Was in der Schweiz und anderswo berichtet wurde 02.02.2022

Telldenkmal mit Bronzestatue von Richard Kissling und Hintergrundbild von Hans Sandreuter in Altdorf (Kanton Uri, Schweiz) · Foto: Хрюша / Wikimedia CC 3.0

Im Inter­net­radio mitge­hört und mitge­schrieben von Wilhelm Tell

Arme­nien – Die Nieder­lage Arme­niens im jüngsten Krieg um Berg-Kara­bach ist noch nicht lange her. Im Herbst 2020 besiegten die Truppen des benach­barten Aser­bai­dschan innert weniger Wochen die arme­ni­schen Streit­kräfte. Die mili­tä­ri­sche Hilfe der mit Aser­bai­dschan verbün­deten Türkei machte das erst möglich. Dies bestärkte viele Arme­nier in ihrer Über­zeu­gung, dass die Türkei eine Bedro­hung ist. Umso erstaun­li­cher sind die freund­li­chen Töne, die aus Ankara und Eriwan ertönen. Mitte Januar trafen sich zum ersten Mal die Unter­händler der beiden Länder. Man wolle weiter verhan­deln, hiess es danach, bis zur voll­stän­digen Norma­li­sie­rung der Bezie­hungen und der Öffnung der Grenzen. Am 2. Februar soll es erst­mals wieder Direkt­flüge zwischen den Metro­polen Istanbul und Eriwan geben. SRF.ch

Austra­lien – Eine Milli­arde austra­li­sche Dollar will der Staat Austra­lien zum Schutz des Great Barrier Reefs ausgeben. Verteilt auf neun Jahre soll ein Gross­teil des Geldes dafür verwendet werden, die Verschmut­zung des Riffs durch schäd­liche Abwässer aus der Land­wirt­schaft zu verhin­dern. Ein Viertel soll für die Bekämp­fung des Dornen­kro­nen­see­sterns einge­setzt werden. Dieser frisst die Korallen. SRF-Mitar­beiter Urs Wälterlin über die guten Absichten und die poli­ti­schen Hinter­ge­danken des austra­li­schen Premiers Scott Morrison. SRF.ch

● Austra­lien hat ange­boten, zusätz­li­ches verflüs­sigtes Erdgas nach Europa zu liefern, falls Russ­land beschliesst, die Ener­gie­ver­sor­gung einzu­stellen. Auch Alge­rien und Katar bieten Gas und Flüs­siggas an. VOA.us

Burkina Faso – Die UNO fordert Ende der Mili­tär­dik­tatur, doch das Volk steht hinter dem Militär. SRF.ch

China – Den Staats­me­dien zufolge würden Athleten von den USA dafür bezahlt, bei den Olym­pi­schen Winter­spielen für Unruhe zu sorgen. Die USA würden eine „welt­um­span­nende Kampagne“ gegen China führen. Die US-Botschaft wider­sprach den Anschul­di­gungen. CRI.cn

● Vom 04. bis 20. Februar finden in Peking die Olym­pi­schen Winter­spiele statt – unter strengen Bedin­gungen. Das Land verfolgt seit Ausbruch der Pandemie eine strikte Null-Covid-Stra­tegie. Im Herbst hatte das Land Covid weit­ge­hend unter Kontrolle. Anfang Dezember begannen aber die Fall­zahlen wieder zu steigen. Mitte Januar, nur drei Wochen vor der Eröff­nung der Olym­pi­schen Winter­spiele, entdeckte China in Pekings Nach­bar­stadt Tianjin den ersten Omikron-Fall. Die chine­si­sche Gesund­heits­be­hörde meldete per 30. Januar 1937 bestä­tigte Covid-Fälle. Wie viele davon Omikron sind, weist sie nicht aus. Die Orga­ni­sa­toren setzen auf eine geschlos­sene Olympia-Blase, dem soge­nannten Closed Loop. Das ist ein in sich geschlos­senes System. Ein Aufent­halt ausser­halb des Closed Loop ist nicht erlaubt. Das soll sicher­stellen, dass die auslän­di­schen Gäste zu keinem Zeit­punkt in Kontakt mit der chine­si­schen Bevöl­ke­rung kommen. Für die Einreise nach China gelten strenge Regeln. Die auslän­di­schen Teil­nehmer müssen entweder voll­ständig geimpft sein oder müssen 21 Tage in Quaran­täne. Ab 14 Tage vor Abflug gilt es den Gesund­heits­zu­stand über eine App zu doku­men­tieren. Zusätz­lich braucht es bei der Abreise zwei nega­tive PCR-Tests. Ein weiterer Test erfolgt direkt nach der Landung in China. Inner­halb des Closed Loop gilt überall eine FFP2-Masken­pflicht. Die Maske darf nur zum Essen, Trinken und Schlafen abge­nommen werden. Es werden täglich PCR-Tests durch­ge­führt und Teil­nehmer müssen ihre Tempe­ratur über­wa­chen. Die einzelnen Wett­kampf­stätten sind unter­schied­lich abge­rie­gelt. Während man sich in Peking bis auf Sicht­weite dem olym­pi­schen Park nähern kann, ist in Yanqing in den Bergen, wo die Bob- und Skirennen statt­finden, das ganze Tal abge­sperrt. Bei einem posi­tiven Test kommen Personen ohne Symptome in ein Quaran­täne-Hotel. Personen mit Corona-Symptomen in ein Kran­ken­haus. Wer zweimal inner­halb von 24 Stunden nega­tive PCR-Tests vorweisen kann, wird aus der Isola­tion entlassen. Mitt­ler­weile ist Omikron auch in Peking ange­kommen. Kurz nachdem der erste Fall publik wurde, stoppten die Orga­ni­sa­toren den offi­zi­ellen Ticket­ver­kauf. Die Karten werden nun amtlich verteilt. SRF.ch

● In China beginnt am 1.2. das Jahr des Tigers (). CRI.cn

Deutsch­land –  Die New Euro­pean Pipe­line AG besitzt die Pipe­line Nord Stream 2 zum Trans­port von Erdgas von Russ­land durch die Ostsee nach Deutsch­land. Sie hat ihren Sitz in Zug (CH) und gehört zu 100 % dem Unter­nehmen Gazprom. Am 26. Januar 2022 wurde die Toch­ter­ge­sell­schaft Gas for Europe GmbH mit Sitz in Schwerin gegründet und soll im Sommer zerti­fi­ziert werden. Auf dieses Gastrans­port­un­ter­nehmen wurde das Eigentum an dem 54 Kilo­meter langen deut­schen Abschnitt der Pipe­line sowie die Anlan­de­sta­tion in Lubmin über­tragen. Dem Ende Dezember 2021 zum Aufsichts­rats­vor­sit­zenden beru­fenen Ex-Diplomat Dieter W. Haller, wurde diese Tätig­keit bereits Ende Januar 2022 vom Auswär­tigen Amt wieder unter­sagt. (www.nord-stream2.com). Gas for Europe soll sich mehr­heit­lich in russi­schem Besitz befinden. ORF.at

● Bei Kaisers­lau­tern wurden 2 Poli­zisten bei Verkehrs­kon­trollen erschossen. NPO.nl

● Die Uefa geht juris­tisch gegen eine Pizzeria in Giessen vor. Der euro­päi­sche Dach­ver­band hat eine Kanzlei einge­schaltet, weil «Pizza Wolke» eine Pizza unter dem Namen «Cham­pi­gnons League » anbietet. Dies gab die Pizzeria selbst auf Insta­gram bekannt und stellte das Schreiben der Kanzlei ins Netz. Die hessi­sche Firma verstösst offen­sicht­lich gegen das Lizenz­recht der Uefa, die sich den Begriff «Cham­pions League» für die Königs­klasse im euro­päi­schen Klub-Fuss­ball hat schützen lassen. Die Uefa bestä­tigte auf Anfrage das Vorgehen der Rechts­ab­tei­lung. SRF.ch

Euro­raum – Laut der Statis­tik­be­hörde Euro­stat zeigten sich Portugal und Spanien beson­ders robust. Hier wuchs die Wirt­schaft um 1.5 %, respek­tive um 2 %, im vierten Quartal. Auch Frank­reich und Italien konnten weiter­wachsen. Ganz anders Deutsch­land: Die grösste Volks­wirt­schaft der Euro­zone schrumpfte im letzten Quartal um 0.7 %. Noch deut­li­cher fiel das Minus im benach­barten Öster­reich aus.

Frank­reich – Präsi­dent­schafts­wahl 2022. Kaum Chancen aufs Elysée: Frank­reichs Linke kanni­ba­li­siert sich. Mit einer Volks­be­fra­gung soll die ideale linke Präsi­dent­schafts­kan­di­datur bestimmt werden – doch linke Führungs­fi­guren igno­rieren sie. SRF.ch

● Der welt­weite Absatz von Cham­pagne stieg 2021 auf 322 Millionen Flaschen. Das ist ein Wachstum von 32% gegen­über 2020. Der fran­zö­si­sche Markt wuchs um 25% auf knapp 142 Millionen Flaschen und erreichte damit wieder das Niveau von 2019. Der Export stieg weiter und erreichte einen neuen Rekord von 180 Millionen Flaschen. RFI.fr

Gross­bri­tan­nien – Boris John­sons Gegner Tom Tugendhat (48) bringt sich in Stel­lung. Im «Party Gate»-Skandal bringen sich nun öffent­lich Kandi­daten für die Nach­folge des Premier­mi­nis­ters in Stel­lung. Er werde kandi­dieren, falls es zu einer Abstim­mung komme, sagte der konser­va­tive Abge­ord­nete Tom Tugendhat dem Sender Times Radio. Der Chef des Auswär­tigen Ausschusses im Parla­ment gilt als partei­in­terner Kritiker John­sons. SRF.ch

Guam – Am 25.01.1972 wurde ein kaiser­lich-japa­ni­scher Soldat entdeckt, der nicht gemerkt hatte, dass der Krieg schon lang zu Ende war. Schneider Yokoi Shoichi war damals 57. Er starb 1997. KGUM.gu

Italien – Präsi­den­ten­wahl: Gewonnen hat Italien – verloren haben die Parteien. Der alte Staats­prä­si­dent Sergio Mattarella ist auch der neue. Er wurde mit einer klaren Mehr­heit wieder­ge­wählt. Premier­mi­nister Mario Draghi hat Mattarella am Samstag am Rande einer Veran­stal­tung persön­lich getroffen und ihn offenbar über­zeugen können, zum Wohle des Landes weiter­zu­ma­chen. Es waren nicht die italie­ni­schen Parteien, es war Draghi. Das bedeutet: Mattarella hat seine Bereit­schaft an das Weiter­be­stehen der Regie­rung Draghi geknüpft. Als Duo wollen Mattarella und Draghi Italien auf dem Reform­kurs halten und dazu die 190 Milli­arden Euro Coro­na­hilfen aus Brüssel sinn­voll einsetzen. Gewonnen hat Italien. Auch die Menschen wollten eine zweite Amts­zeit von Sergio Mattarella. Fast alle Parteien appel­lierten an Mattarella. Verloren haben die italie­ni­schen Parteien. Der übliche Polit­poker inter­es­sierte die Italie­ne­rinnen und Italiener kaum. Im Gegen­teil, er sorgte für Ärger. Und das Spiel ging nicht auf. Vor allem der Chef der Lega, Matteo Salvini, versagte. Als Chef der stärksten Partei, als Leader des Mitte-Rechts-Lagers, hätte er eine Kandi­datur mit Zugkraft präsen­tieren müssen. Aber alle seine Vorschläge erwiesen sich als Platz­pa­tronen. Zunächst sprach er sich gegen Mattarella aus, dann für eine Frau, und am Samstag musste er dann doch für den Amts­in­haber votieren. Verloren haben auch die popu­lis­ti­schen Cinque Stelle: Ihr Aussen­mi­nister Luigi di Maio hatte Mattarella 2018 mit einem Amts­ent­he­bungs­ver­fahren gedroht, das es so in Italien gar nicht gibt. Doch an diesem Samstag haben alle Parteien ausser der post­fa­schis­ti­schen Fratelli d’Italia Staats­prä­si­dent Sergio Mattarella gebeten, sich erneut zur Verfü­gung zu stellen. Und die Bilanz nach einer zermür­benden Woche? Typisch Italien, könnte man sagen. Das stimmt, wenn man dieses poli­ti­sche Kopfweh-Proze­dere Revue passieren lässt. Aber ehrli­cher­weise funk­tio­niert Politik so nicht nur in Italien. Die anachro­nis­ti­schen Manöver und Polit­spiele im Kapitol in Washington sind noch verschlun­gener und trick­rei­cher. Nur nennen wir es dort «schwie­rige poli­ti­sche Verhand­lungen». SRF.ch

Kanada – Coro­nabe­dingter LKW Streik in der Haupt­stadt Ottawa. SRF.ch

Namibia – Der Völker­mord an den Herero und Nama geschah während und nach der Nieder­schla­gung von Aufständen gegen die deut­sche Kolo­ni­al­macht in Deutsch-Südwest­afrika während der Jahre 1904 bis 1908. Deutsch­land wollte Wieder­gut­ma­chung leisten, doch verhan­delten sie nicht mit den Betrof­fenen, sondern mit der Regie­rung, die es damals noch nicht gab. Herero lehnen ab, sie wollen mehr. SRF.ch

Nord­eu­ropa – Unwetter-Warnung. Orkan­böen und Sturm­fluten erfassen Europa. Der Sturm «Malik» und das Sturm­tief «Nadia» halten derzeit Nord­eu­ropa in Atem. Feuer­wehren waren im Dauer­ein­satz. SRF.ch

Nord­ir­land – gedenkt der Opfer. 50 Jahre «Bloody Sunday» – Am 30. Januar 1972 hatten briti­sche Soldaten in London­derry 13 unbe­waff­nete katho­li­sche Demons­tranten erschossen. SRF.ch

Nord­korea – Ein Geschoss­wurde Rich­tung Meer abge­feuet. Die selbst erklärte Atom­macht hat ihren grössten Rake­ten­test seit 2017 unter­nommen. Nord­korea hat am 30.01.2022 eine Mittel­stre­cken­ra­kete abge­feuert, die etwa 800 km in Rich­tung offenes Meer geflogen sei, teilte der Gene­ral­stab der südko­rea­ni­schen Streit­kräfte mit. Mit dem Test brach Nord­korea sein selbst gesetztes Mora­to­rium für Tests von Mittel- und Lang­stre­cken­ra­keten. SRF.ch

Öster­reich – Bei den Gemein­de­rats­wahlen in Waidhofen/Ybbs (NÖ) am 30.1. legt die impf­kri­ti­sche Partei MFG (Menschen, Frei­heit, Grund­rechte) einen Start mit 17% hin.

● 100‘000 Impf­zer­ti­fi­kate ab 1.2. ungültig. ORF.at

Portugal – Die vorge­zo­gene Parla­ments­wahl findet am 30.1. statt. Knapp elf Millionen Wahl­be­rech­tigte sind trotz der derzeit auch in Portugal beson­ders hohen Zahl an Corona-Infek­tionen zur Abgabe ihrer Stimme aufge­rufen. Menschen, die in häus­li­cher Quaran­täne sind, dürfen ausnahms­weise das Haus verlassen. Costa schafft die Abso­lute mit 41,6%, die neue rechte Chega schafft 28%. SRF.ch

Schweiz – Der Tag mit den grossen Locke­rungen der Corona-Mass­nahmen oder Tag der Frei­heit kommt viel­leicht schon bald. Gesund­heits­mi­nister Alain Berset hat das diese Woche ange­deutet. Und das hören alle Bundes­rats­par­teien gerne. Nur beim Tempo ist man nicht einer Meinung.

● Der Arzt und Genfer CVP-Poli­tiker Bert­rand Buchs hat einen Vorstoss lanciert, der zucker­hal­tige Getränke im Kanton über eine Zucker­steuer teurer machen soll. «Wir sehen eine enorme Zunahme von chro­ni­schen Krank­heiten wie Diabetes oder Fett­lei­big­keit, die durch Zucker­konsum ausge­löst werden», sagt er. Auch viele Jugend­liche würden daran erkranken. «Darum müssen wir diese Krank­heiten und ihre Ursa­chen bekämpfen.»

● Depres­sive Jugend­liche kommen bei Bauern­fa­mi­lien unter. Wegen der Pandemie sind die Jugend­psych­ia­trien über­be­legt. Betreu­ungs­plätze bei Gast­fa­mi­lien sind gefragter denn je.

● Die Schweiz bekommt Rüge von der UNO wegen Rassismus gegen­über Afri­ka­nern. Ausserdem müsse die Schweiz viel mehr Afri­kaner aufnehmen.

● Wald­brand im trockenen Tessin.

● Schweiz expor­tiert eine Rekord­menge an Käse. Heimi­scher Käse ist im Ausland stark gefragt. Im letzten Jahr wurden fast 82’500t exportiert.

● Tausende Zerti­fi­kate laufen am 01.02.2022 ab. Die Lage auf den Inten­siv­sta­tionen stabi­li­siert sich. Wozu also noch die Zertifikatspflicht?

● Seit einem Jahr sind in 8 Bundes­asyl­zen­tren musli­mi­sche Seel­sorger unter­wegs. Der Bund will das Projekt weiter­führen. SRF.ch

Singapur – Der Smart­phone-Hersteller Omix will in einer neuen Produk­ti­ons­stätte eine Million Handys in der Türkei herstellen. Dafür hat das Unter­nehmen eine Inves­ti­tion von 100 Millionen US-Dollar einge­plant. TRT.tr

Spanien „Eine der grössten Helden­taten in der Geschichte des Sports“. Nach seinem 21. Grand-Slam-Sieg wird Rafael Nadal von der Presse über­schwäng­lich gefeiert. In Rafael Nadals Heimat über­bieten sich die Medien mit Super­la­tiven zu seinem Sieg an den Austra­lian Open. Neben dem Rekord­sieg werden die Kämp­fer­qua­li­täten des zuvor verletzten Mallor­qui­ners gefeiert: Mit 35 führte er eine Aufhol­jagd gegen einen zehn Jahre jüngeren Spieler an, wie sie im goldenen Buch des Tennis und des Sports stehen bleiben wird. Vor vier Monaten ging er noch an Krücken und mit dem linken Bein in Gips, und an diesem Sonntag ist er bereits der Grösste aller Zeiten. SRF.ch

Syrien – Letzte Woche haben IS-Kämpfer im Nord­osten Syriens ein Gefängnis über­fallen. Bis am Mitt­woch brauchten syrisch-kurdi­sche Streit­kräfte mit US-Unter­stüt­zung, um die Lage wieder eini­ger­massen unter Kontrolle zu bringen. Insge­samt kamen mehr als 160 Menschen ums Leben. Es war der grösste IS-Angriff seit 2017, und er weckte böse Erin­ne­rungen: Mit Angriffen auf Gefäng­nisse wie in der Stadt Hasaka hatte der IS 2014 die Erobe­rung grosser Teile Syriens und des Irak begonnen. Der jüngste IS-Anschlag sei eine Warnung – auch an Europa, meint der Vize­di­rektor des Kurdi­schen Roten Halb­monds in Nord­sy­rien. Erste Hilfe für alle – auch Terro­risten. Das Personal des Kurdi­schen Roten Halb­mondes war in den letzten Tagen gefor­dert. Rund 100 IS-Kämpfer verschafften sich mit zwei Auto­bomben Zugang zu einem Gefängnis in der nord­sy­ri­schen Stadt Hasaka. Dort wollten sie inhaf­tierte Anhänger befreien, und in der Stadt Terror verbreiten. Der Kurdi­sche Rote Halb­mond sei mit 14 Ambu­lanzen aufge­boten worden, erzählt Sherwan Bery; er arbeitet seit acht Jahren für die Hilfs­or­ga­ni­sa­tion. Bevor er Vize­di­rektor wurde, war er Sani­täter. „Die Behörden sagten uns, im Gefängnis befänden sich 5000 inhaf­tierte IS-Mitglieder aus aller Welt mitsamt ihrer Kinder.“ Beim Sturm auf das Gefängnis seien IS-Mitglieder geflüchtet, andere hätten im Gefängnis Geiseln genommen. Es kam zu heftigen Kämpfen zwischen den IS-Kämp­fern und dem Mili­tär­bündnis der Demo­kra­ti­schen Syri­schen Kräfte, die viele Dutzende von Toten und Verletzten forderten. Menschen aus dem Quar­tier, in dem das Gefängnis steht, wurden evaku­iert oder flüch­teten vor der Gewalt. SRF.ch

Türkei – Ab Juni werden neun Synagogen in Izmir als Frei­licht­mu­seen auf ihre Besu­cher warten. Es wird davon ausge­gangen, dass zunächst etwa 300‘000 Touristen die jüdi­schen Gottes­häuser besich­tigen werden. TRT.tr

Ukraine – Laut Präsi­dent Wladimir Zelensky hat sich der Kapi­tal­ab­fluss aus der Ukraine aufgrund der Panik vor einer mögli­chen Inva­sion Russ­lands seit Ende Herbst bereits auf 12,5 Milli­arden Dollar belaufen. „Unsere Nation kann solche Heraus­for­de­rungen nicht alleine bewäl­tigen. Wir stabi­li­sieren unsere natio­nale Währung aus staat­li­chen Reserven, was die Ukraine viel kostet. Ich denke, dass wir über 4–5 Milli­arden Dollar ausgeben werden, um unsere Wirt­schaft zu stabi­li­sieren“, sagte der ukrai­ni­sche Staats­chef. Er hoffe auf Finanz­hilfen aus den USA und mehr Kredite vom IWF. 100₴ (Griwnij) sind bereits auf drei Euro abge­stürzt. Vesti.ru

Ungarn – Die NATO erwägt in Reak­tion auf den Trup­pen­auf­marsch nahe der Ukraine, Kampf­truppen nicht nur in Rumä­nien und Bulga­rien zu statio­nieren, sondern auch in der Slowakei und Ungarn. Erwogen werden jeweils Batt­le­groups mit bis zu je 1500 Soldaten. Die Antwort vom unga­ri­schen Vertei­di­gungs­mi­nis­te­rium: Ungarn ist ein loyales NATO-Mitglied, aber es liegt im unga­ri­schen Inter­esse an einer fried­li­chen Verhand­lungs­lö­sung der ukrai­nisch-russi­schen Konflikte. Es ist gut für Ungarn, wenn an der Ostgrenze Frieden herrscht und kein bewaff­neter Konflikt. MR.hu

USA – Heftiger Schnee­sturm trifft die Ostküste. Die Behörden forderten in zahl­rei­chen Bundes­staaten die Bevöl­ke­rung dazu auf, zu Hause zu bleiben.

● In Pitts­burgh ist eine schnee­be­deckte Brücke mit einer wich­tigen Verkehrs­ver­bin­dung einge­stürzt. Die Brücke ist knapp 20 Meter tief auf einen Fuss­gän­gerweg in einem Park gestürzt. Drei Personen wurden verletzt. Nach dem Einsturz einer Brücke im US-Bundes­staat Penn­syl­vania hat Präsi­dent Joe Biden grös­sere Anstren­gungen bei der Sanie­rung von bis zu 45’000 maroden Brücken im Land angemahnt.

● „Youtube betreibe ledig­lich eine will­kür­liche Lösch­po­litik“ werfen welt­weit 80 Orga­ni­sa­tionen, die sich den medialen Fakten­checks widmen, Youtube in einem offenen Brief vor und man tue zuwenig gegen Falsch­in­for­ma­tionen. SRF.ch

VAE – Huthi Raketen aus dem Jemen beginnen die Emirate zu desta­bi­li­sieren. Die Emirate sind hoch­ge­rüstet, aber können die Waffen­sys­teme nicht bedienen. 1.Israelischer Staats­be­such in den VAE.SRF.ch

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