Afgha­ni­stan: nach Macht­über­nahme der Taliban droht Anstieg der Emigration

Bewaffnete Taliban feiern das mit Washington im Jahr 2020 unterzeichnete Abkommen unweit der afghanisch-pakistanischen Grenze · Foto von Wali Sabawoon/NurPhoto

Nazar Mohammad, besser bekannt als Khasha Zvan, war in seinem Milieu in Kandahar als Meister des Spaßes bekannt. 60-jährig und Vater von sieben Kindern, machte er sich mit Witzen und Possen in den afgha­ni­schen sozialen Medien zum Gesprächs­thema. Aber den Taliban gefiel das nicht. Er fand ein häss­li­ches Ende: Ende Juli tauchten zwei Videos in den Video­por­talen auf. Eines zeigt ihn, wie er sich auf dem Rück­sitz eines Autos zwischen zwei bulligen, bärtigen Taliban-Kämp­fern windet, während er zweimal geohr­feigt wird.

Im zweiten Video wird er geschlagen und erschossen, während er am Boden liegt.

„Wir unter­su­chen, warum er ohne Gerichts­ver­fahren getötet wurde“ erklärte ein Taliban-Spre­cher nach dem Auftau­chen der Aufnahmen, die für Aufsehen sorgten. Sie behaupten, Nazar Mohammad sei alles andere als ein unschul­diger Komiker, da er viele Jahre in der Armee gedient und mit der örtli­chen Polizei zusam­men­ge­ar­beitet habe. Das haben er auch zuge­geben, aber er hätte nicht ermordet werden dürfen.

Zumal es Berichte über noch bruta­lere Repres­sa­lien gegeben hat. Mitte Juli erhielt der US-Sender CNN Aufnahmen von afgha­ni­schen Spezi­al­kräften, die an der afgha­nisch-turk­me­ni­schen Grenze massa­kriert wurden. Nach Angaben von Zeugen vor Ort ging den 22 Soldaten nach heftigen Kämpfen die Muni­tion aus, und sie ergaben sich den angrei­fenden Taliban, unbe­waffnet und mit erho­benen Händen. Doch es gab keine Gnade: Die Kriegs­ge­fan­genen wurden mitten auf den Markt getrie­benund einfach hingerichtet.

Ein weiterer Fall: Nachdem ein Afghane wegen seiner Kolla­bo­ra­tion mit den Ameri­ka­nern mit dem Tod bedroht worden war, wurde er an einem Kontroll­punkt aus seinem Auto gezerrt und enthauptet.

Dies könnte nur die Spitze des Eisbergs sein, der sogar die inter­na­tio­nalen Medien erreicht hat. Die Verei­nigten Staaten und das Verei­nigte König­reich haben kürz­lich davor gewarnt, dass die Taliban mögli­cher­weise Dutzende von Zivi­listen im Süden Afgha­ni­stans aus Rache für ein mögli­ches Kriegs­ver­bre­chen getötet haben.

„Die Taliban-Führung ist für die Verbre­chen ihrer Kämpfer verant­wort­lich. Wenn sie ihre Kämpfer jetzt nicht kontrol­lieren können, werden sie später nicht in der Lage sein zu regieren“ lautete ihre Warnung.

Die Taliban-Führung bezeich­nete die Anschul­di­gungen als haltlos und versuchte stets, die Gräu­el­taten zu leugnen. Auch wenn die Genfer Konven­tion von ihnen nicht unter­zeichnet wurde, passen außer­ge­richt­liche Tötungen, Enthaup­tungen und Repres­sa­lien sicher nicht zum Bild der „verän­derten“ Taliban, die sich darauf vorbe­reiten, verant­wor­tungs­voll zu regieren und die inter­na­tio­nale Aner­ken­nung anstreben. Entschei­dend für ihre Zukunft wird sein, ob die Kämpfe der kommenden Monate ihre seit Jahr­zehnten im harten Kampf geschulten Kämpfer eindämmen können oder ob die wahr­schein­liche Macht­über­nahme in ein Blutbad ausarten wird.

Einigen Afghanen und ihren Verwandten, die zuvor mit den Verei­nigten Staaten koope­riert hatten, wurde von den Ameri­ka­nern zumin­dest ein Rettungs­anker geboten, indem sie am Montag auch die Zahl derje­nigen erwei­terten, die eine dauer­hafte Umsied­lung bean­tragen können. Das erste Evaku­ie­rungs­flug­zeug traf letzte Woche mit mehr als 200 Flücht­lingen an Bord ein. Die Sonder­visa für etwa 8.000 Afghanen sind jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein, und die Panik­mache wird mit Sicher­heit zu einem Anstieg der Migra­tion führen.

Quelle: Magyar Nemzet


3 Kommentare

  1. Wenn da jeder wieder Hash rauchen kann u für die Reichen ein biss­chen Opium dann werden sie nicht Auswan­dern. Ich war dar Jahr­zehte da u wenn die Amis damals nicht ihren Blöd­sinn ange­fangen hätten wäre Heute das Land nicht so eine Ruine.

  2. Auf dem Boden bleiben. – - Ein großer Teil der Schein­flücht­linge aus Afgha­ni­stan sind Anhänger der Taliban. Sie sollen die von den Taliban produ­zierten Drogen zu Geld machen, damit die Taliban weiter Waffen kaufen können. Die gibt es am preis­wer­testen aus China. – - Diese Afgha­ni­stanis sind daheim verfolgt, weil der Staat eben keine Taliban will. In Afgha­ni­stan wurde leider verab­säumt, das ist auch nicht zu erwarten, den Islam zu verbieten. Also wird es weiter hundert­tau­sende Tote und hundert­tau­sende Schein­flücht­linge geben.

    • Gibts in Afgha­ni­stan über­haupt noch frei zugäng­liche Drogen? Angeb­lich hat sich doch die dama­lige Obama­re­gie­rung (privat) alle Rechte an den Drogen gesichert. 

      Da soll doch mal ein Flug­zeug der US-Army in Vene­zuela (?) notge­landet sein. An Bord sollen über 10 Tonnen Drogen gefunden worden sein. Laut Obama­re­gie­rung nur aus dem Grund, dass die Drogen in den USA verbrannt werden sollten.

      1
      1

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here