Ungarn: Vorwahl­kampf der Oppo­si­tion eröffnet

Péter Jakab (Jobbik), Péter Márki-Zay (parteilos), László Bíró (Jobbik), Gergely Karácsony (Dialog) und Ágnes Kunhalmi (MSZP) im Nachwahlkampf von Borsod am 10. Oktober 2020 · Foto: László Bíró / Facebook

Spit­zen­po­li­tiker der verschie­denen Oppo­si­ti­ons­par­teien posi­tio­nieren sich gegen­wärtig für die im Herbst in zwei Etappen statt­fin­denden Vorwahlen. Aus ihnen wird der Heraus­for­derer bezie­hungs­weise die Heraus­for­derin von Minis­ter­prä­si­dent Viktor Orbán bei den Parla­ments­wahlen vom Früh­jahr 2022 hervor­gehen. Vor diesem Hinter­grund setzt sich ein popu­lärer Kolum­nist für die Wahl einer partei­losen christ­li­chen Persön­lich­keit ein.

In einer ersten landes­weiten Umfrage über die Beliebt­heit poten­zi­eller Kandi­da­tinnen und Kandi­daten für das Amt des Minis­ter­prä­si­denten unter oppo­si­tio­nell einge­stellten Erwach­senen hat die Euro­pa­ab­ge­ord­nete Klára Dobrev am besten abge­schnitten. Demnach konnte die Ehefrau des DK-Vorsit­zenden und Ex-Regie­rungs­chefs Ferenc Gyurcsány 28 Prozent der Befragten hinter sich vereinen. Es folgen Jobbik-Chef Péter Jakab mit 27 und der Buda­pester Ober­bür­ger­meister Gergely Karác­sony mit 22 Prozent. Péter Márki-Zay, der partei­lose Bürger­meister von Hódme­ző­vá­sá­r­hely, sowie Momentum-Chef András Fekete-Győr rangieren mit acht bzw. sieben Prozent weit abge­schlagen am Ende der Liste.

Unge­achtet der nied­rigen Plat­zie­rung von Márki-Zay in der Umfrage ist er derje­nige Kandidat, den Róbert Puzsér in seiner Magyar Hang-Kolumne den oppo­si­tio­nellen Wähle­rinnen und Wählern ans Herz legt. Die Oppo­si­tion könne die Wahl nur gewinnen, wenn sie Massen von enttäuschten Fidesz-Wählern auf ihre Seite ziehe, notiert Puzsér und konsta­tiert: Das sei höchst unwahr­schein­lich – außer man entscheide sich für den konser­va­tiven Márki-Zay. Die Kandi­datur von Klára Dobrev würde eine weitere Schlacht im Kultur­kampf entfes­seln und als solche Konser­va­tive abstoßen, argu­men­tiert der Kolum­nist, der sich auch gegen die Nomi­nie­rung von Gergely Karác­sony wendet. Seine Leis­tung als Buda­pester Ober­bür­ger­meister sei enttäu­schend. Was Jakab betrifft, so sei sein einziges Thema die Persön­lich­keit von Minis­ter­prä­si­dent Orbán. Demzu­folge stelle er keine echte Regie­rungs­al­ter­na­tive dar. Auch Fekete-Győr hält Puzsér für hoch­gradig inkom­pe­tent. Die Anhänger der Oppo­si­tion, so schluss­fol­gert er, müssten einen Kandi­daten wählen, der „nicht nur eine Wahl­liste anführt, sondern auch in der Lage ist, ein Land zu regieren“.

Quelle: Buda­post


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