Japan führend in der Robotik, um Einwan­de­rung zu vermeiden

Foto: Breizh-info

Japan, ein Pionier­staat der Robotik, versucht, den Mangel an Arbeits­kräften aufgrund seiner schrump­fenden Bevöl­ke­rung zu über­winden. Sein tech­no­lo­gi­scher Fort­schritt ermög­licht es Japan, den Rück­griff auf Arbeits­mi­gra­tion zu vermeiden, deren Kolla­te­ral­schäden in Europa bereits messbar sind.

Robo­ti­sie­rung: Japan weiterhin an der Spitze

Das Thema ist hier­zu­lan­deso so gut wie tabu, aber es wurde bereits mehr­mals auf Webseiten wie Breizh-Info erwähnt: Robo­ti­sie­rung zur Vermei­dung von Einwan­de­rung. Während nämlich die verschie­denen euro­päi­schen poli­ti­schen Führer, aber auch einige Arbeit­ge­ber­ver­bände seit Jahr­zehnten den massiven Zuzug nicht­eu­ro­päi­scher Einwan­derer zum Ausgleich des Arbeits­kräf­te­man­gels zu recht­fer­tigen versu­chen („Arbeits­plätze, die Euro­päer nicht besetzen wollen“), hört man oft, dass Japan eine ganz andere Sicht der Dinge hat.

Denn in Japan wird die mensch­liche Präsenz bei verschie­denen Aufgaben einfach durch Roboter ersetzt. Die jüngste japa­ni­sche Inno­va­tion ist die Einfüh­rung eines Robo­ters, der Kunden in einem Geschäft bittet, ihre Coro­na­virus-Masken aufzu­setzen, wenn sich heraus­stellt, dass sie diese nicht tragen. Dieser Roboter nähert sich dann mit unbe­decktem Gesicht den Kunden und warnt sie, aber auch dieje­nigen, die sich nicht an das Proto­koll der sozialen Distan­zie­rung halten.

Das „Robovie“ genannte Objekt, das vom Kyoto Inter­na­tional Insti­tute for Advanced Telecom­mu­ni­ca­tions Rese­arch (ATR) entwi­ckelt wurde, verwendet Laser, um diese soziale Distan­zie­rung zu messen. Sie leitet auch die Kunden im Geschäft und ist daher eine gute Alter­na­tive, um mensch­li­chen Kontakt zu vermeiden. Dies zu einer Zeit, in der Japan vor einer neuen Welle von Covid-19  steht.

Dieser Roboter ermög­licht es den Unter­nehmen auch, auf die Einstel­lung einer Hostess zu verzichten, während viele japa­ni­sche Arbeit­geber aufgrund einer schrump­fenden Zahl von Bewer­bern zuneh­mend Schwie­rig­keiten bei der Einstel­lung haben.

Roboter statt Einwanderer

Laut dem Inter­na­tional Insti­tute for Advanced Telecom­mu­ni­ca­tions Rese­arch in Kyoto ist dieses neue Robo­ter­mo­dell, „das gleich­zeitig Kunden­ser­vice bietet und präven­tive Meldungen verkündet, während es sich in einer kleinen Umge­bung wie dem Inneren eines Ladens bewegt, einer der erfolg­reichsten Neue­rungen überhaupt“.

In Japan ist die Entwick­lung von Service­ro­bo­tern im Zusam­men­hang mit der Covid-19-Pandemie zu einem echten sozialen Phänomen geworden. Die Robo­ti­sie­rung von Aufgaben im Zusam­men­hang mit Trans­port, Desin­fek­tion und anderen wesent­li­chen Berei­chen des tägli­chen Lebens hat sich in den letzten Monaten verstärkt, um soziale Distanz und Sicher­heit zu wahren.

Eine unge­wöhn­liche Entwick­lung: Während die Abschluss­feiern im vergan­genen Früh­jahr wegen des Coro­na­virus abge­sagt werden mussten, konnten Schüler einer japa­ni­schen Schule aus der Ferne teil­nehmen, indem sie von Zuhause Avatar-Roboter mit Mützen und Abschluss­klei­dern steuerten.

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Andere Initia­tiven wie die Vermark­tung eines Robo­ter­hundes, um der Isolie­rung älterer Menschen entge­gen­zu­wirken, waren in Japan eben­falls sehr erfolgreich.

Doch vor dem Hinter­grund der Inno­va­tion wird derzeit eine wich­tige gesell­schaft­liche Entschei­dung für das Land getroffen: Bei mehr als 20 Prozent der japa­ni­schen Bevöl­ke­rung über 65 Jahren, dem welt­weit höchsten Anteil und einem Drittel der Japaner, die 2030 65 Jahre oder älter sein werden, will Japan stark auf künst­liche Intel­li­genz und Robotik setzen, um den Einsatz auslän­di­scher Arbeits­kräfte zu minimieren.

Während in Europa die Debatte zu diesem Thema noch nicht einmal ange­laufen ist, schreitet Japan mutig weiter voran. Wie im Video unten gezeigt, wo zwei japa­ni­sche Laden­ketten vor kurzem mit einer neuen Art von Roboter expe­ri­men­tiert haben. Er wird von einem Menschen gesteuert, der einen Virtual-Reality-Helm und spezi­elle Hand­schuhe trägt, mit denen er die Produkte, die der Roboter in der Hand hält, in seinen eigenen Händen „ertasten“ kann. Über Mikro­fone und Kopf­hörer können sie mit den Menschen im Laden kommu­ni­zieren. Dies ermög­licht es dem „Piloten“, mehrere Roboter gleich­zeitig zu steuern. Lang­fristig wird es auch Mitar­bei­tern, die zum Beispiel im Ausland leben, ermög­li­chen, den Roboter zu steuern, wenn japa­ni­sche Arbeits­kräfte zu knapp werden.

Gene­rell weisen einige Quellen darauf hin, dass Japan bis 2030 eine 27%ige Auto­ma­ti­sie­rung der bestehenden Dienste­leis­tungs­auf­gaben errei­chen könnte.

Quelle: Breizh-Info

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