: Die Reiterstatue des ungarischen Königs Matthias Corvinus in seiner Heimatstadt Kolozsvár/Klausenburg, der Hauptstadt Siebenbürgens, Christo / wikimedia.org (CC-BY-SA-4.0)

Von Viktor Erdesz

Letzte Woche ereig­nete sich in der rumä­ni­schen Politik ein spek­ta­ku­lärer Vorgang mit weit­rei­chenden Folgen. Eine Geset­zes­vor­lage zur Schaf­fung einer „Auto­nomen Region Széke­lyföld“ passierte erfolg­reich die erste Abge­ord­ne­ten­kammer. Erst die zweite Kammer, der Senat, zerschmet­terte die Forde­rung. Darauf folgte ein Wutaus­bruch des Präsi­denten und ein Wort­ge­fecht mit dem unga­ri­schen Außenminister.

Szék­ler­land spielt für die Ungarn eine entschei­dende Rolle

Es ist eine Forde­rung, die seit dem Anschluss Sieben­bür­gens an Rumä­nien besteht: Die Schaf­fung eines Auto­no­mie­ge­biets für das Szeklerland/Székelyföld. Dieses Gebiet liegt am östlichsten Rand Sieben­bür­gens. Es entspricht etwa den vier alten unga­ri­schen Komi­taten Három­szék, Udvar­hely (deutsch: Oder­hellen), Csík (deutsch: Tschick) und Maros-Torda. Diese Region spielt für die Ungarn eine ganz beson­dere Rolle, da sich der Legende nach die einwan­dernden „Urungarn“ im Karpa­ten­be­cken vor etwa 1.100 Jahren dort nieder­ge­lassen haben sollen. Doch auch ethnisch hat es eine wich­tige Bedeu­tung. Während Sieben­bürgen als Ganzes im Laufe der Jahr­hun­derte durch­ge­hend von Ungarn, Deut­schen und Rumänen besie­delt war, war das Szekler­land stets eine unga­ri­sche Hoch­burg. Auch 100 Jahre nach dem Zwangs­an­schluss an Rumä­nien ist dies nicht anders. Von den über 800.000 Einwoh­nern sind heute über 70 Prozent Ungarn.

Das Szekler­land, hier gelb einge­zeichnet, liegt heute tief im rumä­ni­schen Staats­ge­biet im östlichsten Teil Sieben­bür­gens. Bild: Sie / wikimedia.org (CC BY-SA 3.0)

RMDSZ als unga­ri­sche Stimme im Parlament

Doch auch 100 Jahre nach der Abtren­nung haben die Szekler kein auto­nomes Gebiet wie zum Beispiel die Südti­roler, sondern müssen tagtäg­lich um die Erhal­tung ihrer Kultur kämpfen. Dabei versu­chen sie natür­lich auch poli­ti­sche Waffen zu benutzen. Die Partei RMDSZ (deutsch: Demo­kra­ti­sche Union der Ungarn in Rumä­nien) gilt zwar als schwach und ange­schlagen, doch sie schaffen regel­mäßig den Einzug ins Parla­ment in Buka­rest. Bei den letzten Parla­ments­wahlen 2016 holten sie sechs Prozent der Stimmen. Oftmals stellen sie einen Antrag für ein Gesetz zur Schaf­fung eines auto­nomen Szekler­lands. Erwar­tungs­gemäß wird dieser immer im Parla­ment abge­schmet­tert. Doch am Montag, den 27. April 2020, geschah nach fast 100 Jahren die Sensation.

Nicht­be­hand­lung gilt als Akzeptanz

Wie die Székely Hírmondó berich­tete, wurde zunächst im Dezember 2019 an den Ausschuss für Menschen­rechte weiter­ge­leitet, in welchem Vertreter aller Parteien sitzen. In diesem wurde der Vorschlag zwar abge­lehnt, doch mit drei Fürstimmen, einer Enthal­tung und vier Gegen­stimmen fiel das Ergebnis histo­risch knapp aus. Dabei hat die Einschät­zung des Ausschusses aber keine bindende Wirkung. Der Entwurf geht dann zurück an das Parla­ment (Unter­haus), die erste und mäch­ti­gere Kammer im rumä­ni­schen Zwei-Kammern-System. Doch das Plenum setzte die Geset­zes­vor­lage nicht mehr auf die Tages­ord­nung. Es wurde also mona­te­lang nicht behan­delt, obwohl es so vorge­sehen ist. Die über­mäch­tige sozi­al­de­mo­kra­ti­sche PSD, die bei den Parla­ments­wahlen fast 46 Prozent der Stimmen erhielt, bildet aktuell allein eine Minder­heits­re­gie­rung. Sie hätte die Aufgabe gehabt, die Vorlage im Parla­ment zu behan­deln. Das Nicht­be­han­deln hat dabei einen großen Effekt: Wenn die Regie­rung zu dem Gesetz nichts in Form einer parla­men­ta­ri­schen Debatte sagt, wird dies als Zustim­mung gewertet. Dabei haben die PSD (46 Prozent) und die unga­ri­sche RMDSZ (sechs Prozent) im Parla­ment eine Mehr­heit. Also hat juris­tisch gesehen das Parla­ment das Gesetz akzeptiert!

Der deutsch­stäm­mige rumä­ni­sche Präsi­dent Klaus Johannis tobte vor Wut. Foto: Euro­pean People´s Party / wikimedia.org (CC BY-SA 3.0)

Präsi­dent Johannis tobte vor Wut

Beschlossen ist in so einem Fall ein Gesetz aber noch nicht. Wird nämlich ein Geset­zes­vor­schlag durch ein solches Schweigen der Regie­rung durch­ge­wunken, kommt es an die zweite Abge­ord­ne­ten­kammer, den Senat (Ober­haus), der darüber endgültig entscheidet. Als publik wurde, dass der Vorschlag tatsäch­lich vom Unter­haus akzep­tiert wurde, tobte Staats­prä­si­dent Klaus Johannis. Johannis, ein Sieben­bürger Sachse, gehört zur libe­ralen Partei PNL, dem poli­ti­schen Gegen­spieler der PSD. Es wurde im Eilver­fahren eine Sonder­sit­zung des Senats einbe­rufen. Nur zwei Tage später, am 29. April, schmet­terte das Ober­haus den Geset­zes­ent­wurf mit 126 zu 9 Stimmen ab (wobei alle neun Fürstimmen von den Senats­mit­glie­dern der RMDSZ kamen). Johannis äußerte sich daraufhin wutent­brannt in die Kameras. Er warf der PSD völlig absurd vor, sie hätte in einer Geheim­sit­zung mit der RMDSZ Sieben­bürgen den Ungarn geschenkt, um selbst poli­tisch an der Macht zu bleiben. In einer Provo­ka­tion wendete er sich an die PSD auf Unga­risch mit den Worten:

„Jó napot kívánok, PSD (deutsch: Ich wünsche ihnen eine guten Tag, PSD)! Während die Regie­rung und die Behörden gegen die Pandemie des Coro­na­virus kämpfen, arbeitet die PSD in geheimen Büros in den Parla­menten daran, dass sie Sieben­bürgen den Ungarn über­lassen. Was hat ihnen Viktor Orbán (Anm.: unga­ri­scher Minis­ter­prä­si­dent) für dieses Geschäft angeboten?“

Seine ganze Stel­lung­nahme ist auf YouTube auf rumä­nisch abrufbar.

Sozia­listen verfolgten spezi­elle Taktik

Die hyste­ri­sche Reak­tion des Präsi­denten erfor­dert eine nähere Beleuch­tung der Hinter­gründe des Handelns der PSD. Die PSD ist weit radi­kaler und dem Kommu­nismus näher, als andere Sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Parteien in Europa. Sie ist die Partei, die in den zwei ursprüng­li­chen rumä­ni­schen Regionen, Molda­wien und der Wala­chei, äußerst domi­nant ist. In Sieben­bürgen ist sie nur schwach. Sie war in den vergan­genen Jahr­zehnten immer wieder durch einen ausge­spro­chenen Minder­hei­ten­hass, vor allem einen Ungarn­hass, aufge­fallen. So sagte zum Beispiel der ehema­lige Premier­mi­nister Mihai Tudose (PSD) 2018 in einem öffent­li­chen Fern­seh­in­ter­view, dass wenn es die Szekler wagen ihre Fahnen aufzu­hängen, sie dann gleich daneben hängen würden. Warum also ließ die PSD es zu, dass das Gesetz zur Auto­nomie die erste Kammer passiert?

Kampf zwischen Sozia­listen und Libe­ralen spitzt sich zu

Der Grund ist die Zuspit­zung des Macht­kampfes in der rumä­ni­schen Politik. Die eins­tige allum­fas­sende Macht der PSD ist seit Jahren am Zerbrö­ckeln. 2014 verloren sie das Amt des Staats­prä­si­denten, der in Rumä­nien äußerst viel Macht besitzt, an den libe­ralen, deut­schen Klaus Johannis. Bei der Präsi­dent­schafts­wahl 2019 gewann Johannis erneut. Durch unzäh­lige Skan­dale und Korrup­ti­ons­vor­würfe schmolz auch ihre einst abso­lute Macht im Parla­ment dahin. Nun müssen sie schon eine Minder­heits­re­gie­rung bilden. Doch die Prognosen schauen noch düsterer aus. Anfang 2021 wird in Rumä­nien ein neues Parla­ment gewählt. In aktu­ellen Umfragen bricht die PSD komplett ein, verliert die Hälfte ihrer Prozente und steht noch bei etwa 24 Prozent. Klarer Sieger wäre die PNL mit fast 37 Prozent. In den Augen der PSD führt ein libe­raler Regie­rungs­kurs zu einem Erstarken der Ungarn in Sieben­bürgen. Daher haben sie mit ihrem Verhalten einen Warn­schuss Rich­tung Volk abgeben wollen. Sie haben gezeigt, wie leicht es poli­tisch sein kann, Gebiete zu verlieren und dass die Ungarn nur danach dürsten, ihre verlo­renen Gebiete wieder an sich zu reißen.

Johannis vergisst seine Wurzeln

Beson­ders brisant ist es, dass Johannis bei beiden Parla­ments­wahlen nur durch die Stimmen der Ungarn Sieben­bür­gens an die Macht gekommen ist. Während diese im jewei­ligen ersten Wahl­gang den Kandi­daten der RMDSZ unter­stützt haben, hatten sie im zweiten Durch­gang nur noch die Wahl zwischen Johannis und der PSD. Die Ungarn gaben, wie die meisten anderen Bewohner Sieben­bür­gens, ihre Stimme dem vermeint­lich ungarn-freund­li­chen Johannis. Johannis scheint wohl vergessen zu haben, wer ihn zur Macht verholfen hat. Genauso scheint er vergessen zu haben, auf wessen Seite er steht. Denn die Rumänen aus der Wala­chei und Molda­wien hetzen unun­ter­bro­chen gegen Sieben­bürgen, auch gegen­über den Sieben­bürger Sachsen, denen ethnisch Johannis ange­hört. Vergleicht man die Ergeb­nisse in den Wahl­kreisen mit jenen der histo­ri­schen Grenze bis 1920, wird schnell deut­lich, wie aktuell diese alte Grenze heute noch ist.

Die Wahl­er­geb­nisse des zweiten Durch­gangs der Präsi­dent­schafts­wahlen 2014. Foto: Salvan Lorand / wikimedia.org (CC-BY-SA‑3.0)
Zum Vergleich: Die histo­ri­schen Grenzen des Fürs­ten­tums Rumä­nien bis 1920. Bild: Arnold­Platon / wikimedia.org (CC-BY-SA‑3.0)
Der unga­ri­sche Außen­mi­nister Peter Szij­jártó fordert von Johannis eine Entschul­di­gung. Foto: Agencia de Noti­cias ANDES / wikimedia.org (CC BY-SA 3.0)

Unga­ri­scher Außen­mi­nister schaltet sich ein

Doch die hyste­ri­sche Reak­tion von Johannis war ein großer Schlag ins Gesicht der rund 1,2 Millionen Ungarn in Sieben­bürgen. Nicht zuletzt, weil diese fast alle bei der Stich­wahl der Präsi­dent­schafts­wahlen, sowohl 2014 als auch 2019, Johannis ihre Stimme gegeben haben. Die Ungarn dachten damals, dass ein Sieben­bürger Sachse, der somit selbst einer Minder­heit ange­hört, viel eher auf ihrer Seite wäre als ein rumä­ni­scher ungarn­has­sender PSD-Poli­tiker. Johannis sorgte nun sogar für solch eine Empö­rung, dass ein poli­ti­scher Schlag­ab­tausch mit dem unga­ri­schen Außen­mi­nister, Péter Szij­jártó (Fidesz), folgte. Szij­jártó forderte Johannis öffent­lich dazu auf, mehr Respekt für die Sieben­bürger Ungarn zu zeigen. Daraufhin erwi­derte Johannis wiederum empört, warum sich der unga­ri­sche Außen­mi­nister in innere Ange­le­gen­heiten Rumä­niens einmi­sche. Darauf wieder­holte Szij­jártó seine Forde­rung nach mehr Respekt. Er blamierte Johannis geschickt, indem er darauf hinwies, dass es Johannis war, der in seiner Rede Viktor Orbán thema­ti­sierte. Szij­jártó fragte klug, warum denn Johannis in einer „inneren Ange­le­gen­heit Rumä­niens“ den unga­ri­schen Premier­mi­nister thematisiere:

„Ich denke, dass wir als Vertreter eines über tausend­jäh­rigen Staates zurecht solche Aussagen, wie die des rumä­ni­schen Präsi­denten gestern, auch auf uns beziehen. Mehr Respekt für die Ungarn! Und ich verstehe, dass das rumä­ni­sche Außen­mi­nis­te­rium sagen muss, dass das eine rumä­ni­sche innere Ange­le­gen­heit wäre. Aber ich empfehle denen, die Stel­lung­nahme des rumä­ni­schen Präsi­denten durch­zu­lesen. Sie ist nicht lang, sie werden schon dazu in der Lage sein. Und dort werden sie lesen, was denn Viktor Orbán der rumä­ni­schen sozia­lis­ti­schen Partei verspro­chen hätte, warum sie das Auto­no­mie­ge­setz nicht verhin­dert hätten, die Ableh­nung im Parla­ment nicht verhin­dert hätten. Nun wenn das eine rumä­ni­sche innere Ange­le­gen­heit ist, wie geraten dann wir, der unga­ri­sche Minis­ter­prä­si­dent, in die Stel­lung­nahme des Präsi­denten hinein?“

Die voll­stän­dige Stel­lung­nahme ist auf der Face­book-Seite von Außen­mi­nister Szij­jártó auf unga­risch abrufbar.

„Herr Präsi­dent, Sie haben kein Herz!“

Während dessen steigt die Wut auf Johannis bei den Szék­lern. In einer emotio­nalen Video­bot­schaft, die auf Face­book auf unga­risch abrufbar ist, formu­lierte es István Csomor­tányi, der Vorsit­zende der patrio­ti­schen Erdélyi Magyar Néppárt (Sieben­bür­gisch-Unga­ri­sche Volks­partei), folgendermaßen:

„Bună ziua (Anm.: „Guten Tag“ auf Rumä­nisch) Herr Präsi­dent Johannis! Heute haben Sie der unga­ri­schen Gemein­schaft vorge­worfen, dass wir mit ihrem Feind, der PSD, den rumä­ni­schen Sozia­listen, eine Abma­chung getroffen hätten, dass wir Sieben­bürgen an uns nehmen. Nun Herr Präsi­dent, ich muss Sie daran erin­nern, dass uns Sieben­bürgen NICHT die PSD gegeben hat. Sieben­bürgen wurde uns von unseren Vorfahren über­lassen. Sieben­bürgen gehört uns! Sieben­bürgen gehört denen, die hier leben. Sie Herr Präsi­dent, haben damit, dass Sie Sieben­bürgen gegen Buka­rest einge­tauscht haben, ihre Heimat verloren. Sie haben keine Heimat! Sie haben Ihre Gemein­schaft verloren, da sie Ihre sieben­bür­gisch-säch­si­schen Wurzeln gegen Buka­rest einge­tauscht haben. Sie, Herr Präsi­dent, haben, ausge­hend aus diesem Grund, auch Ihre Sprache verloren. Sie Herr Präsi­dent, haben kein Herz. Denn wenn Sie eins hätten, dann würde es Ihnen zerreißen, wenn Sie durch die 800-jährigen säch­si­schen Dörfer laufen und sehen, was das 100-jährige Rumä­nien mit ihnen ange­stellt hat. Sie Herr Präsi­dent, haben ein schlechtes Gedächtnis, da Sie anschei­nend vergessen haben, wem Sie es zu verdanken haben, dass Sie gewählt wurden. Und Sie Herr Präsi­dent, haben keine Ehre, weil Sie heute auf dieje­nigen einge­treten haben, die vor wenigen Jahren ihre meiste Hoff­nung in Sie gesetzt haben. Das, was Sie heute getan haben, hat zwei Folgen: Die eine ist, dass Sie vorüber­ge­hend, für wenige Augen­blicke, viel­leicht die Popu­la­rität ihrer Partei gestei­gert haben. Die andere ist, dass Sie das Zusam­men­leben der Ungarn und Rumänen Sieben­bür­gens weiter erschwert haben. War es das wert, Herr Präsi­dent? Aber egal was Sie sagen, egal wie Sie das Ihnen erbrachte Vertrauen zurück­geben, eines wissen wir: Das Szekler­land wird seine Auto­nomie bekommen! So wie das ganze Partium (Anm.: Gemeint sind hier die Regionen Szatmár/Sathmar, Nagyvárad/Großwardein, Arad und das Banat) seine Auto­nomie bekommen wird. So wie ganz Sieben­bürgen, unsere histo­ri­sche Region, seine Selbst­ver­wal­tung zurü­ck­erlangen wird! Herr Präsi­dent, uns inter­es­siert nicht ihre Karriere. Uns inter­es­siert es nicht, auf Grund welcher poli­ti­scher Taktiken Sie sagen, was Sie sagen. Aber merken Sie sich noch einmal: Egal was Sie sagen, egal was Sie tun, das Szekler­land wird seine Auto­nomie noch bekommen. Genauso, wie das Partium autonom werden wird. Genauso, wie Sieben­bürgen in seinen histo­ri­schen Grenzen seine Selbst­ver­wal­tung zurück­be­kommen wird. Denn der Strom fließt, doch der Fels bleibt. Der Fels bleibt. (Anm.: Spruch des unga­ri­schen Dich­ters aus Sieben­bürgen Albert Wass).“

8 Kommentare

  1. Mély tisz­te­letem Csomor­tányi Úr!
    Sajnos nem először árulok az erdélyi szászok.

    Meine Hoch­ach­tung Herr Csomortányi!

    Waren sie auch schon 1918 in Gyula­fehérvár dabei, Herr Iohannis? Oder viel­leicht ihre Vorfahren? Wissen Sie, ich rede von jenen Sachsen, die später vom geliebten Führer Nicolae Ceaușescu an Deutsch­land verscher­belt wurden. Gebt ihr den Szeklern die zuste­hende Auto­nomie nicht, wird bald die Forde­rung nach Loslö­sung Sieben­bür­gens von Rumä­nien folgen.

  2. Meiner Meinung nach, haben ganz bestimmt wenige Ungarn Herrn Johannis als Präsi­denten gewählt, da Sie uns Sachsen immer­noch vorwerfen, 1918 Sieben­bürgen den Rumänen geschenkt haben. Wir waren, besser gesagt unsere Vorfahren, viel­leicht nur das 100-te Gramm auf der Waage, doch wegen den harten Maghia­ri­sie­rungs-Versu­chen an allen Minder­heiten im Land wurde eben so gehan­delt. – Entschieden wurde von den Sieger­mächten. – Sie hatten die Auto­nomie in den 50–60.Jahre, da hatte es ein jeder schwer, der nicht unga­risch konnte und sich ein Brot kaufen wollte. – (gerri)

    • Herr Krauss
      Es liegt mir fern ausschliess­lich die Sachsen für 1920 verant­wort­lich zu machen. Ich selber stamme zur Hälfte aus einer Braun­haxler-Familie, zu einem Viertel bin ich Szekler und zu 100% Ungare.
      Würde ich die Sachsen als verant­wort­liche darstellen wollen, hätte ich die Versamm­lung von Medgyes am 8.1.1919 erwähnt und nicht auf Gyula­fehérvár hingewiesen.
      Aller­dings bin ich der Meinung, nicht die Magya­ri­sie­rungs­ver­suche, sondern der rumä­ni­sche Hohen­zol­lern­könig dürfte der Auslöser dieser unse­ligen Ereig­nisse gewesen sein. Wie auch immer der einzige den ich treten wollte ist dieser merk­wür­dige Mensch Iohannis
      Meines Wissens erwartet jeder Staat das seine Bürger wenigs­tens die Landes­sprache beherr­schen. Als kleine Infor­ma­tion: Die schreck­lich magya­ri­sie­rende Ungaren verlangten nicht einmal, dass die Parla­ments­ab­ge­ord­neten die Landes­sprache beherrschten. Meines Wissens erhielten die Sachsen in Sieben­bürgen extrem weit­rei­chende Privi­le­gien, die die „Unter­drü­cker“ keines­wegs besassen. ( So etwa wie aktuell die Migranten in Deutschland).
      Übri­gens, Ihr wart 239000 (mal 100 Gramm, nun seid Ihr noch etwa 13000). Stellt sich schon die Frage ob es sich gelohnt hat.
      Wie auch immer. Sowohl die Sachsen und Schwaben, wie auch die Szekler und die unga­ri­sche Diaspora in Sieben­bürgen teilen ein glei­ches Schicksal. Sollten wir uns nicht langsam zusam­men­raufen und gegen die gemein­same Vernich­tung vorgehen, satt uns gegen­seitig mit Vorwürfen zu ermüden?
      MfG
      Jo

      • Sie sagen: „Meines Wissens erwartet jeder Staat das seine Bürger wenigs­tens die Landes­sprache beherr­schen“. In dem Gebiet, jede zweite Bürger unga­ri­sche Abstam­mung, spricht kein rumä­ni­sches Wort! Ich lade Sie ein, auf meine kosten, als gute Freunde dort eine Reise zu machen, um die Wahr­heit zu sehen. Ich werde überall versu­chen auf rumä­nisch Brot zu kaufen und wir werden sehen was passiert. OK? Geschweige die Tatsache das als rumä­nisch spre­chende Person, werde ich sogar gar nicht bedient! Wir machen das zusamen, wen Sie gewinnen, bekommen Sie von mir 100.000 Euro. Wen Ich gewinne aber, bekomme ich von Ihnen die 100.000 Euro! Mit versteckte Kamera, im Bild und Ton! Abge­macht? Schon in Kommu­nis­ti­sche Zeiten, die unga­ri­sche Minder­heit hatte schulen auf unga­risch, Zeitungen, Montags sogar ein TV-Programm in Staat­liche Fern­seher, Radio Programme… Sie spre­chen von Privi­le­gien? Die Rumänen haben solche Privi­le­gien nie in Rumä­nien gehabt wie die unga­ri­sche Minder­heit! Auch heute, rumä­nisch wird dort als „Fremd Sprache“ gelernt! Wie viele Doku‚s wollen Sie sehen, wo die ungarn selbst sich beschweren das die lernen kein rumä­nisch, die Landes­sprache? Wie viele? Und viele andere Dinge… Viel zu viele, was die Ultra­na­tio­naleis­ti­sche Einstel­lung der „ungarn“ betrifft!

        • Liebe Frau Kopfer
          Den Kontext meines Schrei­bens haben Sie viel­leicht etwas über­sehen. Es ist darum gegangen, dass man als Gast in einem Land sich wenigs­tens soweit assi­mi­lieren sollte um mit den Leuten die dort leben reden zu können. Die Ungaren sind aller­dings weder in Sieben­bürgen, noch im Partium Gäste, sondern die Urbe­völ­ke­rung. Da ändert auch die etwas frag­wür­dige „Dako-roma­ni­sche“ Theorie nichts daran
          Danke für Ihr Angebot, aber ich muss nicht auf Ihre Kosten nach Sieben­bürgen fahren, denn ich habe viele Vorfahren die von dort und aus dem Partium kommen. Kenne also die Verhält­nisse vergleichs­weise gut, ach ja, diese Leute konnten und können alle Rumä­nisch. Übri­gens, wenn es schon erwähnt wird: Die unga­ri­schen Schulen und die vielen Privi­le­gien die Sie freund­li­cher­weise erwähnen sind eigent­lich nicht mehr als einige der vielen Verspre­chen das Rumä­nien gemacht hat um Sieben­bürgen und Partium zu bekommen.
          1947 bei der Rück­glie­de­rung von Nord­sie­ben­bürgen war einer der Haupt­for­de­rungen von Josef Stalin die 1920 verspro­chene (aller­dings nicht gehal­tene) Auto­nomie für die Szekler zu verwirk­li­chen. Also ein Bestand­teil des Frie­dens­ver­trages 1947. Das funk­tio­nierte auch einige wenige Jahre, bis dann so lange Sied­lungs­ge­biete mit rumä­ni­scher Mehr­heit gegen Gebiete mit unga­ri­scher Mehr­heit getauscht wurden, bis die geschlos­sene Mehr­heit der Ungaren voll­ständig unter­graben wurde. Danach wurde die Auto­nomie wieder unter den Tisch gekehrt.
          Es ist, da gebe ich Ihnen Recht eine unschöne Sache jemanden auszu­grenzen, sei es Ungare, Rumäne oder Sachse. Aller­dings verstehe ich auch, dass ein Volk deren Kultur, Sprache und Iden­tität mit Gewalt (wie zum Beispiel das Schleifen von Fried­höfen, Enteig­nung der Kirchen, orga­ni­sierte Versuch ethni­scher Säube­rungen wie in Maros­vasar­hely etc., Schlies­sung der Schulen) den Wider­stand dieser Bevöl­ke­rungs­gruppen hervor­ruft. Leider führt das zu weiteren Unge­rech­tig­keiten und unschönen Exzessen, wie neuer­dings im Uztal.
          Ich denke, wenn für das Szekler­land endlich die Verspre­chungen einge­löst werden, werden sich auch die Konflikte erle­digen. Werden diese Verspre­chungen nicht einge­löst, werden die Konflikte sich immer mehr vertiefen und irgend­wann eska­lieren. Dann wird wahr­schein­lich eine nach dem Völker­recht zuste­hende Auto­nomie nicht mehr ausreichen.
          Das wünschen wir uns alle sicher nicht. Über Ultra Natio­na­lismus müssen wir kaum disku­tieren, mir ist auch die Vatra bekannt. Der Unter­schied ist, unsere Leute kämpfen um ihr nacktes Über­leben als Ethnie.
          Zum Schluss: Selbst­ver­ständ­lich achte ich Ihre Meinung und hoffe Sie achten meine auch. Bezüg­lich Doku­mente die die Schuld dieser oder jener belegen sollen habe ich auch. Was ich aber von Church­hill gelernt habe ist: „Ich traue nur den Statis­tiken die ich selber gefälscht habe“.…

          • Ich zitiere: 1.„Da ändert auch die etwas frag­wür­dige „Dako-roma­ni­sche“ Theorie nichts daran“. und gleich zum Schluss, weil es muss sein: 2. „Ich traue nur den Statis­tiken die ich selber gefälscht habe“.… Merken Sie etwas? Edit. Ich bin auch halb unga­ri­sche absta­mung, aber was Fair sein muss, muss es wirk­lich Fair sein! Fazit: Sie habe kein Unrecht, aber Sie handeln zu Arg natio­na­lis­tisch und man kann merken das für Sie nur die „Doku­menten“ in Betracht kommen, die Sie am meisten lieben. Auch nicht Fair. Meine Empfeh­lung, Elisabeth.

  3. Wenn man durch das Land fährt, spürt man teil­weise schon noch die Tatsache, daß eine Verschmel­zung nicht so richtig zustande gekommen ist. Wenn aber der Gedanke eines einheit­li­chen Europas über allem steht, sollte es doch möglich sein noch mehr zuein­ander zu finden und unter dem Dach eines neuen Rumä­niens alle Inter­essen mitein­ander fried­lich zu verbinden.

  4. Präsi­dent Klaus Johannis hat über­re­agiert. Ich bin der Meinung er kennt das Volk der Szekler nicht.
    Dieses Unga­risch­spra­chi­sche Volk lebt in Rumä­nien im Gebiet Szekler­land und nicht in der Repu­blik Ungarn. Das soll auch Johannis verstehen. Sie behaupten sich zu ihrer Iden­tität als Szekle­rungaren, und wollen nicht das Schicksal der Sachsen haben:
    Die Häuser (Heimat) haben sie aufge­geben und wohnen in Deutsch­land in Miete.

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