Zwei Drittel für Erdogan: Für die Grünen sind (wie immer) die Deutschen Schuld

flickr.com/ Metropolico.org (CC BY-SA 2.0)

Eine son­der­bare Argumentation haben deut­sche Grünpolitiker dafür, dass der Zuspruch für den tür­ki­schen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan beim Verfassungsreferendum vor allem bei in Deutschland leben­den Türken so hoch war. Schuld seien die Deutschen.

Türkischer Nachnahme „eine Hürde“

„Tatsächlich sind ja im Umgang mit unse­ren tür­kei­stäm­mi­gen Mitbürgern in den ver­gan­ge­nen Jahrzehnten Fehler gemacht wor­den, die Verletzungen hin­ter­las­sen haben. Ein tür­ki­scher Nachname ist auch heute noch eine Hürde beim Zugang zu Wohnung oder Ausbildungsplatz“, wirft Claudia Roth, Vizepräsidentin des Bundestags, den Deutschen in einem Interview mit der Welt ein Integrationsproblem vor.

Kritik am christ­li­chen Abendland

Man müsse gegen­über den Türken mehr Offenheit zei­gen:

Wie oft hat man unser Land als Teil des christ­li­chen Abendlandes dar­ge­stellt und damit auch gesagt, dass Muslime nicht dazu­ge­hö­ren. Wie oft hat man immer wie­der infrage gestellt, ob die Türkei über­haupt zu Europa gehört und ob es den Doppelpass geben soll. Das muss­ten viele Menschen als aus­gren­zend emp­fin­den. Und dann kommt Erdogan und sagt ihnen: Ich gebe euch euren Stolz zurück. Das fällt dann auf frucht­ba­ren Boden.

Roth zeigt außer­dem dafür Verständnis, wenn Türken nicht Deutsch spre­chen. Das sei „nach­voll­zieh­bar“, weil man den Menschen über Jahre ver­mittle, dass sie irgend­wann ohne­hin wie­der in die Türkei zurück­ge­hen müss­ten.

Attacke gegen AfD

Roth benutzt den Wahlausgang zum Türkeireferendum auch, um gegen die Alternative für Deutschland (AfD) mobil zu machen:

Eine knappe halbe Million Menschen hier in Deutschland hat einem Präsidialsystem zuge­stimmt, das mit unse­rer Rechtsstaatlichkeit und Demokratie wenig zu tun hat. Das gilt aber auch für alle, die der AfD ihre Stimme geben. Denn die AfD hat mit Demokratie genauso wenig zu tun.

Nachholbedarf für AfD-Anhänger

Auch so man­chem AfD-Anhänger müsse der Wert einer frei­heit­li­chen Gesellschaft noch viel stär­ker klar gemacht wer­den, mein Roth:

„Dazu gehört auch, den Wert unab­hän­gi­ger Medien zu ver­deut­li­chen. In der Türkei sit­zen 150 kri­ti­sche Journalisten hin­ter Gittern – und bei uns gibt es die AfD, die die freie Presse als .Lügenpresse‘ dif­fa­miert. Es gibt also ins­ge­samt Nachholbedarf, für den Rechtsstaat in sei­ner gan­zen Kraft und Ausstrahlung zu wer­ben.“

 

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