Was in der Schweiz und anderswo berichtet wurde 09.03.2022

Im Inter­net­radio mitge­hört und mitge­schrieben von Wilhelm Tell

Afrika – Alarm: Die Getrei­de­preise steigen aufgrund des Krieges in der Ukraine. An der Chicago Land­wirt­schafts­börse, einem welt­weiten Refe­renz­punkt für Getreide, stehen Weizen-Futures bei 1‘134 Dollar pro Scheffel (35.24 l), dem höchsten Preis seit 2008. Dies geschieht, weil Russ­land und die Ukraine unter den welt­weit grössten Getrei­de­ex­por­teuren sind. SRF.ch

Ägypten – Brot­un­ruhen wegen zu teuren Weizens und fehlendem Weizen aus Russ­land und Ukraine. – Auch im Libanon, Syrien, Irak. SRF.ch

Austra­lien – Sint­flut­ar­tige Regen­fälle in Bris­bane und Sidney. NPO.nl

Belarus – Präsi­dent Alex­ander Luka­schenko glaubt, dass der Westen an einem längeren Krieg in der Ukraine inter­es­siert ist, um Russ­land und Weiss­russ­land in den Wirren zu ertränken.RB.by

Chile – Ein riesiger neuer Natio­nal­park in Chile soll hunderte Glet­scher in den Anden vor den Folgen des Klima­wan­dels schützen. Der natio­nale Glet­scher­park werde 75’000 Hektar Land umfassen, sagte der chile­ni­sche Präsi­dent Sebas­tian Piñera am 5.3. bei der Ankün­di­gung des Projekts. Damit schaffe Chile es, 368 Glet­scher zu schützen. «Die Glet­scher enthalten 32-mal so viel Wasser wie der El Yeso», sagte Piñera mit Blick auf einen grossen Stausee, der die Bevöl­ke­rung der Haupt­stadt Sant­iago de Chile mit Wasser versorgt. Die Grün­dung des Parks sei ein grund­le­gender Schritt, den Chile unter­nehme, um der Zerstö­rung der Natur den Kampf anzu­sagen. SRF.ch

China – Die Regie­rung will Stabi­lität und pflegt auch gute Handels­be­zie­hungen zur Ukraine. China hält inso­fern zu Russ­land, als es diesen Angriff Russ­lands nicht direkt verur­teilt. China bezeichnet das Vorgehen nicht einmal als Inva­sion und kriti­siert statt­dessen den Westen. Ande­rer­seits unter­stützt China diesen Krieg nicht und pocht auf die Souve­rä­nität von Staaten, auch der Ukraine. Man will den Partner Russ­land nicht fallen lassen, aber inter­na­tional nicht dastehen, als würde man diesen Angriff unter­stützen. SRF.ch
●Am 5.3. beginnt die jähr­liche Sitzung des chine­si­schen Parla­ments, bei der rund 3‘000 Mitglieder des Natio­nalen Volks­kon­gresses (NVK) zusam­men­kommen, um wich­tige Themen wie die Fest­le­gung von BIP-Zielen und die Ausar­bei­tung des Wirt­schafts­plans für das kommende Jahr zu erör­tern und dabei zu feiern die Leis­tungen der Regie­rung im vergan­genen Jahr. CRI.cn

Däne­mark – Das Konzert von Anna Netrebko in Däne­mark sorgt für Aufsehen, zahl­reiche Poli­tiker fordern die Absage. DRR.dk

Deutsch­land – Schrö­ders Stab kündigt, da Ex-Bundes­kanzler Gerhard Schröder (77) dem Druck wider­steht, die Bezie­hungen zum Kreml abzubrechen.DW.de
●Deutsch­land will der Ukraine als Zeichen der Soli­da­rität gegen den russi­schen Angriff Flug­ab­wehr­ra­keten liefern. Einem Medi­en­be­richt zufolge seien aber zahl­reiche Raketen, die von der Bundes­wehr zuvor ausran­giert wurden, über­haupt nicht mehr brauchbar.
●Sprit­preise über zwei Euro.TRT.tr
●Die 160-Meter-Yacht des russi­schen Milli­ar­därs Alisher Usmanov ist von deut­schen Behörden in Hamburg beschlag­nahmt worden.VOA.us
●Die erste Putin-Biogra­phie eines deut­schen Autors – weder pro noch contra, weder Anklage noch Vertei­di­gung. Statt­dessen eine klas­si­sche Biogra­phie, gut lesbar. Der Gross­vater: Lenins Leib­koch in den Jahren nach der Revo­lu­tion. Die Eltern: einfache Leute im zerschos­senen Lenin­grad der Nach­kriegs­zeit. Der Sohn: ein KGB-Offi­zier, den der Welt­geist aus obskurer DDR-Provinz ins höchste Staatsamt spült. Zahllos sind die Narra­tive und Deutungen, die sein Wirken begleiten. Wer ist der Mann, der Russ­land auf einen eigenen Weg gebracht hat? Der dem Selbst­ver­ständnis der West­eu­ro­päer in die Parade fährt? Thomas Fasbender (65) ist kein Verehrer und kein Verächter, er blendet nichts aus, nicht die Vorwürfe, nicht die Anschul­di­gungen, nicht die funda­men­tale Kritik. So wird die Biogra­phie zum Spiegel des epochalen Konflikts, der mit Putins poli­ti­schem Werde­gang in eins fällt, und zum Porträt Russ­lands im Aufgang einer neuen Zeit. Thomas Fasbender: Wladimir W. Putin. Eine poli­ti­sche Biogra­phie, Landt Verlag, 2022, ISBN 978–3948075361, 564 Seiten, €30.- RBB.de

EFTA – Angst vor Putin? 3 ehem. EFTA-Staaten (bis 31.12.1994), Finn­land, Öster­reich und Schweden über­legen den Voll­bei­tritt zur NATO. Seit 1995 gehören sie der NATO Part­ner­schaft für den Frieden an. ORF.at

EU – Ab 3. 3. 2022 stellen die inter­na­tio­nale Nach­rich­ten­agentur RIA und der Radio­sender Sputnik, denen auch SNA ange­hört, in vier Ländern der Euro­päi­schen Union – Spanien, Frank­reich, Deutsch­land und Grie­chen­land – ihre Arbeit auf Webseiten, im Rund­funk und in den inter­na­tio­nalen sozialen Medien ein. Am vergan­genen Mitt­woch hat die EU die Verbrei­tung der russi­schen Staats­me­dien RT und Sputnik auf ihrem Terri­to­rium verboten. Die Sperre betrifft alle Verbrei­tungs­wege von RT Sputnik in der EU, etwa per Kabel, Satellit oder Internet. →https://t.me/snanews_de – sputniknews.com – RIA.ru

Europa muss Opfer bringen, um seine Werte hoch­halten zu können. Dies vor allem in Form stark stei­gender Preise, vor allem für Energie. Für den nächsten Winter werden 2–3 mal so hohe Gaspreise angekündigt.SRF.ch

Finn­land – Jetzt auch Flücht­lings­exodus von Peters­burg nach Helsinki. Bahn setzt zusätz­liche Züge ein. SRF.ch

Frank­reich – Wachs­statue von Wladimir Putin aus Grevin-Museum in Paris entfernt. Das Musée Grévin ist ein berühmtes Wachs­fi­gu­ren­ka­bi­nett am Boule­vard Mont­martre im 9. Arron­dis­se­ment in Paris. Alfred Grévin (1827–1892) war ein fran­zö­si­scher Bild­hauer, Kari­ka­tu­rist und Maler. RFI.fr

Gross­bri­tan­nien – Wegen Sperre des Inter­nets in Russ­land und Ukraine, sendet BBC wieder auf Kurz­welle. SRF.ch Die BBC sagt, dass ihre Kurz­wel­len­sen­dungen auf Frequenzen von 15735 kHz von 16:00 bis 18:00 Uhr und 5875 kHz von 22:00 bis Mitter­nacht OEZ verfügbar sein werden. Die aktu­elle Onion-Domain der BBC lautet: www.bbcnewsd73hkzno2ini43t4gblxvycyac5aw4gnv7t2rccijh7745uqd.onion. BBC.uk

Israel bietet Vermitt­lung an zwischen Russ­land und Ukraine. KR.il
●Putin bekommt Besuch von Minis­ter­prä­si­dent Naftali Bennett aus Israel, über­ra­schen­der­weise am Sabbath 6.3., was einem Gläu­bigen nur gestattet ist, wenn Menschen­leben am Spiel stehen. Anschlies­send reist er weiter nach Deutsch­land. Auch Präsi­dent Erdoğan hat sich für 6.3. ange­sagt. NPO.nl

Kanada – Das russi­sche staat­lich kontrol­lierte Nach­rich­ten­netz­werk RT sagte am 3.3., dass es mit der Ausstrah­lung auf der Video­seite Rumble beginnen würde, zwei Tage nachdem YouTube ange­kün­digt hatte, dass es Kanäle, die mit RT und einem anderen staat­lich unter­stützten russi­schen Sender, Sputnik, verbunden sind, in ganz Europa blockieren würde. Rumble ist ein kana­di­sches Video­portal mit Haupt­sitz in Toronto. Es wurde 2013 von Chris Pavlovski, einem Tech­no­lo­gie­un­ter­nehmer aus Kanada, gegründet. rumble.com/ RIA.ru

Nieder­lande – Wegen des hohen Diesel­preises müssen die Fischer in Urk ihre Betriebe einstellen, weil sie nicht mehr kosten­de­ckend arbeiten können.
●Mehr Bewer­bungen beim Militär. NPO.nl

Öster­reich – Der ehem Kanzler Wolf­gang Schüs­ssel (76) legt seinen Ausichts­rat­sitz (seit 2019) bei Lukoil (RU) zurück. Zahl­reiche öster­rei­chi­sche Ex-Spit­zen­po­li­tiker sind noch in Russ­land aktiv. Ex-Bundes­kanzler Kern (56), Ex-Aussen­mi­nister Karin Kneissl (57) für russi­schen Staats­sender RT tätig. Im post-sowje­ti­schen Raum war ex-Kanzler Alfred Gusen­bauer (62) gene­rell sehr aktiv. Immer wieder gegen Sank­tionen gegen­über Russ­land sprach sich der ehema­lige Wirt­schafts­kammer-Präsi­dent Chris­toph Leitl (73) aus
●Öster­reich erhöht Mili­tär­budget von 2,7 auf 3,4 Mrd. Euro.
●Massen­an­drang in Disko nach Öffnung der Nachtlokale.
●Öster­reich ist zu 80% abhängig von russi­schem Gas, möchte mehr Flüs­siggas von den Emiraten. ORF.at

Russ­land – Medien berichten jetzt auch über den Reak­tor­brand und die Einnahme von Kherson (Херсон 300 km², 300‘000 Ew.) und Meli­topol (50 m², 150‘000 Ew), einem wich­tigen Auto­bahn­knoten (Wien-Rostow E58 und Kirkenes-Jalta E105)
●Eine Droh­nen­be­sat­zung der russi­schen Luft- und Raum­fahrtstreit­kräfte Inokhodez zerstörte einen Kommando- und Beob­ach­tungs­posten des feind­li­chen Aidar-River-Batail­lons in der Volks­re­pu­blik Donezk (DOR), teilte das russi­sche Vertei­di­gungs­mi­nis­te­rium am 4.3. mit. Die Drohne Orion (Inokho­dets) ist eine russi­sche Lang­flug­drohne für mitt­lere Flug­höhen, die von Kronshtadt entwi­ckelt wurde. Die Drohne kann bis zu vier Luft-Boden-Raketen tragen; Die Reise­ge­schwin­dig­keit beträgt bis zu 200 km/h, die maxi­male Flug­höhe 7,5 km. Die Drohne kann bis zu 24 Stunden in der Luft bleiben. Sie trägt maximal 250 kg. Einigen Berichten zufolge versu­chen Kronshtadt-Spezia­listen, Orion-Drohnen mit elek­tro­ni­schen Kriegs­füh­rungs­sys­temen auszu­statten. Die Export­va­ri­ante der Drohne heisst „Orion‑E“, die russi­sche Version heisst „Inokho­dets“. Kronshtadt gehört zur AFK Gruppe des Olig­ar­chen Wladimir Yewtuschenkow.
●Am 3.3. um 11:44 Uhr Moskauer Zeit stieg der Dollar um 11,63 % auf 118,35 Rubel. Um 11:49 Uhr stieg der Euro um 8,38 % auf 125,065 Rubel.MAÁk.ru
●Bereits am 26.2. hatte der Kreml-treue tsche­tsche­ni­sche Macht­haber Ramsan Kadyrow (45, Къадар Ахьмат-кӏант Рамзан) bestä­tigt, seine Kämpfer in die Ukraine geschickt zu haben. Das erklärte Ziel: der Sturz der Regie­rung in Kiew. «Präsi­dent Putin hat die rich­tige Entschei­dung getroffen und wir werden seine Befehle unter allen Umständen umsetzen.“Die briti­sche Zeitung The Times hat geschrieben, dass Söldner der russi­schen Vagner-Gruppe, auch damit beauf­tragt sind, Präsi­dent Selen­skyj in Kiew zu finden und zu töten. Dafür sollen sie hoch belohnt werden.SRF.ch
●Aero­flot stor­niert ab dem 8.3. alle Flüge ins Ausland mit Ausnahme von Belarus. West­liche Länder haben Luft­ver­kehrs­sank­tionen gegen Russ­land verhängt. Neben der Sper­rung des Luft­raums haben die Airbus und Boeing die Liefe­rung von Ersatz­teilen in das Land einge­stellt. Laut Avia­tion Week mieten russi­sche Flug­ge­sell­schaften drei Viertel ihrer Flug­zeuge, die Hälfte davon in Irland. Neue Sank­tionen erlauben es diesen Unter­nehmen die Maschinen zu beschlag­nahmen und sie zurück in die EU zu bringen. Die Strei­chung aller Flüge ins Ausland wurde am 4.3. von der russi­schen Flug­ge­sell­schaft S7 bekannt gegeben, die zweit­grösste des Landes.VESTI.ru
●Kriegs­mi­nis­te­rium gibt vor, was Jour­na­listen berichten dürfen, sonst bis 15 Jahre Haft. SRF.ch Putin: USA und EU können Russ­land nicht isolieren.
●Aero­flot sperrt zu wegen Ersatzteilmangel.
●Kredit­karten verlieren Gültig­keit. SRF.ch

Schweiz – Angst vor 3.Weltkrieg. Kommt Wehr­pflicht für Frauen?
●Der Rohstoff­handel ist von den Sank­tionen gegen Russ­land ausge­nommen. In Zug wächst aber der Druck auf die Regierung.
●Eine Künstler-Gruppe heizt mit einer eigenen Konstruk­tion im Winter Brunnen auf, um mitten im Winter darin zu baden. SRF.ch

Tsche­chien – Es gibt 686 Notun­ter­künfte in Prag, aber 332.000 Ukrainer könne die U‑Bahn aufnehmen. RP.cz

Ukraine – Ukrai­nisch ist nach dem Russi­schen und Polni­schen die slawi­sche Sprache mit der dritt­höchsten Spre­cher­zahl. In 30 Ländern gibt es 50 Mio. Spre­cher. In der Ukraine selbst wurde sie vor allem in jenen Gebieten gespro­chen, die früher zu Öster­reich, Ungarn, Tsche­cho­slo­wakei, Polen und Rumä­nien gehörten. 2013/14 brachte der US Regime Change rechts­ex­treme Natio­nal­so­zia­listen an die Macht mit ihrem Führer Pyotr Poro­schenko (56, Порошенко Петро Олексійович). Poro­schenkos Innen­po­litik förderte die ukrai­ni­sche Sprache, den Natio­na­lismus, den Kapi­ta­lismus, die Dekom­mu­ni­sie­rung der Verwal­tung. Im Jahr 2018 half Poro­schenko bei der Grün­dung der ortho­doxen Kirche der Ukraine (Православна Церква України), die sich vom Moskauer Patri­ar­chat trennte. Seine Präsi­dent­schaft wurde zu einem Slogan aus drei Wörtern: армія, мова, віра(armija, mowa, wira) –(ukr.) Militär, Sprache, Glaube. Die ukrai­ni­sche Sprache wurde dadurch zur allei­nigen Amts­sprache der Ukraine und wird dort von rund 30(?) von 42 Millionen Menschen gespro­chen. In rein russisch­spra­chigen Städten wurden ukrai­ni­sche Stras­sen­namen einge­führt und Verkäu­fe­rinnen wurde es verboten russisch zu spre­chen. Auch im Unter­richt und Jour­na­lismus wurde die ukrai­ni­sche Sprache stark geför­dert. Diese Zwangs­ukrai­ni­sie­rung führte zu bösem Blut in Russ­land und zur Abspal­tung von Landes­teilen und mili­tä­ri­schen Ausein­an­der­set­zungen. Bei Orts­namen wie Kharkow, einer Stadt, wo man in einer Buch­hand­lung kein ukrai­nisch­spra­chiges Buch finden wird, wurde der ukrai­ni­sche Name Kharkiw einge­führt. Tatsäch­lich tritt das „i“ nur im Nomi­nativ und Akku­sativ auf. Dieser Vokal­sprung ist typisch für das Ukrai­ni­sche. In allen anderen Fällen steht auch im Ukrai­ni­schen das „o“: Kharkiw, Khar­kowa, Khar­kowu, Kharkiw, Khar­kowom, Khar­kowi, Khar­kowje. Dies gilt auch für Lemberg (Löwen­berg – L‘wiw, L‘wowa,usw. – von Lew = Löwe). Die Sprache ist also Mutter­sprache im Nord­westen; im Süden und Osten ist es eher Russisch. In Kiew wird eine Mischung gespro­chen, die man Су́ржик (Suržik) nennt. Man zwingt also Hundert­tau­sende, die von Geburt an die Welt­sprache Russisch spre­chen eine Sprache zu lernen, die nicht einmal im eigenen Land flächen­de­ckend gespro­chen wird.
●Der ukrai­ni­sche Präsi­dent Wladimir Selenskij floh am 25.2. und befindet sich derzeit mit seinem Gefolge in Lemberg, erklärte der Spre­cher der russi­schen Staats­duma Wjat­scheslaw Wolodin auf seinem Tele­gram-Kanal. „Selenskij war in aller Eile aus Kiew geflohen, und fügte hinzu, dass alle in den sozialen Medien veröf­fent­lichten Videos im Voraus aufge­zeichnet worden seien. „Die Infor­ma­tionen stammen von Parla­ments­ab­ge­ord­neten der Werchowna Rada, die versuchten, sich mit Selenskij in Kiew zu treffen. Sie wurden zu einem Treffen nach Lemberg eingeladen.MAÁK.ru
●Beim AKW in Sapo­riššja (Запоріжжя)war am 3.3. ein Brand ausge­bro­chen, nachdem ukrai­ni­sche Gueril­la­kämpfer die russi­sche Armee beschossen hatte. Es kam nicht zum Austritt von Radioaktivität.
●Russ­land verspricht huma­ni­täre Korridore.
●EU schlägt vor, die Ukraine möge Kampf­flug­zeuge leasen.
●Ukraine wirbt in West­afrika Kämpfer und Soldaten an. Senegal bestellt daraufhin Botschafter ein, weil Anwer­bung von Söld­nern verboten ist. NPO.nl
●Während sich der Antrag der Ukraine auf Mitglied­schaft in der EU seit Jahren hinzieht und der Antrag auf Mitglied­schaft in der NATO einer der Faktoren ist, mit denen Russ­land seine „Mili­tär­ope­ra­tion“ gegen das „Regime in Kiew“ recht­fer­tigt, würde ein ausdrück­li­cher Beitritt zur EU im Rahmen eines „Sonder­ver­fah­rens“ die volle euro­päi­sche Soli­da­rität mit der Ukraine, die mit der russi­schen Inva­sion zu kämpfen hat, zum Ausdruck bringen. Dieser Schritt der ukrai­ni­schen Behörden wird offi­ziell von den Staats- und Regie­rungs­chefs von neun EU-Mitglied­staaten (Bulga­rien, Estland, Lett­land, Litauen, Polen, Slowakei, Slowe­nien, Tsche­chien und Ungarn) unter­stützt. MR.hu
●Selenskij verlangt weitere und härtere Sank­tionen gegen Russland.
●Zehn Millionen, ein Viertel der Ukrainer könnten laut Migra­ti­ons­for­scher Gerald Knaus (51) aus ihrem Heimat­land flüchten. Schon jetzt sind mehr Menschen geflohen als im gesamten Bosni­en­krieg 1992–95. ORF.at
●Laut Presse ist der ehema­lige ukrai­ni­sche Präsi­dent (2010–14) Wiktor Janu­ko­witsch (71) in Minsk, der Kreml könnte ihn zum Präsi­denten erklären, teilte die ukrai­ni­sche Tages­zei­tung „Prawda“ am 2.3. unter Beru­fung auf ein nament­lich nicht genanntes Mitglied des ukrai­ni­schen Geheim­dienstes mit. Moskau nennt Janu­ko­witschs Sturz einen „Staats­streich“. Russ­lands Präsi­dent Wladimir Putin behauptet, das Ziel der aktu­ellen Mili­tär­ope­ra­tion sei nicht die Beset­zung eines Nach­bar­landes, sondern dessen Entmi­li­ta­ri­sie­rung und Säube­rung. NRKU.ua
●Der Westen bereitet sich auf die Möglich­keit einer ukrai­ni­schen Regie­rung im Exil und auf lange Kämpfe vor. Die ukrai­ni­sche Armee vertei­digt hart­nä­ckig die Inva­sion russi­scher Truppen, die oft mit Versor­gungs- und Moral­pro­blemen konfron­tiert sind, aber Beamte in Washington und den euro­päi­schen Haupt­städten erwarten, dass Russ­land sein Versagen in den frühen Tagen des Krieges umkehrt. Sie bereiten sich daher auf die Möglich­keit einer ukrai­ni­schen Exil­re­gie­rung in Polen vor und den Konflikt, der in eine Phase langer und blutiger Aufstände über­geht, schrieb die Washington Post unter Beru­fung auf Aussagen west­li­cher Regie­rungs­quellen und Experten. RL.cz

Ungarn – Der unga­ri­sche Premier­mi­nister Viktor Orbán erwartet nicht, dass sein Land von der NATO geschützt wird. Er sagte dies am 4.3. in einem Inter­view auf Kossuth Rádió. Orbán lobte die Stär­kung der unga­ri­schen Streit­kräfte, die Sicher­heit Ungarns sei seiner Meinung nach „fest wie Beton“ und das Land sei stark genug, „seine eigene Sicher­heit auch ohne Verbün­dete zu gewähr­leisten“. Etwa 140’000 Menschen aus der Ukraine sind in den letzten acht Tagen nach Ungarn gekommen. Orbán sagte, es sei die Aufgabe Ungarns, sich um sie zu kümmern, und man müsse auf niemanden warten. „Auf eine Entschei­dung aus Brüssel zu warten, würde zu grossen Problemen an der Grenze führen“, sagte er. „In Brüssel wird nur geredet und die Natio­nal­staaten verhan­deln“, sagte der konser­va­tive Minis­ter­prä­si­dent. Ungarn hat in den letzten Tagen gezeigt, dass es dagegen ist, dass Menschen, die aus der Ukraine fliehen, einen ausser­ge­wöhn­li­chen Schutz bekommen, der ihnen 3 Jahr lang Zugang zu Arbeit, Bildung und soziale Unter­stüt­zung gewährt. Orbán sagte, dass 70 bis 80 % der Flücht­linge, die aus der Ukraine nach Ungarn kommen, in andere Länder weiter­reisen wollen. Dieje­nigen, die im Land bleiben, haben Anspruch auf Arbeits­lo­sen­geld für drei Monate und müssen dann einen Job finden oder an einem der Arbeits­pro­gramme der Regie­rung teil­nehmen. „Dieje­nigen, die hier bleiben, müssen einen Platz in unserer Lebens­weise finden“, sagte Orbán.
●Sechs von zehn aktiven Wählern (61 Prozent) sagen, dass Viktor Orbán die unga­ri­schen Inter­essen im aktu­ellen russisch-ukrai­ni­schen Konflikt besser vertreten kann als Péter Márki-Zay (10 Prozent), so eine wöchent­liche Umfrage der Meinungs­for­schung 28.2.–2.3.
●Die Bewe­gung zur Wieder­her­stel­lung der 130 Jahre alten Eisen­bahn­linie im Ipoly-Tal, die die slowa­kisch-unga­ri­sche Grenze über­quert, begann vor drei Jahr­zehnten. Die Mach­bar­keits­studie wurde in wenigen Tagen fertig­ge­stellt. Es würde alte und neue Perspek­tiven eröffnen, wenn ein wich­tiges Verbin­dungs­glied, das nach Trianon (1919) unter­bro­chen wurde, wieder aufge­baut werden könnte. MR.hu

UNO – Alle Afri­kaner und Asiaten müssen die glei­chen Einwan­de­rungs­pri­vi­le­gien (Asyl ohne Papiere, 3 Jahre Aufent­halt, sofor­tige Arbeits­er­laubnis, usw.) bekommen wie Ukrainer aus den Kriegs­ge­bieten. NPO.nl

USA –  Die russi­sche Medi­en­re­gu­lie­rungs­be­hörde Rosk­om­nadzor sagte am 4. 3., dass sie „begrenzten“ Zugang zu unab­hän­gigen Medien-Websites habe, da die Behörden offen­sicht­liche Anstren­gungen unter­nahmen, um zu verhin­dern, dass russisch­spra­chige Personen während der Inva­sion in der Ukraine Zugang zu Infor­ma­tionen von aussen erhalten. Mehrere RFE/RL-Websites und die russi­schen Websites der BBC und der Deut­schen Welle sowie Face­book, Twitter und die App-Stores von Apple und Google wurden laut Web-Moni­to­ring-Gruppe Global­Check und anderen Indi­ka­toren in der Nacht vom 3. bis 4.3. gesperrt. Einige der Websites waren für Roste­lekom-Abon­nenten noch verfügbar, Die regio­nalen russisch­spra­chigen North.Realities- und Siberia.Realities-Sites von RFE/RL, die Websites des tata­risch-basch­ki­ri­schen Dienstes, azatliq.org und idelreal.org, und die Caucasus.Realities-Site, die vom North Caucasus Sce betrieben wird, sind eben­falls blockiert. Die Website von Current Time, dem russisch­spra­chigen Netz­werk, das von RFE/RL mit VOA geleitet wird, wird seit dem 28.2. von den russi­schen Behörden blockiert, doch der Dienst habe Methoden veröf­fent­licht gegen die Blockierung.Kommt Reak­ti­vie­rung der Kurz­welle? RL.us
●Die Sopra­nistin Anna Netrebko (50) zieht sich zurück, anstatt auf Putin zu verzichten. KFAR.us
●Moskau betrachtet die Äusse­rung von US-Senator Lindsey Graham (66), „Putin auszu­schalten“, als Aufruf zum Terrorakt.RIA.ru

3 Kommentare

  1. Warum müßten Afri­kaner und Asiaten „Einwan­de­rungs­pri­vi­le­gien“ bekommen? Sie sollten ihre Vermeh­rung abstellen, wenn sie im eigenen Land nicht zurecht­kommen, und dann verschwinden ihre Probleme.

  2. Erfreu­lich, dass Russ­land und Ukraine wieder Getrei­de­ex­por­teure sind. Während dem Bolsche­wismus sind sie zum Impor­teure hinuntergesunken.

  3. * „Ein riesiger neuer Natio­nal­park in Chile soll hunderte Glet­scher in den Anden vor den Folgen des Klima­wan­dels schützen.“
    ‑Wie soll das gehen? Will Chile eine Mauer gegen stei­gende Tempe­ra­turen drumrum bauen?

    * „Flücht­lings­exodus von Peters­burg nach Helsinki“
    – und wie setzt sich der zusammen? Rußland wird kaum einfach so alle über die Grenze lassen

    * „UNO – Alle Afri­kaner und Asiaten müssen die glei­chen Einwan­de­rungs­pri­vi­le­gien […] bekommen wie Ukrainer aus den Kriegsgebieten.“
    ‑wieder mal ein schönes Beispiel für mediale Verneb­lung: Bei Asiaten denkt man zuerst an flei­ßige Chinesen und Koreaner aus Fenrost, tatsäch­lich kommen dann aber Prophe­ten­jünger aus Nahost und Südostasien.

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