Thilo Sarrazin pran­gert die Politik von Bundes­kanz­lerin Merkel an

Thilo Sarrazin · Bildquelle: Boulevard Voltaire

Von Lionel Baland
 

Der von seiner ehema­ligen Partei, der SPD, ausge­schlos­sene Autor Thilo Sarrazin hat ein neues Buch mit dem Titel „Wir schaffen das!“ veröf­fent­licht, eine Anspie­lung auf die berühmte Aussage von Bundes­kanz­lerin Angela Merkel (CDU) nach der Öffnung der deut­schen Grenzen für die Massen­ein­wan­de­rung im Jahr 2015.

Sarrazin pran­gert darin an, dass Bundes­kanz­lerin Angela Merkel in ihren 16 Jahren an der Spitze der Bundes­re­gie­rung genau das Gegen­teil von dem getan hat, was ihre Partei 2003 im Leip­ziger Programm zum Abbau von Büro­kratie, Steuern und Schulden beschlossen hatte. Sie habe syste­ma­tisch den falschen Weg einge­schlagen. Ihre schlimmsten Entschei­dungen hätten zur Umwand­lung der Euro­päi­schen Union in eine Schul­den­ge­mein­schaft, zur Öffnung der Grenzen für die Massen­ein­wan­de­rung im Jahr 2015 und zum Atom­aus­stieg geführt.

Zehn Jahre nach der Veröf­fent­li­chung seines Best­sel­lers „Deutsch­land schafft sich ab“, in dem er die Migra­ti­ons­po­litik, insbe­son­dere aus musli­mi­schen Ländern, anpran­gerte, wandte sich Sarrazin der Funk­ti­ons­weise des poli­ti­schen Systems zu.

Sobald er 1973 als hoher Beamter in die SPD eintrat, sammelte er Erfah­rungen in den Kreisen der Macht.

Ende der 1970er Jahre schrieb er Reden für den SPD-Arbeits­mi­nister Herbert Ehren­berg und machte ihn auf einen mögli­chen zukünf­tigen Zusam­men­bruch des Renten­sys­tems aufgrund des demo­gra­fi­schen Wandels aufmerksam. Ehren­berg erwi­derte, dass der Zeit­ho­ri­zont der Politik auf eine oder zwei Legis­la­tur­pe­ri­oden begrenzt sei.

Sarrazin betonte, dass die Fähig­keit zum Kompro­miss die wich­tigste Eigen­schaft in der Politik sei, da ein tieferes Verständnis der Dinge dem beruf­li­chen Fort­kommen abträg­lich sei.

Diese Mecha­nismen können seiner Ansicht nach jedoch ausnahms­weise unter­bro­chen werden, wenn ein Ereignis eintritt, das Entschei­dungen, die jahr­zehn­te­lang undenkbar waren, plötz­lich möglich macht, wie in der Zeit vom Fall der Berliner Mauer bis zur deut­schen Wieder­ver­ei­ni­gung 1989–1990, in der er dank seines hohen Amtes zur Vorbe­rei­tung der Wirt­schafts- und Währungs­union zwischen den beiden deut­schen Staaten beitragen konnte.

Das Buch gibt Aufschluss darüber, warum die Politik oft versagt.

Thilo Sarrazin war 47 Jahre lang Mitglied der Sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Partei Deutsch­lands (SPD) und beklei­dete hohe Ämter wie das des Finanz­mi­nis­ters des Landes Berlin von Januar 2002 bis April 2009 und des Vorstands­mit­glieds der Deut­schen Bundes­bank von 2009 bis 2010.

Aus der SPD wurde er schließ­lich 2020, nachdem er einen langen und harten Kampf gegen Versuche geführt hatte, ihn zu vertreiben, aus der Partei ausge­schlossen, weil er 2010 den Best­seller „Deutsch­land schafft sich ab“ veröf­fent­licht hatte, der sich 1,5 Millionen Mal verkaufte und das meist­ver­kaufte Sach­buch in Deutsch­land seit dem Zweiten Welt­krieg ist. Bundes­kanz­lerin Angela Merkel griff das Buch an, obwohl sie es nicht gelesen hatte, und nannte es „diffa­mie­rend“ und „unnötig“.

Lionel Baland
Fran­zö­sisch­spra­chiger belgi­scher Schrift­steller und Journalist

 
 

Quelle: Boule­vard Voltaire


3 Kommentare

  1. Es wird garn nichts nützen!
    wEIL DER vOGEL IST KORUPPT VON VORN UND HINTEN!
    So,nun mal zu den Fakten! Er hat in Berlin alles verscher­belt was ging. Und, war Mitbe­gründer der s.g. Treuhand.
    Muss ich noch mehr?

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