„Altes Diure­tikum heilt Covid“: das Medi­ka­ment, das die Repli­ka­tion des Virus stoppt

Synthese der Ethacrynsäure

Ein altes Diure­tikum könnte die Lösung zur Heilung von Covid sein. Eine Entde­ckung italie­ni­scher Forscher.

Ethacryn­säure könnte der Durch­bruch für die Behand­lung von Covid sein. Forscher der Univer­sität Bari haben in Zusam­men­ar­beit mit der Univer­sität Campus Bio-Medico in Rom eine Studie durch­ge­führt, wonach dieses starke Diure­tikum, das norma­ler­weise zur Behand­lung von Blut­hoch­druck einge­setzt wird, zur Bekämp­fung von Covid-19 verwendet werden könnte.

Laut den Wissen­schaft­lern hemmt dieses starke Diure­tikum ein Enzym, das für die Bildung neuer Viruspar­tikel in den vom Virus infi­zierten Zellen notwendig ist. Es könnte also die soge­nannte „virale Repli­ka­tion“ enthalten. „Diese Analysen – so betont die Univer­sität Bari – haben dazu geführt, Ethacryn­säure als einen viel­ver­spre­chenden Inhi­bitor der Protease von Sars-CoV‑2 zu iden­ti­fi­zieren. Der nächste Schritt wird die klini­sche Evalu­ie­rung der Wirk­sam­keit und Sicher­heit bei der Behand­lung von Covid sein“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Studie wurde vor wenigen Tagen in der Fach­zeit­schrift „Viruses“ veröf­fent­licht. „In einer ersten Phase der Forschung konzen­trierten wir uns auf poten­zi­elle kompe­ti­tive Inhi­bi­toren; dieses Ziel wurde durch die Analyse einer großen Anzahl von Mole­külen erreicht“, schreiben die Forscher in ihrem wissen­schaft­li­chen Artikel. Sie gingen von dem Enzym Mpro aus, dessen Struktur in allen CoV-Spezies ähnlich ist. Die Expe­ri­mente erfolgten in silico (wissen­schaft­liche Methodik zur Nach­bil­dung von Phäno­menen chemisch-biolo­gi­scher Natur mit einer mathe­ma­ti­schen Compu­ter­si­mu­la­tion). Es wurde dann eine spezi­elle Soft­ware, die „Auto­Dock Vina“, verwendet, um das soge­nannte „Mole­cular Docking“ durch­zu­führen (eine beson­dere Methode, die die bevor­zugte Ausrich­tung eines Mole­küls gegen­über einem zweiten vorher­sagt, wenn sie zusammen binden).

„Wir haben gezeigt“, schreiben die Wissen­schaftler am Ende ihrer Publi­ka­tion, „dass ein kleines Molekül, das schon lange im klini­schen Einsatz ist, nämlich Ethacryn­säure, effektiv und irrever­sibel an SARS-CoV-2Mpro bindet. Die hemmende Wirkung ist bemer­kens­wert.“ Sicher­lich ist dies ledig­lich ein erster Schritt zu neuen Lösungen. Es handelt sich um die erste Veröf­fent­li­chung zu dieser Studie. Die Wissen­schaftler schreiben daher auch vorsorg­lich warnend: „In vitro, in Gegen­wart von hohen Konzen­tra­tionen von DTT, nimmt die hemmende Wirkung ab. Daher kann die Wirk­sam­keit von Ethacryn­säure in Zellen oder Geweben, die hohe Konzen­tra­tionen an Glutathion enthalten, redu­ziert sein“.

Quelle: Il Giornale

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