Ungarn: Welt­aus­stel­lung „Jagd und Natur“

Eine Natio­nale Jagd­aus­stel­lung, ein Fach­forum für Jäger, wurde in Ungarn erst­mals 1871 veran­staltet. Anläss­lich des hundertsten Jahres­tages der ersten Ausstel­lung fand 1971 in Buda­pest die Welt­aus­stel­lung der Jagd statt. Ähnliche Veran­stal­tungen hatten bereits in Wien, Berlin, Düssel­dorf, Florenz und Novi Sad (Újvidék, Neusatz) statt­ge­funden, aber noch nie zuvor war Ungarn Gast­geber eines solchen Groß­ereig­nisses wie im Jahr 1971. Rund zwei Millionen Eintritts­karten wurden verkauft, davon 200.000 aus 35 Ländern in Europa, Afrika, Asien und Amerika. Die Veran­stal­tung war eine glaub­wür­dige Illus­tra­tion des Zustands der Jagd in der Welt, der Errun­gen­schaften der unga­ri­schen Jagd, des Wildes und der Wild­be­wirt­schaf­tung sowie des Rufs und der Stel­lung unseres Landes.
 

Ungarn feiert 2021 den 50. Jahrestag der Ausstel­lung mit einer Welt­aus­stel­lung in Form eines Gedenk­jahres, das der breiten Öffent­lich­keit und den Fach­leuten die Werte der nach­hal­tigen Nutzung der Umwelt auf glaub­wür­dige und ausdrucks­starke Weise und unter Verwen­dung der heutigen Tech­no­logie vor Augen führen soll. Die meisten der Expo­nate werden nach der Veran­stal­tung in verschie­denen unga­ri­schen Museen zu sehen sein.

Die Austel­lung läuft unter dem Motto “Im Einklang mit der Natur” und ist die größte Natur­aus­stel­lung des Jahres 2021, die sich mit den Themen Jagd, Natur­schutz, Feucht­ge­biete, Natur­schutz und seine Zukunft, biolo­gi­sche Viel­falt, nach­hal­tige Nutzung der Natur, aber auch mit Einzel­jagd, Wilderei, Gastro­nomie und Inno­va­tion befasst.

In acht Pavil­lons, die sich über fünf­und­sieb­zig­tau­send Quadrat­meter erstre­cken, werden Dioramen, Filme, Wild­tier­aus­stel­lungen und beson­dere Trophäen dazu beitragen, das Bewusst­sein für die einzig­ar­tige Tier­welt unseres Planeten zu schärfen.

In der Inter­na­tio­nalen Halle werden die von Ungarn einge­la­denen Länder und Orga­ni­sa­tionen mit eigenen Ständen vertreten sein. Sie können die ganze Welt auf einem Spazier­gang sehen! Das World Conser­va­tion Forum, eine wich­tige Initia­tive der Welt­aus­stel­lung, wird hier statt­finden. Fach­leute und die Zivil­ge­sell­schaft können sich ein realis­ti­sches Bild von der Zukunft der Natur­schutz­berufe (Jäger, Fischer, Förster usw.) und von der Zukunft des Natur­schutzes auf einer gemein­samen Grund­lage machen. Neben inter­na­tio­nalen Teil­neh­mern wird der Pavillon auch unga­ri­sche Aussteller beher­bergen, wie z. B. die unga­ri­schen Staats­forst­be­triebe, sowie einen VR-Gaming-Bereich, in dem die Besu­cher die Jagd in der virtu­ellen Realität auspro­bieren und die einzig­ar­tige Atmo­sphäre der euro­päi­schen Wälder und afri­ka­ni­schen Savannen kennen­lernen können.

Messe­halle: Das FeHoVa PLUSZ, in dem Jagd, Fischerei, verschie­dene Ausrüs­tungen und Waffen sowie Jagd­hunde und Pferde ausge­stellt werden. Die Natio­nale Ausstel­lung und Messe für Land­wirt­schaft und Lebens­mittel, OMÉK, ist die größte, älteste und tradi­ti­ons­reichste Veran­stal­tung der unga­ri­schen Agrar­wirt­schaft, an der neben Vertre­tern der heimi­schen Agrar- und Lebens­mit­tel­in­dus­trie auch viele auslän­di­sche Fach­leute teil­nehmen werden.

Im Rahmen der Welt­aus­stel­lung finden in Buda­pest insge­samt sechs Welt­kon­fe­renzen statt, bei denen zahl­reiche inter­na­tio­nale Refe­renten Vorträge, Kongresse und Voll­ver­samm­lungen zu den oben genannten Themen abhalten werden. Das tech­ni­sche Programm der Welt­aus­stel­lung wird vom World Conser­va­tion Forum orga­ni­siert. Der Inter­na­tio­nale Rat zur Erhal­tung des Wildes und der Jagd (CIC), die Gene­ral­ver­samm­lung von FACE (die inter­na­tio­nale Orga­ni­sa­tion, die die euro­päi­schen Jagd­ver­bände vertritt), der Kongress der Inter­na­tio­nalen Union der Wild­bio­logen (IUGB), das Wild­life Forum (CPW) und die 8. Konfe­renz zur Erhal­tung der afri­ka­nisch-eura­si­schen wandernden Wasser­vögel (AEWA) werden eben­falls im Rahmen des Welt­aus­stel­lungs­pro­gramms statt­finden. Die Inter­na­tio­nale Konfe­renz über Jagd und Wild­tier­ma­nage­ment wird die Nach­hal­tig­keit der Jagd und ihre Vorteile auf der Grund­lage alter Tradi­tionen aufzeigen.

Im Schau­fenster der Inno­va­tion („Zukunft der Natur“) werden unga­ri­sche Start-ups, Unter­nehmen und Entwick­lungen vorge­stellt, die auf inter­na­tio­naler Ebene in den Berei­chen Nach­hal­tig­keit, Jagd und sogar Natur­schutz etwas bewirken.

Fisch, Wasser und Mensch: Ein großer Teil der riesigen Ausstel­lungs­fläche ist mit Wasser bedeckt, ein monu­men­tales Aqua­ri­en­system, durch das man spazieren kann und die heutigen und früheren Vertreter der Fisch­fauna des Karpa­ten­be­ckens aus nächster Nähe betrachten kann. Unge­wöhn­liche, mit Wasser gefüllte, natu­ra­lis­ti­sche Dioramen, lebende Wasser­vögel, riesige, robuste Störe, Tausende von winzigen Fischen, beson­dere, selten zu sehende geschützte Arten, Präpa­rate, auf die Rück­wand proji­zierte Natur­filme, gedruckte Panora­ma­fotos machen das Spek­takel authen­tisch. In Zahlen ausge­drückt bedeutet dies Hunderte von Quadrat­me­tern lebenden Wassers, fast eine halbe Million Liter Aqua­ri­en­raum und fast 2.000 Arten von fast 50 Fisch­gat­tungen. Man kann mit Sicher­heit sagen, dass

die Öffent­lich­keit noch nie in der Geschichte der Expo eine so einzig­ar­tige Ausstel­lung von gebauten Aqua­rien gesehen hat. 

Tradi­tio­nelle Jagd­me­thoden: Die Ausstel­lung wird sich auch mit der Bezie­hung zwischen Pferden und der Jagd befassen. Rund um den Pavillon wird es ein fort­lau­fendes Programm mit tradi­tio­nellen Vorfüh­rungen geben.Die Vorfüh­rung des Jagd­bo­gen­schie­ßens findet in einem Dorf aus der frühen Árpád-Ära statt, wo Sie etwas über die Herstel­lung und den Gebrauch des tradi­tio­nellen unga­ri­schen Bogens sowie über die Tech­niken und Werk­zeuge des Bogen­schie­ßens zu Pferde aus der Zeit der Erobe­rung und der Neuzeit erfahren können. Mehrere mit den Hallen verbun­dene Frei­luft­ver­an­stal­tungen geben einen Einblick in die Vergan­gen­heit und Gegen­wart der Pfer­de­jagd.Im Rahmen der Agar­jagd machen wir einen “Zeit­sprung” zum Ende des 18. Jahr­hun­derts, zum Beginn des 19. Jahr­hun­derts und zur Romantik, zum Jagd­schloss und seinem Jagd­garten in Kismarton. Sie können die Jagd in der “Hinter­bühne” einer mittel­al­ter­li­chen Ritter­burg erleben, mit Blick auf den Garten, das Bauern­haus und die Küche sowie ein fantas­ti­sches Diorama.

Nationale und inter­na­tio­nale Trophä­en­aus­stel­lungen: Neben den schönsten einhei­mi­schen Trophäen können Sie auch seltene und wert­volle Stücke aus der ganzen Welt sehen. Die Euro­pean Taxi­dermy Cham­pions­hips® (ETC), eine unab­hän­gige Orga­ni­sa­tion, ist an der Orga­ni­sa­tion der Euro­päi­schen Meis­ter­schaften der Taxi­dermie betei­ligt. In diesem Pavillon wird auch die Ausstel­lung Jagd im 21. Jahr­hun­dert zu sehen sein, in der Jagd­ge­wehre im Mittel­punkt stehen. Auf einer spek­ta­ku­lären Ausstel­lungs­fläche von 2.000 Quadrat­me­tern werden Marken mit einer langen Geschichte wie Mauser, Rigby, Sauer, Blaser, Minox und Limke präsentiert.

In der unga­ri­schen Ausstel­lung nimmt eine mehr­spra­chige Ausstel­lung die Besu­cher mit auf einen tausend­jäh­rigen Spazier­gang durch das Karpa­ten­be­cken und zeigt, wie die Geschichte des unga­ri­schen Volkes in engem Kontakt mit der Natur durch natür­liche Berufe gelebt wurde. In der Halle sind auf fast 1200 Quadrat­me­tern taxi­der­mi­sche Expo­nate zu sehen, die das unga­ri­sche Groß­wild darstellen. Filme sowie Kunst- und Hand­werks­in­stal­la­tionen werden die verschie­denen Epochen in Erin­ne­rung rufen.

Schatz­kammer des Karpa­ten­be­ckens: Der Ausstel­lungs­raum ähnelt von oben einem Kreuz – ein Hinweis auf den Heiligen Hubertus, den Schutz­pa­tron der Jäger, aber auch ein Symbol für die vier Himmels­rich­tungen. Im Wesent­li­chen handelt es sich um vier schin­del­ge­deckte Jagd­häuser, die den vier Himmels­rich­tungen zuge­wandt sind,  und an die Jagd­häuser in den Schnee­koppen erin­nern, die von berühmten unga­ri­schen Jägern wie Zsig­mond Széchenyi, István Fekete, Kálmán Kitten­berger, Herbert Nádler und vielen anderen so geliebt wurden.

Neben der Haupt­stadt werden auch mehrere länd­liche Orte – u.a. Hatvan, Kesz­t­hely und Vásá­ros­na­mény – Teil der Welt­aus­stel­lung sein, aber auch das Komi­tats­kon­sor­tium Somogy, das einen einzig­ar­tigen Koope­ra­ti­ons­geist an den Tag gelegt hat, bereitet ein buntes Programm vor.

Infor­ma­tionen zur Ausstel­lung: onewithnature2021.org/ (Unga­risch und Englisch)

Dieser Beitrag erschien zuerst bei UNGARNREAL, unserem Partner in der EUROPÄISCHEN MEDIENKOOPERATION


1 Kommentar

  1. Liebe Freunde, von „Unser Mittel­eu­ropa“, Agar-Jagd heisst Wind­hund­s­jagd, Hetz­jagd auch, bitteder Wind­hund hetzt nicht zu Tode, er faengt oder er faengt nicht, Fangen heisst dann auch toeten, das Beute Spek­trum geht tradi­tio­nell von der Ratte bis zum Schakal, Hase natu­er­lich auch! Der Problem Wolf, tja der wird tradi­tio­nell mit 2 Agars = Magyar Agar bejagt, das sind Fakten! Uebri­gens Eignung als Herden­schutz­hund durchaus ueberlegenswert!
    Das 18.Jhd.? Eher nicht, auch ich jage mit dem Agar im 21.Jhd,sic!, Magyar Agar = Unga­ri­scher Wind­hund , brauchbar wo das Schiessen unmoe­g­lich ist!
    Uebri­gens der Agar waere fast ausge­rottet worden, d.h.Bolschewisten haetten ihn, da aris­to­kra­ti­sches Symbol fast ausge­rottet, es gelang aber nicht und gibt es DANK Jozsef Toepfner – man hielt die ueber­le­benden Hunde etwa im Keller oder auf dem Dach­boden-diesen phan­tas­ti­schen Jagd­ge­brauchs­hund wieder sogar mit minis­te­ri­eller Erlaubnis wieder mit Jagdeignungspruefung.……
    Im Ergebnis darf ich mich freuen, dass man an uns tradio­nellen Jagd­me­thoden huldi­genden Jaegern gedacht hat, ohne sie waere der Erhalt unserer Greif­vo­egel niemals moeg­lich gewesen ‑Gefan­gen­schafts­zucht- olle Kamellen also wohl doch nicht so ganz. Tier­welt und Jagd sind halt konser­vativ so darf aus dem Naeh­ka­es­t­chen geplau­dert werden!
    Wer also Zeit hat komme zur masken­be­freiten Weltjagdausstellung!
    Alf v.Eller
    unabh.Politikberater /Jurist
    und
    Berufshundemann

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