Was in der Schweiz und anderswo berichtet wurde – 11.09.2022

Telldenkmal mit Bronzestatue von Richard Kissling und Hintergrundbild von Hans Sandreuter in Altdorf (Kanton Uri, Schweiz) · Foto: Хрюша / Wikimedia CC 3.0

Im Inter­net­radio mitge­hört und mitge­schrieben von Wilhelm Tell
 

Arktis – Jahr­zehn­te­lang war die Nord­po­lar­re­gion eine der fried­lichsten welt­weit. Nirgendwo koope­rierten Russ­land und der Westen so eng und vertrau­ens­voll wie hier. Doch nun wird die Arktis zum Kolla­te­ral­schaden des Ukraine-Kriegs. Die Zusam­men­ar­beit wird einge­stellt, im hohen Norden droht gar ein Wett­rüsten. Eine neue Ernst­haf­tig­keit prägte dieses Jahr die Arktis-Manöver «Cold Response» der Nato, ganz im Norden von Norwegen. Mit mehr als 30000 Soldaten aus 27 Ländern waren sie die bisher grössten nörd­lich des Polar­kreises. Die mili­tä­ri­schen Akti­vi­täten im Polar­raum nehmen stark zu, vor allem von russi­scher Seite. Doch nun erhöhen auch die west­li­chen Alli­ierten ihre Präsenz. Die Hälfte der Küsten­linie in der Arktis gehört Russ­land, die andere Hälfte teilen sich Kanada, die USA, das zu Däne­mark gehö­rende Grön­land, Island und Norwegen, alle­samt Nato-Mitglieder. Die beiden Macht­blöcke prallen also im Eismeer direkt aufein­ander. Von den meisten Nato-Solda­tinnen und ‑Soldaten ist zu hören: Sie fühlen sich wieder wichtig, seit das Szenario eines Krieges auch in West­eu­ropa wieder ernst­haft disku­tiert wird. Norwe­gens Armee­chef Eirik Kristoff­ersen nennt das «ein neues Gefühl für die eigene Bedeu­tung, eine neue Dringlichkeit».Dreissig Jahre lang haben die Anrai­ner­staaten rund ums Nord­po­lar­meer gut zusam­men­ge­ar­beitet. In der wich­tigsten Insti­tu­tion, dem Arktis-Rat, wurde stets darauf Wert gelegt, Macht­po­litik möglichst auszu­blenden. Doch ob der Geist der Koope­ra­tion auch den aktu­ellen Ukraine-Krieg über­lebt, ist zwei­fel­haft. Die Akti­vi­täten des Rates sind seit Kriegs­be­ginn ausge­setzt. Der Klima­wandel war der Treiber der Inter­es­sen­kon­flikte in der Arktis, der Ukraine-Krieg ist nun der Brand­be­schleu­niger. Vorbei die Zeiten, als die Nord­po­lar­re­gion sehr weit weg war – einsam, arm, kalt, ruhig und fried­lich. Mit der Ruhe in der Arktis ist es vorbei. Ob auch mit dem Frieden, dürfte sich bald weisen. SRF.ch

Bosnien und Herze­go­winaDas Land ist auch fast 30 Jahre nach dem Krieg noch immer tief gespalten. Die Wunden von damals wollen nicht wirk­lich verheilen. Und gerade die poli­ti­sche Elite nutzt das gerne aus. «Der Staat ist dysfunk­tional und bedient nur noch die Inter­essen einer kleinen Elite. Und diese poli­ti­sche Klasse ist nicht bereit, zusam­men­zu­ar­beiten und Kompro­misse zu schliessen», sagt die Histo­ri­kerin Marie-Janine Calic. Ein Krieg stehe Bosnien und Herze­go­wina derzeit aber nicht unmit­telbar bevor, meint Calic: «In Bosnien-Herze­go­wina herrscht eine extrem ange­spannte Situa­tion. Ein grosser Krieg ist dennoch nicht wahr­schein­lich. Vor allem deshalb, weil die Konflikt­par­teien gar nicht über die mili­tä­ri­schen Mittel verfügen. Zudem befindet sich eine inter­na­tio­nale Schutz­truppe in Bosnien, die Eufor Althea, die wird einen solchen Krieg verhin­dern. Auch poli­ti­sche Inter­essen spre­chen gegen einen Krieg. Weder die Nach­barn Kroa­tien und Serbien noch die Parteien in Bosnien haben wirk­liche Inter­essen an einem grossen Krieg.» SRF.ch

Deutsch­land – EZB hebt Leit­zins um 0.75 Prozent­punkte an. Um ihre Glaub­wür­dig­keit zu retten, konnte die EZB kaum anders. Sie musste die Zinsen kräftig erhöhen. Denn die Preise für die Dinge des tägli­chen Bedarfs schiessen in Europa gefähr­lich in die Höhe. Konkret: Die Teue­rungs­rate in der Euro­zone beträgt aktuell gut 9 Prozent – Tendenz stei­gend. Das Infla­ti­ons­ziel der EZB jedoch ist 2 Prozent. Anspruch und Wirk­lich klaffen krass ausein­ander. Infla­tion ist ein anderes Wort für Geld­ent­wer­tung. Das heisst: Je schneller die Euros der Konsu­menten an Wert verlieren, desto schlimmer. Die Infla­tion plagt auch die Firmen. Sie treibt deren Kosten nach oben und drückt auf die Gewinne. Das Schwie­rige an der Lage ist: Die anhal­tend hohen Ener­gie­preise drohen unter­dessen, die ganze Wirt­schaft in eine Rezes­sion zu stürzen. Und gegen diesen – geopo­li­tisch bedingten – Preis­schock ist die EZB machtlos. Denn stei­gende Zinsen machen Öl, Gas und Strom auf dem Welt­markt nicht güns­tiger. Das räumte EZB-Chefin Chris­tine Lagarde heute vor den Medien ein. Schlimmer noch: Stei­gende Zinsen verteuern die Kredite für den Konsum und die Inves­ti­tionen. Das ist exakt die Mechanik, mit der die Geld­po­litik aller Noten­banken funk­tio­niert. Stei­gende Zinsen dämpfen somit die Konjunktur. Die Unter­nehmen inves­tieren weniger, stellen weniger Personal ein. Die Beschäf­ti­gung geht zurück; die Arbeits­lo­sig­keit nimmt zu, die Konsu­men­ten­stim­mung trübt sich weiter ein, die Nach­frage schrumpft. Ganz allmäh­lich nimmt der Teue­rungs­druck dadurch ab. Doch das braucht Zeit. Mit anderen Worten: Die jüngsten Zins­er­hö­hungen der EZB sind eine bittere Medizin mit schmerz­li­chen Neben­wir­kungen für die gesamte Wirt­schaft. Zunächst werden die Menschen vom gewünschten Effekt zudem wenig spüren. Sogar die EZB prognos­ti­ziert, dass die Infla­tion kommendes Jahr noch im Schnitt über 5 Prozent betragen dürfte. Erst für das über­nächste Jahr, also 2024, hofft sie auf ledig­lich gut 2 Prozent Infla­tion. Womit dann das Ziel erreicht wäre. In der Schweiz richtet sich als Nächstes der Blick auf die Natio­nal­bank: Wird sie mit einer kräf­tigen Zins­er­hö­hung nach­ziehen? In zwei Wochen ist wieder ein Zins­ent­scheid der SNB fällig. Dass sie mit den Zinsen rauf geht, gilt als ausge­macht. Doch steht sie nicht derart stark unter Druck wie die EZB, denn in der Schweiz ist die Infla­tion mit 3.5 Prozent nicht einmal halb so hoch wie in der Euro­zone. Aber auch die Natio­nal­bank muss aufpassen, dass sie nicht ihre Glaub­wür­dig­keit riskiert. Entspre­chend entschieden wird sie gegen die Teue­rung einschreiten – so gut es eben geht. SRF.ch

El Salvador – Vor einem Jahr hat das zentral­ame­ri­ka­ni­sche Land als erstes Land der Welt Bitcoin als offi­zi­elle Währung einge­führt. Gleich­zeitig lancierte die Regie­rung eine App, mit der man kostenlos Bitcoin gegen Dollar eintau­schen kann. Wer die App auf sein Smart­phone geladen hat, erhielt ein Start­gut­haben von 30 Dollar. Der Kurs des Bitcoins ist zur Wochen­mitte gesunken und nun unter die Marke von 19’000 Dollar abge­rutscht. Die Kryp­to­wäh­rung leidet laut Markt­be­ob­ach­tern weiterhin unter Zins- und Rezes­si­ons­ängsten und der damit einher­ge­henden Risiko-Aver­sion. SRF.ch

Frank­reich – Nach Erdbeben mit Stärke 4.7 in Mulhouse zittert die Erde erneut. Weiteres spür­bares Nach­beben der Stärke 3.1 in fran­zö­sisch-Schweizer Grenz­re­gion. SRF.ch

Gross­bri­tan­nien – Erin­ne­rungen an die Monar­chin. Die erste Begeg­nung mit der Queen erlebte die Schwei­zerin Zita Langen­stein an deren 80. Geburtstag. Mit ihrer Diplom­ar­beit an der Butler­schule in London gewann sie den ersten Preis und durfte diesen der Queen präsen­tieren. Danach arbei­tete sie immer wieder an Gross­an­lässen bei der Queen – unter anderem bei der Hoch­zeit von Prinz William. Im Durch­schnitt war Langen­stein 10 Mal pro Jahr im Dienste Ihrer Majestät. „Ich habe ihre Stimme, ihre spezi­elle Art und ihren unglaub­li­chen Humor geliebt. Egal ob nur eine Person oder Tausende da waren, sie gab jedem und jeder das Gefühl, dass er oder sie speziell war. Und sie war immer wahn­sinnig gut vorbe­reitet: Ich erin­nere mich an die erste Begeg­nung, wie sie berichtet hat, was sie alles von der Schweiz weiss – und noch Fragen gestellt hat, wo eher ich dann in die Bredouille gekommen bin, aber sicher nicht sie.“
● Star­koch Anton Mosi­mann (75). 40 Jahre die Queen bekocht: «Sie war eine Perfek­tio­nistin». Kaum ein Schweizer ist der Queen so oft begegnet wie Star­koch Anton Mosi­mann. Der Solo­thurner kochte über Jahr­zehnte Dutzende Male für die Königin und ihre Gäste. Es folgten viele grosse Bankette: Für Anton Mosi­mann das pres­ti­ge­träch­tigste war 2012 – das Staats­ban­kett zum 60. Thron­ju­bi­läum von Queen Eliza­beth der Zweiten. Es sei es ein spezi­eller Moment gewesen. Für so viele VIP’s gleich­zeitig ein Essen zuzu­be­reiten – das habe er zuvor noch nie. «Es waren 150 Leute, im Buck­ingham Palast – mit über 40 Köni­ginnen und Königen. Eine unglaub­liche Erfah­rung», beschreibt Mosimann.
● Charles III. ist jetzt auch von Amtes wegen König. Zwei Tage nach dem Tod von Queen Eliza­beth II. ist ihr ältester Sohn Charles nun auch offi­ziell und feier­lich als König ausge­rufen worden. Im Anschluss beteu­erte Charles III. am Samstag, dem Vorbild seiner Mutter folgen zu wollen. «Ich bin mir des grossen Erbes und der Pflichten und schweren Verant­wor­tung des Monar­chen, die mir nun über­tragen wurden, zutiefst bewusst», sagte der neue briti­sche Monarch. Die Regent­schaft seiner am Donnerstag im Alter von 96 Jahren gestor­benen Mutter sei unüber­troffen gewesen in Länge, Hingabe und Erge­ben­heit. Um die Prokla­ma­tion hör- und sichtbar für das Volk zu machen, wurde Charles III. auch auf dem Balkon des St.-James’s‑Palastes zum König ausge­rufen – mit Fanfa­ren­stössen und im Beisein zahl­rei­cher Soldaten mit Bären­fell­mützen. Vorher war das schon im Inneren des Gebäudes in der Londoner Innen­stadt – nicht weit vom Buck­ingham-Palast entfernt – geschehen. Bei der Prokla­ma­tion handelte es sich um einen formalen Akt – der 73 Jahre alte Charles war bereits mit dem Tod seiner Mutter auto­ma­tisch briti­scher König geworden. Es wurde eigens ein Acces­sion Council einbe­rufen, ein «Thron­be­stei­gungsrat», dem Mitglieder des Kron­rates ange­hören – also aktive und frühere Regie­rungs­mit­glieder, Kirchen­ver­treter, Richter, Mitglieder der könig­li­chen Familie und andere Persön­lich­keiten. Als Erster unter­zeich­nete der älteste Sohn des Königs und neue Thron­folger, Prinz William (40), die Prokla­ma­tion – gekleidet in einem eleganten Gehrock mit schwarzer Krawatte. Er war erst­mals seit dem Tod seiner Gross­mutter, Eliza­beth II., bei einem formellen Termin in der Öffent­lich­keit zu sehen. Danach unter­zeich­nete Charles‘ Ehefrau, Königin Camilla (75). Charles sagte später bei der Zere­monie: «Ich bin in alldem zutiefst bestärkt durch die fort­wäh­rende Unter­stüt­zung meiner geliebten Frau.» Camilla wurde durch den Tod von Queen Eliza­beth II. zur Queen Consort. Den Titel trug zuletzt die Mutter der gestor­benen Monar­chin, Queen Mum. William, bislang offi­ziell Herzog von Cambridge, hat nun den Titel Prinz von Wales, den der Thron­folger übli­cher­weise trägt. Das hatte Charles bereits in seiner Rede an die briti­sche Nation am Freitag bestä­tigt. Williams Frau Kate (40) wird Prin­zessin von Wales. Diesen Titel hatte zuletzt die 1997 bei einem Auto­un­fall gestor­bene Mutter von William, Prin­zessin Diana, aktiv getragen. Nach der Prokla­ma­tion folgt noch eine Krönung – der Termin dafür ist noch offen. Die Krönung von Eliza­beth II. fand 1953 statt – 16 Monate, nachdem sie nach dem Tod ihres Vaters Königin geworden war. Die Queen war am Donnerstag auf ihrem Land­sitz Schloss Balmoral in Schott­land gestorben. Der Leichnam soll an diesem Sonntag von dort zuerst in den Holy­rood-Palast in Edin­burgh, die Resi­denz der Königin in Schott­land, über­führt werden. In der schot­ti­schen Haupt­stadt soll der Leichnam anschlies­send in einer Kathe­drale aufge­bahrt werden, bevor er nach London gebracht wird. Charles geneh­migte bei seiner Prokla­ma­tion einen zusätz­li­chen Feiertag für die Menschen in Gross­bri­tan­nien. Das könnte darauf hinweisen, dass das Staats­be­gräbnis für die Queen am Montag, dem 19. September, statt­finden soll. Als mögli­cher Termin gilt bisher auch der 18. September, doch das ist ein Sonntag. Eine offi­zi­elle Bestä­ti­gung des Datums steht noch aus. SRF.ch

Irak – Susanne Brunner: Was der Irak mit dem Exodus seiner Juden verlor. 2500 Jahre lang lebten Jüdinnen und Juden im Irak. In Bagdad war einst gar ein Viertel der Bevöl­ke­rung jüdisch. Dann: Der Holo­caust, der Zweite Welt­krieg und die Staats­grün­dung Israels. Heute gibt es kaum mehr Juden im Irak, und auch immer weniger Christen. Das macht auch vielen Muslimen Angst. Der Schrift­steller Eli Amir, 85, lebt in Jeru­salem. Bis heute sehnt er sich nach seiner Geburts­stadt Bagdad, obwohl seine jüdi­sche Familie dort auch schreck­liche Erfah­rungen gemacht hat. Sie über­lebte den «Farhud» von 1941, den zwei­tä­gigen Pogrom in Bagdad. Danach begann der grosse – zum Teil auch erzwun­gene – Exodus der jüdi­schen Bevöl­ke­rung aus dem Irak. In Bagdad erin­nern sich viele mit Nost­algie an ihre jüdi­schen Nach­barn von einst. Musli­minnen und Muslime schwelgen auf dem ehema­ligen jüdi­schen Hanun-Markt in den Erin­ne­rungen an alte Zeiten, erzählen, wie Reli­gion im Alltag kaum eine Rolle gespielt habe, und wie eng die nach­bar­li­chen Bezie­hungen einst waren. Auch sie sehnen sich nach dem Bagdad, an das Eli Amir noch jeden Tag denkt, und an einen Irak, den man einst «Vater der Reli­gionen» nannte, weil so viele reli­giöse Minder­heiten dort lebten. «Der Irak ist wie ein Blumen­strauss: entfernt man eine Blume nach der anderen, dann ist es nicht mehr der Irak», sagt Lara Yussif Zara, die christ­liche Bürger­meis­terin von Alqosh. Sie weiss, wovon sie spricht: Der Irak hat nicht nur seine Juden, sondern auch achtzig Prozent seiner Chris­tinnen und Christen verloren. Der Verlust der reli­giösen Minder­heiten wurde mit dem US-Einmarsch in den Irak 2003 beschleu­nigt. Auch, weil der schii­ti­sche Mullah-Staat Iran das Chaos nach den Kriegen, die auf den Sturz Saddam Husseins folgten, nutzte, um den Irak zu kontrol­lieren. Den alten Irak, nach dem sich heute viele Menschen sehnen, gibt es noch im Kleinen: zum Beispiel in einer versteckten Synagoge in Bagdad. «Inter­na­tional», SRF.ch

Paki­stan – Die Schweizer Bevöl­ke­rung zeigt sich hinsicht­lich der Über­schwem­mungen in Paki­stan hilfs­be­reit. Inner­halb von zehn Tagen erhielt die Glücks­kette 2.1 Millionen Franken. UN-Gene­ral­se­kretär António Guterres ruft die Welt­ge­mein­schaft zu umfas­sender Hilfe auf. Der unge­wöhn­lich schwere Monsun-Regen und das Abschmelzen von Glet­schern sind Auslöser der Über­schwem­mungen. Bisher wurden landes­weit über 1400 Tote gezählt. Vieler­orts sind Häuser, Acker­land mitsamt Vieh, Strassen und Bahn­gleise fort­ge­spült worden. SRF.ch

Pazifik – In einem Work­shop erzählen junge Menschen aus dem Pazifik: Dort steigt der Meeres­spiegel, Gemein­schaften müssen deshalb umge­sie­delt werden. Der Boden verhärte durch das Meer­salz. Land­wirt­schaft werde immer schwie­riger. Dennoch klagen sie nicht als Opfer. Viel­mehr präsen­tieren sie ihre Umwelt-Ethik. Die basiere auf der Weis­heit ihrer Vorfahren: «Nimm nur so viel, wie du brauchst. Wenn du etwas nimmst, gib es zurück. Deshalb pflanzen wir Bäume, wenn wir welche fällen», sagt James Bhagwan von der Pazi­fi­schen Kirchen­kon­fe­renz. SRF.ch

Schweden –  Das Land wählt am 11.9. Zuvor hatte Andersson am Sonntag vor Repor­tern betont, bereit zur Zusam­men­ar­beit mit allen Parteien zu sein ausser mit den Schwe­den­de­mo­kraten. Sie sei sehr enttäuscht, dass sich andere Parteien in der Hinsicht anders entschieden hätten, sagte sie nach Angaben des schwe­di­schen Rund­funks. Keine Partei werde nach dieser Wahl über eine eigene Mehr­heit verfügen. Ihre Sozi­al­de­mo­kraten hätten jedoch gezeigt, dass sie in der Lage seien, auch in kompli­zierten parla­men­ta­ri­schen Situa­tionen zusammenzuarbeiten.
● Julia Rens­berg, 27, eine Sámi aus Nord­schweden. Wegen der starken Wetter­schwan­kungen würden ihre Rentiere verhun­gern, erzählt sie. Früher fanden sie ihr Futter unter dem Schnee. Heute taut der Schnee und gefriert dann zu einer dicken Eisschicht. SRF.ch

Schweiz – Nörd­lich Lägern ist laut Matthias Braun der sicherste Ort für ein Tiefen­lager: Hier eignet sich die Geologie am besten. Die Entschei­dung der Schweiz für den Standort ihres Atom­müll-Endla­gers nahe der baden-würt­tem­ber­gi­schen Ortschaft Hohen­tengen ist auch jenseits der Schweizer Grenze skep­tisch aufge­nommen worden. Die Entschei­dung der Schweiz bezeich­nete man in Berlin am Sams­tag­abend als Belas­tung für die betrof­fenen Gemeinden. Die grenz­nahe Lage «stellt sowohl in der Errich­tungs­phase als auch beim Betrieb des Endla­gers für diese und umlie­gende Gemeinden eine grosse Belas­tung dar», sagte Chris­tian Kühn, Parla­men­ta­ri­scher Staats­se­kretär im Bundes­um­welt­mi­nis­te­rium und Bundes­tags­ab­ge­ord­neter aus Baden-Würt­tem­berg, auf Anfrage. «Ich setze mich bei der Schweiz dafür ein, dass die bishe­rige gute Einbin­dung der deut­schen Nach­barn fort­ge­setzt wird.» Die Exper­ten­gruppe Schweizer Tiefen­lager (ESchT) werde nun im Auftrag des Minis­te­riums eine Einschät­zung zur Nach­voll­zieh­bar­keit des Stand­ort­vor­schlags erstellen und ihn bewerten. Bereits 2006 hatte das BMUV die ESchT einge­richtet, um die Schweizer Endla­ger­suche fach­lich zu begleiten. Die Nagra will sich am Montag genauer zu den Plänen äussern. Zudem ist am 15. September eine Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung in Hohen­tengen geplant, in der die Nagra ihre Entschei­dung vor Ort erklären will.
● Strom-Verträge ausge­laufen. Horrende Strom­preise in Nieder­hel­fen­schwil SG. Die Strom­preise steigen. Nieder­hel­fen­schwil trifft es beson­ders hart: Der Strom kostet nächstes Jahr dreimal mehr.
● Der Luchs trägt seinen Teil zum Ökosystem bei. Seine Ansie­de­lung war umstritten, doch heute leben etwa 250 Luchse in den Wäldern der Schweiz.
● Die Appelle sind nicht zu über­hören: Wir alle sollen unseren Beitrag leisten, um die drohende Strom- und Gasknapp­heit zu über­stehen. Müssen wir, die den Über­fluss gewohnt sind, wieder lernen zu verzichten? Und wie geht das? Licht aus! Nicht zu lange duschen! 18 Grad im Schlaf­zimmer sind genug! Ich bin in einem Haus­halt aufge­wachsen, der das Ener­gie­sparen immer ernst nahm. In der Über­gangs­zeit feuerten wir das Cheminée ein. Die Boden­hei­zung kam erst mit dem harten Winter zum Einsatz. Energie kann man auch sparen, wenn keine Knapp­heit droht. Kalt duschen kann man auch als tägliche Chal­lenge gegen den inneren Schwei­ne­hund betrachten. Alles eine Frage der Perspek­tive. Nun kommen die Appelle nicht aus dem Eltern‑, sondern aus dem Bundes­haus. Die Ener­gie­spar-Kampagne für die Bevöl­ke­rung läuft auf allen Kanälen.
● Mit Strom statt Kerosin zu fliegen, wäre gut fürs Klima und für die Ohren der Anwoh­ne­rinnen und Anwohner. Erste kleine voll­elek­tri­sche Flug­zeuge sind schon im Einsatz – auch in der Schweiz. Fürs Trai­nieren von Starts und Landungen sind sie ideal. Weit reisen kann man mit ihnen aber noch nicht. In Bern trifft sich am Wochen­ende die inter­na­tio­nale Entwick­le­rInnen-Gemeinde, die das ändern will, zum soge­nannten «Elec­trifly-In». Rolf Stuber war bis vor kurzem Lini­en­pilot bei der Swiss. Heute ist er Tüftler und passio­nierter Elek­tro­f­lieger. Aus einem Hangar auf dem Flug­hafen Gren­chen stösst er von Hand einen Pipistrel ans Tages­licht – ein kleines Sport­flug­zeug mit zwei Plätzen, das es in sich hat. Das erste zerti­fi­zierte voll­elek­tri­sche Flug­zeug der Welt wiegt rund 600 Kilo­gramm. Eine lärmin­ten­sive Aufwärm­phase, wie sie bei herkömm­li­chen Sport­flie­gern nötig ist, braucht ein Pipistrel nicht. Vier Knöpfe einschalten, und los geht’s. Gesteuert wird ein Elek­tro­flug­zeug genau gleich wie ein herkömm­li­ches. Aller­dings macht es viel weniger Lärm, aber mehr Spass. Der grosse Nach­teil von Elek­tro­flug­zeugen: ein voller Tank, sprich eine Akku­la­dung, reicht gerade mal für rund 40 Minuten Flug. Immerhin sind bis zu neun Starts und Landungen möglich, bevor der Elek­tro­f­lieger wieder an die Steck­dose muss. Der Pipistrel sei deshalb perfekt geeignet als Trai­nings­flug­zeug. Starts und Landungen seien das, was Pilo­tinnen und Piloten ohnehin am meisten üben müssten. Diese brau­chen bei fossil betrie­benen Flug­zeugen aber beson­ders viel Treib­stoff und verur­sa­chen viel störenden Lärm. Kommt dazu: wirt­schaft­lich sind Elek­tro­flug­zeuge sehr inter­es­sant. Die Betriebs­kosten liegen bei einem Elek­tro­flug­zeug rund 50 Prozent tiefer als bei einem Flug­zeug mit Verbren­nungs­motor. Auch Sandra Dubach fliegt seit fast 29 Jahren, früher für die Swis­sair, heute für die Swiss, als Maitre de cabine. Auch sie schwärmt für soge­nannte «alter­na­tive Antriebe». Der Druck auf die Luft­fahrt, klima­freund­li­cher zu werden, steige rasant, sagt sie und ergänzt: Die E‑Mobilität in der Luft­fahrt hinkt derje­nigen auf der Strasse mindes­tens 10 bis 15 Jahre hinten drein. Die meisten Klein­flug­zeuge seien Oldtimer mit hohen Emis­sionen und lärmigen Motoren. Um das zu ändern, orga­ni­siert Sandra Dubach mit ihrem Team bereits zum sechsten Mal ein soge­nanntes Elec­trifly-In, das Entwick­le­rinnen und Entwickler von elek­trisch und anders alter­nativ ange­trie­benen Flug­zeugen aus ganz Europa in die Schweiz holt. Gian­mario Giaco­melli, Vize­di­rektor im Bundesamt für Zivil­luft­fahrt und zuständig für Luft­fahr­zeuge, begrüsst das sehr: Für die grossen Passa­gier­flug­zeuge setzen Politik und Branche derzeit darauf, dass herkömm­liche Motoren mit klima­neu­tralen Treib­stoffen betrieben werden können. Bei Sport- und Trai­nings­flug­zeugen aber könnten sich voll­elek­tri­sche Motoren durch­setzen. Anders als bei den grossen Jets, wo inter­na­tio­nale Konzerne den Ton angeben, wollen in diesem Bereich Entwick­ler­teams aus der Schweiz ganz vorne mitmi­schen. SRF.ch

Tsche­chien – 70’000 Teil­nehmer einer prorus­si­schen Demons­tra­tion in Prag. „Wir fordern den sofor­tigen Rück­tritt der Regie­rung“, sagten die Orga­ni­sa­toren. „Wir fordern die Einset­zung einer provi­so­ri­schen Exper­ten­re­gie­rung und die Ausru­fung vorge­zo­gener Neuwahlen. Sollte die Regie­rung bis zum 25. September nicht zurück­treten, werden wir auf einer landes­weiten Demons­tra­tion das Prote­st­recht gemäß der Verfas­sung der Tsche­chi­schen Repu­blik erklären und Zwangs­maß­nahmen verkünden Aktionen. Wir verhan­deln bereits mit Gewerk­schaften, Unter­neh­mern, Land­wirten, Bürger­meis­tern, Trans­port­un­ter­nehmen und anderen Orga­ni­sa­tionen, um einen Streik auszu­rufen“, warnten sie. An der heutigen Demons­tra­tion nahmen nach ihrer Schät­zung über 100.000 Menschen teil. Die Orga­ni­sa­toren kriti­sierten hohe Ener­gie­preise und den prowest­li­chen Kurs der aktu­ellen Regie­rung. Sie baten um die Geneh­mi­gung ihrer Vertreter, kurz­fris­tige Verträge über die Liefe­rung von billigem Gas und Öl abzu­schließen. Eine weitere Anfor­de­rung war die Neube­set­zung des CT-Rates und des Rates des Tsche­chi­schen Rund­funks. ČRO.cz

Ukraine – Der Westen wird die Ukraine für den Winter­krieg rüsten. Mit dieser Botschaft ist die soge­nannte Ukraine-Kontakt­gruppe zusam­men­ge­kommen. Ihr gehören die 30 Nato- sowie knapp 20 weitere west­liche Staaten an. Die Botschaft des Tref­fens richtet sich an die Ukraine, an den Aggressor Russ­land – aber auch an den Westen selbst, dessen Unter­stüt­zung für die Ukraine auf eine immer härtere Probe gestellt wird. US-Vertei­di­gungs­mi­nister Lloyd Austin empfing seine Amts­kol­legen auf dem Luft­waf­fen­stütz­punkt Ramstein in Deutsch­land und kündigte gleich zu Beginn des Tref­fens Kriegs­ma­te­rial-Liefe­rungen im Wert von 675 Millionen Dollar an, darunter Artil­le­rie­mu­ni­tion, Panzer­ab­wehr­sys­teme und gepan­zerte Kran­ken­wagen. Auch Deutsch­land, Polen und andere Staaten machten Liefer­pläne publik. Bereits im Juli hatte der ukrai­ni­sche Vertei­di­gungs­mi­nister Oleksji Resnikow in einem Schreiben an die Nato auf die Liefe­rung von Winter­aus­rüs­tung gedrängt. Die ist wichtig für die Kampf­moral und damit für die Kampf­kraft der ukrai­ni­schen Truppen. Die Nato will der Ukraine deshalb auch winter­feste Klei­dung und Zelte zur Verfü­gung stellen. Zumal der Unter­stüt­zung des Westens zu verdanken ist, dass die Ukraine dem russi­schen Angriff bislang uner­wartet gut stand­halten konnte. Kriegs­ma­te­rial im Wert von mehr als 15 Milli­arden Dollar haben allein die USA seit dem Amts­an­tritt von Präsi­dent Joe Biden der Ukraine gelie­fert oder in Aussicht gestellt. Nachdem zu Beginn des Krieges als Sofort­hilfe vor allem leichte Waffen gelie­fert worden waren, erhalten die ukrai­ni­schen Streit­kräfte nun auch schweres Gerät. Doch längst nicht alles, was die Ukraine mili­tä­risch gebrau­chen könnte, will oder kann der Westen liefern. Sogar den USA, der grössten Mili­tär­macht der Welt, gehen die Vorräte aus. Denn in den vergan­genen Jahr­zehnten haben sich die Streit­kräfte auf Einsätze gegen leicht bewaff­nete Verbände wie zum Beispiel jene der Taliban in Afgha­ni­stan einge­stellt. Für die weit­räu­migen Artil­lerie- und Panzer­schlachten in der Ukraine sind viele Waffen- und Muni­ti­ons­be­stände schlicht zu klein. Und die Produk­ti­ons­menge lässt sich nicht mir nichts, dir nichts vergrös­sern. Dazu kommt, dass einige euro­päi­sche Staaten wie etwa Frank­reich seit längerem auf Zuge­ständ­nisse an den russi­schen Aggressor drängen und sich mit Waffen­lie­fe­rungen zurück­halten. Und dass immer mehr Kritik laut wird an den hohen Ener­gie­preisen, die Folgen des Ukraine-Kriegs und der Anti-Russ­land-Sank­tionen sind. In Tsche­chien etwa gingen am Samstag nach Poli­zei­schät­zungen 70’000 Menschen auf die Strasse. In vielen Nato-Staaten könnten die Regie­rungen unter Druck geraten, von der Unter­stüt­zung der Ukraine Abstand zu nehmen. Auch dagegen wollten die USA ihre Verbün­deten heute in Ramstein einschwören. Im Wissen darum, dass der Winter und kriegs­müde Bevöl­ke­rungen in den eigenen Ländern Russ­land Vorteile verschaffen könnten. SRF.ch

Ungarn – Die Orbán-Regie­rung damit offi­ziell einge­räumt, dass der lang­fris­tige Gaslie­fer­ver­trag mit Gasprom keine fixierten Preise mehr enthält. Der Minister erklärte aber auch, warum das so ist: „Zu Fest­preisen haben wir den Vertrag deshalb nicht geschlossen, weil die EU das nicht zulässt.“ Die Gaspreis­formel bilde ein Geschäfts­ge­heimnis, sei jedoch an der Preis­bil­dung der Rotter­damer Börse ausge­richtet. „Lange Jahre sind wir mit den Fest­preisen gutge­fahren, heute aber müssen wir Börsen­preise bezahlen. Und die sind richtig unvor­teil­haft.“ Die Unga­ri­sche Sozia­lis­ti­sche Partei MSZP fordert die Senkung des Umsatz­steu­er­satzes für Ener­gie­träger von 27% auf 5%. MR.hu

USA – Die ameri­ka­ni­sche Welt­raum­be­hörde Nasa musste Ende August den Test­flug auf den Mond verschieben. Auch der zweite Start­ver­such schei­terte. Thomas Zurbu­chen, Wissen­schafts­di­rektor der Nasa: Beim ersten Start­ver­such gab es haupt­säch­lich zwei Probleme: das Wetter und die Technik. Wenn das Wetter gut gewesen wäre, wäre die Rakete nun wahr­schein­lich unter­wegs Rich­tung Mond, aber das Zeit­fenster war zu klein, um die tech­ni­schen Probleme zu lösen. In der Zufuhr­lei­tung des flüs­sigen Wasser­stoffs gab es ein kleines Loch. Das Team konnte es zwar schliessen, aber es hat uns Zeit gekostet. Dazu kam noch ein weiterer, einfa­cher Fehler am Trieb­werk. Ein Sensor war nicht gut kali­briert und zeigte an, dass einer der Motoren nicht kalt genug sei. Die Leute hätten diesem Sensor gar nicht so viel Beach­tung schenken sollen. Das ist so ein Fehler, der passiert, wenn ein Team zu stark versucht, das Beste zu geben. SRF.ch


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2 Kommentare

  1. Elek­tro­flug­zeuge in der Schweiz – na mal sehen wie viele davon zukünftig mit leerem Akku am Matter­horn hängen bleiben oder spontan zum Notwas­ser­flug­zeug werden.

  2. Springer, Ringier, Fellner…
    Die Markt und Kriegs­schreier der
    Atlantik Besatzungsmächte.

    Ob Bild ob Welt.
    Ob Blick ob NZZ.
    Ob Össi­reich ob Standard…alles Reuters/AP

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