Ungarn schmiedet inter­na­tio­nale Pro-Familien-Allianz

Katalin Novák, Ministerin ohne Geschäftsbereich für Familien, spricht auf einer Pressekonferenz anlässlich der Bekanntgabe des Programms des IV. Budapester Demografiegipfels im Ministerium für Humanressourcen, 2. September 2021 · Foto: MTI/Lajos Soós

Fami­li­en­freund­liche Kräfte aus ganz Europa treffen sich zum 4. Demo­gra­fie­gipfel in Budapest

Von Balázs Molnár

Nahezu alle Länder der entwi­ckelten Welt stehen vor erheb­li­chen demo­gra­fi­schen Heraus­for­de­rungen, und kein Land in Europa hat heute genug Kinder, um sich selbst zu versorgen. Die Lebens­er­war­tung bei der Geburt verlän­gert sich, so dass immer weniger Erwerbs­tä­tige für eine wach­sende Zahl nicht erwerbs­tä­tiger älterer Menschen sorgen müssen. Nach jahr­zehn­te­langer ehrli­cher Arbeit würde eine Genera­tion älterer Menschen jedoch zu Recht erwarten, dass sie mit Aner­ken­nung und Wert­schät­zung gesehen wird und nicht als Nach­hal­tig­keits­pro­blem. Die meisten entwi­ckelten Volks­wirt­schaften sehen sich bereits kurz­fristig mit einem erheb­li­chen Arbeits­kräf­te­mangel konfron­tiert, insbe­son­dere bei hoch­qua­li­fi­zierten Tätigkeiten.

Doch die euro­päi­schen Entschei­dungs­träger erwähnen die Förde­rung der Geburt euro­päi­scher Kinder nicht als Lösung. Statt­dessen drängen sie auf Zuwan­de­rung, und da diese am wenigsten geeignet ist, den Bedarf ihrer Volks­wirt­schaften an quali­fi­zierten Arbeits­kräften zu decken, werden sie von den Ländern, die seit 2004 beigetreten sind, abge­zogen. Die posi­tiven Auswir­kungen des Massen­zu­stroms von Migranten auf die Arbeits­märkte werden durch die jüngste Nach­richt wider­legt, dass die deut­sche Post Zusteller aus Ungarn einstellt.

Die EU-Daten für das Jahr­zehnt 2010–2020 zeigen, dass Länder, die die Entvöl­ke­rung nicht durch die Förde­rung der Migra­tion, sondern durch die Unter­stüt­zung der Geburt ihrer eigenen Kinder und die Stär­kung der Fami­lien verrin­gern wollten, einen nach­hal­tigen Anstieg der Gebur­ten­rate verzeichnen konnten. Von allen EU-Mitglied­staaten hat Ungarn den stärksten Anstieg der Gebur­ten­rate zu verzeichnen – um ein Viertel. Die Bedeu­tung dieser posi­tiven Verän­de­rung kommt viel­leicht besser dadurch zum Ausdruck, dass im vergan­genen Jahr­zehnt 115.000 unga­ri­sche Babys mehr in Ungarn geboren wurden, als wenn die Bereit­schaft, Kinder zu bekommen, auf dem Niveau von 2010 geblieben wäre.

In den vergan­genen zehn Jahren ist die Gebur­ten­rate in 16 Mitglied­staaten gesunken und in 11 gestiegen, wobei nur Deutsch­land (11 %) zu den Mitglied­staaten mit einer libe­ralen Einwan­de­rungs­po­litik gehört, während unter den Mitglied­staaten, die die Einwan­de­rung ablehnen und den Wohl­stand ihrer eigenen Fami­lien fördern, Ungarn, alle Visegrad-Partner, Lett­land, Litauen und Rumä­nien einen deut­li­chen Anstieg zu verzeichnen haben. Im Gegen­satz dazu sind die Gebur­ten­raten in den Haupt­zi­el­län­dern der Migra­tion, wie Frank­reich, Schweden, Belgien und den Nieder­landen, eben­falls deut­lich zurückgegangen.

Die Unter­stüt­zung der Geburt von Kindern, die sich die euro­päi­schen Bürger wünschen, ist auch für die Erhal­tung und Pflege unserer jüdisch-christ­li­chen Kultur von wesent­li­cher Bedeutung.

Es ist ermu­ti­gend fest­zu­stellen, dass die über­wäl­ti­gende Mehr­heit der euro­päi­schen Bürger nach wie vor fami­li­en­ori­en­tiert ist und sich im Durch­schnitt mehr als zwei Kinder wünscht, wobei nur fünf Prozent die Kinder­lo­sig­keit als Ideal ansehen. Es geht jetzt um nichts Gerin­geres als das Über­leben der euro­päi­schen Völker einer­seits und um die Bewah­rung einer Menta­lität und Kultur für künf­tige Genera­tionen, die für Ungarn, Tsche­chen, Polen, Slowaken, Deut­sche, Fran­zosen, Balten, Serben, Bosniaken, Kroaten, Italiener usw. einzig­artig ist, andererseits.

Heute sind Ungarn und Mittel­eu­ropa zum Fahnen­träger und wich­tigsten Fürspre­cher für die Sache der Fami­lien geworden. Erklärtes Ziel der Pro-Fami­lien-Regie­rung ist es, alle, die etwas für Fami­lien tun wollen, zusam­men­zu­bringen und eine inter­na­tio­nale Pro-Fami­lien-Allianz zu bilden. Aus diesem Grund ist Ungarn zum vierten Mal Gast­geber des Buda­pester Demo­gra­fie­gip­fels. An der Veran­stal­tung werden Staats- und Regie­rungs­chefs, Kirchen- und NRO-Führer, Minister, Forscher, Akade­miker, Wirt­schafts­führer und Jour­na­listen teil­nehmen, um sich für die Sache der Fami­lien einzusetzen.

Wir freuen uns, dass in diesem Jahr neben dem Präsi­denten der Repu­blik Serbien, den Minis­ter­prä­si­denten der Visegrad-Länder und Slowe­niens auch der ehema­lige Vize­prä­si­dent der Verei­nigten Staaten von Amerika und das serbi­sche Mitglied der Präsi­dent­schaft von Bosnien und Herze­go­wina anwe­send sein werden. Dieses pres­ti­ge­träch­tige poli­ti­sche Schau­fenster ist auch eine Bestä­ti­gung für die prona­ta­lis­ti­sche Politik unseres Landes, denn es zeigt, dass wir nicht allein sind, dass wir von den Ideen und bewährten Verfahren der anderen lernen können, dass wir bei der Bewäl­ti­gung von Heraus­for­de­rungen helfen und Erfah­rungen austau­schen können.

In diesem Jahr wird sich der Gipfel auf die nach­hal­tige Zukunft unseres Planeten konzen­trieren. Es wird auch viele Stimmen geben, die zumin­dest zum Teil das Kinder­kriegen und das erwei­terte Fami­li­en­leben für den Klima­wandel verant­wort­lich machen. Viele junge Menschen könnten durch diese Meinungen entmu­tigt werden und ihre Pläne, Kinder zu bekommen oder weniger Kinder zu haben, aufgeben, zumal auch viele bekannte Persön­lich­keiten diese Ansicht vertreten. Es ist wichtig, deut­lich zu machen, dass der Schutz unserer Umwelt, unseres Ökosys­tems, eine gemein­same Verant­wor­tung ist. Fami­li­en­an­ge­hö­rige sind sich dieser Verant­wor­tung bewusst, denn sie wollen ihren Kindern und Enkeln eine lebens­werte und viel­fäl­tige Umwelt erhalten. Es ist daher kein Zufall, wie die inter­na­tio­nale Forschung unseres Insti­tuts zeigt, dass die über­wie­gende Mehr­heit der Fami­li­en­mit­glieder ihre Kinder umwelt­be­wusst erzieht, dass sie den Umwelt­schutz ernst nimmt, dass sie die getrennte Müll­samm­lung als selbst­ver­ständ­lich ansieht und dass sie auch durch die vermehrte Nutzung von Haus­halts­ge­gen­ständen, Klei­dung und Autos zur Nach­hal­tig­keit beiträgt: Der ökolo­gi­sche Fußab­druck pro Kopf ist bei Fami­li­en­mit­glie­dern deut­lich kleiner als bei Menschen ohne Kinder. Die Ursa­chen der ökolo­gi­schen Krise sind in einem globa­lis­ti­schen Wirt­schafts­system zu suchen, das den Über­konsum fördert, und nicht in Fami­lien und Fami­lien mit Kindern.

Die tradi­tio­nelle Familie, die tradi­tio­nelle Ehe, das Kinder­kriegen und die Kinder­er­zie­hung stehen heute unter stän­digem ideo­lo­gi­schen Beschuss.

Die Worte des heiligen Johannes Paul II. sind daher heute so aktuell wie 1979 in Warschau. „Fürchte dich nicht!“

Die Teil­nehmer des IV. Buda­pester Demo­gra­fie­gip­fels scheuen sich nicht, ein Bekenntnis zur Familie, zum Kinder­kriegen und ‑erziehen abzu­legen, denn ohne Kinder gibt es keine nach­hal­tige Zukunft.

Der Autor ist Vize­prä­si­dent des Mária Kopp Insti­tuts für Bevöl­ke­rung und Familien

Quelle: Magyar Nemzet


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