Offener Brief von Giorgia Meloni (FdI) an Minis­ter­prä­si­dent Draghi 

Giorgia Meloni, Vorsitzende von Fratelli d'Italia · Foto: La Voce del Patriota

„Alita­lias Erbe, das wir wert­schätzen müssen“

 

Sehr geehrter Herr Präsi­dent Draghi,

Alitalia ist viel mehr als eine „etwas teure Familie“ und Sie wissen, dass von Ihren Entschei­dungen das Schicksal unserer Gemein­schaft und der 100.000 Menschen abhängt, die diese indus­tri­elle Krise mit Angst und Schre­cken erleben. Gehen wir es Punkt für Punkt durch.

1) In Italien gehen alle Flug­ge­sell­schaften in Konkurs. Die Flug­häfen zahlen die höchsten Steuern, wobei die exzel­lente Flug­si­che­rung von Enav am teuersten ist. Das gilt auch für Kraft­stoff und Miete.

2) In Italien gibt es eine massive Präsenz von Low-Cost-Airlines. In Frank­reich landen die Low-Cost-Airlines nicht auf den zentralen Flug­häfen, sondern in den Provinzen, um der natio­nalen Flug­ge­sell­schaft nicht zu schaden. Die Low-Cost-Gesell­schaften operieren hier mit Beiträgen der Flug­häfen, getarnt als Co-Marke­ting­maß­nahmen. Trans­pa­rente Ausschrei­bungen und gemein­same Verpflich­tungen wären dann notwendig, ange­fangen z.B. bei der Zahlung der glei­chen Steuern.

3) Während der Pandemie hat nur Alitalia die Aufrecht­erhal­tung der Verbin­dungen unseres Landes garan­tiert, indem sie sogar mit 10 Passa­gieren geflogen ist, um einen unent­behr­li­chen Dienst nicht zu unter­bre­chen und Lands­leute, die ins Ausland abge­reist sind, ins Land zurück­zu­bringen. Es ist das einzige Unter­nehmen, das berech­tigt ist, Organe für Trans­plan­ta­tionen, Radio­phar­maka und Passa­giere auf Bahren zu trans­por­tieren. Wem wollen wir das alles anver­trauen mit einer Mini-Alitalia, die ihres glor­rei­chen Namens und ihrer Marke beraubt wurde?

4) Macron hat mit Zustim­mung Brüs­sels die Steuern für fran­zö­si­sche Flug­ge­sell­schaften ausge­setzt. Die Union hat frag­wür­dige Krite­rien für die Höhe der Entschä­di­gung fest­ge­legt. Alitalia bekommt 9 Euro pro Sitz­platz, Air France 88.

5) Kein Ultra­li­be­raler soll scho­ckiert sein: Alitalia hat in den letzten Jahren große Verluste gemacht. Unter der öffent­li­chen Verwal­tung waren sie viel nied­riger. Frank­reich wird einen Anteil von 30 % an Air France KLM über­nehmen, die Nieder­lande sind mit 15 % betei­ligt. Die deut­schen Bundes­länder sind in der Haupt­stadt der Luft­hansa präsent. Die Anwe­sen­heit des Staates ist entschei­dend für die Vertei­di­gung eines stra­te­gi­schen öffent­li­chen Inter­esses in einer Nation, die von Tourismus, Kultur, Essen und Wein, Produk­tion und der Förde­rung des Made in Italy lebt. Es ist wichtig, die Souve­rä­nität der Infra­struktur und der Anschlüsse zu gewährleisten.

6) Der Staat kontrol­liert Eni und es ist unglaub­lich, dass er unver­schämte Preise für Treib­stoff zahlt. Heute kann man Flug­zeuge zu sehr nied­rigen Preisen kaufen. Die Caisse de Dépôts et Prêt kann die Flotte von Boeing und Airbus kaufen und sie zu Markt­kosten an Alitalia verleasen, während das Leasing von Flug­zeugen zu exor­bi­tanten Preisen den verkau­fenden Unter­neh­mern, die diesen Abgrund geschaffen haben, garan­tiert hat. Diese hohen Quali­täts­stan­dards von Alitalia (eine der sichersten und pünkt­lichsten Gesell­schaften, mit den besten Piloten, dem besten Cate­ring, den besten Fach­ar­bei­tern und Wartungs­mit­ar­bei­tern, der profes­sio­nellsten Flug­as­sis­tenz) aufzu­geben, bedeutet, über­haupt aufzu­geben. Die von der Verfas­sung vorge­se­hene Souve­rä­nität setzt sich aus vielen Elementen zusammen, darunter die Frei­heit, unab­hängig zu fliegen, in Kontrolle der eigenen Inter­essen, in der Lage, eine der pres­ti­ge­träch­tigsten Luft­fahrt­tra­di­tionen der modernen Geschichte zu bewahren. Ein Mini-Konzern wird uns nicht erlauben, den Himmel der italie­ni­schen Renais­sance zu berühren.

Quelle: Il Mess­ag­gero / Lionel Baland


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